Pflugscharbein (Vomoer), flacher Gesichtsknochen, der
zintere Teil der Nasenscheidewand.
Pfordten, Ludw. von der, bayr. Staatsmann, geb.
11. Sept. 1811 zu Ried (Inmviertel), 1834 Prof. des roͤm.
Rechts zu Würzburg, seit 1843 zu Leipzig, März 1848 bis
Febr. 1849 fächj. Kuͤltusminister, April 1849 bayr. Minister
des königl. Hauses und des Auswärtigen, seit Dez. 1849
auch Ministerpräsident, entschiedener Bekämpfer der preuß.
Hegemonieansprüche, 1889 Bundestagsgesandter, Haupt⸗
vertreter der gegen, die beiden deutschen Großmächte ge⸗
richteten mittelstaatlichen Politik, 1864 bis 29. Dez. 1866
wieder Ministerpräsident; gest. 18. Aug. 1880 zu München.
Pforia, Schutpforta, koͤnigl. Landesschule im preuß.
Reg.Bez. Merseburg, im Saaltale, bei Naumburg, die
beruͤhmteste und reichste der drei altfächs. Fürstenschulen 1137
als ————— gegründet, 21. Mai 1543 von Herzog
Moritz in eine fürstl. Landesschule (Gymnasium), umgewandelt,
 (1900) 880 E., schöne Kirche, Aula und Bibliothek;
Domäne. — Vgl. Böhme (1873, 1888, 1893).
Pfortader (Vena portae), große Blutader, die das
venose Blut aus Magen, Darm und Milz zur Leber
führt. Übermäßige Blutansammlung in der P. führt zu
Unterleibsstockung, Hämorrhoiden und Bauchwassersucht.
Fntzündung der P. (Pylephlebitis) hemmit den Blutabfluß
uus der P., führt zu Leberabszessen und endet tödlich.
Pforte, Hohe V., Bezeichnung der Residenz des türk
Sultans und daher der türk. Regierung.
Pförten, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Frankfurt,
am Pförtener See, cn 1061 E., Amtsgericht; nahebei
Schlofß P. (271 E.) des Grafen Brühl.
Pförtner, Muͤndung des Magens in den Dünndarm
Tafel: Eingeweide IN, 2)].
Pforzheim, Amtsstadt im bad. Kr. Karlsruhe, an
der Euz, (1000) 43 381 (1905: 69307) E. Anitsgericht,
Handelskammer, altes Schloß, Schloßkirche mit Fürstengruft,
Museum, Gymnasium, Real-, Kunstgee
werbes, Gewerbeschule; bedeutende Fabri—
kation von Gold-, Silbers und Bijouterie⸗
waren, ferner chein. Papiers und Maschi—
nenfabriken, Eisenhämmer, Steinschleife—
reien. 1535—65 Residenz der Markgrafen
von Baden-Durlach. — Geschichte von *
Pflüger (1861), Goͤthein (1889); Jahr— 3753.
bug Todo j. Pforzheim.
Pfreimd (Pfreimt), Stadt im bayr. Neg.⸗Bez. Ober⸗
falz, an der Raab, (1005) 1257 E., Schloß.
Pfreizschner, Adolf, Freiherr von, bayr. Staats⸗
naun, geb. 15. Aug. 1820 zu Würzburg, 1864 Handelsninister
 1866 Finanzminister, 1872 80 Minister des
luswärtigen und Ministerpräsident, gest. 27. April 1901
Pfriemen, Wertzeug, s. Ahle. lin München.
Pfriemen, Pflanzenart, s. Sarothampus.
Pfriemengras, s. Esparto und Stipa.
Pfriemenfschnaãbler (Subulixostres), veraltete Be—
nennung einer Gruppe von Singvögeln mit den Familien
er Sünger, Bachstelzen, Braunellen ec.
Pfriemenschwanz, s. Maden⸗
vurm oe 1104)]. —(602)].
Ffrille, Fisch, J. Elritze IAbb.
Pfropfen, eine Form der Ver—
dlung (s. de), bei der das zugeschnit—
tene Edelreis enzweder zwischen die
durch Lüngsfchnitt geloͤste Rinde und ⸗
den Spliuͤt des Wildlings (P. auf 1376. Pfropfen
die Rinde, Pelzen), oder feitlich in den gespaltenen Wildling
(Abb. 13762] eingeseht wird (B. in den Spalt). Beim P.
nn den Kerb (Triangulieren) wird das entsprechend, zu⸗
Ieschnittene Edelreis in einen dreieckigen seitlichen Aus—
chuitt des Wildlings eingesetzt [pjJ.
Pfründe (vom lat. prasbenda), im Kirchenrecht die
Befugnis zum Bezug der mit einem kirchlichen Amt ver—
dundenen Einkünfte, früher aus der Nutznießung von
Vrundbesitz, jeht meist in festem Gehalt; auch das dafür
»erwaltete Kirchenamt selbst.
Pfuel, Ernst von, preuß. General, geb. 3. Nop. 1779
zu Berlin, 1816 Kommandant von Paris, 1831 Gouver⸗
ieur von Neuchätel, 1847 von Berlin, unterdrückte Mai
848 die Insurrektion in Posen, Sept. bis Okt. 1848
Ministerpräfident und Kriegsminister, gest. 3. Dez. 1866

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Pha
n Berlin; schrieb: „Beiträge zur Geschichte des letzten
uss,efranz. Krieges“ (1814; neu hg. 1867).
Pfuhl, Johs., Bildhauer, geb. 20. Febr. 1846 in
öwenberg (Schlefien), debt in Charlottenburg; unter
inderm Fries aus dem Kriege 187071 für die Haupt—
adettenaustalt in Lichterfelde, Reitersiatue Wilhelms 1J.
1893) und das Staüdbild Roons (1808) für Görlitz,
dortrütbüsten, Perseusbrunnen in Posen.
Pfuhlschnepfe, s. Sumpfschnepfe
Pfullendorf, Amtsstadt im bad. Kr. Konstanz,
1805) 2785 E., Amtsgericht, Wallfahrtskirche, Realschule.
Pfulliugen, Stadt ini württemb. Schwarzwaldkreis,
in der Echaz, (1805) 7364 E., Irrenanstalt; bis 1803
Freie Reichsstadt.
Pfund (oom lat. pondus, span. und portug. libra,
tal. Uppra- frz. Uhré, engl. pound), bezeichnet mit e7,
dewichtseinheit verschiedener Größe, früher in Deutfschlaud
neist zu 32 Lot; im metrischen Gewichtssystem — Oe kg
das ehemal. Zoll·P.); früher das österr. B. — 560,06 das
chwed. P. — 425,07, das norweg. P. — 498,4, das düu.
8. — 500 8 das ruff. P. (Funt) zu 96 Solotniks —
108, s1, das Medizinal⸗P. im allgemeinen — 876 8, in
Vroßbritannien und den Ver. Staaten, s. Avoirdupois und
roygewicht; in Portugal, s. Arratel. Isystems.
Pfundäpfel, 6. Klasse des Diel-Lucasschen Apfel-Pfundbärme,
 s. v. w. Preßhefe (s. Hefe).
Pfunderser Gebirge, südl. Vorkette der Hohen
Tauern (Ostalpen), im, S. der Zillertaler Alpen, 2400
2900 m, im Wilden Kreuzspitz 3185 m hoch
fundhefe, s. v. w. Preßhefe (s. Hefe).
Pfundleder, s. v. w. Sohlleder.
fundnase, s. Rhinophyma.
Pfund Sterling EEound sterling, auch Livro
zterling, abgelürzt S), Name der engl. Goldeinheit, als
geprägtes Goldstück Sovereign genannt, zu 20 Schilling
zu 18 Pence — 20420 M.
Pfungstadt, Stadt in der hess. Prov. Starkenburg,
n der Modau, (1905) 66398 E.; Brauereien.
2. F. v., auf Visiteukarten — pour faire visite (frz.), um
Phäaken, s. Phaiaken. leinen Besuch zu machen.
Phädon (Phaidon), griech. Philosoph, aus Elis,
⸗ↄchüler des Sokrates, Stifter der Elischen Schule; nach
vm benannt Platons Dialog über die Unsterblichkeit der
Phädra, s. Phaidra. [Seele.
Phädrus, röni. Fabeldichter, Freigelassener des Augu—
tus; Ausg. von Siebelis (5. Aufl. 18374), Speyer 887).
Phaëethon („der Leuchtende), Name und Beinanie
es griech. Sonuengottes, dann der Sohn des Helios
ind der Klymene, ward, als er
»on seinem Vater einmal die Len⸗
ung des Sonnenwagens erbeten
jatte und, der Sonnenrosse nicht
derr, die Erde in Brand steckte,
von Zeus durch einen Blitzstrahl ⸗
in den Eridanus geschleudert. — 1377. Phaethon.
P. frz. phaeton) heißt auch ein
zweirädriger leichter eleganter Wagen [Abb. 1377).
Phaëthufa, eine der Heliaden (s. dy).
Phagedäna (grch.), ein um sich fressendes, bes. bran—
ges Geschwür; phagedänisch, ätzend, fressend.
Phagozyten (grch.), s. Freßzellen.
Phalaken (Phäaten), bei Homer ein gastliches und
orglos lebendes Volk auf Scheria, dessen Koͤnig Alkinoos
en Odysseus gastfreundlich aufnahm und nach Ithaka ge—
Phaidou, s. Phädon. sleiten ließ.
Phaidra (Phadra, lat. „die Leuchtende“), nach der
zriech. Sage Tochter des Königs Minos, Gemahlin des
Thesens, verleumdete ren Stiefsohn Hippolytos, der
hre Liebe verschmähte, bei Theseus, der Pofeidons Nache
Wer ihn rief, worauf P. sich erhängte. Tragöbien von
furipides und Racine,
Phalangen (Mehrzahl von Phalanr, s. d.), die
liedtknochen der Finger und Behen. flanpur.
P'halanpur, brit.zostind Staat und Stadt s. as
—A— Fourier, Charles.
Phalanx (grch.), geschlossene Schlachtreihe; insbes.
ie Kernschar des mazedon. mit Speeren bewaffneten Fuß⸗
„olks, eine im Viereck eng aneinander geschlossene Maffe
Tafel: Kriegswesen LI)J. (S. quch Phalangen))