stündige Bestrahlung des nackten Körpers durch die Sonne
dei beschattetem Kopf / mit nachfolgender kalter Abbrausung;
Lichtluftbad. mehrstündige Arbeitsleistung in Licht und Luft
bei nur teilweiser und leichter Bekleidung des Körpers;
eleltrisches Lichtbad (s. d. und Tafel: Moöderne Heil⸗
verfahren II, 8); farbige Lichtbäder (Chromotherapie,
vhotochromatische Therapie), in ihrer Wirkung noch wenig
itlurt verwendet bei Geisteskranken, z. B. rotes Licht bei
elancholischen, blaues bei Tobsüchtigen. Ortliche An
wendung zu Heilzwecken fand (konzeutriertes) Sonnenlicht
bei Hautkrankheiten schon 1889 durch Maximilian Mehl in
Dranienburg, der namentlich Lupus Hauttuberkulose)
empirisch mit dem Prennglase heilte. Wissenschaftlich —
Methode ausgebildet und durch Anwendung des elektr.
Lichts pon der Sonne unabhängig gemacht wurde diese Axt
——
verfahren D). Auch Radium- und Röntgenstrahlen
werden zur brtlichen Behandlung von Hautleiden verwen⸗
det, sind aber wegen leicht möglicher, schwer heilender Ver—
brennungen viel gefährlicher. — Vgl. Gebhardt (1808),
Schüler (A809), Rieder (1801 u. 18904), Martin (8 Tle.
1901 -2), Brieger und Meyer (1904), Bie (deutsch 1904).
Phototopographie (grch.), s. Photogrammetrie.
Phototropismus (grch.) eine pflanzliche Reizerschei⸗—
nung, die sich darin üußert, daß sich die Orgaue der Pflanze
Wurzel, Stengel, Blaͤtter) in bestimmter Weise zu den ein—
fallenden Lichtstrahlen orientieren. Als Lichtquelle kommt vor
allem das Sonneunlicht in Betracht (Heliotropismus, s. d.).
Phototypie (grch.), allgemeine Bezeichnung der unter
Anwendung der Photographie hergestellten Hochdruckplatten.
Vhotoxylographie (grch) Holzschnittverfahren, bei
dem das Briginal auf den mit einer weißen Gruͤndschicht
zus Gelatine und Bleiweiß überzogenen Holzstock phoöto—
graphiert wird.
Photozinkographie, photomechan. Verfahren, bei
denm Druckplatten aus Zink nach den Prinzipien des Licht⸗
drucks hergestellt werden. [schlecht der Arsaciden.
Phragtes, mehrere parthische Könige aus dem Ge⸗
Phragmidium Lini, Pilʒgattg. der Uredineen. P.
rossarum LKabenh. der Rost der Rosen, auf der Unter⸗
seite der Nosenblätter gelbliche Häufchen bildend. P.
intormedium Ungq. auf Himbeeren; P. IMorassatam Lin“
auf Brombeeren.
Phragmãtes Trin., Pflanzengattg. der Gramineen,
hohe rohrartige Gräser mit großer Rispe. P. commũnis
Lrin. (genteines Schitf- Teichrohr, Schitf, Ried), an umd
in stehenden Gewässern; die Halme dienen zum Berohren
der Wände, zu Geflechten, zu Weberlädchen, zur Streunrc
Phraortes, König von Medien, 616 -625 v. Ehr.,
folgte seinem Vater Detokes, machte sich unabhängig von
Asshrien, fiel in einem Feldzuge gegen Ninive
Phrase ꝛe Ausspruch, Redewenduug; dann leerer,
nichtssagender Ausdruck; in der Musik s. v. w. Motip
G. d.ä Phraseologie, Lehre von den einer Sprache eigen⸗
tümlichen Redensarten, auch deren Sammlung.
Phrasierung, in der Musik die Kunst, ein Tonstück
mit deutlicher Äbgrenzung der einzelnen Glieder einen
Melodie vorzutragen. — Vgl. Riemann (1884)
BPhratrien (grch., „Bruderschaften“), im alten Athen
die Unterabteilungen (e drei) der Phylen (s. d.), mehr
religiöser und privatrechtlicher als polit Art.
BPhreneste (arch.), mit Delirien verbundene Geistes—
ftörung und Gehirnentzündung; phrenẽtisch (frenetisch),
unsinmg, toll, rasend; Phreuttis, Zwerchfelleutzundung.
Phrenologie (grch.. Geisteskunde⸗). auch Bwäden
——
führte en von der Erkenninis der Geistesanlagen aus
ie Ausbuchtungen des Schudels, dercn jede der Größe
* darunter liegenden Gehirnteils und des ihm beige—
eten Seelenvermögens entsprechen soll. Im ganzen wer—
en einige z0, je an eine befondere Stelle des Gehirns
gebundene Grundkräfte unterschicden. Die Lokalisierung
d Gehirnfaͤhigkeiten hat die neuere Physiologie bestätigt,
de ist bisher nur das Sprachzentrum gefunden worden.
In entsprechen die Schadelkonturen den Gehirnkonturen
nicht so, wie angenommen wird. Phrenolsg, einer, der
—— — Spurzheim
z Zde. .Auft 18322 25), Carus (usu Aitlase a
864), Wittich (187005, Ehere (8. Ann

405

Phy

Phrenopathie (grch.), Geisteskraukheit.
Phriros, Bruder der Helle (s. d), foh mit ihr auf
nen goldpliesigen Widder nach Kolchis, wo ihn König
üetes aufnahm.
Phrygien, Landschaft in Kleinasien, zerfiel in Groß⸗P.
und in das davon durch Mysien getreunte P. am Helles⸗
pont; ursprünglich ein felbständiges Reich unter besondern
tönigen, kam im 6. Jahrh. unter lydische und pers., im Auss
aug des 4. Jahrh. unter mazedon. Herrschaft, um endlich
ach I30 v. Chr. zur röm. Propinz zu werven?
Die Phryger gehörken dem indogerman Stamme
in; berühmt war ihr Weinbau. — Vgl. Ram⸗
ay, Ihe cities and bishopries ot Phrygia“
 (1895). F
Phrygifche Mütze, eine mit der Spitze
ach vorn überhängende Mütze der kleingfiat.
Friechen des Altertums; in der Neuzeit Sinn— 1300.
ild der Freiheit [Abb. 1386)]. Phrygische
Phrygische Tonart, s. Kirchentonarten. Müußze.
Phryne, Hetäre in Athen im 4. dJahrh.
CEhr., geliebt von Prariteles, vor Gericht verkeidigt von
Bitha, agypt. Gott, s. Ptah. [IHypereides.
Bythalsãure, Beuzoidikarbonsäure, entsteht bei Ein⸗
virkung von Salpetersture oder Schwefelsäure üund Queck-Iber
 auf Naphthalin, Phenanthreu und Alizarin, bildet
arblose Blättchen oder Tafeln, dient zur Darstellung von
Anthranilsäure, gibt beim Glühen mit Kalt Benzoesäure
ind Benzol, spaltẽt sich beim Erhihen in Wasser und Phthal
aureanhydrid, farblose, biegsame, leichte Nadeln; geht beim
krhitzen mit Phenolen unter Wasseraustritt über in Phtha
eine. Phenolphthalein, durch Erhitzen mit Phenol und
onzentrierter Schwefelsäure hergestellt, farblose Substanz,
öst sich in Alkalien mit tiefvioletiroter Farbe; Indikator in
er Maßanalyse; Resorzinphthalein ist Fluoreszein (1. d.).
Phthidtis, im Altertum Landschaft im südl. Thessalien;
heimat (Geburtsort Phthia) des Achilleus. — . seit
899 (in weiterm Umfange) Romos des Königreichs Grie⸗
jenland, 46148 qkm, (1886) 71026 E. Hauptstadi Lamia.
Phthiriasis (grch.), s. Läusekrankheit.
Phthisis (grch), Abzehrung, Schwindsucht, krank⸗
after Zustand, bei dem insolge zehrender Krankheit rasche
Abmagerung erfolgt; in der Regel gleichbedeutend mit
ungenschwindsuchte (s. d.) gebrauct.
Phul Gipung fuͤr babylon. Puͤlu, greh. Poros), Bei⸗
me Teglattphalasars III. als König bon Babylonien.
Bhulwaraͤbutter, s. Bassiafette lalgen).
Bhykochromazeeit, s. v. w. Cyanophyzeen (s. Spall⸗
Bhykodenschiefer, kambrische Tonschiefer mit fossi⸗
m Seetang (Phycodes).
Phykologie (grch), Lehre von den Algen.
Phyromhyzeten, Grußpe niederer Pilze mit ein—
elligen Myzelien; dazu die Mulorineen, Saprolegniazeen,
hytridiazeen und Peronosporeen, oft auch die Ustilagi—
ieen und Entomophthoreen gerechnet.
Phylakterium (grch) iee Wachthaus;
Zerwahrungsmittel, Amulett; Gebeltriemen (j. d. nebsi
1bb. 651); phylaktisch bewachend, beschützend.
Phylar (grch.), Wächter, Huter.
Phule (grch. Stamm; bea den Griechen (in den dor.
Staaten 3, in Ättika erst 4, seit Kleisthenes Jo, seit 307
. Chr. 12, seit Kaiser Hadrian 13) ursprunglich auf gemein⸗
amer Abstammung beruhende Bevölkerungsabteilung.
Phyuantnus L. (Emblioa Gärtn.), Blattblume,
rop. Gattg. der Euphorbiazeen. P. Speciösum Jacq., aus
Westindien, mit blattartig verbreiterten Zweigen, an deren
Rande die roten Blüten sitzen; Treibhauspflanze Die Früchte
»on P. empltea Willd. Myrobalauen⸗ oder Amblabarum)
'ommen als schwarze oder graue Myrobalanen (j d.) iñ
»en Handel.
Phyllit, Urtonschiefer, dunkles, auf den Spaltungs⸗
Jächen seidenglänzendes, sehr schiefriges Gestein der kri⸗
tallinen Schieferformation (Urschieferformation), aus fein⸗
ten Quarz⸗, Glimmer- und (seltener) Feld spatpartikeln
hestehend; häufig mit Rutil und Eisenerzen, bisweilen mit
Zuarzlagen (Quarz-⸗P.) oder kalkreich (Kalk⸗P.) [O. auch
zeilage Geologische Formationen nebst Tafel.]
Phylliten (vom grch. ppyllon, Blatt), versteinerte
lanzenblätter oder Blätterabdrücke. lledenen.
Phylloblaästen (grch.), Blattteimer, s. v. w. Dikoty⸗