Pfauen, Unterfamilie der Fasanvögel, im männlichen
Geschlecht ausgezeichnet durch das mit Augenflecken ge⸗
zierte Prachtgefieder und besondere Größe der Schwanz—
deckfedern, die bei manchen Arten rad—
förmig ausbreitbar sind; langsam und
ungeschickt fliegende, meist in Gesell—
schaͤft lebende Waldbögel Mittel- und
Südasiens. Gemeiner P. (Pavo oristatus
 T.), Männchen vorherrschend
goldgrün, blau und violett metallglän—
end mit prächtigem Schweif und Fe—
derbusch aus dünnschäftigen, nur oben
astigen Federn auf dem Kopfe, Weib—
chhen einfarbig braun, an Brust und
VBauch weiß, in Ostindien und auf
Ceylon heinuüsch, Fleisch ungenießbar;
Spiegel⸗P. (Folypleotron bicalearatum
 Grau), braun, gelb punktiert,
mit verlängerten eigentlichen Schwauzfedern und zwei Spo—
ren am Lauf, Malakka, Sumatra; Argus-P. (Argus⸗
fasan, Argus gigantéeus Temm. sAbb. 18608]), im männlichen
 Geschlecht außerordentlich schön gezeichnet, über 1m
sg., verlängerte Schwanzfedern ebensolang, Armschwingen
bis über 70 em verlängert, mit prächtigen Augenflecken,
gelbgrau, gelbbraun, schwarz und heilgelb gewellt, gezackt ec.,
Sumatra. — Vgl. Sabel (1893).
Pfauenauge, Name verschiedener, durch große, bunte
Augenflecke chatakterisierte Schinetterlinge: Abeudpfauen—
auge (s. d.), Nachtpfauenauge (s. d.) und Tagpfauenauge
s. d. und Tafel: Schmetterlinge J, 8).
Pfanueninsel, Insel in der Havel, unweit Potsdam,
nit königl. Laudhaus, Palmenhaus ꝛc.
Pfävers, schweiz. Dorf, s. Pfäfers.
Vfebe, der gemeine Kürbis.
Pfechten, in Süddeutschland s. v. w. eichen.
Pfeddersheim, Stadt in der hess. Prov. Rheinhessen,
in der Pfrimm, (1805) 2817 E., Amisgericht.
Pfeffel, Gottlieb Konr., Dichter, geb, 28. Juni 1786
zu Colmar, seit 1758 erblindet, gest. 1. Mai 1809; wert—
doll seine Fabeln und poet. Erzählungen. — Val. Rieder
(1820), Stöber (1878).
Pfeffer, Gewuͤrz, entweder die unreif getrockneten Beexen
chwarzer P.) oder die reifen, von der Beerenschale be—
freiten Samen (weißer P.) von Püper nigrum L. (s. Pipor
 und Tafel: Nuhpflanzen J, 8). P. jongum L. lie⸗
fert den langen P. Bestandleil des P. sind ein ätherisches
Ol und das Piperin. Spanischer Pfeffer, s. Capsioum.
Pfeffer, Wilhelm, Botaniker, geb.9. März 1845 in
Brebenslein 1877 Prof. in Basel, 1878 in Tübingen,
1887 in Leipzig; schrieb: „Die periodischen Bewegungen
der Blattorgane“ (1875), „Uber chemotaktische Be—
vegungen etc.⸗ „„Studien zur Energetik der Pflan—
zen“ (1892), „Handbuch der Pflanzenphystologie“ (2. Aufl.,
2 Bde. 1607 1804), gibt seit 1804 mit Strasburger
die FJahrbücher für wissenschaftliche Botanik“ heraus.
Pfefferblatt, s. Tansetum.

Pfefferfresser, Tukane
Rhamphasttdae), Familie
großer Kuckucksvoͤgel, mit
außerordentlich großenm, aber
trotzddem leichtenn, an der
Shitze, etwas gebogenem
Schnabel, sowie federför—
wiger Zunge, grellfarbigem
Gefieder, kurzen abgerunde⸗
ten Flügeln, meist kurzem,
breitem Schwanz und Klet—
terfüßen. Hierher der Aras—
sari Etexoglossus aracuri
IL), grün, gelb und rot, in
den Urwäldern Brafitiens;
— Worp⸗ Finne 1369. Riesentukau:
astus toco L. [Abb. —R We
o sobarg, —* s Männchen. b Weibchen.
Vorderhals weiß, Steiß rot, Brasilien, Paraguay ꝛc.
Bunttudan (R. discolox TL.), schwarz. gelb, rot ec.. Süd⸗
Pfeffergurke, s. Einmachen. sostbrafilien
Pfefferkraut, s. Lepidium und Satureis.

1368. Arguspfau.

39)]

Pfe

Pfefferküste, s. Malabar und Guinca.
Bfefferliug, s. Eierschvamm und Tafel: Pilze, 8.
Bfefferminzbaum, s. uoalyptus.
Bfefferminze, Pflanzengattg s. Montha [Abb. 1166].
Bfeferminzkampfer, s. Menthol.
Pfefferminzöl, das farblose, dünnflüssige, brennend
chmecende ätherische Ol der Blätler und bluͤhenden Triebe
der Pfefferminze (Mentha piperits T.), als blähungtreibendes,
 belebendes Mittel, technisch in der Parfumerie
und Likörfabrikation verwendet.
Pfefferriesel, Zweckenholz, das Holz von Evonymus
 (s. d.) europaeus. [Daphue).
Pfefserrinde, deutsche, die Rinde des Kellerhasses (s.
Pfefferrohr, Bambusfchößlinge aus Ching und Japan,
Pfeifenröhren und Spazierstöcken gebrauͤcht.
Pfeffers, schweiz. Dorf, s. Pfäfers.
Pfefferschwamm, Pilz, s. Lactarins.
Zfefferstein, s. v. w. Peperino (s. Albano).
Zfeßerstrauch, Bergyfeffer, derKellerhals(s. Daphne).
Pfeffervögel, s. Kanarienvogel.
Zfefsinger, Johannes, Iuth. Theolog, geb. 1493 zu
Vasserburg (Bayern), kath Priefter in Passaͤu, 1522 zuͤr
Peformation übergetteten, 1540 Superintendent, 1544 auch
Hrof. zu Leipzig, gest. 1. Fan. 1573; Mitverfasser des Leip⸗
iqger Interims und Anhänger Melanchthons. su. dgl.
Pfeidler, in Wien Haͤndler mit Hemden, Strümpfen
Pfeife, ein Rohr, in dem durch stehende Luftschwingun—
sen ein Ton erregt wird. Bei den Lippen-P. wird der
Ton mittels des an einem Ende des Rohrs angebrachten
Mundstücks erregt, und, je nachdem ob das andere Eude offen
oder geschlossen ist, unterscheidet man vffene und gedeckte
B. Bei den Zungen⸗P. geschieht die Tonerregung mittels
einer elastischen Zunge, durch deren Schwingungen kein durch
eine Offnung geblasener Luftstrom abwechselnd unterbrochen
und wieder hergestellt wird. über die Dampfpfeifef. d. nebst
Ubb. 893; über die Glasmacher⸗P. s. Glas [Abb. 606 pf.
Pfeifenstrauch, s. Aristolochia und Philadelphus.
Pfeifenwert Gfeiswert), s. Orgel.
Pfeifer, ursprünglich die Spieler von Blasinstrumen—
en, dann überhaupt s. v. w. Spielleute, Musikanten (Stadtfeifer),
 bildeten seit dem 18. Jahrh. geschlossene Inuugen
nit einem Pfeiferkönig an der Spitze, der jaͤhrl. Gerichts⸗
itzungen, Pfeifertage, abhielt.
Pfeifer, zwei schädliche Schmetterlinge: Raps· P.
Orobena extimalis Se.), ein Zünsler (s, d.), weißlichgelb,
raun gezeichnet; Raupe gelbgrün, bohrt Löcher in die
Napsschoten (die dadurch „Pfeifen“ ähnlich werden) und
rißt den Samen. e den Kümmel⸗P. oder VP. im
rdümmel s. Kümmelmotte.
Pfeiferdampf, Dampf (beim Pferde).
feiferkönig, Pfeifertag, s. Pfeifer.
Pfeiffer, Franz, Germanist, geb. 27. Febr. 1815 zu
Bettlach dei Solothurn, seit 1857. Prof. zu Wien, gest.
das. 29, Mai 1868, gründete 1856 die Zeitschrift Ger—
mania“, gab die Sammlung „Deutsche Klassiker des
Mittelalters“ (1866 f9.) und darin selbst die Gedichte
Walters von der Vogelweide (6. Aufl. 1880), „Deutsche
Mystiker des 14. Jahrh.“ (1345 -67) u. a. heraus.
Pfeiffer, Richard, Bakteriolog, geb. 27. März 1858 in
Zduny (Posen), erst Militärarzt, 1887 Assistent Kochs,
(1891 Abteilungsporsteher am Institut für Infektionskraut⸗
jeiten, seit 1808 Prof. der Hygiene in Königsberg, entdeckte
1892 den Influenzaerreger, 1884 die spezisischen bakterien⸗
lösenden Immunsera. Gab heraus: „Mitrophotogr. Atlas
—
der Hygiene“ (mit Proskauer.
i8024) J
Pfeifhafe (Lagömys), Gat⸗
ung der de — . dgen
rauhem, kurzem Pelz, kurzen Ohren
—— Schwanzstuͤm⸗ 1870. Alpenpfeifhase.
nel üußezrlich gicht sichthar. Bewohner der nördl. Erd—
zälfte. Ire Stimme ist ein durchdringender kif. Be—
annteste Art der Alpen⸗P. (I. alprus om- Abb. 12370
iach Brehm)), meist rötlich, in Sibirien.
Pfeil, Sternbild des nördl. Himmels [Tafel: Astro—
omie . J.
Pifeil, Joachim, Graf, Wteersn geb. 30. Dez.
357 zu Neurode (Schlesien), hielt sich seit 18373 in Noetai