Rau

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Neben der Fett- und Alaungerberei kommt zur Anwendung
die Behandlung der Haut mit einer Mischung aus Kochsat,
uind 95 100 prozentiger engl. Schwefelsuure („Oleum“)
»der aus Kochsalz und Getreideschrot.
Raucpurteet⸗Flaba (spr. rokuhr e, Rocourt, Ro—
oux), Flecken im franz. Dep. Ardennes, (1901) 1916 E.;
ekannt durch den Sieg der Franzosen unter dem Marschal
Noxitz von Sachsen 11. Okt. 1746 über die Osterreicher.
Räaͤnde (MRaude), Krätze, Grind, der Krätze des Men⸗
chen ähnliche ansteckende Krankheit der Haussäugetiere,
des. der Pferde, Schafe und Huude, entsteht durch para⸗
itische Milben (Räudemilben, f. Krätzmilben), äußert sich
durch stark juckenden Hautausschlag, Schorfbildung, Aus⸗
allen der Haare, Unruͤhe und Abmagerung. Behandlung:
ẽrweichung der Borken mit Schmierseife, Aschenlauge u. dgh.,
Tötung der Milben mit Karbolsäure, Kreolin, Lyso Benzin,
Betroleum ec., durch Tabakabkochung, Arfen oder Sublimat!
Raudische Felder (Campi Randii), Ebene bei ver—
elli (Verceilas) in Obcritalien; hier 101 p. Chr. Ver⸗
nichtung der Cimbern durch Marius.
Raudnitz, Bezirksstadt in Böhmen, an der Elbe, (1900)
986 E., Schloß des Fürsten Lobkowitz.
Raudten, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Breslau, Bahn⸗
otenpunkt, (1905) 1298 E.; Braunkohlenlager.
Rauenstein, Schloß, s. Lengefeld.
Rauenthal, Dorf im preuß. Reg.Bez. Wiesbaden
1900) 970 E.; Weinbau GRauenthaler).
Raugrasf, im Mittelalter Bezeichnung mehrerer gräfl.
Beschlechter (zu Dassel, gwischen Trier und Alzei), nach
deren Exlöschen Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz 1667
einer Gemahlin in morganatischer Ebe, Loysa von Degen⸗
eld, den Titel Raugräsin verlieh.
Rauhbank, ein langer Hobel (s. d.).
Rauhe Alb, Schwäb Alb (fälschlich Aip), Höhlenjura,
»er hreiteste Teil des Schwäb. Jura, von det Lauchart dis
zur Brenz; Teile: Hintere, Mittlere und Vordere Alb (mit
dem ——— — R. A. oft fälschlich Bezeichnung für den
Janzen Schwäb. Jura. [Tafeln: Kartographie II, 4 und
seologische Formationen, 8.]
Rauhe Mark, s. Mark.
Rauhes Haus L(eigentlich „Ruges Huus“), die 1838
———— d. gegründete
Anstalt für innere Aid jetzt in 25 Häusern die An⸗
stalt zur Erziehung armer Knaben (Rettungshaus), die
Lehrlingsanstalt zur Ausbildung von Handwerlern, das
Pensionat fuͤr Knaͤben aus gebildeten Standen (Paulinum),
die Brüderanstalt zur Inid Gehilfen („Brü⸗
dern“) im Dienste der innern Mission, Buchhaudlung
„Agentur des R. H.“ seit 1840), Buchdruckerei und Buch—
binderei umfassend. Leiter des R. H.ist seit 1878 Joh.
Wichern, ein Sohn des Begründers. Organ;: „Jliegende
Blätter des R. H.“ (eit 1884). — Val. Wichern (1883)
Rauhfrost, s. Reif. F
Rauhfußhünhner (Rauchfußzhühner), Unterfamilie der
Waldhühner; Nasengrube und Lauf befiedert. Zu ihnen
ehören Auerhuhn, —— Präriehuhn, Haselhuhn und
Zchneehuhn. [Gräsern und Kräutern.
Rauhfutter, Nauhzeug, Viehfutter aus getrockneten
Rauhgewicht, Schrot, s. Fein.
Rauhkall, s. v. w. Rauchwacke (s. d).
Rauhkarden, die Blütenköpfe von Dipsadus (s. d.)
Rauhnächte, s. Zwölfnächte.
Rauhreif, s. Reis.
Rauhung, Haarung, Haarwechsel, der durch klimati⸗
che Verhältnisse bewirkte, namentlich mit dem Wechsel
der Jahreszeiten zusammenhängende Wechsel im Haarkleid
)er Säugetiere, das oft mit Verfärbung verbundene Er—
etzen des Winierpelzes durch den Sommerpelz und um⸗
zekehrt, entspricht der Mauser (f. d.) der Voͤgel.
Rauhwacke, s. v. w. Rauchwacke (s. d).
Rauhwareit (Rauchwaren), J. Pelzwerk.
Rauhzeug, s. Rauhfutter.
Raukenkohl, s. Truca.
MRaum, die allgemeine Form unserer Anschaureng von
der Körperwelt; die Wissenschaft vom R. ist die Geometrie.
F. Auf Handelsschiffen heißt R. der zur Aufnahme der
Ladung bestimmte, unter dem uͤntersten Deck liegende Teil
des Schiffs. (S. auch bestrichener Raum.)
Raumen, das Guüͤnstigwenden des Windes

Raumer, Friedr. von, Geschichtschreiber, geb. 14. Maiĩ
781 zu Wörlitz, 1811 Prof. zu Breslau, seit 1819 zu
gerlin, gest. 14. Juni 1873 zu Berlin; Hauptwerke: „Ge⸗
hichte Guropas feit Ende des 15. Jahrh.“ (1832 60),
Geschichte der Hohenstaufen“ (5. Aufl. 1878); Begründer
es „Histor. Taschenbuchs““ (seit 1830). — Sein nnn
dart von R., Geolog, Geograͤph und Puͤdagog, geb. 9. April
788 zu Wörlitz, gest. 2. Juni 18605 als Prof. zu Erlangen;
hricb. cn der Erdoberflaͤche“ (6. Aufl. 1866)
Geschichte der Pädagogik“ (neue Aufl. 1802) u. a. — Dessen
Sohn Rudolf von R, Sprachforscher, geb. 14. April 1816
u Breslau, gest. 30. Aug. 1876 als Prof. zu Erlangen;
hrieb: „Geschichte der german. Philologie“ (1870) u.
Raumter, Karl Otto von, preuß. Staatsmann, geb.
. Sept. 1805 zu Stargard, 1880 -58 Kultusminister,
sest. 6. Aug. 1850 zu Berlint, erließ 1854 die nach ihm
enannten „Schulregulative“.
Räumer, Werkzeug, s. Reibahle [Abb. 1480).
Raumkubitmeter, sv w. Raummeler (s Fellmeter).
Raumkurven, Kurven doppelter Krümmung, * B. die
Raummeter, s. Festmeter. Schraubenlinie.
Raumo, Hafenstadt im sinn. Län Abo-Biörneborg,
m Bottnischen Meerbusen, 53268 E.
Raͤumie, Schiffsrüumte, der noch nicht mit Ladung
ersehene Schiffsraum.
Raupach, Ernst, dramat. Dichter, geb. 21. Mai 178
u Straupitz in Schlesien, gest. 18. März 1882 zu Berlin.
Dramat. Werke ernster Gattung“ (16 Bde, 138040)
„Dramat. Werke komischer Gattung“ (4 Bde., 1820 36).
— Biogr. von Pauline R. (18583).
Raupen, die Larven der Sqhmetterlinge. (S. auch
Afterraupen.) — Vagl. Medicus (8. Aufl. 1808), von
Dobeneck( 18688), Rößler (100), Spuler (S Aufl. 1063-6)
Raupen, die an den Halbmonden der, Epauletten Ir
Veneräle ꝛc. befindlichen unbeweglichen Bouillons von Sil⸗
er oder Gold.
Raupenfliege, Schnellfliege (Tachina), Gattg.
Fliegen, von kräftigem Bau, meist schwarz oder grau, of
ait roten Abzeichen am Hinterleib, legen
hre Eier, an andere Jusekten, bes. an
Raupen, seltener an andere Tiere, in die
ich die Larven sofort nach dem Auskrie—
hen einbohren (T. fers L., Abb. 1474).
Raupenharz, s. v. w. Brumataleim
Raupenhelm, s. Helm. [(. d.).
Raupenjäger, s. Puppenräuber.
Raupp, Kaͤrl, Maler, geb. 2. März 1837 in Darm⸗
tadt, 1868—78 Prof. an der Kunstgewerbeschule zu Rürn⸗
erg, seit 1883 in München; Hauptbilder: Lustige Fahrt.
Jom Sturm gejagt (1888, Vresden), Schlimme Über—
ahrt (Mannheini), Irmingards Ankuuft auf Fraueuchicm⸗
ee (1803), Chiemfee (1898, im Reichstagsgebäude). Ver⸗
aßte: „Katechismus der Malexei“ (4. Mlufl. 1004).
Raurgcisches Gebirge (Montes Rauraci), spütere
at. Bezeichnung (neben Silva Marciana) des Schwarze
valdes. sder Umgebung, von Bascl.
Rurtker Grauraker), altiht Bolbtugehen und
Rauris oder Gaisbach, Martt in Salzburg, im Rauriser
dal, (1900) 1673 6.
Rauscha, Dorf im preuß. Reg.-Bez. Liegnitz, an der
dAeinen Tschirne, (1900) 2702 E., Glasfabnken.
Rauschbeere, s. Empetrum.
Rauschbrand, Geräusch, fliegender oder kalter Brand,
blag, Kroser, Schenkelbrand, Hinterbraud, Flugkranh⸗
jeit, Id den Rauschbrandbazillus hervorgerufene Infel⸗
jonskrankheit der Rinder, haraklerisiert durch das rasche
Auftreten blutig-seroͤser Ergießungen, verbunden mit Gas
ntwicklung (Emphysem) im Unterhautzellgewebe und dem
Nuskeln, verläuft mieist schnell und töblich
Rauschen, Dorf im preuß. Reg.-Bez. Königsberg,
n der Ostsee, (1900) 475 E., Seebad; Bernsseingräberei.
Rauschenbach, Groß⸗R. ungar. Stadt, s. Raghtog
Rausfchenberg, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Cassel-1905)
 1047 E., Amtsgericht, Luftkurort.
Rauscher, ein Stadium des Mostes (s. d.). b
Rauscher, Jos. Othmar, Ritter von, Kardinal, de
. Okt. 1787 zu Wien, 1818 Fürstbischof von Se
853 Fürst-Erzbischof von Wien, brachte 18. Aug. —
as össerr. Konkordat zum Abschiuß, 1861 Mitalied de