Pet

leichtflüssig und sarblos sein; beim Lagern färbt es sich
urch Orydation gelb. P. dient als Leuchtstoff, zum Kochen,
um Betrieb von Motoren, zur Vertilgung von Schwamm
ind Ungeziefer; die Rückstände der Destilation zur Dar—
tellung von Paraffin, Paraffinöl, Schmieröl und Vaselin
oder als Heizstoff für Lokomotiv-⸗, Schiffs- und Fabrikkessel.
Produktion 1889: 7830788, 1903: 28 640 177 t, davon
13,2 Mill. t in Amerika, d,o in Nußland, 859 840 3 in Ost⸗
indien, 727 971 in Galizien, 3884303 in Rumänien. Der
amerik. Markt wird beherrscht von der Standard-Oil⸗
Tompany (Rockefeller), der russ. von der Sociéöté oommerale
 et industriello de naphte caspienno de Bacou (Gebr.
Nobel). — VBgl. Nöldeke Veith (1882), Burgmann
2. Aufl. 1897), Perret gon 1901), Schneider (1802).
Petroleumãther, J. Petroleum.
—S r s. Gasglühlicht.
Petroleumsokomotive, durch einen Petroleummotor
etriebene Lokomotive [Tafel: Lokomotiven J, 11].
Petroleummotor, eine Gaskraftmaschine (s. d).
Petroleumsprit, s. Petroleum.
Petroleur (jtz., spr. lohr), weiblich Petroleuse
spr. löhs), fanalisserte Mordbrenner, seit den mittels Pe—
roleum ins Werk gesetzten großen Brandstiftungen der Pa—
iser Kommunarden (1871).
Petrolin, s. Aurdrasbl und Petroleum.
Petronell, Marktflecken in Niederösterreich, (1890)
371 E., Schloß, Ruinen des röm. Carnuntum.
Petronius Arbiter, Gajus, röm. Schriftsteller,
rus Massilia, Günstling und Hofzeremonienmeister Neros,
est. 6711. Ehr. durch Selbstmord; die Bruchstücke („Das
iineh des Trimalchio“) seines Romans „Satirae“,
ines Sittengemäldes des verderbten kdaiserl. Rom, hg.
non Bücheler (4. Aufl. 1904; deutsch 1874), mit über⸗
etzuug und Erklärung von Friedländer (1801).
Petropaäwlowsk. 1) Kreisstadt im russ.- zentral⸗
asiat. Gebiet Akmolinsk, am Ischim, 21749 E. — 2) P.
oder Peter⸗Paulshafen, Bezirksstadt im russ.»sibir. Küstenzebiet,
 an der Awatschabai (Ostküste Kamtschatkas), 420 E
Potropolis, neulat. Name für Petersbuͤrg.
Petropolis, Hauptstadt des brasil. Staates Rio de
Faueiro, (18902) 20000 6. (viele Dentgeß
Petrosawodsk, Hauptstadt des russ. Gouv. Olonez,
im Onegasee, 12707 E. V
Petroseny⸗Dilsa (spr. dilscha), Kleingemeinde
m Komitat Hunyad in Siebenbürgen, (1800) 7766 E.;
dabei große Kohleuflöze und der mit P. durch Kohlenbahn
derbundene Bergort Petrilla (3471 E.).
Petrow, — hulgar. Staatsmann, geb. 1861 in
Sumen, 1886 —86 Stabschef der bulgar. Armee, 1894 96
riegsminister, 1900 Minister des Innern, Jan. bis März
901 und seit 1908 auch Ministerpräsident.
Petrowitsch (russ.; serb. Petrovic), der Sohn Peters.
Petrowot. ) Kreisstadt im russ. Gouv. Saratow, an
»er Medwiediza, 17 034 E. — 2) Hafenstadt im russ.-kaukas
Bebiet Dagestan, am Kaspischen Meer, 18671 E.
Petrõwfkoje, russ. Ort, s. Bututlinowka.
Petrus, der Apostel, eigentlich Simon, Sohn Jonas,
Bruder des Andreas, Fischer aus Kapernaum, mit Jo—
hannes und Jakobus einer der vertrautesten —X Jesu,
nach Matth. 16, is von ihm wegen seines festen Bekennt—
nisses P. (vom grch. petra, d. i. Fels) genannt, nach
Jesu Tod neben Jakobus (s. d.) dem Gerechten eine
derptsaul⸗ der judenchristl. Gemeinde zu Jerusalem.
Rach der durch die Apostelgeschichte begründeten Tradition
zilt P. als erster und hauptsächlicher Heidenapostel, was
jen Paulinischen Briefen widerspricht. Die Behauptung
der röm. Tradition, daß P. 28 Jahre lang ——
1267) der erste Sies von Rom gewesen sei, Vhe
ich die Päpste Nachfolger Petri nennen, ist unhaltbar;
s ist ungewiß, ob er überhaupt nach Rom gekommen
st; auch seine Kreuzigung (mit dem Haupt nach unten)
inter Nero ist sagenhaft. — Der erfie Brief Petri ge⸗
zört der paulinischen Richtung und der Zeit Domitians,
Rervas oder Trajans an, der zweite stammt aus dem
pätern 2, Jahrh. (Zeit der Antonine). Außerdem wurden
dem P. beigelegt: das Kerygma (Predigt) Petri, eine
udenchristl. it vielleicht Grundlage der Clemen⸗
tinischen Homilien (s. Clemens Romanus); eine Apo—
nalupse des P. sowie ein Evangelium des B. beide im

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l —X
ꝛ. Zahrh. als neutestamentliche Schriften geachtet„b
edoch aen und verloren, Bruchstücke — heen
I886 in Agypten wieder eutdeckt (hg. Par, 18893. q
ian untersuchte Bruchstück des lehkern gibt die denn
und 3 FJesu, ohne neue — e
rur mit phautasischen Zutaten; beste Ausg. mit hotg
raphie der Handschrift von Gebhardt (1893). üher
sandeln apokryphische Apostelgeschichten in gnostischer *
ath. Bearbeitung (vgl. Lipfius, Die apokryphen Avosu
eschichten“, Bd.d, 1887). Gedächtnistag: 28. —
zeler⸗Pauistag Is. Beilage: Heilige c.], an we h
Tage 258 die UÜbertragung der angenticen Gebeine r
Apostel P. und Paulus naͤch dem Batikan ersolgte, —
eit dem 4. Jahrh. als gemeinsamer Todestag der
pofiel aufgefaht und gefeiert, über dem Gtabe de x,
ie Peterskirche; in derselben die Petrusstatue I
ShehSein dems. Jahrg. feiert die kath. inc
die Erichtung des romischen (am 18. Jan.) und 3
entiochenifchen (am 22. Febr.) Bischofsstuhls durch *
n dem Fesie Petri Stuhlfeier (estum cathedrae i
etzt am 18. Jan. begangen. Das Fest der ——
Petri (Festum catenurui S. Petri, Petri ad hg
im 1. Aug. bezieht sich auf die vom Papste verwahr
ingeblichen Ketten des P. aus seinen — —— .
Jerufalem und Rom, ursprünglich Kirchweihfest der Kir
bBietro in Vincoli in Rom.
Petrus de Alliäco, s. Peter d'Ailly.
Hetrus Damiani, s. Damiani.
Petrus Lombardus, s. Lombardus. qu
Petrus Martyr, eigentlich Peter von Verona
dominitaner, Inquisitor in der Lombardei, 1262 *
romo erschlagen, 1288 heilig gesprochen, Schußpatron
van. Inquisition.
Petrus Martyr Anglerlus, s. Anghiera. der⸗
Petrus Venerabllis lat. „der Ehrwürdige“), ——
eformator, geb. 1004 in Montboifsier, seit 1122 9
»vn Cluny, reformierte die Kluniazenserkongregation un
oerteidigte sie gegen Bernhard von Clairvaur, golemisient
als Schriftsteller gegen Ketzer, Juden und Mohammedanc
iberfehte den Koran. — Vol. Wilkens (1867), Demim
franz, 2. Aufl. 1898). jed⸗
Perrus de Vinca, aus Capua, Kanzler Kaiser di
ahe II. in Sizilien, zu wichtigen e verwen n
iel in Ungnade, angeblch wegen ciner Verschwörung gegen
aß Leben! des — itcte sich felbit Febr. 12401
v n Iq s . We⸗
etrusapokalypse, Petrusevangelium,
———————— ——
Betschaft (law.), Handstempel mit eiugrapierte
stamenszug, Wappen ꝛc. zum Siegeln. st
Petfcheuegen (grch. Patinaken), türk. Nomadenron
ralen um 830 auf, bewohnten im 10. Jahrh. die Steppe
om Don bis zur Donau, kämpften mit den Russen
jegen Byzanz, 1091 besiegt, der Rest in Bulgarien ¶n
Angarn angesiedelt, wo sie mit den Magyaren peschmolzen.
— Vgl. Reumann (2. Aufl. 1885). ja
Peifcherfraja Lawra vder Kijewopetscherstane
alora, Kloster im fuüdt. Teile der Stadt Kiew. Wa
'ahrtsort, bis 1897 befestigt. inz
Pe⸗tfchi⸗li, offiziell Tschi⸗li, nordöstlichste Proxin
Ihinat am Gotf vonh, 814800 akm (IsS) sοαοαα
HZauptfluß Pei-ho, Vertragshäfen Tien-tsin und Tschin
wang⸗tau; Hauptstadt Peking. ⸗
Petfchora, luß im RO. des Europ. Rußlandsc
pringt am ural mandet nach 1882 Rn in die Petschor
zucht des Nördl. Eismeers; Stromgebiet 828 608 au
Petfopula (Spetfopniad, odes Eiland im SO.
tal. Insel Spezzia. zer⸗
Pettau (das röm. Petovla), Bezirksstadt in Steich
mark, an der Drau, (1900) 4823 E., Reste röm. Ba
verke, Schloß Ober⸗P. — Bgl. Felsner (1895). Mai
Pettenkofen, Aug. von, Genremaler, geb, 10. *
822 zu Wien, gest. das. 21. März 1888; ——
henreszenen (Transport von Verwundeten), uungar. Mar *
zenen, Das Rendezvous (Wien) und auch Bilder a
sem ital. Volksleben. „niker
Pettenkofer, Max von, Chemiker und Hygientten
eb. 3. Dez. 1818 in Lichtenheim bei Neuburg an der 3
Igp der i henie nd 5804 Vros.