ihren Lösungen ab, dient als starkes Reduktionsmittel;
Phosphortrioryd eutsteht als weißes amorphes Pulver bei
vorsichtigem Erwärmen von P. phosphorige Süure und ihre
Salze GBhosphite), aus Phobphortrichlorid gewonnen, wir
ken reduzierend, find aber luftbeständig. Phosphorpeutoxyd
WPhosphorsäureanhydrid), aus P. beim Verbrennen an
trockner Luft gewonnen, weiße, flockige Masse, außerordentlich
hygrostopisch dient zum Trocknen'von Gasen, üefert mit
Wasser die Phosphorsäuren. Orthophosphorsäure (Phos⸗
phorsüure) wird dargestellt aus Knochenasche durch Zer—
legung mit Schweselsäure und Abgießen vom sich ab—
scheidenden Gips und Eindampfen, oder aus rotem P.
durch Orydation mit Salpetersäure: farblose, rhombische
Kristalle, die bei 388* schmelzen und mit Wasser zu einem
stark sauer schmeckenden Sirup zerfließen, ungiftig; eine
Lösung von 25 Proz. ist als kuͤhlendes Mittel und zur
Beförderung der Knochenbildung offizinell; geht beim Er—
hitzen in die vierbasische Pyrophosphorsanre über, eine
weiße kristallinische Masse, die mit kochendem Wasser wieder
Orthophosphorsäure bildet, bei starken Glühen aber Wasser
abgibt und Metaphosphorsäure liefert, eine glasartige
durchsichtige Masse, die Eiweiß koaguliert (dient zum Nach⸗
weis von Eiweiß im Harn). Orthophosphorsäure ist eine
dreibasische Säure, die drei Reihen von Salzen (Monv- oder
saure, Die oder neutrale, Tri- oder basische Phosphate)
liefert. Mononatriumphosphat (primäres Ratriumphos.
phat) findet sich im Harn der Fleischfresser; Dinatriumphosphat
 (sekundäres oder neutrales Natriumphosphat
findet sich in der Fleischflüssigkeit, bildet farblose Prismen
geht beim Erhitzen in atriümpyhrophosphat über; dieses
löst Eisensalze und dient zur Entfernung von Eisenflecken
und Tinte aus Leinwand. Die Kaliumphosphate ähneln
den Natriumsalzen; ebenso die Ammoniumphosphate.
Natriumammoniuimphosphat (phosphorsaures Natrium⸗
ammoniuni, Phosphorsalz) findet sich im Guano und im
faulenden Harn, farbiose Prismen; wandelt sich beim Glühen
A Natrinmmetaphosphat un, welches in der Glühhitze
Oryde auflöst und in der Lötrohranalyse zur Erkennung
der Metalle dient (Phosphorsalzperle). Phosphorsaures
Maguesium (Magnefiumphosphat), s. Magnesium. Phos—
phorsaures Kalzium und Superphosphat. s. Kalzinm.
Phosphorsaures Eifen ist ein Bestandteil des Rafeneifsen⸗
erzes. Die phosphorsauren Salze sind notwendige Nähr—
mittel der Pflanzen und Tiere und müssen, wo der Boden
bei intensiver Wirtschaft nicht hinreichende Mengen für das
Gedeihen der Pflanzen enthält, durch künstliche Düngung
setzt werden (Guano, Knochenmehl, Superphosphat,
Themasmehi Phosphorit)j. — —
Phosphorbromze, Line Kupferzinnlegierung mit ge⸗
ungem Phosphorzusaßz, welch leßterer die Bronze fesier,
clastischer und dunnfssiger magt, verwendet zu Gewehr⸗
teilen Dichtungen, Lagershalen Schiffsbeschlagen Samut,
zegeuständen ec.
Phosphoreszenz, die Eigenschaft vieler Körper, im
Dunkeln, wie Phosphor, ohne merkliche Temperatur—
erhöhung (meist in einer bestimmten Farbe) zu leuchten
geschieht beim Phosphor durch eine langsame Verbrennung
bei den meifien phosphoreszierenden Substanzen durch vor⸗
herige Bestrahlung (Diamaut, Flußspat, Bologneser Spat.
——— -talzium, »strontium, -zink, wasserfreien
salpetersauret Kalk, Cantonscher Phosphor Austernschalen,
mit Schwefel geglüͤhts, Leuchtfarbe sIj. d') u. a.), dei einigen
durch den elektrishen Funken, ferner durch Einwirkung
von Kathodenstrahlen, bei faulcuüdem Holz und verwesendem
Fleisch (bef. der difche) infolge eines chem. Prozesses, auch
bei manchen Tieren, wie beim Johanneswürmchen und bei
vielen Meerestieren (s. Leuchtende Pflanzen und Tiere).
Phosphorete, Phosphorige Saure, s. Phos
hor. s[s. Atterbom, Per Dan. Amad.
Phosphoristen, schwed. romanlischer Dichterbumd.
Bhosphorit, s. Apalu
Phosphormeialie, die Phosphorete (s. Phosphor)
Phosphornekrofe, s. Phosphorvergiftung.
BPhosphoros oder Hcosphoros (lat. Lucifer), Licht⸗
Zringer, im Altertum der Nane des Planeten Venus als
n (S. auch Hesperos..
Phosphororyde, Phosphorfaure, s. Phosphor
s, Phosphorfaure Animoniakmagnesta, Nahne
siumammoniumphosphat (f. Magnefium)

403

Pho
Fyhn ophorfaurer Kalk (phosphorsaures Kalzium),
alzium.
—— Ammonium, Phosphor⸗
aures Kalium (GKaliumphosphath Phosphorsaures
de Gatriumphosphat) vᷣobphortrioryd,
. Phosphor.
Phosphorvergiftung, akut meist hervorgerufen durch
xinführuug von phosphorhaitigem Rattengift oder Zünd⸗
zölzchenkuppen, bewirkt schnelle hochgradige Verfettung aller
Organe, äußert sich in heftigen Schmerzen in Hals und
Anterleib, Erbrechen phosphoͤrig riechender, im“ Ddankein
euchtender Massen, heftigem Durchfall, Gelbsucht; Be⸗
andlung: Brechmittel, Auspumpen des Magens, euergische
Ibführmittel; Gegengift Terpentinöl Die chronische P.,
urch Einatmen von Phosphordämpfen in Zündhölzchen⸗
abriken, führt zu eiterigen Knochenhautentzundungen und
Nekrose der Unterkiefer Bhosphoruetrose).
Phosphorwasserstof, Phosphor.
notinia Lindi, Pflanzengattg. der Rosazeen in Osta
isien. P. japontea Bentn Grüher Eriobotiya, japan.
Mispel), mit pflaumengroßen, wohlschmeckenden gelben
Früchten (Loquat), in Süditalien und Frankreich kultiviert.
Photismen, 5 Doppelempfindungen mans—
her Personen, welche beim nhören gewisser Laute oder
Tonarten die Empfindung ganz bestinimter Faxrben empangen;
 ähnlich find Phonismen, Schallempfindungen,
die durch Reizung eines andern Nerven als des Hör⸗
nerven hervorgebracht werden.
Photius, griech. Kirchenschriftsteller, geb, um 820, seit
357 Patriarch von Konstantinopel, sprach auf dem orient.
Tonzil zu Konstantinopel 808 den Bann über Papst Niko—
aus J., der ihn abgesetzt hatte, aus (Anfang der Trennung
— röm.ækath. Kirche), gest. um 891
n kloͤsterlicher Verbannung; Hauptwerk: „Aymriobsplion“
oder eh ein Bericht über 280 sonst meist
»erlorene griech. Schriften (hg. von Bekker, 1824) Gesamt⸗
usgabe seiner Schriften in Mignes „Patrologia graeca“
Bd. 101109. — Biogr. von Hergenröther (3 Bde.,
867 69). sded LDchts:
Photochemie urch.) Lehre von der chem. Wirkung
Photochromatische Therapie, Chrouiophototherae
aie, Behandlung Geisteskranker durch längern Aufenthalt
in farbigem Lichte; rot soll auf Melancholische, blau auf
Tobsüchtige günstig wirken. —
Photochromie (grch.), Heliochromie, diesenige Art
der Farbigen Photographie (s. d.), bei der die FJarben
durch direkte Aufnahme in der photogr. Kamera entstehen.
die ersten, aber nicht fixierbaren Bilder stellten Poitevin,
zencker her. Durch — von Bromsilberkollodium⸗
rockenplatten erhielt zuerst, Lippmann fixierbare Bilder.
Er belichtet die Schicht im Kontakt mit Queckilber, das
als Spiegel wirkt und stehende Lichtwellen erzeugt, durch
velche in Abständen einer Wellenlänge Zersetzungoͤschichten
erzeugt werden, die beim Fixieren erhalten bleiben nud im
auffallenden Lichte erersernee geben, deren Wellen⸗
länge gleich derjenigen des Lichts ist, das die Schichten
gebildet hatte. Krone, Lumiere, Valenta, Neuhauß haben
nit dem Prozeß weitere Erfolge erzielt, derselbe ist jedoch
ür die Praxis wot nicht brauchbar, da die Belichtungs
—
ie Bilder sich nicht vervielfältigen lassen. — Vgl. Krone
1893 u. 1894), Valenta (1894), Neuhauß (1888 u. 1902),
zenker (1800). J
Phosochromographie (grh.), allgemeine Bezeich⸗
iuug für ein photomechan. Verfahren im Farbendruck.
Photochronograph rch.), Kamera zur Aufnahme
»on Serienbildern, z. B. der Kinematograph auf Tafel:
Photographie II, 7.
Photoelektrische Erscheinungen, lichtelektr. Er⸗
heinungen, s. Elektrische Lichterscheinungen.
Photogalvanographie (grch.) photomechan. Verfah⸗
wen, Stiche zur Herstellung galvanischer Kupferplatten fuͤr
ie Kupferdruckpresse.
Photogen, s. Hydrokarbür.
Photogrammetrie (grih), Meßbildverfahren, Bild⸗
neßtunst, Verfahren, die waͤhren Abmessungen von Gegen⸗
tänden aus ihren photogr. Bildern abzuleiten, benutzt für
Architekturen und zur Gelandeaufnahme Gp hototopograhiey.
- Val. Koppe (1880), Schiffner (1882), von Hubl (1900).
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