Pol

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Ixm, 9402 253 meist kath. E. (davon 267 000 Russen, 1,⸗
Mill, Juden, 40 7800 Deutsche Karten: Bevölkerung1
ind Deutschtum I); eine Tiefebene, nur im S. hügelig,
mntwickelter Ackerbau, bedeutende Viehzucht, Gewinnuͤng von
ZSteinkohlen, Metallen (namentlich Eisen), bedeukender
dandel; bildet seit 1874 das Generalgouv. Warfchau, ein⸗
geteilt in zehn Gouvernements; Hauptstadt Warschau—.
Geschichte. Der Name P. kommt von dem ssaw. Stamm
der Poljanen. Als Fürsten der Vorzeit werden Lech und
Popiel genannt. Unter Mscissaw J. (062902) aus dem
Hause der Piasten beginnt die beglaudigte Geschichte. Er
Lündete zwischen Oder und Weichsel ein einheitliches
Staatswesen, nahm 866 das Christentum an und grün—
dete 8608 das Bistum Posen. Nach vielen Teilungen und
dümpfen vereinte Wladislaw J. (1306-33) Groß- und
dlein-P., machte sich vom Deutschen Reich unabhängig
and nahm die Königswürde an. Nach dem Tode seines
Sohnes, Kasimir III. (1333—70), vereinigte dessen
Schwestersohn, Ludwig J. (1570280), P. mit Ungarn;
zurch Vermaͤhlung seiner Tochter mit Jagello ward P. mit
Atauen verbunden. Unter den Jagelloͤen (1586— 18572)
am Ermland und Westpreußen an P., das Herzogt.
LPreußen wurde poln. Lehn.“ 18568 erreichte P. uͤnker
Sigismund 1IJ. August seine größte Ausdehnung, fast
240 000 ꝗxm mit etwa 15 Mill. E. Seit 1672 war es
Wahlreich, in dem der Adel eine übermächtige Stellung
innahm. 1573 ward Heinrich (III. von Frankreich) voñ
Lalois, 1575 Stephan Bathoiy, 1886 der schwed. Prinz
Sigismund III., 1648 Johann II. Kasimir zum König
xwählt. Letzterer verlor 1637 die Lehushoheit über das
Hexzogt. Preußen, 1667 Smolensk, Klew und das Land
stl. vom Dujepr an Rußland; im Innern herrschte schon
anter ihm, noch mehr unter seinem Nachfolger, Joh. So—
diesti (167496), völlige Anarchie. Unter August II.
on Sachsen (16872.1733) ward P. in den Nordischen
rieg (s. d.) verwickelt; ihm folgte August ITI. (1733— 63)
ind diesem durch Katharinas II. Einfluß Stanislaw August
Poniatowski, unter dem die Zerrüttung so groß war, daß
Isterreich, Rußland und Preußen 5. Aug. 1772 die erste
Teilung P.s vornahmen, durch die dieses ca. 214000 4km
verlor und seitdem ganz unter dem Einfluß Rußlands
tand. Letzteres verwarf die Konstitution von 1781,
vorauf es 4. Jan. 1793 zur zweiten Teilung kam, bei
der Rußland 250700 qkm mit 8 Mill. E., Preußen
38370 4km mit 1100000 E. erhielt. Die Erhebung Ko—
ciuszkos hiergegen ward 1. Nob. 1794 unterdrückt, und
durch die britie Teilung 24. Okt. 17985, bei der Rußland
111 780 qkxm mit fast 1200 000 E., Preußen 54888 qkm
nit fast J Mill. E. und Ssterreich 46 922 4km mit uüber
1Mill. E. bekam, ward P. aus der Reihe der Stagten
zestrichen. Das 1807 von Napoleon neugegründete Her—
sogt. Warschau wurde vom Wiener Kongreß als Königr
P. mit Rußland verbunden bis auf die Republik Krakan,
und erhielt 27. Nov. 1816 eine Konstitution. Diese
vard aber nach der 29. Nov. 1830 zu Warschau ausge—
drochenen, von der Provisorischen Regierung unter Czar—
torysti, seit 17. Aug. 1831 unter Krukowiecki, seit 7. Sept.
unter Niemojewski geleiteten, durch die Schlachten bei
Brochow (25. Febr. 1831) und Ostrolenka (26. Mai) und
die Erstürmung Warschaus (7. Sept.) unterdrückten Re—
volution durch das Organische Statut vom 26. Febr. 1832
ersetzt; es erfolgten zahlreiche Deportationen nach Sibirien,
Konfiskationen und strenge polizeiliche —— Ein
zweiter Aufstand führte 1846 zur Besitznahme Krakaus
durch Osterreich. Nach einem 8 großen Aufstande
1862 64, von dem sich jedoch der Bauernstand fern hielt,
ging die Regierung rückfichtslos mit der Russifizierung P.6
vor. Eine Mildecrung ist durch die Manifeste von 1808
in Aussicht gestellt, und P. waählt zur russ. Reichsduma
36 Abgeordnete. — Vgl. über Geschichte Röpell und Caro
— 1—5, 1840-86); Beer, „Die erste Teilung P.s“
3 Bde., 1873); von der Brüggen, „P.s8 Auflösung“
Is mon Trotha, „Der poln. Äufftaud 1863“ (18985);
raszewsti, „P. während der drei Teilungen, 1772 -98
(polu., 3 Bde., 1803); Smolenski, Geschichte des poln.
Volkes“ (poln, 1904); Wezyt, „Der Aufstand 1830 —
317 (poln. 1905).
Polenta (ital.), dick gekochter Brei von Maismehl;
in Ungarn, Siebenbürgen, Bukowinag Mamaliga genanuit.

Polenz, r. Nebenfluß der Elbe, in der Sächsischen
Schweig entspringt in der Nähe von Reuftadt, mündet
ils Lachsbach unterhalb Schandau.
Polenz, Wilhelm von, Schriftsteller, geb. 14. Jan.
ruf Schloß Obercunewalde, gest. das. 18. Nop. 1908; Vrn
dramen Heinrich von Kleit 18013Andreas Boch
oldt“, 1888), Novellen, die Romane „Der Büttnerhauer
1896), „Der Grabenhaͤger“ (1897), „Der Wurzellocker
o frcree vas Land ver Zutunft Goog
Rachgelassene Gedichle (1001) u. a. Vgl. Itgenstein
Poleflen, s . Pohjessie (s dd. Aso⸗).
pᷣdiefine/ ital. Provinz .v. w. Rovigo (s. d).
Polhöhe, der Bogen des Mittagskreises zwischen
mmelspol und Horizont, gleich der geogr. Breite.
Polianit, s. Braunstein.
uiantues (Polyanthes), s. Tuberose. 1952
Polias (grch.Stadtschirmerin“), Beiname der Athene
PolicasaeV Hofenstade in bder ital. Prov. Sg
erno, an der Mündung des Bussento in den Golf von 8.
es Tyrrhen. Meers da. 700 E. — 2) P. Getilig B.)
Zladtin der stal. Prov. Catanzaro, (1901) 6474 6. z
Police (rz. fyr. ihße), die über einen Versicherunge
ertrag vom Versicherer ausgefertigte Urkunde (F —5 —
ung). [Maste, s. Pulcine —
uginelle Efrz., spr. -schinell), Polizinell, uan
Politka (sytr. Uiljchtaß tönigl Leibgedinge und Be—
irksstadt in Böhmen, (1900) 4982 E. he
Polier, duh Pauter, Bamier (aus Parlier, Wor
ührer, vom franz. parler, oder vom neulat. balivne
Aintmann), bei Maurern und Zimmerleuten der —*
seselle, det die Arbeiten anordnet und die Aufficht nt
Polieren Cat) der Ooͤerflche eines Werkstü—
nittels mechan. Einwirkungen einen so hohen Glanz 37
en, daß das auffallende Licht gespiegelt wird. Es 5
hiehl dei Wetau, Stein, Glasec uweder durch. n
eiben mit außerst feinen Pulvern, welche die vom Sgleifen
urückgebliebenen Nauheiten hinwegnehmen, oder (bei
hen Metallen) rn Niederdrückung der Rauheiten mit
tels stählernen Werkzeugs (Polierstahl) oder eincs e
wouerten Steins Blutstin, Rchat, Potierstein); bei Holz
durch Auftragen eines firnisartigen Uberzugs Goumn
on in Weingeist aufgeldstem Sqgellack nuͤttels Reibens
Polierhen, Polierschachtelhalm, Pflanzenart, s. Kaui-Polierrot,
 Eisenoryd (sJ. Eisen). ssetum
Polierfschiefer, Kleoͤschiefer, Saugkiesel, erdige, dünn
chieferige Kieselmasse, aus Kieselpanzern von Diatomeen
hestehend; dient zum Schleifen und Polieren.
Polierstahl, Polierstein, s. Polieren.
Holierwachs, s. v. b. Bohnwachs (s. Bohnen). it
Polignac (spr. injaͤck), Melchior de, g3 41. Olt.
1661 zu Puy-cn-Velay, Diplomat unter Ludwig XIV.
est. 8 April 1742 als Kardinal-Erzbischof von Auch .-dessen
 Großneffe Jules de P., erst Graf und 1780 Herzeg
eiratete 1767 Gabriele Holande Rartine von Polastron (geb⸗
749, Vertraute der Marie Antoinette und später —
rante der konigl. Kinder, gest. 1793 in Wien), ging 3
iach Rußland, gest. 21. Sept. 1817. — Sein Sohn Armand,
hderzog von P. geb. 17. Jan. 1771, mit seinem Btuder
zules an der Verschwörung Cadoudals und Pichegrus be
ciligt, 1804 14 gefangen, Großstallmeifier unter Karl *
egleitete diesen ins Exil, 1888 in den bayr. Fuͤrstenstan
hoben, geft. 2. März 1817. — Dessen Bruder Jule
t Graf,“ dann Fuürst'non s., geb. 11. Mai 1780, 18
Sesandter in London, 1828 Ministerpräsident, unterzeich⸗
ete 25. Juli 1830 die Ordonnanzen, die den Sturz zn
dynastie nach sich zogen, zu lebenslänglichem Gefangn
erurteilt, 1836 ammefiert, geft. 29. Murz 1847 in Paris.
Polignano a Mare spr. Hafenstadt in
er ital Prov. Bari delle Puglie, am Adriat. Meer, —
Politunitrh Kumt. bag
Poliment (frz., sor.mang), der Goldgrund der Gol
eissen. Hirnsubstand.
Polloenkephalitis (grch.), Entzündung der grauen
RPolloniyelitis (grch), dürch einen Bazillus herven
erufene Entzundung des sRtückenmarts, vornehmlich de
nrdern grauen Hörner, führt zu Lähmung.
Poliorketes (grch.), s. Demetrius Poliorketes.
Polidsis (grh), das Grauwerden der Haare.
Polifanderholz (Palisanderholz), s. Iscaranda.