Phi

1819 . Gospic, 1869 Brigadekommandeur in Italien,
1866 Adlatus des Grafen Thun, dem Kommandierenden
des 2. Armeekorps in Böhmen, 1874 Feldzeugmeister und
dandeskommandierender von Böhmen, 1878 Oberbefehlshaber
 der österr.zungar. Okkupationstruppen in Bosmen,
gest. 6. Aug. 1888 in Prag.
Philippsburg, Stadt im bad. Kr. Karlsruhe, an der
Mündung des Saalbachs in den Rhein, (1908) 2695 E.,
Amtsgericht. Im 17. und 18. Jahrh. wurde die Festung
P. öfters von den Franzosen beseht und 1800 von ihnen
—7 — Bgl. Nopp (Geschichte, 1881).
hilippsiusel, eine der Philippincu, s. Mindoro.
Philippfon, Alfred, Geograph, geb. 1. Jan. 1864
in Bonn, 1888 18604 rofessor der Geographie an der
Universität Bonn, seitdem in Bern, bereifte mehrfach
riechenland, den Griech. Archipel und Kleinasien; außer
Werken über diese Gebiete schrieb er u. a.: Europa“
(2. Aufl. 1905-6; 1. Aufl. mit L. Neumann zufammen),
Das (1904).
Philippfon, Martin, Geschichtschreiber, geb. 27. Juni
1846 zu Ma deburg 1875 Prof. der Geschichte zu Bonn,
1878 zu ae lebt seit 1890 in Berlin; schrieb: „Ge—
chichte Preußens vom Tode Friedrichs d. Gr.“ (1880 82),
„Das Zeitalter Ludwigs XIV.“ (S. Aufl. ι— „Ge⸗
chichte der neuern Zeit“ (1887 89),„Der Große Kurfürst“
Bd. Lu. 2, 1897- 41903), „Forckenbeck“ (1807), „Kultur—
Jeschichte Europas seit dem Ausgange des Mittelalters“
1888), „Leben Kaiser Friedrichs ITI.“
1900) u. a.
Philippsorden, hess. Orden, 1. Mai
1840 gestiftet; — ein acht—
pitziges, weiß emailliertes Kreuz mit dem
zoldnen Brustbild Philipps des Großmüti—
Jen sAbb. 1381].
Philippsruhe, Schloß des Land—
grgfen von Hessen bei Hanau. — I.
Philippsstijal, Dorf im preuß. Reg.⸗ 1381. Philipps
Bez. Cassel, an der Werra, (1900) 703 E., orden.
Schloß (ehemals Benediktinernonnenkloster); yy be⸗
iaunt die kurhess. Nebenlinie Hessen⸗Philippsthal (s. d.).
oeee Könige von Mazedonien, s. Philipp.
BPhilippus, Apostel Jesu, aus Bethfaida in Gali—
a; die Annahme seines Muͤrtyrertodes zu Hierapolis
n Ppgen beruht wohl guf kiner Verwechslung mit
dem Diakonus und Evangelisten (Missionar) P. (Apostel⸗
zesch.6,5; 8,6). Das P.Evangelium und die griech. und
yrisch erhaltenen Acta Philippi sind gnostifcheu Ur—
prungs. Gedächtnistag: 1. Mai syr Beilage: Heiligezc.J
in der griech. Kirche 14. Nop.
Philippus Arabs, Marcus Julius, röm. Kaiser,
244 -249 n. Chr., geb. 204, Sohn eines syr.⸗arab. Häupt⸗
ings, stürzte als Gardepräfekt 244 Gordianus IIIT, fiel
248 bei Verona gegen den Gegenkaiser Decius.
g hiupsvorf. Wallfahrtsort bei Georgswalde in
öhmen.
Philister, Philistäer, kriegerisches semit. Volk an der
Südwestküste Palästinas, das nach ihnen seinen Namen
zat; ein Fünfstädtebund, meist im Kampf mit den Israe—
iten, von diesen nach Errichtung des Königtums unter
Saul und David besiegt, erhoben nach der Teilung
hes israel. Reichs von neuem, schließlich syr, Untertanen.
— P., in der Studentensprache jeder Nichtstudent, dann
. v. w. engherziger Spießbürger, in diesem Sinne vhili-—
trös als Gegensatz zu burschikos.
Bhillips, Stephen, engl. Dichter, geb. 28. Juli 1868
n Somertown, war eine Zeitlang Schauspieler, dann
zehrer, lebt jetzt als Schriftsteller in Ashford; schrieb Ge—
dichte (1887 u. d.), „Promus“ (1894), Christ in Hades“
I1806), Dramen („Paolo and Francesea“, 1899;, Herod“,
i8S0.DIxsses“, s902 The vin ot David“, 19039).
Philo (grch. Philon), jüd.-hellenistischer Philosoph,
eb. zwischen 30 und 20 v. Ehr. zu Alerandriac, suchle
zie platonisch⸗aristotelische Philosophie mit dem Mosaischen
Besetz durch allegorische Schriftauslegung zu verbinden.
Schriften 3— von Cohn und Wendland (1896 fg.). —
Bgl. Siegfrled (1878N), Drummond (2 Bde, 1888), Freu⸗
deuthal (1891), Herriot (franz. 1898).
Philodéndron Schoti, Pflanzengattg. der Arazeen,
roßblättrige, halb kletternde Straäucher mit langen Luft—

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vurzeln, im trop. Amerika; ornamentale Zimmer— und
Bewuůchshauspflauzen, z. B. P. pertüsum Acu. (Monstéra
leliciösa Leb. [Abb. 1882]), mit gegen 90 em langen,
jerzförmig-eirunden, glünzend grünen,
don länglichen Löchern durchbrochenen
Blättern.
Philodromiden (Philodromi
das), s. Krabbenspinnen.
Philoghn G Weiberfreund;
Philogynie, lebhafte Neigung zum
veiblichen Geschlecht.
Philoktetes, trefflicher Bogen⸗
Zute, ward auf dem —ã —— F
roja wegen einer übelriechenden
Wunde auf Lemnos ausgesetzt, später, 3
weil nach einer Weissagung nur durch
den in seinem Besitze di Bogen des Heralles Troja
erobert werden konnte, von Odysseus und Diomedes abg
wg Ie, Paris und wirkte so zur Eroberung Trojas mit.
olog (grch.), Sprachkundiger.
— (grch.), die cuchett von der Sprache
s. dund Iteratur und überhaupt der gesamten geistigen
Hinterlassenschaft eines Kulturvolks, bes. der Griechen d
stömer, die klassische B. (Altertumswissenschaft). RNach
em Viufier der tlasfischen V. haben sich im 18, Jahrh
iuch eine orient. P. und eine P. der neuern Spragen
deutsche, roman. engl., slaw Pentwickeit. — Vgl.
Böckh, „Enzyklopädie der P.“ (2. Aufl. 1886); Bursian,
„Geschichte der P. in Deutschland“ (1884).
Philomela, Tochter des ghentens Koönigs Pandion,
vard von Tereus, dem Gemahl ihrer Schwester —5
jeschändet und dann der Zunge beraubt. Aus Rade
öteten die beiden Schwestern den Sohn des Tereus
Itys; während Tereus sie verfolgte, wurde Prokne in
ine Nachtigall, P. in eine Schwalbe verwandelt; eine
pätere Verwechssung machte P. zur Nachtigall.
Philomelton, Stadt, s. v. w. Akschehr (s. d.).
Philon, Philosoph, s. Philo.
Bhilopömen, riech. Feldherr und Staatsmann,
der Tehle der Hellenen⸗ geb 268 v. Ehr. zu Megalo—
olis in Arkadien, feit 3208 Oberfeldhert des Archäischeu
Bundes, schlug die Spartaner 207 bei Mantinca, zwang
ije dem Archäschen Bunde beizutreten, mußte, von deu
Messeniern 188 v. Chr. gefangen, den Giftbecher trinken
Philosenit (grch,, Semitenfreund“), Bekämpfer des
Untisemitismus.
Philosoph (grch.), Weltweiser, ein die Philosophie
s. d), als Wissenschaft betreibender Forscher.
Rhilosophem (grch.), philos. Frage, Untersuchung,
rechre.
Philosophenöl, altes Volksarzneimittel, früher durch
rockne Destillativn von mit Leindlgetrünkien Ziegel⸗
teinen (Ziegelbl, Ziegelsteindi) erhalten, jetzt eine
Vtischung von Dippels Ol mit Rüböl.
Philosophie (grch., „Liebe zur Weisheit“), aud
Weltweisheit, die Wissenschaft von den Prinzipien des
Erkennens und des Seins, erstrebt die Vereinigung alles
menschlichen Wissens zur Weltauffassung; im? Altertun
in Dialektik, Phyfik und Ethik, nach —— An⸗
egung in neuerer Zeit geteilt in die theoretische und
raltisfche P. Zur theoretischen P. gehören Logik, 38.
hodologie und Erkeuntnistheorie, zur praktischen Ethi
ind Asthetik. Den gesamten Inhalt dieser einzelnen philos
Disziplinen faßt die Metaphyfit zusammen. über Ge
chichte der P. s. Griechische, Deutsche, Englische, Frau—
wische phie vVgl Paulfen, — ———— in die
8.(0. Aufl. 1808); ne der P. von Ritter (13 Bden
829 63), Erdmann (2 Bde., 4. Aufl. 1808 —-96), Ueber⸗
veg (8, zum Teil . Aufi. 18841502), Kund Fischer
neuere P.; neue Aufl., 10 Bde. 1897 fg). Gucken (4. Auf
802), Bergmann (2 Bde. 1802 6), Winde lband 83. Aufl
1903), Deussen (1884 fg.). isch
Philosophieren Gtch.), vernunftmäßig, methodisch
enken, forschen; nach Erkenntnis streben duürch Prufung,
Bestimmung und Verknüpfung der Begriffe.
Vhilofophischer Merkur und Vliosophischer
Schwefel, hypothetische Clemente der Älchimisten, ersterer
Brinzip des Metallischen, letzterer des Verbrennlichen:
zie angenommenen Gründstoffe aller Metalle.