Pir
Pirkheimer, Wilibald, Humanist, geb. 5. Dez. 1470
u Eichstätt, führte als Patrizier und Ratsherr 1499 die
stürnberger Truppen im Schweizerkriege an, gest. 22. Dez.
1580. — Bgl. Hagen (1882), Roth' (1887), Markwart
(1806). — Seine Schwester Charitas P., geb. 1466,
übtissin zu St. Clara zu Nürnberg, gest. 1532; ihre
„Denkwürdigkeiten“ hg. von Höfler (1883). — Vgl. Binder
2.Aufl. 1878)
Pirmasens, Bezirksstadt im bayr. Reg.-Bez. Pfalz,
1900) 30 195 (1905: 34002) E., Amtsgericht, Bezirks—
—— Progymnafium, Nealschule; Schuhwaren⸗ und
Lederfabrikation; hier 14. Sept. 1793 Sieg der Preußen
Herzog von Brauuschweig) über die Franzosen (Moreau).
Pirna, Amtsstadt in der Kreish. Dresden, l. an der
Elbe, (1900) 18 296 (1905: 19 219) E., Garnison, Amts⸗
gericht, Realschule, Lehrerseminar, Handels-, Schifferschule,
Besserungsanstalt; Töpfereien, Saudsteinbrüche, Schiffbau;
abei Landesirrenanstalt im Bergschloß Sonnenstein.
Pirnari, Gebirge, s. Pangäos.
Virnatza, Fluß, s. Pamisos.
Pirdgen, Ruderkähne der südamerik. Indianer und
Südseeinsulaner, mit Ausliegern.
Pirvogen (Biroggen), in Rußland Pasteten von Hefen⸗
eig mit Füllung von Fleisch, Fisch, Pilzen, Eiern c.
— Birogoff), Nikolai Iwanowitsch, russ.
Mirurg, geb. 25. NRov. 1810 in Moskau, 18837 Prof. in
Dorpat, 1841 in Petersburg, auch mehrfach als Kriegs—
ori tätig, gest. 7. Dez. 1881; schrieb: „Grundzüge der
riegschirurgie“ (1864), „Tagebuch eines alten —
deutsch 1884) u. a. Nach ihm beuannt die P.sche Fuß⸗
jelenkamputation. Pirogowmuseum in Petersburg.
Pirodl, Goldauisel, Golddrossel, Pfingstvogel, Kirsch—
»ogel, Bülow, Schulz von Bülow (Oridlus gaibula E.
Tafel: Singvögel, 20), Männchen ganz gelb, nur
Flügel, Schwanz und Augengegend schwarz, Weibchen und
Junge zeisiggrün; Schnabel kräftig, kegelfoörmig, kopflang,
Füße kurz, stark, Mittels und Südeuropa, bei uns von
Mai bis August, Männchen singt stark, fliötend. —
DPirõla L, Wintergrün, Pflanzengattg. de
Zrikazeen, Kräuter der nördl. gemäßigten
Zone, mit in Trauben stehenden Blüken;
in Wäldern häufig P. minor L. JAbb.
1395; a Blüte].
Pirot, türk. Scharköj, Hauptort des
serb. Kr. P. (2419 qk, 1804 101477 E),
an der Nisava, (1001) 10888 63. 5
Pironette Erz., spr. -ruett), kleiner 24 Bo
—V——— Winte zrün.
Umdrehen auf einem in der Reit⸗
unst das schnelle Herumwerfen des Pferdes; pirouettieren
sich im Kreise drehen.
Pirschen, Pirschbüchse, s. Birschen. —
Pirus I., Pflanzengattg. der Rosazeen, meist in der
nördl. gemäßigten Bone. F. communis L. (Birnbaum,
J. Birne), P. malus L. (Apfelbaum, s. Apfel), mit zahl⸗
reichen Abarten Obstbäume, im mittlern und füdl. Europa
und im gemäßigten Westasien; viele Arten Zierpflanzen.
Pirutsch, Pirutschade, s. Barutsche.
BPisa, Hauptstadt der mittelital. Prov. P. (2055 4km,
905: 329444 E.; Tostana), am Arno, 78 km vom
digurischen Meere, (1901) 61321 E., Domplatz mit
Dom (ITafel: Romanischer Stil J, 2), 10631118
erbaut, mit fünfschiffiger Basilika), einem Baptisterium,
dem schiefen, 4 mm hohen, 1174 A1350 erbauten Glocken—
urm mit 4,8 m Anweichung dem 1188 -1200 gegründeten
ampo Santo (mit beruͤhmten Fresken des 14. und
45. Jahrh. und den Grabmälern Kaiser Heinrichs VII.,
Thorwaldsens u. a.), Piazza dei Cavalieri mit Marmor—
standbild Cosimos T.(früher der durch den Tod der Grafen
Ugolino bekannte Hungerturm), Universität (1338 gegrün—
det), Museum, für Naturgeschichte, Archiv; landw. Anstalt
und Meierei; in der Nähe die seit alters bekannten Pisani—
schen Bäder (36 Quellen) am Fuße des Berges Bagni
San Giuliand; weiter eutfernt die Bäder Casciang und
Uliveto. — P. im Altertum Inlia Pisana, nach dem Sturz
von Amalfi (1435) mächtige ghibellinisch gesinnte Seestadi
mit 150000 E., bis zur Vernichtung ihrer Flotte durch
die Genuesen (1284); 1409 Konzil; 1609 nach 18 jähr.
Kampfe den Florentinern eie 1860 mit Toskano

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ztalien einverleibt. — Bgl. Schumann, „Der Dom zu P.
1898), Schubring (1902). m
Pifagna, Stadt in der chilen. Prov. Tarapacä, a
Sillen Bzean, (1802) 4720 E.; Salpeterausfuhr, ufe;
Pis-aller (frz, spr. pisalleh), Notbehelf, Aushilfe;
au pis.aller (jpr. v), im schlimmsten Falle.
Pisanello, Vittore, ital. Maler, s. Pisano.
Pisang, s. Musa; Pisangfaser, s. v. w. Manilahan
J. d.); Pisangfeigen (Pisangfrüchte), s. v. w. Bananen
s. d. und Musa nebst Abb. 1214 b).
Pisangfreffer, Bauanenfresser (Musophagidae), an
das Festland von Afrika beschränkte Familie der Kucku —
»ogel, mit starkem, kurzem, kegelförmigem Schnabel, tutgen
Fluͤgeln, anfehnichem Schwaͤng, oft mit Haube auf dr
nnge gruͤne, violeit und purpurrot gefärbte, von Früch
en lebende Waldbewohner. b
Pifano, Riccold, ital. Bildhauer und Architekt, 38
um 1206 in Apulien, gest. 1278 in Pisa; mit ihm begiup
die ital. Renaissance. — Sein Sohn Giovanni P, Led.
am 1240, gest. nach 1321, Vertreter des got. Stils .
Italien, Schöpfer des Campo Santo in Pisa und de
Fassade des Doms zu Siena; auch Kanzeln, ——
Hadonnen. — Andrea P. Bildhauer und Ärchitekt, geb.
uim 1273, gest. um 1349, in Florenz und Orvieto tatig
— Vittore P. genannt Visanello, iral. Maler und Ver
ertiger gegosfener Schaumüngen, geb. um 1380 im Berone
W gest. 1456. — Bgl. — ä Sauerclandt 904).
isaurum, alter Name der Stadt Pesaro —*5* —
Pifchãwar (Pischauer, Peschaur, Peshawar), seit —
distritt der brit oftind. Rtordweftl. Grenzprovinz, 213
Ixm, (1801) 17165 248 E., vom Kabul e —
ar; Salzbetgwerke; seit 1849 britifch. — Die Hauptstad
b. 95 147 E, westlichste Hauptstation der ind. Eisenbah
ien und befestigter Ausgangspunkt der brit. Erpeditiune
zegen Afghanistan. An der Ausmündung des oha harpasen
zas brit. Fort Dschamrud (Jamrud). sKarte: Asien
Pischel, Richard, Sanskritist, geb. 18. Jan, 1840 zu
Breslau, 1885 Prof. in Halle, 18002 in Berlin; ver,
yffentlichte: „Hemacandras Grammatik der drcipegeen
Igαο. Vedische Sudien (mit Gadner 1880 f8.)
Grammatik der Prakritsprachen“ (1900) u. a.
Pischfluß, s. Pissek. bildet
Pischn, Landfchast südöstl. von Afghanistan, bilder
mit Quetia einen Distrite Ceine Agentgaft) von Brit.
Belutschistan. zet
Pischpet, Kreisstadt im russ.-zentralasiat. Gebie
Semirjetschenst, am Tschu, 8130 E.
Bisdidia rytrie T., Baum der Papilionazeen
ruf Jamaika, dessen Rinde eine betäubende, iumãhnliche
Substanz enthält und zum Betauben der Fische dient.
Piscina (lat.), Fischteich; Wasserbehalter in den röm.
Thermen; das Taufbassin im Baptisterium; in kath. Kirchen
Bertiefung (Nische) zum Wafsferablauf neben dem Altar
Pissco, Hafeustadt im pernan. Dep. Fea, südl. von der
Mündung des Chunchanga in die Viscobai des Stillen
2 — 3500 E.
éEfrz.), s. v. w. Gußmauerwerk (s. d.).
Fiset, —E in Böhmen, an der 309
Bisesletne, s. w. Erdsteine, dd. eseoe,
visidren, im Alterlum Landschaft in Kleinasten, nördl.
on Pamphylien am westl. Taurus, wasserarm und rauh
etzt zum tuͤrk. Wilajet Konia gehörig; die Pisider waren
in tapferes, kühnes Bergvolk. Söhne
Pifistratiden, Bezeschnung für Pisistratus und seine
Pisistraͤtus (grch. Peisistratos), Tyrann von Athen,
jeb. um 605 v. Chr., bemächtigte sich, nachdem er im srieg
jegen Megara seine Volkstumichteit dbegründet hatte, 56
er Alleinherrschaft, ward zweimal verttieben, blieb aber
eit 888 dauernde an der Herrschaft und hinterließ sie bei
einem Tode 528 seinen Soͤhnen p und ——
Piso, Familie des röm. glebejschen Geshlechts der Cal⸗
urnier. — Lucins Calpurnius P. Casonius, Schwieger⸗
ater Julius Cäsars, wurde b8 Konsul. Sein gug
iamiger Sohn war 16 v. Chr. Konsul, unter Tiberiu
ztadtpräfekt, gest. z2 n. Chr. — Lucius Calpurnius 35
senannt Frugi (der Biedere), gab als Volkstribun n
. Chr. das erste Gesetz gegen Erpressungen, kämpfte *
donsul 133 gegen die Stlaven in Siz en; Fragmente
einer Geschichte Roms in Peters Historicorum Roma-