älteste griech. P. aus dem 2. Sahrh. n. Chr., die älteste
lat. Bearbeitung um 400 entstanden; im 11. und 12. Jahrh.
auch ins Deutsche übersetzt. — Bgl. Lauchert, „Geschichte
des P.“ (1889), über den lat. P. Goldstaub (1691), über
den griech Peters (1808).
Rhystonomie (grch), Lehre von den Naturgesetzen.
PBhyfioplaftik arch.), s. v. w. Plastische Operationen
. Flastische Chirurgie). J
Physifch (gich.), auf die Natur bezüglich, körperlich
Phyfische Geographic, Physttausche Geographie,
Zweig der Geographie (s. d). J
Physopoden (PsPysopoda), s. Blasenfüße.
PhySostigzma vonenõsum Balf., Kalabarpflanze,
dletterpflanze der Leguminosen in Guinea, mit sehr gif—
tigen, Physostigmin (s. d.) enthaltenden, nierenförmigen
Samen (Kalabarbohnen).
Physostigmin, Eserin, neben Eseridin und Kalabarin
in den Kalabatbohnen (s. Physostigma venenosum Badf.)
enthaltenes giftiges Alkaloid, rhombische, an der Luft ver—
änderliche Kristalle, lähmt die motorischen Nerven, dient in
der Augenheilkunde zur Pupillenverengerung, gegen Nerven—
seiden, Starrkrampf, bes. auch gegen Kolu der Pferde.
Offizinell sind das salizylsfaure P. (Vhysostigminsalizylat)
und das schwefelsaure P. (Physoftigminsulfat).
Phyteléphas R. et FP., Elfenbeinpalme, Pflanzen⸗
gattg. der Pandanazeen, niedrige Gewächse mit großblätt—
riger Krone, in Peru und Kolumbien. Die ovalen Samen
sind außerordentlich hart und kommen von den Arten P.
wacrodarpa und microcarpa R. et P. als
Elfenbeinnüsse (s. d.) in den Handel.
Phyteuma L., Rapunzel, Spickel, Pflan—
jengattg. der Kampanulazeen, Kräuter mit
kugeligen oder walzenförmigen Blutenkoöͤpfchen.
b. orpiculare L. und spicatum T. (Wald⸗
rapuunzel Apb. 1389; a einzelne Blüte]),
erstere mit blauen, letztere mit gelblichen Blů—
en; die jungen Blaͤtter dienen als Gemüse.
Phyto .(grch.), in Zusammensetzungen:
Pflanzen .., RPflangen betreffend, wie in 1389. Wald—
Phytobiologie, Pflaugenleben; Phytochemie. pude
Pflanzencheme; Phyrodynamit, Lehre von
der Pflauzenbewegung; Phytogeographie, Pflanzengeo—
raphie; Phytographie, Pflanzenbeschreibung ꝛc.
VPhytogen (Irchi), aus Fflanzen entstanden.
Bhytoglobulin, s. Globuline.
ꝓRnytolades T., Kermesbeere, Pflanzengattg. der
bhytolattazeen Stauden oder Holzgewächse in Amerika,
Asien und Afrika In Europa Angebürgett F. docaparu
. aus Nordamerika, liefert die duükelroten Kermesbeeren,
eren Saft in Südfrankreich zum Färben von Wein dient,
P. Edeulenta M ν in spingtartiges Gemufe
* Phytolaktkazeen, Pflanzenfamilie der Zentrospermen,
rautas, strauche oder baumartige Gewächse der trop. und
ubtrop. Gegenden, meist mit Beerenfrüchten.
Vhytolishen (gech), Pflanzenversteinerungen; Phy⸗
tologie, Pflanzenkunde; Phytonomte, Lehre von den Lebens—
oerrichtungen, der Pflanzen; Phytopaläontologie (Paläo—
hntoiogie s. Paläontologie; Phytopathologie, Lehre von
den Pflanzenkraukheiten (F d), Phytophagen, Pflanzen—
sser; Bhytophysiologie, Pflanzenphysiologie; Phytotomĩe,
üflanzenanatomie. [Pergament).
Phytopergament, s. v. w. Pergamenpadiere(jf.
Enxtophtuöra De 65. Pilzgattg. der Peronosporeen.
iotestans De Bp, ist' der Pilz der Kartoffelkrankheit
6 d.); P. omnivdra De By. findet sich auf verschiedenen
bflanzen, bese den jungen Buchenpflänzchen gefährlich.
Phytoptozezidien s. Gallmilben
Bhy tofterin, s. cholesterin
Byyto herapꝛe (grch.), die Behandlung innerer Krank⸗
deiten wit gistfrein pflanzlichen Heilmifteln. — Bgl.
dahnt (3. Aufl 1004).
Rhytozven (d A— . Cöolenteraten).
Vin(i, ) griech Buchstabe, dem ß Lutsprechend, in
er Mathemaͤtik die Ludolfsche Zahl (. d. und Kreis).
is causea (lat.), fromme, milde Stiftung.
„Piacenza (spr.platschen), das aute Vlatentin, befestigte
Hauptstadt der oberital. Prov. P. (2471 ꝗku, 1905:
249 168 E.; Emilia), am Po, (1901) 36 064 E. lombard.⸗
coman. Dom (13. Jahrh.), Piagga de Capalli (Neiterstand⸗

407

Pia

ilder der —5 Alessandro und Ranuccio Farnese),
balazzo del Tomune (13 Jahrh.), Halazzo Farnefe (186
7baut, jetzt Kaserne), Bibliolhet; östl. von der Stadt die
sonkalischen Felder. — P. 219 v. Chr. von den Römern
egründet, im Mittelalter im Besih berschiedener Adelsamilien,
 fiel 1545 an die Farnesen
Piacenza (spr. ptatschen), Herzog von, s. Lebrun,
Fharles Francçois.
FIacero, s. d piacere. lanmutig.
Aaosvole (ital., Mus., spr. platschew-), gefällig
pis dæsideris (lat.), fromme Wunsche; sprichwört⸗
h für Wünsche, die keine Aussicht auf Erfüllung haben.
Piadha, griech. Dorf im Peloponnes, unweit von
kpidaurus, ca. 1206 E.; hier 13. Jan. 1820 Unabhängigkeits⸗
erklärung durch die griech. Nationalversammlung.
Piaffe (frz), Praͤhlerei; piaffieren, großtun, prahlen;
ochtraben (vom Pferd).
SZis fraus (lat.), frommer Betrug, Bezeichnung einer ab⸗
chtlichen Unwahrheit, durch die ein guter Zweck erreicht wird.
Fia mator (lat. „fromme Mutter“), die weiche Hirn—
aut; P. m. spinalis, die weiche Rückenmarkshaut.
Fae memoriase (lat.), frommen, seligen Angedenkens.
Piana de' Greci (fpr. ischi), Staͤdt auf Sizilien,
1901) 8285 E.
Pianino (ital. „kleines Klavier“), aufrechtstehendes
bianoforte mit senkrechten Saiten.
Pianist, Klavierspieler, Klaviervirtuos.
Piano (ital. Mus.), leise, schwach; auch (als Substantiv)
2. w. Pianoforte (s. d.); planissimo, sehr leise.
Pianso del Lago, Gipfelplateau des Atna.
Piano di Sorreitto, Gemeinde in der ital. Prov.
Neapel, am Golf von Neapel, (19001) 7283 E.
Pianoforte (ital.), Fortepiano, Klavier, Flügel, das
derbreitetste Tastensaiteninstrument, dessen Saiten durchHäm—
mer in Schwingung gesetzt werden. Dieselben werden
durch Hebel, deren vordere Enden die Tasten sind, gegen
die Saiten geschnellt und fallen nach dem Anschlag q
gleich wieder zurück, das Fortklingen der Saite wird durch
inen Dämpfungsmechanismus verhindert, der aber durch
)as Pedal (s. d.) wirkungslos gemächt werden kann. Det
Form nach werden tafelförmige P., aufrechtstehende P.
Piauino) und Flügel, der Größe nach Konzert- und
ztutzflügel (kleinere) gebaut. Das P. ging hervor aus
en schon um 1500 hoch ausgebildeten Formen des Klavi—
hord und Klavizimbel (Cembalo); die bis dahin üblichen
kangenten ersetzte zuerst Cristofori in Padua 1711 durch
inen Hammermechanismus, der von Silbermann (uni
1730) und bes. von Stein in Idsahenn (um 1780) ver⸗
ꝛessert wurde. Gleichzeitig bildete sich nun die sog.
Englische und die Wiener Mechanik aus; beiden liegt ein
inderes Prinzip zugrunde, sie haben nur die Anwendung
er Hümmer gemein. An der Vervollkommnung des Mecha—
tismus wurde fortwährend gearbeitet; bes. die Erfindungen
Zeb. Erards verdienen hervorgehoben zu werden (die sog.
crardsche Mechanik ist von den kontinentalen Pianofortes
auern jetzt ziemlich allgemein angenommen). Berühmte
Pianofortebauer der Neuzeit: Bechstein (Berlin), Blüthner
Leipzig), Bösendorfer (Wien), Broadwood (London),
ẽratd (Paris), Ibach (Barmen), Kaps (Oresden), Pleyel,
Steinway (Neuyort). [Tafel: Musik T. 240 und 25.) —
3gl. Blüthner u. Gretschel,Lehrbuch des Pianofortebaues“
.Aufl. 1886); Paul, Geschichte des Klaviers“ (1867).
Pianola, ein Klavierspielapparat, bei dem durch ein—
ache Handgriffe das Tempo des Spiels und die Stärke
es Tons fortwährend reguliert werden kann.
Pianosa, ital. Insel im Thyrrhen. Meere, südwestl.
mn Elba, Prov. Livorno, 10 4km, ca. 800 E.sbpböoͤsie.
Pians (frz., spr. ang), Hautkrankheit, s. v. w. Fram—
Piaristen, Väter der frommen Schulen, lat. Patros
»iarum soholgrum, in Polen Piaren, auch Arme ver
Nutter Gottes 33 geistl. Orden, gestiftet 1397 von
em Spanier Jos. Calasanza (gest. 1648 heilig gesprochen
—,— Rom, pöpstlich bestätigt 1617 uͤnd 1621, fordert
„as Gelübde der Verpflichtung zu unentgeltlichem Jugend⸗
interricht; noch jetzt in Amerika, Spanien, Italien, Wolen
ind Hsterreich.
Piassaba Giassave), brasilianische, die Fasern von
ttalea (s. d.) funifera Mart. afrikanische P., von
daphis vinifera Beauv., s. Raffiabast.