Pro
m Gegensatz zum Phantasievollen. Prosalter, Prosaist,
Schriftsteller in P.; prosaisch, in V. geschrieben; nüchtern,
hantasielos.
Pro saldo (ital.), fälschlich für Peor aaldo (s. d.).
Prosfécco (Proset). Dorf im Gebiet von Triest, (1800)
.088 E.; Weinbau (süßlicher Rotwein).
Prosektor Eat. „Vorschneider“), in anatom. Lehr⸗
anstalten der Assistent, der die anatom. Pruüparate herzu—
ichten hat; auch der pathol. Anatom, der die Leichensektionen
ʒehufs Feststellung des Krankheitsbefundes ansführt.
Prosekution (lat.), Verfolgung, gerichtliche Belan⸗
— —
Proselnyt (grch, „Ankommliug“), der von einer (bes.
Religions⸗) Partei zu einer andern übertretende; die Be⸗
eichnung stammt aus dem griech. Judentum, wo zur
Zeit Jesu die sich den Synagogengemeinden anschlichenden
Heiden P. (Luther: „Indengenossen“) genannt wurden.
Broselytenmacher, einer, der andere in ——— Weise
ür seinen Glauben zu gewinnen sucht (nach Matth. 28, 16).
Prosen, s. v. w. Sequenzen (s. Sequenz).
Prosenchyum (grch.), Pflanzengewebe aus langge⸗
treckten, zugespitzten, meist dickwandigen Zellen.
Proserpina, s. Persephoue.
rosimãi, s. Halbaffen.
Prosit (lat.), es nütze! wohl bekomm' es!
Proskan, Marktflecken im preuß. Reg.⸗Bez. Oppeln,
1800) 2244 G. Schloß, Lehrerseminar, pomolog. milch⸗
virtschaftliches Institut, Forstlehrlingsschuͤle.
Proskribieren (lat)), ächten, vogelfrei erklären; Pro—
kriptisn, Achtung, Verbannung, Verfolgung; zuerst 82v. CThr.
on Sulla angewendet. ssüdl. Bug, 28 961 E.
Pröskurow, Kreisstadt im russ. Gouv. Podolien, am
Broskynesis (grqh.), fußfällige Verehrung.
Prosna, l. Nebenfluß der Warthe, entspringt im preuß.
Reg.⸗Bez. Oppeln, mündet nach 180 xkmeunterhalb Pei—
ern; meist die Grenze zwischen Posen und Polen.
Prosobranohiata, s. Vorderkiemer.
Prosodie (grch.), das Zeitverhältnis der Silben; die
dehre von der Quantität (Länge und Kürze) der Silben
Prosõdik). Prosodisch, die P betreffend.
Prosopalgie (grch.), Gesichtsschmerz; Prosopoplegie,
Besichtslähmung; Prosopopöte, s. v. w. Personifikation;
Prosopospasnus, Gesichtskrampf.
Prospékt (lat.), Ansicht, Aussicht, Fernsicht; in der
bildenden Kunst die Darstellung der Ansicht von Gebäude—
zruppen, Straßen, Plätzen ꝛc. GProspektmalerei); auch
v. w. breite Straße (in Petersburg); ferner der über—
ichtliche Plan einer gewerblichen, wissenschaftlichen oder
ünstlerischen Unternehmung.
Prosperieren (lat.), gedeihen, guten Fortgang haben
brosperität, Gedeihen, Wohlergehen.
Prossimo (ital.), nächsten Monat; P. passato, nächst⸗
hergangenen Monat; P. rentũro, nächstkommenden Monat.
Proßzunitz, Bezirksstadt in Mähren, in der Hanna—
bene, (1900) 24054 E.; Textilindustrie. J
Prostäta (grch.), Vorsteherdrüse, kastaniengroße Drüse
anterhalb der Harnblase des Mannes, den Anfangsteil
der Harnröhre umfassend; vergrößert sich im Alter haͤufig,
vodurch die Harnentleerung erschwert werden kann
Brostatitis, Entzündung der P. J
Prosternieren (lat.), hinstrecken, niederwerfen.
Prostitnieren Cat.), preisgeben, entehren (s. Pro⸗
ee bloßstellen, lächerlich machen.
Prostitution (lat.), Preisgebung, bes. die gewerbs⸗
mäßige Selbstpreisgebung eines Frauenzimmers ( einer
Prostituierten) zur Unzucht. Schon im Altertum erwähnt
dei Juden, Babhloniern, Phöniziern, Persern (meist mit
Ziginsem Kultus verbunden), bei den Griechen sdurch
Solon) und Römern (unter Aufsicht der Ädilen) gesetzlich
gexegelt; im Mittelalter vergebens durch Kirche ünd Staat
ekämpft, nahm die P. bes. in den modernen Großstädten
zewaltig überhand; sie ist jetzt fast in allen Kulturstaaten
owohl wegen der in der Schädigung der öffentlichen
Moral als bes. auch in der Berbreitung der Syphilis
iegenden Gefahr durch Gesetze und polzzeiliche Anbrd⸗
rungen geregelt (Deutsches Strafgesetzb. 3619. — Val.
Dufdur (deutsch s Bde. 1800 8), Kühn-Reich (1888),
Tarnowsty (1800), Miller (1892), Lombroso und Ferrero
1894), Ströhmberg (1899), Wesi (1803), Harriet (1904)

162

Prostken, Dorf im preuß. Neg.-Bez. Allenstein, an
er russ. Grenze, (18900) 1972 E.; Speditionshandel g
Proͤsthlos, griech Lempel, bei demm nur die Vorholle
orn durch eine Säulenreihe bearenzt ist
Abb. 1440).
Proszenium (lat.), im griech.⸗röm.
Theater der Platz vor der Szene, der
Irt, wo die Schauspieler auftraten
Tafel: Literatur J, 1], im modernen d
cheater der Vorderteil der Bühne zwischen Vorhang un
Orchester, auf beiden Seiten durch die Proszeninmsnogen
Protagon, sJv. w. Lezithin (s. d.). lfautiert
Protagonist (arch in altgriech. Drama der erste
der die Hauptrollen spielte.
rolagsras, griche Sorhist aus Abdera, im b. Jaheh.
. Thri, ais Alheist gus Alhen verbannt und auf der
lucht bei einem SEchtsbruth ertrunten, fein Hauptsatz
„Der Mensch ist das Maß aller Dingeꝰꝛ. uptt
Proteazẽen, Pflanzenfamilie der Thymelinen, Baume
der Sträucher in Aufiralien und Südafrika, mit leder⸗
rtigen Blattern und koͤpfchen- oder Ahrenförmigen Blüten⸗
ständen; viele Zierpflanzen.
Protegẽ (jtꝛ sproscheh), Schützling, Gümstling
protegieren, in Schutz nehmen, begünstigen.
Proteide, s. Proteinkörper. —
Proteinkörper, Proteinstoffe, Eiweißstoffe, Inn
min. oder Eiweißtörper, Blutbilvuer, fückstosshaltige Sto
des Tier⸗ und Pflanzeureichs, werden von den vpflanzg
nn den Samen abgelagert, von den Tieren mit der Nab⸗
ung aufgenommen und umgewandelt, bilden in festem zu/
tande weiße, flockige oder kumpige, geruch⸗ und geschmag
ofe Massen; getrocknet gelb, duͤrdscheinend, hornan
pröde. In Wasser und —1 sind die P. meist uͤnlösli n
a Alkalien und konzentrierten Mineralsäuren löslich In
eilweiser Zersetzung; durch die Einwirkung des Magensaf ⸗
Pepsin) oder Pankreassafis (Trypsin) — zuerst Peb⸗
one und Albumosen, dann Amidosäuren. Eintetlung
) eigentliche (native oder gennine) Eiweißstoffe: 8.*
zumine, in Wasser, Säuren und Alkalien wein die wihe
ige Löfung gerinnt beim Erhitzen und beim Versetzen wit
annn und Reutralfalzen? Eieralbumin; Serumalbn
nin (im Blutserum ec.) wird durch Ather nicht gefällt, n
Säuren leicht löslich; Nyogen (Muskelalbumin), gerinn
hdei 400 und beim Absterben der Muskeln; Lakialbumin⸗
in der Milch und im Koloftrum, gerinnt' bei etwa 80
pflanzenalbumin (f. d.); b. Globuline (f. d.). — 2) Vro⸗
eide, spaltbar in Eiweiß und nicht eiweißartige Körper
Nutieo und Paranutleoproterde, enthalten duch Gisen
ind Phosphor, kommen in den Zellkernen vor, spalten sich
n Albumine und phosphorhaltige Nukteinsäuren; Para⸗
rukle valbumine, Haupthestaudtele des Plasmas, verhalten
ich wie Sauren, fen sich nicht in reinem Wasser, abern
erdünnten Alkalien; diefe Löfuͤngen gerinnen beini Erhigen
uicht, aber auf Zusat von Bitterfalz; Kaserne, werden au
hren Lösungen durch Hitze erst bei 130 — 150 gefällt, durch
sewisse Fermente schon bei gewöhnlicher Temperatur; geben
jefault Käse: Milchtasein, Pflanzenkasein egumun
Zlutenkasein); p. Chromoproteide, spalten Fardbstoffe ab
hämoglobin (s. Blutfarbstoff); o. Glykoproteide, spalten
Jucker ab Muzine (Schleintotfe), ducch öfsigsaure fäll⸗
dare, fadenziehende Stoffe in Galle, Speichet, Schleim,
Füzes, Harn, im Bindegewebe, in Drüfen, Sehnen; Mu—.
ide (Muzinvide), durg Essigfäure nicht füllbare Schleim⸗
doffe. — Durch Hihe, Fermente oder Chemikalien ent⸗
tehen aus den eigentlichen Proteinftoffen die koagulicrten
Eiweißstoffe, die Fibrine, die Azidaluumine und Allali⸗
ilbuminate (durch Säuren und Älkalien), die Albumosen—
demialbumofen, Proteosen, Propeptone und Peptone ·
zu den Vroteinstoffen werden ferner gerechnet die An
ormten Fermente, die giftigen Toxalbumine (Lupinengist⸗
Schlangen⸗, Spinnen-, Fischgifte; Tuberkulin, —
cin u. a.) und die Albumindide: Kollagen leimgebend
Substanz), Glutin (s. d.), Keratin (s. d.). P. dienen q
mentbehrliche —— und werden auch zu mediz, Prä⸗
haraten beniitzt, fo zu Rähr-, Silber-, Eisenpruparaten c.
Bal. Schutg (18001 f9.), Tohnheim (2. Aufl. 18904).
Proterktion (lat.), Schutz, Gönnerschaft; Protettions⸗
ystem, s. v. w. Schittzzollsystem (s. d.); Protetti onisten
Anhänger desselben; Protöektor, Schutz-, Schirmherr, Tite