Kriege mit Flandern und Wilhelm dem Eroberer ver—
wickelt, gest. 29. Juli 1108. — P. iI1. Augnst (1180 1223),
geb. Aug. 11658, Sohn und Nochfolger Ludwigs VII.
demütigte die aufsüssigen Vasallen, unternahm 1190 mit
Richard J. Löwenherz einen Kreuzzug, eroberte 1204 die
Normandie, Anjou, Maine, Tourgdine, Poitou, schlug
27. Juli 1214 Kaiser Otto IV. bei Bouvines, vergrößerte
das Krongebiet durch Einziehung und Eroberung um das
Doppelte, gest. 14. Juli 1228 zu Mantes. — Bgl. Cartelliexri
 (180851806). — P. II., der Kühne (1270—86),
geb. 83. April 1248, Sohn Ludwigs IX., vereinigte Poitou,
Auvergne und Toulouse mit dem Krongut, gest. 58. Okt.
1285 zu Perpignan. — P. 1V., der Schöne (1285 1814),
geb. 1268, Soͤhn P.s III., zugleich König von Navarra,
uͤnterwarf 1800 Flandern, mußte aber einen Teil infolge
der Niederlage bei Kortrijt (1802) zurückgeben, demütigte
Papft Bonifaz VIII., ließ Clemens V. seinen Sitz zu Avignon
nehmen, verfolgte die Tempelherren grausam, gest. 29. Nov.
1314. — Bgl. Jolly (franz, 1869), Wenck (1905). —
P. V. (1816 22), Sohn des vorigen, bekriegte Flandern
und bedrückte Frankreich durch harke Steuern. — P. VI.
(1328 80), geb. 1293, Sohn Karls von Valois, Bruders
P.s IV., Nachfolger Karls 1VY., unterwarf die Flamländer
(1328), veranlaßte durch seinen Einfall (1837) in Guyenne
einen langen Krieg mit England, ward 26. Aug. 1346
bei Creécy geschlagen und verlor 1347 Calais, vereinigte
Brie, Champagne, Anjou und Maine mit der Krone, erwarb
1348 die Dauphint, gest. 23. Aug. 1360.
Philipp L. ver Großniütige, Landgraf von Hessen
(1505 67), geb. 18. Rop, 1504, Sohn Wilhelms II. bis
1518 unter Vormundschaft seiner Mutter Anna von Mecklen⸗
burg, zog 1525 gegen die aufrührerischen Bauern (s. Banern⸗
krieg), fuͤhrte 1026 die Reformation in Hessen ein, gründete
1537 die Universität Marburg, schloß mit Kursachsen das
Torgauer Bündnis und stand mit ihm 1631 an der Spitze
des nndeee Bundes, unterwarf sich nach der
Schlacht von Mühlberg Karl V., der ihn bis 1652 in Haft
behtelt, gest. 34. März 1567. — Biogr. von Rommel
I880); Briefwechfel, hg. von Lenz (3 Bde., 18900-81).
Philipp I., ver Schöne, König von Kastilien
(1604 -6), geb, 22. Juli 1478, Sohn Kaiser Maximi—
iians T., durch seine Mutter Maria Erbe von Burgund,
1496 vermählt mit Johanna (s. d.) der Wahnfinnigen
gest. 25. Sept. 1506.
Pyilipp von Heinsbexg, Erzbischof von Köln
1167891), wirkte mit zum Slturze Heinrichs des Löwen,
gewann dadurch neben der Herzogswürde in Lothringen
auch die in Westfalen hinzu. — VBgl. Hecker (1888).
Philipp, Herzöge von Orleaus, s. Orltans.
„Bhilipp, Konige von Spanien. — BV. J., s. PhilippJ.
König von Kastilien. g. N. (1886 —88), geb. 21. Mai
1527 zu Valladolid, Soöhn Karls V., uͤnbeugsam und
bigott, erhielt 1059 Spamen, die Nebenländer in Jtalien
die Nlederlande und die Kolbnien, veranlaßte durch seint
Gewaltmaßregeln den Abfall der nördl. Niederlande,
oereinigte 1581 Portugal mit seiner Krone; dagegen
scheiterlen feine Unternehmungen gegen England (s. Är—
mada); gest. 18. Sept. 1808. Vwar vermählt: in
erster Ehe (1543) mit Maria von Portugal (deren Sohn
Don Carlos [Is. d.M; in zweiter (1554) mit Maria J. Tudor
von England; in dritter (1559) mit Elifabeth von Frankreich;
in vierter (1570) mit Anna, der Tochter Maximilians II.
Bal. Prescolt (4 Bde. deutsch 1886—89), Philippson,
Westeuropa im Heitalter von P. U. ꝛc.“ (1888), Turbo
1888). — Sein Sohn P. I. (1598 - 1621), geb. 14. April
1578, eriteieit, der Morisken aus Granada
1605) Spamens Wohlftand, — Unler dessen Sohn V. I1V.
63 [Tafel: Porträtmalerei J, 6] sank infolge
Guünstlingsherrschaft Spaniens Macht immer tiefer. —
p. J. (79146) früher Herzog von Anjou, geb, 18. Dez.
1683. Enkel Ludwigs XIV. von Frankreich, durch Testament
Zars II. auf den span. Thron berufen, der aber im Span.
—— (. d)) erst erkämpft werden mußte, ließ sich
urch Güustlinge (Grafin Orsini) leiten; in erster Ehe (1701)
eruighlt mit Luise von Savoyen, in zweiter (1714) mit
Elisabeth Farnefe von Parma, die ihn behercschte, gest.
9. Juli 1746. Vgl. Baudrillart, „PRlippoV ot la couꝛr
le Francoe“ (5 Bde., 1800 1901).
Vhilipp von Reri, s. Neri, Filippo.

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Phi
Philipperbrief, neutestamentlicher Brief des Apostels
Zaulus gerichtet nach Philippiin Mazedonten. Kommentare
on Klöpper (1803), Haupt (1808)
Philippeville (fpr lippwis) befestigte Stadt im alger.
Dep. Constantine, (18901) 21462 E. prot. Tempel, Moscheen,
Museum; mit Storg (3081 E.) Hafen von Constantine.
Philippi, alte Stadt in Mazedonien, beruhmt durch
den Sieg, den Antonius und Ockavianus 48 v. CEhr.
ber Cassius und Brutus erfochten. Paulus fiftete zu
B. ine christl. Gemeinde (s. Philipperbrief).
Philippi, Felix, Schriftsteller, geb. 8. Aug. 1851
u Berlin, lebt das.; schrieb ee Dramen: „Die
—— Menschheit“ (1895),
Der Dornenweg“ (1895), „Wer war s?“ (1896), Das
irbe (1888), Der goldent Käfig“ (1899), „Das große
ize (1901), „Der Helfer“ (1805) u. a.
hilippi, Friedr. Adolf, luth. Theolog, 15. Okt.
809 zu Berlin, von jüd, Eltern, 1829 Christ, 1841
brof. in Dorpat, 1852 in Rostock, gest. 20. Aug. 1882;
eine „Kirchliche Glaubenslehre“ (6 Bde., 1854 fg.) gilt
ils das Hauͤptwerk der luth. Rechtglüubigkeit im 19. Jahrh.
— Val. L. Schulze (1883).
Philippi, Rud. Amandus, Naturforscher, geb. 14. Sept.
808 in Charlottenburg, gest. 24. Juli 1004“ als Direttor
es Botan. Gartens in Santiago (Chile).
Philippika, die Reden des Demosthenes gegen Phi⸗
ipp II. von Mazedonien, danach die des Kicero gegen An⸗
vonius; daher sprichwörtlich für heftig angreifende Rede.
Philippinen, nördlichste, den Ver Staaten von
Amerika gehörige Inselgruppe des Malaiischen Archipels
Karte: Ostasien V, ca. 2000 Inseln (die größten Luzon,
Mindanao, Mindoro, Palauan, Samar, Panah, Negros,
zebu, Leyte u. a.), mit den Suluinfein 206 310 qkm,
14903) 7635426 E., vulkanisch (Gunung Apo 3200 m,
Mayon 2715 w), mannigfaltige, eigentümliche Pflanzen⸗
uind Tierwelt, Reichtum an Kohle und Eisen, ausge⸗
dehnte Wälder, fruchtbarer Boden, Anbau von Zuckerrohr,
Tabak, Manilahanf, Mais, Hirse, Reis; Handel s. Beilage:
Asien; Eisenbahnen (1903) 186 km. Die Bevölkerung
hesteht aus etwa 50 Stämmen, Nachkomnmien eingewan
erter Malaien (Tagalen, Bisaya oder Visaya, Jlocanen,
Cagaya, Igorroten ⁊c.), den, Überresten der Üreinwohnet
Negritos, ca. 23000), aus Europäern und Amerikanern
ca. 25 000), Kreolen, Mestizen und Chinesen (100 000).
stegierungssitz Manila. — Die P. wurden 1521 von Ma—
jalhäes entdeckt, 1370 von den Spaniern in Besitz genommen
ind bildeten mit Marianen und Karolinen ein Gouverne—
nent; 1884—-97 Aufstände auf Mindanao und Luzon,
10. Dez. 1808 gegen 20 Mill. Doll. an die Ver. Staaten ab⸗
jetreten. — Vul. Semper (Reisen. 9 Bden, 1867 99 u.
869), Meyer und Schadenberg (2 The., 1800 92), Brinton
engl. 1898), Sawyer (engl., 1900), Blumentrit (1800), Tor⸗
iom (1801), „E archipielago Filipino“ (2 Bde, iodi),
I. B.Meyer (1904), Foltmar lengl., 1904), Atkinson (engl,
Philippiner, sOratoriauer. [(1906).
ßhilippische Ara, s. Ära. er
Philippisten, die Anhänger Philipp Melanchthons
den luth. Streitigkeiten des 16. Jahrh.
Philipponen (Filiponen), priesterlose russ. Sekte,
— Fä
ODlonez, breitete sich nach Finnland, Litauen, Polen aus,
nit Kolonien in Ostpreußen (Kr. Sensburg, 1300 Seelen)
ind der Bulowina (s. Lippowaner).
Philippopel, türk. Filibe, buͤlgar. Plovdiv, Haupt⸗
tadt von Ostrumelien und des Kreises P. (10 120 qkm,
201: 392 096 E.), an der Maritza, 43 033 E.
Philippos, Könige von Mazedonien, s. Philipp.
pᷣhilippoteaur toh), Felir, frauz. Maler, geb.
3. April 1816 zu Paris, gest. daf. 9. Rop. 1884; bes.
Schlachtenbilder aus den Napoleonischen Kriegen und aus
em Kriege 1870—2 73; Panoramen: Bombardement von
baris, Schlacht bei Plevna.
Philippovich von Philippsberg (spr. witsch),
ẽugen, Nationalökonom, geb. 15 März 1858 zu Wiecn,
8885 Prof, in Freiburg, 1893 in Wien; schrieb: Grund⸗
iß der polit. Okonomie“ (Bd. 1, 6. Aufl. 1904; Bd. 2,
3. Aufl. 1905) u. a.
Philippovich von Philippsberg (spr. witsch),
Joseph, Freiherr, österr. Feldzeugmeister, geb 28. Apail