Poltaben (d. i. Elbanwohner), ausgestorbener slaw
Voltsstamm um Rahebuntg, im weltern Sinne die chemal.
law. Bevolkerung des jehlgen Norddeutschlands, westl. von
der Oder, bestehend aus den Sorben und den nördlichern,
hauptsächlich We genannten Stämmen der Wilzen und
Bodrizen; ihre Sprache bearbeitet von Schleicher (1871).
Polacea (ital), sPolonafe.
Polack, sad w. Pole; auch poln. Pferd.
Polacken (ital. Poladea), dreimgstige Schiffe, deren
Anlermasten und Stengen aus einem Stück (Polackermast)
hestehen als Vart hetatelt VPolagerbart, zwcimastig ais
Briigg Volagerdriggdie Vier und Fuünfmaster der Neugei
haben meist Polackermasten aus Stahl.
Pota de Labiatis Labiana, Laviangh, Stadt in der
pan. Hrox Sriede (Asturien), am Nalon, (1900) 8125 6
Pola de Lena, Lena, Etadt in der span. Prov-Driedo,
 (180d) 1228386 —
Poland⸗China⸗Echwein, in Nordamerika gezüch⸗
tetes schwarzes Schwein von mittlerer Größe.
Polangen, Flecken im russ. Gouv. Kurland, an der
Ofsee, nahe der sauß Greue 14 E. Secbad.
Polar, auf die Pole (s. Vol) bezüglich; auch: gerade
entgegengesegt (wie Rord- und Südpoh.
Rolardiftanz, s. Poldistanz
Polarenie, der Larventaucher (s. Alken).
Polarforschunge Beilage: Entdeckungsreisen
and Karle und Tefel: Hokarbander ĩ u. ir; Literatur
. —S— und eee
olarfuchs, s. Fuchs sAbb. 633)].
dehatpee z — derienige (1811 von
Nalus entdedic) Zustand des Lichts, in welchem die
Shwingungen nur in einer Ebene erfolgen, während sie
beim gewöhnlichen Licht in allen möglichen, auf dem Strahl
sentrechten RNichtungen stattfinden. P. entsteht 1) durch
Reflerion; ein Lichtstrahl, der unter einem Einfallswinke!
on 550 von einem Glasspiegel reflektiert worden ist, zeigt
66 „bolarisiert“) und wird von einem zweiten Glas—
piegel nur dann in voller Stärke reflektiert, wenn die
Linfallsebenen beider Spiegel parallel sind; stehen dieselben
entrechi zueinander, so findet am zweiten Spiegel keine
Leflerlon statt. Die Schwingungen, des polarisierten
Strahles stehen senkrecht zur Einfallsebene des ersten
ee 2) durch —— die Strahlen eines
oppeltbrechen den Körpers sind deide polarisiert; ihre
Polarifationebenen stehen senkrecht aufeinander; die Inter—
ferenn beider Strahlen kann VFarbenerscheinungen hervor—
uen Gog Chromatische Polarisation, sJ. d.), welche guch
ei künstuͤch erzeugter Doppelbrechung in rasch gekuͤhlten
und gepreßlem Glias auftreten (Tafel: Optit , 9u. 10).
Polarifatin, ietiesne galvanische. die Erschei⸗
gung, daß bei der Elektrolhfe in der Zerfehuugszele ein
enn zersetenden Strom entgegengerichteter Stront polari—
sanenditrem entsteht, indem die durch die Zersetzung ge—
ldeten Körper ein galvanisches Element bilden. Ver
Pelarifatidussnom kann zu späterer Verwendung auf—⸗
Wheben werden und dient in den Sammlern (s. d.) zur
Vspeicherung elettr. Energie.
d Rolarifa lionsapparate, Vorrichtungen zum Stu⸗
um der Polarisativu (s. d.) des Lichts, bestehen aus dem
Priariator oder Polariseur (Spiegel oder dorpeltmnechen
*3 Zristalh), welcher polarisiertes Licht erzeugt, und dem
Anainsator oder Auglyseur (ebenfalls ein Spiegel oder
ptithrechender Kristall), welchen das polarifierte Licht
8 solches zu erfennen und dag Vehaltender zwischen
leisater und dinahhsater hebrgeteneer de
iernen Licht zu unlerfuhen gestne
Polarigationsbaerie s. Ladungssäule.
Polarisationsfteoin oaciedederhcntrische.
Polarifaior. . Polarisationsapparate;
1 dolarisvai, Bai an der grönland, Küste in 810 38
i. B, hier überwinterte der Nordpolfahrer Hall 1871.
sj Zolaristrobometer Apparat der Saccharimetrie
de olaritãt (eulat.), das Vorhandensein zweier Pole,
g Gegensah zwischen den zwei Polen eines Magnets
einer offenen Voltaschen Saͤule.
Polar tobrdinaten Neaeten sAbb. 959 p].
oiartreise iede —
300) von den Polen abstehen en, zu dem LAiquator

27

Pol

arallelen Kreise (nordi. und südl. P.) der Himmels- oder
ẽerdlugel, txennen die Polarzonen von den gemäßigten.
Polarländer, die Läuder um die Pole bis zu den
bolarkreisen (s. Nordpolarländer und Südpolarländern
Karte und Tafel: Polarländer Tu. II.]
Polarlicht, eine Lichterscheinung, die bes. unter höhern
Braden nördl. oder südl. Breite als Nordlicht oder Südlicht
 (Aurora borealis, australis) beobachtet wird, be⸗
zinnt kurz nach dem Ende der Dämmerung damit, daß
ich am nördl. (oder südl.) Horizont ein dunkles, von
rinem hellen Saume eingefaßtes Kreissegment abgrenzt;
bald darauf gehen Strahlen verschiedenster Farbe in ra⸗
dialer Richtung, aber von fortwährend wechselnder Inten—
iität von demselben aus, in hoher Breite bis zum Zenit,
dessen Mittelpunkt der Richtung der Magnetnadel ent—
pricht. Da ferner die Polarlichterscheinungen gewöhnlich
von starken Störungen im Erdmagnetismus begleitet sind.
und da sie mit dem Maximum der Sonnenflecken zusam—
neufallen, so hat man auf einen ursächlichen Zusammen—
jang aller drei Erscheinungen Dngen Über die Natur
es P. ist indes noch wenig bekannt; das Polarlichtge—
äusch ist wohl sagenhaft. Die Höhe des P. wird auf
30-150 xm geschätzt. — Vgl. Fritz (1881).
Polarmeere, s. Eismeere.
Polarnacht, s. Polarzonen.
Polarreisen, s. Beilage: Entdeckungsreisen und
darte und Tafel: Polarländer Tu. II.
Polarstern, Nord⸗P., Nordstern, der letzte Stern
c., zweiter Größe) im Schwanz des Kleinen Bären (s. Bär
aebst Abb. 162), jetzt 10 18* vom Nordpol abstehend. Als
Zũd⸗P. gilt Stern 3 der Kleinen Wasserschlange, 119 vom
bol entfernt.
Polarstern, einer der größten Diamanten (Brillant,
10 Karat), im russ. Kronschatz Tafel: Edelsteine 1, 6J.
Polarzonen, die innerhalb des nördl. und sfüdl.
Holarkreises liegenden, zusammen 8g Proz. betragenden
zonen der Erdoberfläche mit dem Nord⸗ und Südpol als
Mittelpunkt; extreme Tag- und Nachtlängen (Polartag und
nacht) von 24 Stunden (unter den Polarkreisen) bis zu
echs Monaten (an den Polen); gleichmäßiges Klima mit
ven tiefsten Jahres- (aber nicht Winter⸗) Temperaturen;
Mangel an Niederschlägen.
Pol de Mont, eigentlich Polydoor de Mont, Kareb
Marie, fläm. Dichter, geb. 15. April 1887 zu Wambeke
Brabant), Prof, der Literatur zu Antwerpen; schrieb
mßer Gedichten („Waarheid en Leven“,, Loreléy“,
Iàuyxuen“, „Ixis“ 2c.) „Jan van Beers“ (I1886), „Losse
ohétsen uit de letterkundige geschiedenis van onzen
ijd“ (Isso fg.) u. a.
Polder, Kooge, in den Niederlanden und an der
eutschen Nordseekuͤsie Strecken des Marschlandes, welche
»em Sumpflande durch Entwässerung mittels Kanälen oder
Maschinen (Poldermühlen) abgewonnen und durch Dämme
der Deiche gegen die Fluten geschützt sind; in den Nicder—
inden (Polderland) unter besonderer Verwaltung.
Poldistanz, Polardistanz, die Entfernung der Sterne
Pole, Fisch, s. Schollen. svom Nordpol.
ßole (pr. pohl), engl. Feldmaß, s. Rute.
pᷣolei, Pflanzengattg., s. Mentha.
ßolemarchos ( grch), der dritte athen. Archont (s. d.).
ßolemit (grch.), Streitkunst; dann allgemein Be—
ampfung; bes. als Zweig der Theologie die —— der
inen Kirche durch die andere; jetzt vielfach als Symboltt
s. d). behandelt. Handbücher der prot. P. von Hase
. Liufl. 1800). Tschackert (2D. Aufl. 1888). Polẽmisch
„streitend, angreifend; polemisieren, gegen etwas ankämpfen.
Polemoniazeen, Pflanzenfamilie der Tubifloͤren,
druuter meist aus Nordamerika mit ansehnlichen Bluten;
nehrere Arten Zierpflanzen, z. B. Phlox.
Polemonium T., Pflanzengattg. der Polemoniazeen,
dräuter mit traubigen Blütenständen. P. coerulisum T.
Zperrkraut, Jakobsleiter), in den Alpen und Suͤddeutsche
and wild, sonst Zierpflauze mit blauen Bluten.
Polen, früher eigenes Königreich, in die drei Prov.
vroßpolen (s. d.), Fleinpolen und Litauen (f. d.) ger
allend, vor 1772 noch 77 000 km umfassend; jeht russ.
zrovinz [Karten: Europäisches —— Lu. II],
iffiziell die Weichselgouvernements, zwischen Deutschland,
Ssterreich⸗ Ungarn und dem eigentlichen Rußland, 127 313