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Petersburg. 1) Gouvernement im nordwestl. Teil
des Europ. Rußlands, am Finn. Meerbusen und am Ladoga—
ee, 63 768 4k, 2112088 6.
2) P., richtiger Sankt P. (russ. Sanktpetorburg), auch
Betrograd (bei den Slawen) und Piter (im Volksmunde),
weite Hauptstadt des Russ. Reichs und Residenzstadt der
cuss. Kaiser, am Ausfluß der Newa Karte:
Europtisches Rußland 1, 11, zum Teil N
auf Inseln (Wassilewstij-, wellhen st
Aptekarfkij⸗Ostrow, Jelagin u. a.) gelegen,
n'2-s8, auf den Inseln in o—8 mm Seehoͤhe,
o daß bei Hochwasser die tiefer liegenden
Stadteile überschwenimt werden; hat (1904)
84 200, mit den Vorstädten (prigorodka: petee
die Schlüsselburger, Poljustrower, Ljeßnoj⸗ und aburg
Peterhofer Vorstadt) 1578 200 E., darunter 45 000 Deutsche.
P. zerfällt in 12 Stadtteile (der Admiralitats-, Kasansche,
Spaßkische, Kolomnaer, Narwaer, Moskauer ꝛc.) und 38
Distrikte. Im Zentrum liegt der Admiralitätsplatz, von dem
ächerartig ausstrahlen die Hauptstraßen: der Rewstij Pro—
pekt, die Gorochöwaja und der Wosnessenstij Prospekt;
»iele Paläfte (Winterpalast, Anitschkow⸗e, Marmor-, Tau—
risches Palais u. a.); Agc 400 Kirchen (die russ.orthodore
Ifaakskathedrale, die Kirche der Kasanschen Mutter Gottes,
Peter⸗Paulskirche mit den Sarkophagen der russ. Kaiser,
has Alexander-Newstij-Kloster u. a., die luth. Peter⸗-Pauls-,
»ie kath. Katharinen- und St. Aunenkirche u. a.), zahl⸗
eiche Denkmäler (Peters J., Nikolaus' T., Kutusows, Puschins,
 Krylows, Gogols u. a.).
Behörden. Verwaltung. P. ist Sitz der militär., polit
ind geistl. Zentralbehörden des Russ. Reichs, ferner
»es Metropoliten, des Militäre, des Zivilgouverneurs,
des Stadthauptmanns von P. Der Stadtrat (duma) be—
teht aus 149 Mitgliedern, an der Spitze die Stadtver⸗
valtung mit dem Stadthaupt (Bürgermeister). Jährliches
Budget in Einnahme und Ausgabe 30-40 Mill. Rubel.
— Bildungswesen, Vereine. Universität (1816 gegründet),
Technische Hochschule, Geistl. Akademie, Kath. Geistl. Aka—
deniie (1842 aus Wilna her verlegt), Bergiustitut, Kaiserl.
Rechtsschule, Alexanderlyzeum, Historisch-philol. Institut,
Weibliches Mediz. Institut u. a.; ede Gymnasien und
andere Fach- und Mittelschulen fuͤr Knaben und Müdchen.
Die Akademie der Wissenschaften (1725 gegründet, mit
Jroßer Bibliothek, naturwiss. und andern Sammlungen)
ind der Künste (seit 1754), die Kaiserl. Bibliothek (1,5
Mill. Bände, 33 800 Handschriften), Kunstsammlungen (die
Eremitage mit berühmter Gemäldegalerie, Museum Aleran—
Ders III.u. a.), wissenschaftliche Gesellschaften (die Freie ölo—
omische Gesellschaft, die Geogr. Gesellschast u. a)., drei
caiferl. und mehrere Privattheater, zahlreiche Wohltätig—
zeltsanstalten, darunter das Findelhaus (seit 1772).
Verkehrswesen. Außer zahlreichen Droschken (46 000),
Dmnibuslinien u. a. gibt es Pferde- und Dampfstraßenhahnen,
 Dampfschiffahrt auf der Newa, Fontanka, Mojka
und dem Jekaterinenkanal; sieben Bahnhöfe für den Verkehr
der Eisenbahnen nach Moskau und Wologda, Witebsk,
Warschau, Reval und Oranienbaum, Helsingfors, Sestro—
jezt, Irinowka. Durch den Seekanal nach Kronstadt ist
ß. auch für Seeschiffe zugänglich.
Induͤstrie und Handel. P. ist eine der wichtigsten
Fabrikstädte Rußlands (Produktion jährlich etwa 210 Mill.
Rubel), am wichtigsten Baumwollspinnerei und Weberei,
Sisengießereien und Maschinenfabriken (die Obuchowschen,
die Putilowschen Werke), Lederfabriken u. a., die kaiserl.
Fabriken für Glas, Edelsteinschleiferei, Porzellan. Der
Haudelsumsatz wird auf jährlich 1800 Mill. Rubel be—
echnet. Kreditinstitute: die Reichsbank, die Internationale
dommerzbank, die Petersburger Diskontobank, die Nuss.
Bank für auswärtigen Haudel, die Wolga-gama-Bank n. g
Uber den Schiffsverkehr s. Tertbeilage bei Artikel Rußland.
— Der älteste Teil von P. ist die Peter-Paulsfestung auf
einer Pewainsel, 1703 von Peter d. Gr. gegründet; seit
1712 Residenz. — Vgl. Zabel („Kunststätte“, 1905).
Petersburg (spr. piht'rsborgh, Hafenstadt im nord—
imerik. Staate Virginien, am Appoimnattor, (1900) 218106.
Petersburger Konvention, 11. Dez. 1868 von
allen europ, Staaten und von Nordamerika abgeschlossen,
verbot die Verwendung von Sprenggeschossen für Hand—
euerwaffen im Kriegsgebrauch

Peters des Großen Bai, Meerbusen des Inen
MNeers an der Südspitze des russ.esibirx. Küstengebie *
esteht aus 6 großen Buchten, bes. der Ussuris, Amur⸗ und
Possietbucht; mit der Meerenge Östlicher Bosporus, r
zeren einer Bucht (Goldenes —* der Hafen von Wla
diwostok liegt. IKarte: Asien J. 16.). —
Petersdorf.am Riesengebirge, Fabrikdorf im preuß.
Reg.⸗Bez. Liegnitz, am Zacken, (1905) 3500 E. Au⸗
Petersen, Cugen, Alteriumsforscher, geb. 16. a
1836 zu Heiligenhafen (Holstein), 1878 Prof, in Dorh
879 in Vrag 1886 erster Sekretär des deutschen Archic
nschen Infttuts in ihen 1887 in Kom, schricb⸗ 5
dunst des Pheidias (1873), .Reisen in Lykien I e
Städte Pamphyliens“ (1880 -92), „Die —J—
1897). ,Vom'alten Rom“ (3. Auͤfl. 1804) u. 4, br
Pelersen, Zans von, Marinemaler, deb,* Febn
880 in Hufum, lebt in München; malte ———
nen: Einfahrt des Lloyddampfers Lahn in den Hafen J
steuyort, Flottenparade vor Wilhelm II.; auch Stafte
e osecschebeer Zur gei der ceesegel, Fischerflotti
Peterssisch saHercingskönig [Abb. 788).
Petersgrofschen, s. Peterspfennig. inden
Petershagen, Stadt im preuß. Reg.-Bez, Minden
an' der Weser, (1905) 20007 6. Amtsgericht, Lehrer
eminar, Taubstummenanstalt, altes Schloß. q.
Petersilie (Petroselinum sativum Sto.), Pflanzen⸗
Jattg. der Umbelliferen, wild in den Gebirgen des n
sil Acuropa; ihre Blatler und Wurzeln dienen als Gewun
ind Gemuͤse. Empfehlenswerte Varietäten die graus
velche nicht mit der giftigen Hunds⸗P. (Gortensqierliug
erwechsell werden kann, sowie die Moos⸗P. — Berg⸗p.
Perersinsel, s. Biel. fs. Pencedanum.
Peterskirche, s. Rom.
Zeterskorn, s. Dinkel [Abb. 425 F
etersläufer, s. Sturmschwalbe [Abb. 18321. land
Herteropfennig, Velersgeoschen, die von Eng ue
eil dem 8 FJahrh. In den Papft entrichtete jährliche
jabe, 1632 abgeschafft; jetzt die freiwilligen Gaben
datholiten zur Unlerftützung des Heiligen Stuhls. in
Peterssee, Sankt P. vom Sankt Lorenzstrom
danada gebildeter See, 418 KmeIg., 20 xm br. —
elero Ihat, Daf und ddehtt in bad creis Oftt,
urnn in der Kench, im Schwarzwald am Fuße de
nbis 8 —
Petersvogel, s. Sturmschwalbe [Abb. 188323
Peterswaldau, Dorf im preuß. Reg.Bez. Breslan
1905) 7047 E. fürstl. Stollbergsches —* Diakoniffen⸗
instalt; Baumwollspinnereien, Zeugdruckereien. adt
Peterwardein (ungar, Petervaͤrad), königl. Freisan
ind destung in Kroatien Slawonen, Komitat Syrmuch
in der Donau, Neusatz gegenüber, (1900) 5019 Eꝝ. d
ANug 1716 Sieg des Vringen Eugen üher die Tün
Peti, Scheidemuͤnze, s. Dong. sunter Ali.
velic, aller Rame der Stadt Hermosillo G, dNnen:
Petiliieren (rz., spr.-tlii⸗), krachen, knistern: schäumen:
erlen (vom Wein). 8
Petĩnett (Efrz. potinet), spitzenähnliches Gewebe au
Sesde oder Baumwolle zu Schleiern, Balllleidern 2tp.rg⸗
Petion (pr. Ang Alexandre, eigentlich Sabes Pu
ident pon, Haiti geb Rri Ierd u Porteau⸗Princh
Mulatte, seit 1708 an den Kämpfen Aufständen ein
hehurtslandes beteiligt, feit 1808 Präsident der Repu— n
Zaiti, gest. 20. Marg i818. Val. St. Remy (frauz.,
BVde. 1633 68
Petion de Villeneuve (spr.oͤng de wilnöhw) Zirdnu
rang. Revolutionar, geb. 8. Jan. 1786 zu Chartres,
»okat, Gegner Mirabeaus in der Valionaoerfammuunt
uͤhric als“ Präfident des Parifer Kriminaltribunals
eflüchtete koͤnigl. Familie von Varennes zurück, wn
ig Nop 1791 Hlalte von Patis; 2. Juni 1783 als —
aist perhaftet, flüchtete er und ward Juli 1794 bei og
Imilon tot aufgefunden — Val. Bauban (franz, 186
Petiotisieren, ein von dem burgund. Weingutshesit
ptliot 1880 erfundenes Verfahren der Weinvermehrung
zei dem man die Weinreste noch ein- oder mehrmals .
Zuckerwasser gären läßt und isuen so Bubkett, Gerbsto
und Farbstoff entzieht; liefert sog. Nachweine.
Perit (sez sin elt, klein) aine dleine Typengattung
3 typogr. Punkte.