Pur
ungsgeschichte sehr verdient, entdeckte das Deinnainen
. 8 im Vogelei (BPurtynjesches Bläschen), ferner die
Arsache vieler subjektiver Gesichtsbilder, darunier die nach
ihm benannte Aderfigur (die Wahrnehmung der in der
Retzhaut selbst befindlichen Blutgefüäße) und das Purkynjesche
Araen (zwei e sind am Tage ihehen
un der Dämmerung uicht mehr); schrieb Zur iologie
dex Sinne“ (2 Bde., 8 ip a. 41634
Purmerend (spr. pör), Stadt in der niederländ.
Brop. Nordholland, am Nordhoͤlland Kanal, (1899) 5695 E.
Purpur (lat.), violettrote Farbe, welche die Phönizier
werst aus dem sich am Licht färbenden
Saft der Purpurschnecken bereiteten; dann der dami ge⸗
ärbte kostbare Stoff, das charakteristische Abzeichen der asiat.
önigswürde, sowie der hoͤchsten Beamten im alten Rom
Paurpurati), jetzt noch der Kardinäle; daher: den P. er⸗
halten, s. v. w zur Würde eines Kardinals gelangen. Jetzt
erzielt man die Purpurfarbe mit Orseille (s. d) und ves.
nit Teerfarbstoffen. — Vgl. Dedekind, „Ein Beitrag zur
Purpurkunde und „Lu pourpre vertô“ (18908); Faymon⸗
»ille, „Die Purpurfärberei“ (1880). — Uber den P. des
Fassius (Goldpurpur) s. Gold.
Purpurausschlag, Purpurfriesel (Purpura), kleine
cote Flecken der Haut, treten unter rheumatischen Schmer⸗
zen auf und verblassen allmählich wieder.
Purpurblau, s. v. w. Indigpurpur (s. Indigo).
Purpurfriesel, s. Purpurausschlag.
Purpurgrakel, s. Schwarzvögel.
Purpurhuhn, s. Sumpfhühner.
Purpurin, Krappurpur, Trioxyanthrachinon, ein
Farbstoff des Krapps, Begleiter des Alizarins im Krapp,
vie dieses aus Anthrazen künstlich hergesteilt, orangefarbene
Nadeln; färbt mit Tonerde gebeizte Baumwolle scharlachrot,
 mit Chrom gebeizte rotbraun.
Purpurin, Glasmasse, s. v. w. Hämatinon (s. d.).
Purpurschnecken (Purpuridae), Familie der Vorder⸗
iemer, mit dicker, eiförmiger Schale, kurzem Gewinde und
Joßer letzter Windung mit weiter Mündung. Mehrere
Arten haben an der Wand ihrer Kiemenhöhle eine Drüse, die
einen schleimigen, gelblichen Saft (Purpur, s. d.) absondert.
Bekannteste Gattg. Parpura, bes. in warmen Meeren.
d. patula Lam., schwarzbraun, im Mittelmeer; P. lapil
—DDDDD———
Bestküste Frankreichs, Nordsee ꝛc. Die eigentlichen P. der
Alten gehören zur Gattg. Stachelschnecke (s. d.).
Purpurschwefelsäure, s. Indigo.
Purree (engl., spr. pörxih), Jaune indienne, Indian
ellow, gelber Farbstoff, setzt sich aus dem Harn von
Kühen ab, die mit Mangoblattern gefüttert worden sind,
esteht aus Euranthon und curanthinsaurem Magnesium
Nalerfarbe aus Ostindien und China.
Pürschen (Jägerspr.), s. Birschen.
Purtscheller, Ludwig, Alpiuist, geb. 6. Okt. 1849 in
Innsbruck, gest. 8. März 1900 in Bern.
Purulent (lat.), eiterig; Purulenta, Eiter erzeugende
Mittel; Purulenz, Eiterung; Puruleszenz, Verciterung
Purus, r. Nebenfluß des Amazonenstroms, entspringt
in den peruan. Kordilleren, mündet nach 3100 km im
»rasil. Staate Amazonas in vier Armen.
Purworedjo, Hauptstadt der niederländ. Residenthaft
 Bagelen auf Java, am Bogowonto, (1895) 132116E
Purzler, s. Tümmlertauben.
Pu⸗fan⸗kai, Stadt auf Korea, s. v. w. Fu-san.
Püschelkunst, s. Paternosterwerk.
Bufchkar (Puhtar), Wallfahrtsort, am See P. im
orit.- ind. Kommissariat Adschmir⸗Merwara, ca. 4000 E.,
inzige Stadt Ostindiens mit einem Tempel Brahmas,
(100 000 Pilger).
uschkin, Aler. Sergejewitsch, russ. Dichter, geb.
. Juni 1799 in Moskau, besuchte das Lyzeum in darstoje
Selo, trat 1817 in den Staatsdienst, 1820 -26 nach
Südrußland verbaunt, besuchte den Kaukafus, die Krim,
püter auch Orenburg, Kasan, gest. 10. Febr. 1837 an den
Folgen eines Duells mit e osten Dichtungen,
zum Teil von Byron beeinflußt: „Ruslan und Ludmila“
romantisches Epos), Der Gefangene des Kaukafus!“,
Jewgenij Onjegin“ (Rtoman), „Boͤris Godunow“ (Tra⸗
jödie), „Die Hauptmannstochter“ (Novelle) u. ac; deutsch
don Bodenstedt (3 Bot, 1854), Wolfsohn (‚Rufs. Rovellen

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zichter“, 3 Bde. 1848 61), Ascharin (2. Aufl, 1888) u. a.
— Biogr. von Annenkow (1874), Stojunin (1881).
Puschkur, ind. Wallfahrtsori, s. Puschkar.
Buschlav, deutscher Name von Poschiavo (s. d.).
Puschtu, Sprache der Afghanen, s. Pachtu. o
Putein (spr. piuhse), Edward, engl. Theolog, geb, 1808
zei Orford, seit 1838 Kanonikus von Chrisichurch
Brof. der hebr. Sprache zu Orford, gest. 16. Sept. 188
n Ascot Priory; Hauptbeförderer d 1833) und, nach
J. H. Newman's (s. d.) Ubertritt zur kath. g eigentlicher
Führer der nach ihm Pufeyismus bengunten kathölisieren⸗
en Richtung in' der engl. Hochtirche (Anuglokatholizis
mus), welche die Autorität der Tradition, die objektive
raft der Sakramente, die Heilsnotwendigkeit der bisgo
auf apostolischer Nachfolge beruhenden Gewalt betonte und
ür die Einführung kath. Riten (daher Ritualismus) in,
rat, nach dem Tikel ihrer Agitationsschriften „Tractso
Phe times“ Traktarianismus genannt. Der gHufeyismus
ehauptete sich als eie Partei in der anglikan
dirche, in der ex vielfach Kniebeugung, Weihwasser, Letzte
Sluug, Erhebung der Hostie, Marien- und Heiligenverhrung
 eingeführt hat. — Bgl. Liddon, „Life of EF.
A Bde. 1803075.
Puͤspoökladanu (spr. püschpöckläddahnj), Großgemeinde
m ungar. Komitat Hajdu, (1900) 10888 E.
ꝓastci (at.), Blatter, Eiterbläschen, entsteht durch
Intzundung einzelner Talgdrüsen der Haut, Gruͤndform
mehrerer Hautkrankheiten Pocken, Elthyma ꝛc.).
—— s. Brechweinstein. rol
Pustertal, 100 xwlanges Gebirgstal in Tirol,
⸗on Muͤhlbach an der Rienz aufwärts über das Toblacher
Feld (18014 u. d. Me) und an der Drau abwürts bis
dienz, von der österr. Südbahn durchzogen, mit vielen
Seitentälern (Enneberg, Tauferer, Isel⸗, Ampezzotal).
Puszten (Singulat Puszta,, Einöde“), in Ungarn
irfprünglich Allodialgründe oder Prädien, auf denen keine
Bauerngründe vorkamen, früher weit ausgedehnte, unbe⸗
vohnte Weideplätze, jet meist bebaute Weigen- und Mais—⸗
elder; daher P. auch s. v. w. ungar. Landgut.
Putativon (lat.), das Dafürhalien; putativ, vermeint⸗
lich Putativehe (Glaubensehe), Ehe, bei welcher beide
Ehegatten oder auch nur der eine Teil das ihr entgegen⸗
stehende gesetzliche Hindernis nicht gekannt haben.
Putbus, Marktflecken auf Rügen, Hauptort der Herr⸗
sichaft P. (330 qkm), (1905) 2056 E., königl. Pädagogium,
dahei Secbad Friedrich-Wilhelms-Bad), fürstl Schloß
nit Park.
Putbus, Nebenlinie der alten Fürsten von Rügen,
1727 in den deutschen, 1731 in den schwed. Neichsgrafen⸗
tand, 1807 in den schwed. Fürstenstand erhoben; letzterer
1817 von Preußen anerkannt. Standesherr ist Withelmi
Malte, Fürst von P., Reichsgraf von Wylich und Lottum,
geb. 16. April 1833, preuß. Oberst-Truchseß, Erbland⸗
marschall von Nugen, Mitglied des Herrenhauses.
Puteal (lat.), steinerne Brunnenaͤnfassung; dann ein
Blitzgrab, an der Stelle errichtet, wo der Blitz einge⸗
chlagen hat. sder Seine, (1001) 21341 6.
Putegdux (spr. pütoh), westl. Vorort von Paris, an
Puteoli, alte Hafen⸗ und Handelsstadt in Kampanien;
uter, f. v. v. Truthuhn fieht Pozzuoli.
Putignano (spr. injähno), Stadt in der ital. Prov.
Bari delle Puglic, (1901) 18 969 E.
Putiwl, Kreisstadt im russ. Gouv. Kursk, am Sejm,
3965 E.; 21 Bmeuvon der Bahnstation P.
Putlitz, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Potsdam, an
derx Stepenitz, (1905) 1807 E.
Putlitz, Gust. Heinr. Gans, Edler Herr zu, Dichter,
jeb. 20. März 1821 zu Retzin in der Nrignitz, 18635
j6 Hoftheaterintendant in Schwerin, 187889 General⸗
airektor des Hoftheaters in Katlsruhe, gest. 8. Sept. 1880
n Retzin; schrieb den Märchenstrauß , Was sich der Wald
xzählt (50. Aufl. 1900), Lustspiele ( Badeluten“, „Der
Salzdirettor⸗ Schwert, des Damokles ac.), Schaufpiele
„Waldemar“) Trauerspiele („Don Juan d'Austria“),
Nopellen“ (1863), Romane u. a. — Biogr. von Elisabeth
zu P. (3 Tie. 1804 95).
Putna, r. Nebenfluß des Sereth in Rumänien (Mol⸗
au); danach benannt der rumün. Kr. P., 3249 qkmm, (1809)
151249 E.; Hauptstadt Focßanl.