Pot

Potenza, Hauptstadt der unterital. Prov. und Landsch
Compartimento) P. (bis 1871 Basilicata genannt, 8862
mm, 1805, 480 705 E.), am Basento, (1901) 16186 6
Potenzieren, auf eine Potenz (s. d.) erheben; er—
öhen, steigern, verstärken. leiserner Kochgeschirre.
Poterte Erz.), Tonwaren; Topfgießerei, Herstellung
Poterieen, Unterabteilung der Rosa—
zeen (s. d.).
Foterium L. Pflanzengattg. der Rosa⸗
zeen, ausdauernde Kräuter der, nördl. ge—
mäßigten Zone; bei uns häufig P. sanguisorba
 L. Gecherblume, Gartenbiber—⸗
nelle, Pimpinelle Abb. 1427)]), Futter⸗
kraut, auch als Küchengewürz kültiviert.
Poterne (rz.), tunnelattiger Durch—
gang durch einen Festungswall (s. Graben⸗
wehr nebst Abb. 716); auch die breiten
iberwölbten Festungstore.
otgieter, Everhardus Johannes, nie— *36
derländ. Schriftsteller, geb. 27. Juni 1808 Becherblume.
in Zwolle, gest. 8. Febr. 1875 in Amsterdam; gründete
1838 die Monatsschrift „De Gids“, die er bis 1868 lei—
dete, und schrieb Kritiken, Gedichte und Novellen. — Bgl
VBerweg (1802).
Pothenotsche Aufgabe (spr. nohsche), in der Geo—
däsie die Aufgabe, aus der bekannten Lage dreier unzu—
Jünglicher Punkte die unbekannte Lage eines vierten Punties
zon diesem aus zu bestimmen.
Pothier (spr. Atich), Rob. Jos., franz. Jurist, geb.
3. Jan. 4699 zu Orleans, gest. 2. März1772 als Rat
und Prof. des franz. Rechis das.; schrieb „Traites sur
Utkérentes matiéres de droit divit“ (4 Bde. 1778-14),u.
 a. — Biogr. von Fremont (1859).
Poti, türk. Kala-Fasch, Hafenftadt im russ.-kaukas.
Bouv. Kutais, an der Mündung des Rion ins Schwarze
Meer, 7666 E.; bis 1829 türk. Festung.
Potidäa, korinth. Kolonie auf der mazedon. Halb—
nsel Pallene, 356 v. Chr. von Philipp II. von Maze—
»onien zerstört, nach 316 durch Kassander als Kasisandreia
vieder aufgebaut; jetzt Pinaka.
Fotio (lat.), das Trinken, Trank.
Potiphar („dem [Sonnengott] Ra geweiht“), Name
owohl des ägypt. Herrn des Joseph (1Mos. 39)
vie auch von Josephs Schwiegervater (1 Mos. 41, 45).
Potoscki (spr. -tötzti), poln. Grafenfamilie. — Graͤf
Stanistaw Felix P., geb. 1745, stiftete mit andern Aristo—
rraten die Targowitzer Konföderation, gest. 1805. — Graf
Ignacy P., geb. 1751, Mitbegründer der Konstitution
bom 3. Mai 1781, gest. 30. Aug. 1809 in Wien. —
Sein Bruder Graf Stanissaw Kostka P., geb. 1752,
zest. als Minister des Kultus und Unterrichts für Polen
i4. Sept. 1821; schrieb über Beredsamkeit und Stil
4 Bde., 18165). — Graf Jan P., geb. 1761, gest. 1815,
law. Geschichtsforscher; schrieb: „kͤssai sur Vhistoirso
aniversello et recherches sur la Sarmatie“ (2 Bde.,
1788), „Histoipe primâtive des peuples de la Russie“
1802), „Histoire de Wolhynie“ 2c. (1804585) u. a. —
Alfres P., geb. 1817, 186770 österr. Ackerbauminister,
8790- 71 Ministerpräsident, 1875 — 83 Statthalter von
Balizien, gest. 18. Mai 1889 in Paris.
Potomac, Fluß in Nordamerika, Grenze zwischen
Maryland und Virginien, eutsteht in den Appalachen,
nündet nach 640 kxm. in die Chesapeakebai.
Potosi, Hauptstadt des bolivian. Dep. P. (126 390
Ikxm, 1800: 325 615 E.), auf dem silberreichen Cerro de
p. (4688 mm; durch 5000 jetzt meist verlassene Stollen aus—
ehöhlt), 20310 (im 17. Sahrh. 160 000) E. Potosi.
Potofi, Staat und Siadt in Mexiko, s. San Luis
Potpourri frz. spr. Ppurri), s. v. w. Olla podrida
J. d.); in der Mustk s.v. w. Quodlibet; auch Gefaß mit
gielerlei wohlriechenden Stoffen.
Botsa, griech. Gewicht zu 2 Oken S 8,2 Kg.
votschalew Flecken im russ. Gouv. Wolhynien, nahe
mn der österr. Grenze, mit berühmtem russ.-orthodoren
dloster, der Potschajewschen Lawra.
Potschappel, Dorf in der sächs. Kreish. Dresden,
an der Weißeritz im Plauenschen Grunde, (1908) 8224 E.,
Boldschläügerei. Maschinen-, Porzellanfabrikation ic.

Potschinki, Stadt im russ. Gouv. Nishnij Nowgorod,
in der Rudnja, 9894 E.
Pots dam, Hauptstadt sKearte: Deutsches Reich —
ver preuß. hros. Braudenburg und des Reg.Bez. P. (2063
1Xxm, 1800: 1929304, 1905: 2327 810 E., 5 Stadt⸗,
s4 Landkreise) und Stadtkreis, an der Havel, V 2
uuf dem Potsdamer Werder, einer von der 7
Zavel und von Havelseen gebildeten Insel, —5
weite königl. Residenzstadt/ (10001 59798 6
1905: 61373) E. Garnison, Oberpräsidium,
dechnungshof des Deutschen Reichs, preuß.
Oberrechnungskammer, Land⸗s, Amtsgericht,
Dberpostdirektion, Handelskammer. Gebäude:
Garnisonkirche (18. Jahrh.; Gruft Friedrich ear
wilhelnis I. und Friedeschs d. Gre, Glockenspiel), Nikolaikirche
 (1830-837), Heilige-Geist-Kirche, Friedenskirche
I84530, Basiliia Gruͤft Friedrich Wilhelnus 1V. .dae
neben Mausoleum Kaiser Friedrichs III.), daosertuche
I808); Stadischloß (u7. u 18. Jahrh). Platze: Wil⸗
jelmsplatz (Denkmal Friedrich Wilhelms TII.) Basinren
dusigatten it Paradeplatß und Ventmal Friedrich Wil⸗
helms T, Gyningfium, Realgymnefium, Lehrerinnensemi⸗
iar, Kriegs-, Unteroffizierschule, Kadetten-, —
us. Umgebung: Pfauemmfel mit Landhaus, russ. Kolouie
Alerandrowka, königl. Schlösser Saussouci, Babelsberg,
zharlottenhof, Renes Palgis Marmorpalais, auf dem
clegraphenberge das astrophysik und metcorolog, Obsen
atoriuge und das Grodatisthe Institut. Val. Geschichte
»er Residenzstadt P.“ (18883).
Pott, Maß, s. Pot.
VPott, Aug. Vriedr., acenee geb. 14. Nop.
g802 zu Nettelrede (Hannover), seit 1886 Vrof. zu Halle,
rest. das. 8. Juli 1887; Hauptwerke: „Etymolog. 31
chungen⸗ (2. Auff. 1860 76),. Die Zigeuner“ (184
2455, „Die Personennamen“ (2. Aufl. 1859).
Pott, Percival, engl Chirurg, geb. 1713, gest. 22. Dez.
788 als Oberarzi am Bartholom aushospital zu London,
tach ihm benannt das Pottsche übel (s. d.).
Pottafche, kohlensaures Kalium, dargeftellt durch Aus—
augen der Holzasche, Abdampfen der Lauge und, Glühen
es Rückstandes auch aus Chlortalium analog der Leblanc⸗
chen Sodafabrikation, aus der Rübenmelasse und aus n
Vollschweißwässern durch Eindampfen und Glühen, enthun
oh 10—20 Proz. fremde Salze, bes. Kaliumchlorid un
datriumsulfat, wird gereinigt durch Auflösen in wenig
Wasser, Abfiltrieren von den Verunreinigungen und Kin-‚ampfen.
 Chemisch reines Kaliumkarbonat, früher durch
svlühen von Weinstein (daher Weinsteinsaiz) gewonnen,
vird aus dem gut kristallisierenden sauren Kaliumkar⸗
onat durch Erhitzen dargestellt. Es ist ein weißes, körnie
jes, stark alkalisches Puiver, schmilzt bei Glühhitze, zere
ließt an der Luft zu einem dicken Ol (Weiusteinoͤl); in
Veingeist nicht löslich. P. dient zur Herstellung von Atztali,
Zeife, Glas, Blutlaugensalz und vielen andern Kalium—
alzen; auch medizinisch zu Bädern ꝛc. verwendet.
Pottendorf, Vartt in Riederosterreich (1o00) 33416E:,
-chloß. soo)ß 2680 6.
Pottenstein, Markt in Niederösterreich, an der Triesting,
Potter, Paulus, niederlaͤnd. Tiermaler, geb. 20. Nop.
625 zu Enkhuysen, gest. 17. Jan. 1654 zu Amsterdam;
»es. Weidevieh, Rinder, Schafe ꝛc. Berühnt: Der junge
Stier (1847, Haag), Die sich spiegelnde Kuh (ebd.). —
3gl. Westrheene (franz., 1867).
Potteries (ni. ee Fabrikgegend im nord⸗
vestl. Teil der engl. Grafsch. Stafford, liefert das be⸗
ühmte engl. Steingut 2c. umfaßt das an Eisenerzendohlen
 und Töpferton reiche Tal des obern Trent in einert
lusdehnung von 11 13 iem und bildet fast eine einzigt
Stadt nut etwa 800 000 E.; wichtigste Fabrikorte: Stoke⸗
ipon⸗Trent, Newcastle-⸗under⸗Lyme, Burslem, Fenton 26.
Pottfisch, s. Pottwal [Abb. 1429). 2.4.
ßottie ( pr. pottiy, engl. Hohlmaß zu 1h Gallon
Rottsches uübel (ialum Pottu; beuannt nach dem
xzhiturgen Pott s. d.) Spondylarthrotace, eiterige Ent⸗
ündung der Wirbelknochen und Wirbelbänder, am häufig⸗
ten bei skrofulösen Kiudern, hinterläßt gewöhnlich eine
zauernde Verkrümmung der Wirbelsäule (Buckel).
Potistown (jpr. taun), Ort im nordamerik. Staate
Zennsylvanien, am Schuvlkiil, (1900) 13696 E.

1428.
Potsdam.