Schubladenstück; P. de résistance (spr. -angß), ein
derbes, grundlegendes Stück, Hauptgericht bei einer Mahlzeit;
 dann das Hauptstück, Wichtigste von etwas.
Pikdecuẽsta, Stadt im koluͤmb. Dep. Santander,
a. 12000 E.
Piedestal (frz.), Fußgestell, Untersatz für Säulen ꝛc.
Viedfort (frz spr. ptefohr), s. Richtmünze.
Piedimonte deAlife, Stadt in der ital. Prov. Caserta,
1801) 6040 E.; Baumwollspinnerei und ⸗weberei.
Piek, der unterste enge Raum im Schiff vorn und
achter dicht am Steeven Wor⸗-, Achter-B.); das äußert
ẽnde einer Gaffel.
Piekar, Dorf in Schlesien, s. Deutsch-Piekar.
Pielach, r. Nebenfluß der Donau in Niederösterreich,
mündet nach 111 xm unterhalb Melk.
Piemont, ehemal. Fütstentum in Oberitalien, bis
1859 Hauptbestandteil des Königr. Sardinien (s. d.), jetzt
bestehend aus den Prov. Alessandria, Cuneo, Novara und
Turin, 29 367 qkm, (18905) 3377 564 E., durch den Po
mit seinen Nebenflüssen, sowie künstlich bewässert und sehr
fruchtbar; Seidenzucht, Bergbau auf Silber, Blei, Kupfer,
Eisen, Steinkohlen; Mineralquellen.
Piẽemontit, s. Epidot.
Pien⸗wai, Landstrich in China, zwischen der Grenzi
der Mandschurei und dem Ja-lu-kiang, 44 km br.
Pieper (Anthus), zur Familie der Bachstelzen gehörige
Vogelgattg., mit schlankem Schnabel, mäßig langem,
gabelig ausgeschnittenem Schwanz und langer Kralle an
der Hinterzehe; trübfarbige, auf dem Boden nistende,
angenehm singende Vögel. Wiesen⸗P. (Wiesenlerche, Kraut
lerche, A. pratensis Bechst.), olivengrünbraun, unten
rötlichgelb, 8 gefleckt; Baunt⸗P. Geidelerche, Holz⸗
lerche A. arboréus Becist. Tafel: Singeogeh 251.
grünlichbraungrau, dunkel gefleckt, unten rostgelb, schwar;
gefleckt; Brach⸗P. (Brachierche, Brachstelze, A. cam
Postris Beonst.), gelblichgrau, unten gelblichweiß, undeut⸗
lich gefleckt, Flugel und Schwanz braun, Suͤdeuropa
Wasser⸗P. (A. squattous Bechst), braungrau, dunke!
und, hellgrau gezeichnet, in den europ. Hochgebirgen.
Piephacke, auͤf dem Sprungbeinhöcker der Pferde
yrkommende Geschwulst, 8 durch Quetschung
Pier (engle), s. v. w. Mole Hafendamm).
Pier, Pieraas, s. Sandwürmer.
Pierce (spr. pihrß), Franklin, 14. Prüsident der Ver
Staaten von Amerika, geb. 28. Nov. 1804 zu Hillsborough
Neuhampfhire), —— 1883—57 demokrat. Präsident,
örderte als Werkzeug des Südens dessen Zwecke, gest.s. Okt.
1869 in Concord.
Pierer, Joh. Friedr, Arzt und mediz. Schriftsteller,
Jeb. 22. Fan 1767 zu Altenburg, gest. daf als Ober—
medizinalrat 21. Dez. 1832; kaufte 1799 die Richtersche
Hofbuchdruckerei und druͤndete 1801 das Literarische
Comptoir⸗ Beides übernahm, seit 1835 unter der Firnia
„H. A. Pierer“ sein Sohn Heinr. Aug. B- geb. 26. Febr.
1734, bis 1831 altenb. Nator, gest. 12. Nai 1880, Be—
gründer des „Enzytlopäd. Wörterbuchs““ (26 Bde. 1824
726), in 2. Aufl Unipersal-Lexikon“ (34 Bde. 1840 —
16) genannt. Seine Sohne: Eugen P. (geb 1824 gest.
1800), Vittor P. (geb. 1826, geft. 1888) und AlfredP.
(geb. iss6. gest. Iodih, segien dus ,üniversal-Leritom bis
zur 5. Aufi. (19 Bde, 1807 71) fort, verkauften es 1872
uebst der dehugdrugcrei an die Firna Stephan Geibel &amp;
Ko. das. Das Univerfal-Lexikon“ ging dann an A. Spar—
mann in Oberhausen, der eine b. Aufl. (18 Bde. 1875—789)
dWanstaltete über. Die 7. Aufl. (,Pierers Konversations⸗
Pverilon⸗, hg. von Jos. Kürfchner, i2 Bden, 188893) er⸗
chien bei W. Spemann in Stuttgart und ging 1890 ar
die Union Deutsche Verlagsgefellschaft daf. über.
Piẽeriden, Beiname der Musen, von der südmazedon
andsch. Pikrien, am Nord- und Ostabfall des Olympos
Sisris, s. Weißlinge.
Pierre (frz. jspresprähr), Peter.
Pierrefonds (spr piahtfongh, Gräfin und Graf von,
Pfeudonym der ehemal. franz. Kaiserin Eugenie und
ihres Sohnes Louis Napoleon, nach dem Schtoßß P. im
e
„Pierre⸗Pertuis (spr. plähr pertüih), Jurapaß im
schweig. Kanton BHern, ihgen , und Weg
felden mit Tunnel der i Biel-Delsberg, 792 m.

X

Pig

Bierrot Erz., spr. pläroh, „Peterchen“), komische
Naske auf dem franz. Theater, Verschmelzung von Har⸗
ekin und Pulcinella; auf ital. Theatern der einfätige
Diener. Die entsprechende weibliche Maske heißt Pierrette.
Pierson (Pearson, spr. pihrsen), 8 Hugh, engl.
Iperns und Oratorienkomponist, geb. 12. April 1815 zu
IArford, seit 1846 in Deutschland, gest. 28. Jan. 1873 in
eipzig; Musik zu Goethes Fauft (2. Teil), Opern
„Leila“, „Contarini“) u. a.
Piesport (Pisport), Dorf im preuß. Reg.⸗Bez. Trier,
in der Mosel, (1900) 387 E.; Weinbau (Piesporter).
ꝓFIsta (ital.), Frömmigkeit, Barmherzigkeit; in der
ildenden Kunst die trauernde Maria,den Leichnam
ühristi im Schoß haltend oder neben dem en kniend.
Piẽtãt (lat. pietas), Frömmigkeit, Nebevolle Ehr⸗
urcht, kindliche Zurtlichkeit.
Pietermaritzburg, Hauptstadt der brit. Kolonie
atal in Südostafrika, au einem r. Rebenfluß des Umgeni,
1804) 31190 E.; Handel.
Piẽtisten (vom lat. pistas, Frömmigkeit), wurden zu⸗
xrst Spener (s. d.) und seine Änhänger, die cuf lebendige
derzensfrömmigkeit und werktätiges Christentum gegen⸗
iber dem toten Buchstabenglauben der Orthodorie drangen,
vegen ihrer Collegia pietatis (Erbauungsstunden) “ge—
iaunt. 1686 begannen Fraucke, Anton und Schade an der
Inipersität Leipzig die Bibel im Sinne dieses ültern Pie—
ismuts zu erklãren (Collegia philobiblica); 1690 ausgewiesen,
 verpflanzten sie den Pietismus an' die 1694 ge⸗
tiftete Universitat Halle, wo die Franckefchen Stiftungen
s; Francke, Aug. Herm.) als Zeugnis des pietistischen prat—
schen Christentums entstanden. Nach Frauckes Tod (1727)
mtartete der Pietismus in Schwärmerei, äußerliche Wert—
zeiligkeit und Verfolgungssucht gegen die Wissenschaft (Ver—
reibung des Philosophen Wolff aus Halle); durch den Ra—
ionalismus zurückgedrüngt, fand er seine Heimstätte bei
en Herrnhutern, Methodisten ꝛc. — Bal. Echmid (1868),
Tholuck (1865), Ritschl (3 Bde., 1880 —86), Sachße
1884). — pietistisch, in der Weise der P., frömmelnd.
Pietraperzia, Stadt auf Sizilien, (1801) 12826 E.;
ormann. Festung; Handel mit Ie Gips ꝛc.
Pietrafauta, Stadt in der ital. Prop. Lucca, (1901)
7444 E.; Quecksilbergruben.
Pietra verde (ital., „grüner Stein“), Diabas⸗ und
Melaphyrtuffe in der (alpinen) Trias Eüdtirols.
Pietsch, Ludwig, Kunstkritiker und Reiseschriftsteller,
jeb. 25. Dez. 1824 zu Danzig, seit 1864 Mitarbeiter
ber „Vossischen Zeitung“; schrieb: „Aus Welt und Kunst“
1866), „Marotko“ (1878), „Wie ich Schriftsteller ge—
vporden bin“ (2 Bde, 2. Aufl, 1888), Biogr. der Maler
senaus (1896) und Herkomer (1901), „Aus jungen und
ilten Tagen“ (1904) u. a.
e — Orientalist, geb. 24. Sept.
851 in Stettin, Krofessor und Direktor der Universitäts
ibliothek in Göttingen, schrieb: „Geschichte der Phönizier“
1889) u. a.
ee di Cadore, Stadt in der ital. Prov. Belluno
Venetien), an der Viave, (1901) 3319 E.; Eisen- und
Bleiminen; Geburtsort Tizians.
Piẽzoelertrizitãt (grch.), die Eigenschaft der Kristalle,
urch Druck an verschiedenen Stellen verschieden elektrisch
zu werden. ereun
iẽzomẽter (grech.), s. Kompressibilität.
Funn (ital.) pe auch ein Rohrwerk der Orgel.
Bifferäri, Schalmeienbläser, Hirten aus den Abruzzem
Pigalle —— gaͤll), Jean Bapt., franz. Bildhauer,
jeb. 26. Jan. 1714 zu Paris, gest. 20. Aug. 1788
dauptwerke: ein Sandalen bindender Merkur (im Louvre)
ind das Grabmal des Marschalls Moritz in der Thomas⸗
irche zu Straßburg. — Biogr. von Tarbt (1859).
Pigeon-Englisch (spr. piddsch'n) oder Pidgin⸗
knglish, die in Kanton entstandene engl.⸗chines. Ge⸗
chäftssprache. Dorrbug von Leritzner (1881).
Rigeons (frz., spr. Ichong), Taubenapfel (. Apfel).
Piglhein, Bruno, Maler, geb. 19. Froͤr 1818 zu
damburg, gest. 15. Juli 18804 in München; Olbilder rel
siösen Iuhalts: Christus am Kreuz (Berlin), Graͤblegung
ẽhristi (München), Blind (ebd.); Pastellbilder (Kinder und
ikante Frauengestalten); sein Panorama der Kreuzigung
Thristi 18982 in Wien durch Feuer zerftört,