Rad

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Radieschen, s. Rettich.
Radigkeit des Weizens, s. Gichtkörner.
Raditeren (at.), ausstrahlen.
Radikal (Gom lat. radix, Wurzel“), von Grund aus,
zründlich. Radikalismus, die Denkart, die überall bis zu
jen letzten Konseguenzen eines Prinzips geht und diese
rücksichtslos zur Geltung zu bringen sucht.
RNadikale, zusammengesetzte in der Chemie Atom⸗
omplexe, die bei chem. Operationen unverendert in die
Produkte übergehen, sich dabei alfo wie Elemente (ein⸗
ache R.) verhalten, z. B. Ammonium, NU,, die Radikaleorie,
 die die Chemie der organischen Körper als die
Reaktionen zusammengesetzter R. betrachtete, war der Vor⸗
äufer der jetzt eee Strukturtheorie.
Radikand (lat.), in der Mathematit die Zahl (Formel),
us der, eine Wurzel gezogen wird.
Radin (poln. Radzyn) Kreisstadt im russ.-poln. Gouv.
-Zjedlez, an der Bialta, 5390 E.
Radioaktivität, die Eigenschaft, Becquerelstrahlen
s. d.) auszusenden, kommt außer den Uranverbindungen
nuch den Thorverbindungen zu (E. G. Schmidth. Aus üran—
nineralien wurden von P. und S. Curie bedeutend inten—
iver wirkende Substanzen isoliert, von denen sich das
Radium (s. d.) als den Element erwies, während das
Polonium (s. d.) noch nicht als solches defimert werden
kounte; auch das von Debierne aus Uranmineralicn ab—
eschiedene Altinium ist chemisch noch unbekannt. Radium,
Thor und Aktinium übertragen die R. auf Körper, die mil
hnen im gleichen abgeschlossenen Raume sind (sog. sekun—
dre oder induzierte R.); an freier Luft verschwindet diese
nduzierte R. allmählich von selbst; als ihren Träger er⸗
annte Rutherford die Emangation, ein radioaktives Gas,
velches die induzierenden Substanzen beständig abgeben,
und das sich nach einiger Zeit in Helium verwandelt. Elster
ind Geitel fanden es auch in der atmosphärischen Luft und
'onnten es, da es positiv elektrisch geladen ist, auf einem
negativ elektrisch geladenen Draht verdichten; es stammt aus
oem Erdboden und findet sich auch in Heilquellen vor.
Radiographie (lat.-grch.), die Untersuchung mit
Röntgenstrahlen, bes. die Herstellung von photogr Bil—
dern (Radiogrammen) mittels derselben.
Radiolarien (Badiolaria), s. Strahlentierchen.
Radiolates, fossiler Zweischaler, zu den Hippuriten
. d.) gehörig. J
Radiometer (lat.ægrch.), Lichtmühle, von
Trookes 1874 erfundener physik. Apparat, der
zurgh die Einwirkung von Licht und Wärme—
strahlen in Bewegung gesctzt wird. Tatsächlich
virken nur (im Licht enthaltene) Wärmestrahlen.
in in einem luftleeren Glasgehause auf einer
Spitze drehbares Armkreuz trägt leichte Blättchen
aus Aluminium, Glimmer ec., die einseitig mit
Ruß geschwärzt sind [Abb. 14661).
Radiophon (lat.grch.), s. Photophon.
Radiuim (chem. Zeichen Ka), vom Ehepaar dadipe
Zurie in Paris 1888 entdecktes, dem Baryum, eene
ihnliches Element vom Atomgewicht 225, findet sich im
lraupecherz. Seine Salze lassen sich nur schwer von denen
des Baryums trennen; sie sind, frisch abgeschieden, farblos,
järben sich aber beim Stehen rosenroft. Auf Sauerstoff
wirken sie ozonisierend. Auf der Haut erzeugen sie Brand⸗
wunden. Das R. hat hohe Radioaktivität (s. d. und Bec—
querelstrahlen). — Vgl. Danue (1904), Besson (deutsch
.905), von Papius (1005), Sommer 11906).
Radlus (lat. Mehrzahl Radien), Fren die Speiche,
cr Jach der Daumenseite gelegene der beiden Knochen
des Vorderarms, Armspindel; in der Mathematik s. v. w.
Halbmesser (f. d). R. Foctor (Leitstrahl, Fahrstrahl, Zug
linie) eines bewegten Punktes, sein jeweiliger Abstand von
einem festen Punkte; in der Ästronomie die jeweilige Ent⸗
iernung, eines Planeten oder Kometen von der Sonne.
MRadius, Anng, geborene Zuccari, ital. Schriftstellerin,
chricb unter dem Pseudonym Reera psychol. Rovellen und
Romane, wie „Ii Castigo“ (1881).7 Tu Regaldina“
1884), Lydis (I 8S88), Nol sSegnα öοε le idee
una donpa“ (1804) i. a. sowie das philof. Buch
„Battaglis per uu idea“ (18068).
Radizieren (at.), wurzeln, Wurzel fassen; auf seinen
Ursprung zurücführen; auf ae Einkuünfte anweisen;

auf ein Grundstück als Hypothek eintragen; die Wurʒe
riner Zahl finden. Radizierte Gewerbe. solche, bei vene!
hie veraußerliche und vererbliche Berechtigung zum Betrie
im eine unbewegliche Sache (Brauerei, Muͤhle, Gasthaus 7
Radlinie, .Zystloibe. sgebunden ist
Radlkofer, Ludwig, Botaniker, geb. 19. Dez. 1828 in
München, seit 1889 Prof. das., bpedeutend, durch seinc
matom.⸗systematischen Arbeiten; schrieb: Monographi
er Sapindazeengaitg. Serjania“ (18785), „uber die Metho
den in der botan. Systematik 2c.“ (1883) u. a. in
Radloff, Wilh. Sprachforscher, geb. 17, Jan. 1837 r
zerlin, 1860—706 Lehrer an der Bergschule in Barnau
Sibirien) 1871 84 Inspektor der mohammed. Schulen in
dasan, 1885 Mitglied der Petersburger Akademie der Wissen⸗
Deen veröffentlichte Sprachproben (10 Tle.,1 s
rammatik (1. Th. 1880), Worterbuch (18886 s9.) der Zürk⸗
ialekte, „Arbeiten der Orchon-Expeditivn“ (1882 f.)
Aus Sibirien“ (1884) u. a.
Radmer, Tal bei Hieflau (s. d.). *
Radnitz, Stadt in Böhmen, (1900) 2739 E.; Stein
ohlenbergbau (Radnitzer Kohlenbecken). 9
Radmor (spr.radd), Graffchaft im füdl. Wales, 121
Xm, (1801) 28 263 E; Hauplort Presteigne (1237 6.
Radolfzell, kurz Zell, Stadt im bad. Kr. Konstauß
im Unter-gZeiler) Set, (1000) 3211 E., Amtsgericht;-Zeebade⸗,
 Fischzuchtanstalt. scher
Radolin, Hugo, Graf Radoliuski, Fürst von, deutsche
diplomat, geb. TeApril 1341 in Pofen, 1888 als preuß.
Iberhof⸗ und Hausmarschall von Friedrich 111. in den
rblichen Fürstenstand erhoben und dann Obersttruchseß,
892 deutscher Botschafter in Konstantinopel, 1895 in
Zetersburg, seit 1901 in Paris.
Radom, Gouvernement in Russ.-Polen, westl. an der
nge 128352 qkm, 814947 E!; Hauptstadt R., an
ner Mleischna (zur Radomka), 80 126 6., hier 1686 Sieg
»er Schweden über die Polen; 28. Junm 1767 poln. Kon⸗—
zderation zum Schutz der Dissidenten.
Rädomsk, russ. Stadt, s. Noworadomsk.
Radommijsl, Kreisstadt im russ. Gouv. Kiew, am
keterew, 11154 E.
Radomyst, Marktflecken in Galizien, am San, nahe
»er poln. Grenze, (1900) 2932 E.
Radotieren (frz.), albern reden, faseln; Radotage (spr.
ihsch) Faselei, Geschwätz.
Radowenz, Dorj in Böhmen, (1900) 949 E., be⸗
annt durch den versteinerten Wald von Araucariastämmen.
Radowitz, Jos. Maria pon, preuß General und
Staatsmann, geb. 6. Febr. 1797 zu Blantenburg (Harz),
zxst in kurhess. seit 1823 in preuß. Diensten, 1836 preuß.
Militärbevollmächtigter am Bundeslag, Ftiedrich Wil⸗
dige IX. engstet Vertrauter, 1848 in der Fraulfurter
Nationalversanimlung gore der üußersten Rechten, 1850
kurze Zeit Minister des Auswürtigen, 1882 Dircklor des
Pilitrstudienwesens, gest. 25. Der i808 — Voal Hahel
Bd. 1, 1905).— Sein Sohn Jof von di., ged.id Mai
838 in Frankfurt a. M., deutscher Gesandter in Atheu
ind vortragender Rat im Auswärtigen Amt, 1882 Bot⸗
hafter in Konstantinopel, seit 1898 in Madride
Radpropeller, der alleste und fruͤher gebräuchlichste
zropeller der Dampfschiffe, besteht aus meist zu beiden
Zeiten arbeitenden Schaufelrädern. Jetzt wird der R. nur
ür Flußdampfer und auf See für Possdampfer für kurze
Strecken verwendet. Manche Flußdampfer haben ein ein—
iges großes Rad am Heck (Heckrad).
Radscha (engl. Raja, Rajah, Sanskrit 78jan, „Kö⸗
ig“), Ditel der einheimischen Fürsten Vorderindiens,
Naharãdscha („Großkoͤnig“), ein Fürst, dem mehrere
indere untertan sind, oft auch nur Tiel uͤnd gleichbedeu⸗
end mit R.
Radschloßt, ein 1517 zu
Nürnberg erfündenes Ge—
vehrschloß [Abb. 1467)], bei
»em sich ein geripptes und
»urch Federkraft aufgezoge—
ꝛes Stahlrädchen des Schlos⸗
es beim Abdruͤcken ggen den —
zin Stück Schwefelkies enhaltenden Hahn drehte und Fun⸗
en erzeugte, die das Pulver in der Pfanne entzündeten;
m 17. Jahrh. durch das Steinschloß erseht.