Pho

404

Photographie (grh), Lichttbildtunst, die Kunst, durch
die chem. Wirkung des Lichts bleibende Bilder von Gegen—
tänden auf chemisch präparierten Flächen herzustellen
zuch die Bezeichnung dieser Bilder selbst. Tafel: Photo—
zräphie ITu. II.) Die ersten bleibenden Lichtbilder
mittels der Camora obscurs erhielt 1826 Nicephore
Niepce auf einer mit einer Lösung von Asphalt in La—
oendelöl überzogenen Metallplatte; die vom Licht getrof—
senen Stellen wurden unlöslich und blieben nach Be—
handeln der Platte mit ätherischen Olen, welche die nicht
dom Licht getroffenen Stellen der Asphaltschicht durch
Lösung entfernten, als „fixiertes“ Bild zurück. Dieses
VBerfahren benutzte Niepce zur Anfertigung der ersien
Heliographien (s. d.), die zugleich das erste photomechan.
Bervielfältigungsverfahren bilden. Bedeutend kürzere Be—
lichtung erforderten die 1838 von Daguerre (s. d.) erzeugten
Dagnerrotypien (erste Portrüt-P.). Talbot fertigte 1830 die
ersten Papierbilder, die, weil durchsichtig, beliebig viele 7
kopien erlaubten. Talbot erzeugt auf einem mit Jodsilber
und Silbernitrat getränktem Papier pa kurzer Belichtung
in der Kamera ein zunächst unsichtbares, aber mittels Gallus—
äure sichtbar gemaͤchtes („entwickeltes“) Bild, bei welchem
die im Ohjekt hellen Stellen dunkel erscheinen (reduziertes
Silber, das nur an den belichteten Stellen haftet); von
diesem „Negativ? erzeugt er durch Auflegen desfelben
auf lichtempfindliches Chlorsilberpapier und Belichten be—
iiebig viele „Pofitive“, welche dieselbe Lichte und Schatten—
derteilung zeigen, wie das Objekt. Die Talbotschen
Negative besaßen eine rauhe Struktur. Feinere Bilder
erhielt 1847 Niepce de Saint-Victor (Neffe von Nice—
ohore Niepce) durch Befestigen des Jodsilbers mittels
eines Eiweißüberzuges auf einer Glasplatte. Bestun—
diger als Eiweiß erwies sich später Kollodium (Fry und
Archer, 1881). Nachdem von Maddor und Wortley die
Zelatine als Bildträger benutzt worden war, entdeckte
Bennett 1878, daß durch Erwärmen die Gelatineemulsion
zedeutend 8 wird; seitdem fabrikmäßige
Herstellung der lauge haltharen Gelatinetrockenplatlen,
senen die großartige Entwicklung der P. nund ihre viel⸗
eitige Anwendung in Kunst und Wissenschaft zu danken
st. Für Reisezwecke eignen sich bes, die leichten und
inzerbrechlichen „Films“ (mit Bromsilbergelatine präpa—
rierte Zelluldidhüutchen), die in den neuern Handkameras
in sehr beguemer Weise in Form aufgerollter Streifen
(Rollfilms) verwendet werden. Eine wesentliche Anfor—
deruug an jedes Lichtbild war von Anfang an die rich—
ige, den Helligkeitsgraden des Objekts entsprechende
Wiedergabe der verschiedenen Farben. Die gewöhnlichen
ichtempfindlichen Salze, bes. Brom- und Jodsilber, sind
Jauptsächlich für die blauen und violetten Strahlen stark
mpfindlich, dagegen für rote und gelbe fast unempfindlich.
Die hierdurch entstehenden Unwahrheiten im Bilde (rote und
zelbe Partien erscheinen schwarz, blaue und violette Partien
veiß) korrigierte man früher durch Retuschieren des Nega—
tivs. H. W. Vogel erkannte 1873, daß Bromsilber durch
Beimischen von Stoffen (Anilinfarben), welche die gelben
und roten Strahlen absorbieren, für diese ebenso empfind—
lich wird, wie füͤr die blauen und violetten Strahlen (sog.
sochromatisches oder orthochromatisches Verfahren). Die
Qualität der Bilder und die Vielseitigkeit der P. wurde
auch durch die Vervollklommnung der Photographischen Ob—
ektipe (s. d.) erheblich gesteigert, Besondere Ziele verfolgen
die Moment-P., Chromo-P., Mikro-P., Tele-P., Rholo—
echin Rotations⸗P., Farbige P., Katatypie (s. diese
Artikel; s. auch Photomcchanische Vervielfältigungsverfah—
Photographiedrudk, s. v. w. Lichtdruck. lren.)
— Objektive, die aus einer Linsen⸗
onibination (. d. bestehenden Objektive der photogr.
damera; gute P. O. dürsen keine sphärische und chroma⸗
ische Abweichung (s. d.) zeigen; der Brennpunkt der
ptisch wirksamsten Strahlen muz mit dem der chemisch
wirksamsten zusammenfallen; die Bilder sollen gleich—
mäßige Schürfe über die ganze Fläche zeigen und frei
don Astigmatismus . d.) Jein, ferner dAn sie ortho⸗
kopisch (korrekt perspeltivisch) und genügend lichtstark
wegen der erwünschten kurzen Belichtung) sein. Die
zald nach Erfindung der Daguerrotypie eingeführte Land⸗
schaftsliuise Abb. 1388 4) war sphärisch und Hromatifch
qut korrigiert, aber für Vorträts zu lichtschwach; bedeutent

ichtstärker (16fach) war Petzvals Porträtobjektiv von 1840
p. Das erste orthoskopische Obijektiy war der Aplanat
J. d.) von Sieinheil, das erste Obijektiv ohne Astigma⸗
9 5
—E2— ee
a 4

1385. Photographifche Objektive

ismus der Anastigmat (s. d.) von RNudolph les. Das
ieue Planar (f. d. von uͤbertrifft alle genann⸗
en Objektive an Schürfe und Lichtstärke.
Photogravüre (frz.), Heliogravüre, photomechan.
Neprodutt onsverfahren von Stichen ac. Handzeichnungen
ind Photographien zur Herstellung vertiefter oder er⸗
abener Druckplatten.
Pphotohyalographie (grch.), s. v. w. Lichtdruck.
Photokeramit (grch.), s. Staubverfahren.
Hhotolithographie ( grch.) photomechan. Verfahren,
»urch welches nach den Prinzipien des Lichtdrucks —5
der Bilver in Strichmanier auf lithogr. Stein oder Bin
um Druck auf der Steindruckpresse übertragen werden.
Photolumineszenz, s. Lumineszenz.
Photome chan she Verbieifalt gungsverfah⸗
⸗en gründen sich auf Druckformen, die mit Hilfe der irne
raphie erzeugt find und dir manuelle Arbet des Stecher
zolgchneiders oder Lithographen und hanfig des Zeichner
iusschalten. Zu den P. V. gehören die Phoroginkographie
ie nree die Dreifarbenätzung, die Heliogravüͤre,
die Photolithographie u. a. m.
Photomeẽter (grch, „Lichtmesser“), Vorrichtung de
Messung der Lichtstärken: am bekanntesten das Bunsensche
—D—— e
ange zwischen den beiden zu vergleichenden Flammen 75
choben wird, bis ienn dee e ee empfang
ind dadurch unsichtbar wird. Genauere Resultate liefert
/ie Polarifation des gicn Bolarifations⸗Pl). Rhoto
netrie, Lehre von der Messung der Lichtstürke; astron.
MNessung der Helligkeiten der Gestirne.
Photophobie (grech.), Lichtscheu. zerte
Photophon (grh), Radiophon, von Bell konstruier
Korrichtung zur Übertragung von Schallschwingungen durt
richtstrahlen; beruht — daß durch Veränderung de
zichtstärke am Aufgabeort eine in einen Strombkreis ein⸗
eschlossene Selenplatte am Annahmeort, die den vicht⸗
rahlen des ersten Orts ausgefeht ist, ihren Leitungsviderstand
 ändert und so in 'einem ebenfalls mit ein⸗
geschlossenen Telephon Töne erzeugt. scht⸗
Photopfie, Photopie (grch.), Funkensehen, rich
erscheinungen ohne üußere mechan. Veranlassung.
Photoskop (grch.), s. Feuerortszeiger. er⸗
BPhotosfkulptur (irch.lat.), Nachbidung eines körper
ichen Objekts dadurch, daß nian dasselbe von —
bielen verschiedenen Seiten photographisch aufnimmt un
die erhaltenen Konturen in Ton überträgt; ——
Verfahren von Villeme in Paris (1861)5. Poctschte
I8815, Selte (1s67), letzteres mutels bes Kinemato⸗
zraphen. EGEonne.
Vhotosphäre (rth Re, die lenchtende Oberftͤhe der
RPhotostigmographie (grch), amerik, Druckverfah⸗
en fuͤr Buch und Steindruck von der zirkung auto⸗
ypischer Bilder.
Phototéchnik (grch), Er⸗, Beleuchtungskunst; Photo
echniker, Beleuchtungskuünstler, bes. in bezug auf Illu⸗
nination. lder Photogrammetrie (, d.)
Phototheodolit, photogr. Apparat zur Ausubung
Bhototherapie (tch.),Lichttherapie, Lichtheilver
ahren, die Anwendung des Lichts zu eilzwecken, haupt⸗
ãchlich auf der Wirkung der blauen, voletten und ultra⸗
ioletlen Lichtstrahlen beruhend. Die dem Wachstum,
daswechsel, Appetit und der Gemütsssĩmmung zutrügliche
Illgemeinwirkung des Lichts (namentlich des Sonnenlichts
Zonnentherapie) benuht man in Form der Lichtbäder bei
Schwächezustän den, Gemütsdepressionen, Rervositüt.
zrtliche Anwendung des Lichts (bei Hautleiden) beruht au
einer Fahigkeit, die Batterien zu oten, die, im Verein
nit dem auf den Körper ausgeübten Lebensreiz, die gün⸗
rigste Wirtung auf vie erkrantten Gcwebe ausuͤbt. Ve
ah der Meidode unterscheidet man, Sonnckibad. U,—