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despräsidiums (Preußen) erweiterte. Nur Bayern und Würt⸗
temberg haben eigene Postverwaltungen behalten. Unter Ge—
neralpostmeister Stephan begann eine regẽ Entwicklung des
Postwesens im Deutschen Reiche durch die Gesetzgebung,
Verkehrserweiterungen und Erleichterungen (im Postverkehr
durch einheitliche niedrige Portosätze u. dal.), die sein Nach—
iolger Podbielsti (seit 1887), bes. nach Aufhebung der
Privat-⸗P., noch weiter förderte. Es erfolgte 1876 die
Vereinigung der Telegraphie mit der P. zu einem Ressort,
owie eine großartige Tutigkeit in den internationalen
Postheziehungen, die 1874 zum „Allgemeinen Postvereins
hertrag zu Bern und 1. Juni 1878 zum Weitpostverein
. d.) mit einheitlichem Weltporto füͤhrte. sS. auch Poftanstalten.)
 —.Bal. Dieckmann, „Postgeschichte deutscher
Staaten“ (1896); Brunner, „Entwicklung des bayr. Post⸗
wesens“ (1800); Sieblist, „Die P. im Auslande“ (1900);
»on Schweiger-Lerchenfeld, „Welt-⸗P.“ (1900); CErxole,
Illustr. Geschichte der deutschen P.“ (8. Aufl, 1900).
Post, Albert Hermann, Jurist, gebs. Okt. 1880 in
Bremen, Landgerichtsrat das., gest, 28. Aug. 1898, Mitbe—
ründer der vergleichenden Rechtswissenschaft; schrieb Das
Samtgut“ (2. Aufl. 1879), „Bausteine einer allgemeinen
Rechtswissenschaft auf ethnolog. Basis“ (2 Bde. 1880
31), „Grundriß der ethnolog. Jurisprudenz“ (2 Bde. 1893
35) u. a. — Bgl. Achelis (1806).
Postagent, Postagentur, s. Postanstalten.
Postalisch, die Post, Postverwaltung betreffend.
Postament (neulat.), Fußgestell, Unterlage einer Säule.
Postanstalten, staͤatliche Anstalten fuͤr Postbetriel
und in der Regel auch für Telegraphens und Fernsprech⸗
detrieb; im Reichsposigebiet: Postümter 1. Klasse (Vor—
teher: Postdireltor), 2. Klasse (Postmeister), 8. Klasse
Postverwalter), Postagentur (Postagent); in Bayeru
Postämter 1., 2. und 8. Klasse (Postamtsdirektor, Postneister,
 Posterpeditor); in größern Landorten sog. Post⸗
zilfsstellen (Postablagen).
Postanweisung Erz. mandat de poste, engl. money
oxder), ein Formular, auf, Grund dessen die Postbehörde
einen bei ihr eingezahlten Geldbetrag dem Adressaten zu
übermitteln übernimmt. Gebühr im Reichspostgebtet
bis 510 H, bis 100 &amp; 20 5, bis 200 s 30 ,
bis 400 A 40 . bis 600 A BO, bis 800 605 ; im
Weltpostverein (Meistbetrag 1000 Frs.) 26 Cent. für je
25 Irs. der ersten 100 FIrs. und 25 Cent. für weitete
50 Frs. Bei telegr. P. ist zu bezahlen: P.. Telegramm
und Eilbestellgeld.
Postauftrag, Postmandat, Einziehung von Geldern
durch die Post zugunsten des Absenders; auf Grund von
Bechfeln, Rechnungen ac.; Höchstbetrag 800.20, Gebühr 809
Postbeanite, s. Post⸗ und Telegraphenbeamte.
Postbons (ftz. bons de poste), zur Ausgleichung des
Barverkehrs in Frankreich eingeführte Bons zu 1. 2. 5,
10 und 20 Frs.
Postdatieren (lat.), vorausdatieren, einen zukünf—
igen Tag als Datum angeben (Gegensatz: antedatieren).
Postelberg, Stadt in Böhmen, an der Eger, (18060)
3556 E., Schloß und Herrschaft des Fürsten Schwarzenberg.
Posten (vom ital. posto), Staudort, Stelle, Amt;
Sabz, zusammengehörige Menge, bes. eine Geldsumme, so⸗
tern sie in Asanpig gestellt wird; danu Standort einer
Schildwache (s. d.), auch diese selbst oder kleinerer Truppen—
teil, zur Beobachtung eines bestimmten Geländeteils.
Postenoffizier, ein mit der Fürsorge für bestimmte Teile
ner Festungsanlagen betrauter Ingenieuroffizier.
Posten, Rehposten, Roller, das gröbste Schrot.
Posteo restanto (frʒ.), s. Postlagernd.
Postsri (lat.), Nachlommen; Posteritüt, Nachkommen-⸗
chaft, Nachwelt; Posterldra, nachfolgende Dinge, spätere
Begebeuheiten; auch der Hintere; Posteriorität, das Spüter—
ein, Nachstehen im Range (Gegensatz: Priorität).
Posterpeditor, s. Postanstalten.
Sost feostum (lat.) nach dem Fest, d. h. zu spät.
Postfrachtstücke, folche nach dem Auslande bestimmte
Postpaketsendungen, die das fur Postpakete zuläsfige Ge—
vicht von 3 und 5 Re und in der Ausdehnuug das Höchstnaß
 von 60 om überschreiten.
Postgeheimnis, das von den Postbeamten zu be—
vahrende Amtsgeheimnis (s. d.), insbes. s. v. w. Brief⸗
geheimnis (s. d.j.

Posthalter, ein Unternehmer, welcher sich der Postbehörde
ertragsmaßig verpflichtet, die auf der betreffenden Station
um Betriebe erforderlichen Beförderungsmittel (bes, Pferde
ind Postillione) bereit zu halten; die Reichspost hat außer⸗
»em drei eigene Posthaltereien, unter andern in Berlin.
— — s. Postanstalten.
Fost hoc, ergo propter hoo (lat. „danach, a
neswegen“), Bezeschnung eines fehlerhaften Schlusses aus
er zeitlichen Aufeinanderfolge zweier Erscheinungen auf
eren ursächlichen Zusammenhang.
Posthorn, Schneckenart, s. Süßwasserschuecken.
ßofthumus und Vosthuma (iat) Rachgeboren.
Postieren (frz.), hinstellen, einen Plaͤtz, Amt anweisen.
Postille (lat), im Miitelalter fortlaufende g
egungen der Perikopen, an deren Verlesung sich anschliehen
post illa); in der evang. Kirche Bezeichnung für die Aus⸗
aben von Predigtjahrgůͤngen, am berühmtesten Luthers
oppelte (Kirchen und Haus-) P.
Poftinion (frz. postiilon), früher Postknecht oder
Bostreuter genannt, der von der Postverwaltung (beamt⸗
ich) oder vom Posthalter (privatdtenstlich) besteltte Führer
ines Postfuhrwerks; er trͤgt Uniform nebst Posthorn. g:
Poftillivn, Tagfalter, fs. Gelblinge und Tafel:
3chmetterlinge 112.
Poestion s(spr. pö-) Joseph Calasanza, Schriftsteller,
eb. 7. Zuni 18653 in Aüssee (Stesermart), 1806 Dircktor
er Bibliothek des polit. Verwaltungsdienstes im österr.
Ninisteriuni des Innern in Wien, 1901 Regierungsrat;
eröffentlichte: „Einleitung in das Studium des Alt⸗
iordischen“ (2 Bde. 1882u. 1887), „Isländ. Märchen
1884), „Island“ (1885) u. a.
Postkarte (frz. darte postale, engl. post- card), offene
darte, deren Ruͤckfeite (neuerdings auch ein Teil der Bor⸗
erseite) für briefliche Mitteilungen bestimmt, 1865 von
Stephan angeregt, 1869 auf die unabhängig von ihm er
olgte Anregung Herrmanns (dgest. 1002) zuerst in Oster—
eich⸗ Ungarn, Juni 1870 im deutschen Reiche eingeführt
die P. mit Antwort Jan. 1872); durch den Weltpostver⸗
rag vom 1. Juni 1878 über den ganzen Erdball verfendbar.
nvn- der Schlußteil der röm. -kath.
esse (s. d.).
Postkongreft, internationaler, Vereinigung von Ver⸗
retern der dem Weltpostverein angehörenden Postyerwal⸗
ungen. Der erste P. 1874 in Bern, der sechste 1906 in
stom; die Postkouferenz zu Paris 1878 begründete den Welt⸗
Postl, Karl, s. Sealsfield, Charles. spostverein.
Postlagernd (früher poste restanto, frz. bureau
restant; engl. to be oalleũ for at post-oftico), Beyeich⸗
aung für Postsendungen, die das Postamt am Bestim⸗
nungsort aufbewahren soll, bis sfie der Adressat abholt.
ragerfrist für Sendungen aus Orten Deutfchlands und
Osterreiche Ungarns im allgemeinen einen Monat. —
RPostlimiuntum (lat.), das Recht des Wiedereintritts
ines aus der Kriegsgefangenschaft Zurückkehrenden in sein
Besitztum und Recht; auch die Wiederherstell ung der frühern
Rechlsverhältnisse in einem Lande nach desfen Befreiung
»on Feindesgewalt.
Postlot, das Lot des Zollpfundes — 16, 666 8.
Postmandat, s. Postauftrag.
Lostmarke, s. Postwertzeichen.
Bostmeister, s. Postanstalten.
Bostmeistern, im Kartenfspiel, s. Impaß.
Bostnachnahme, s. Nachnahnie.
Post nubiia PhoSbus, lat. Eprichwort: Nach Wolken
Sonne, unser: Auf Regen folgt Sonnenschein.
Postuumerando (nculat.), nachzahlend (Gegensatz:
Posto (ital.), Posten, Stand. — 7
Postpaketadresse, eine in einem hestimmten For—
nular gehaltene, einer Postpaketsendung beizugebende Be⸗
leitadresse.
Postpaketsendungen, Versandstücke mit festgesetztem
Maximalgewicht, die zu einem bestimmten Portosäatz durch
ie Post befördert werden. Porto in Deuischland, sowie
on uund nach Osterreich Ungarn: bis 5 xg auf 10 Meilen
25 H, auf weitere Entfernungen 60 93 über 8 x für
ie ersten 5 kg die genannten Vortosätze, für jedes weitere
dilogramm aber auf 10 Meilen , ο 8,2
60: 20 3. 60100: 30 3 100. 150:. 40 , uͤber 150
Meilen 305. Für P. mit Wertangabe außerdem eine Ver⸗