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Reichsunmittelbarkeit, im alten Deutschen Reiche
zie Eigenschaft derjenigen Besitzungen und Personen, die
einer landesherrlichen Gewalt, sondern nur dem Reiche
elbst unterworfen waren. Die R. gewährte einen privi—
egierten Gerichtsstand.
Reichsversicherungsamt, deutsche Reichsbehörde
seit 1884) in Berlin * Durchführung des Unfall—
»ersicherungsgesetzes und eaufsichtigung der auf Grund
desselben gebildeten Berufsgenossenschaften, sfowie nach
Maßgabe des Invalidenversicheruugsgesehes zur Mitwir⸗
ung bei der Organisation und Durchführung der JIuva—
idenversicherung und zur Beaufsichtigung der Versiche⸗
rungsanstalten; untersteht dem Reichsamt' des Innern.
Reichsverweser, Reichsvikarien, im alten Deutschen
Reich die Verwalter desselben während einer Thronerledi⸗
zung, der Entfernung des Kaisers aus dem Reiche, seiner
Minderjährigkeit oder Krankheit. Die Goldene Bulle (1356)
exkannte dem Herzog von Sachsen in den Laͤndern des süchs.
Rechts, dem Pfalzgraf bei Rhein in den schwäb. rhein uud
fränk. Ländern das Reichsverweseramt nach altem Her—
kommen zu. Die gemeinschaftlichen Angelegenheiten des
Reichs beide während ihrer Fuüktion zusammen.
An diese Justitution wurde 1848 durch Bestellung eines
Reichssverwesers (bis 1. Jan. 1860) angeknüpft.
Reichswährung, die durch Gesetz vom 8. Juli 1873
eingeführte Wührung, im Deutschen Reiche, wonach die
Mark (. d,) Münzeinheit ist, sowie die in diesem System
zeprägten Gold- ünd Silbermünzen.
Reichthal, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Breslau, an
»er Studnitza, (1905) 1083 E.
Reicke, Georg, Dichter, geb. 26. Nov. 1863 in
königsberg i. Pr., 1901 Regierungsrat im Reichsver⸗
icherungsamt, 19003 zweiter Bürgermeister von Berlin,
chrieb Gedichte, Romane („Das grüne Huhn“, 1802)
ind Dramen („Schusselchen“, 1906).
Reid (spr.rihd), Thomas, schott. Philosoph, geb. 26. April
710 zu Strachan, Prof. zu Glasgow, gest. 7. Ott. 1786
dauptgeguer von Humes Skeptizismus, Urheber der sog
Schottischen Schule (Common-sense-Lehre)) Werke mi
Bioögr. hg. von Hanuͤlton (4 Bde., 1827 u. ö.). — Bgl
Fraser (engl., 1898).
Reid 6* rihd), Sir Thomas Wemyß, engl. Schrift⸗
teller, geb. 1842 in Newcastle-on⸗Tyne, feit 1861 Jour—
aalist, gest. 26. Febr. 1905; schrich: „Oharlotte Bronteé“
1877 u. v.), die Erzählungen Gladys fane“ (1883 u. ö.),
Mauleverer's millions“ (18885), „Life of W. D. Forstor“
(1888),Life of Lord Houghton“ (1890), „Life of Gladztono“
 (1899), „Memoirs and correspondenos of Lyon
blay fair“ (1809), „Memoirs of Six WV. B.“ (1905) u. a.
Reif, schneeartige Massen, die sich auf festen Körpern
durch Niederschlag von Wasserdämpfen aus der umgeben—
den Luft bilden. Man unterscheidet eigentlichen R, der
n heitern Nächten an durch Ausstrahlung erkalteten Kör—
ern entsteht, und Rauhfrost (Haar⸗, Rauchfrost, Rauhreif,
Dduftanuhnug), der bei trübem Wetter aus feuchtem, wär⸗
werdendem Winde, meist mit Nebel, nieder—
chlägt.
Reifkloben, ein Feilkloben (s. d.) mit schräg⸗
tehendem Maule [Abb. 1488], dient zum Eiu—
pannen von Arbeitsstücken, an denen schräge
Flächen mit wagerecht gehaltener Feile zu be—
Reifmotte, ß Spanner. larbeiten siud.
Reifrock, um die Mitte des 18. Jahrh. bes. 55
nn Frankreich unter dem Kleide getragener Rock, WIiß
der durch ein Gestell aus dünnen Reifen ab⸗
tehend gehalten wurde; ähnlich die Rtte des 109. Jahrh
on der Kaiserin Eugenie aufgebrachte Krinoline.
Reifträger, Berg (1862 20) am nordwestl. Ende des
Niesengebirges in Schlesien, im O. die Schneegruben.
Reigate (spr. reiget), Stadt in der engh Graffsch
Surrey, (18901) 28 993 E.
Reigen, ein älterer, von einer Anzahl kettenförmig sich
aneinander schließender oder in zahlteschen Paaren gleich—
artig sich hewegender Personenmeisi geschrittener Tanz;
ieuerdings in der Turnerei beliebt. — Val. Zettler (1901).
Reihe (mathem.), die Aufeinanderfolge von Zahlen-————
 Nähert sich die Summe
ber Glieder einer R wieviel man deren auch summiert, d. *
wenn die R. unendlich ist, immer mehr einem Grenzwert, fo

eißt die R. konvergierend, im andern Falle divergierent
Urithmetische und geometrische R. sind s. v. w. hnet
ind geometr. Progression (s. d.). Potenze R. nn
enigen, in welche sich die regulüren Funktionen ;
ientialfunktion, Logarithmus, Goniometrische Funktion 7.
ntwickeln lassen. Trigonomeir. R. schreiten nach dem Sin
ind Cosinus vom Vielfachen eines Winkels fort. Eine hnt
nonische R. ist eine solche aus Brüchen, deren Nenner
atürlichen Zahlen sind. — Vgl. Ruͤnge (1904). dy)
Reihenzieher, landw. Gerat, s. v w. Markör Ginz,
Reiher (Aracidae), Familie der Störche, ansehn
zögel mit irr, geradem, spitzem Schnoͤbel ziem
angen Läufen, langen, dünnen Zehen, kleinem K opf, laug
zlügeln, kurzem Schwanz, oft mit Feder⸗
chopf an Kopf und Hals; kosmopolitisch
erbreitete, monogame RNesthocker, teils
kags, teils Nachttiere. Grauer R. (ge⸗
neiner R., Fisch-⸗R., Ardéa cinerés L.
Abb. 1484)), bläulich-aschgrau, Kopf
veiß, mit schwärzlichen, langen Genick—
edern, fast in allen Lündern der Alten
Velt, bei uns im Sommer, sonst in
züdeuropa und Afrika, früher mit Falken
ejagt (Reiherbeize), weshalb die Reiher⸗
täude, seine auf Bäumen angelegten
Nesterkolonien, geschütztwurden; Purpur⸗ ad⸗
. (A. purpursa L.), kleiner, rostbraun und grau,
uropa, Asien, Afrika; Riesen⸗R. (Goliath⸗R. 4. on
Ilxtn) braun und grau, Afrika, Indien; Kuh⸗R. ( 3
9, klein, weiß, Afrika; Silber-R. (Egrette, Aigrette—.
Aba L., Herodius egretta Boie), rein weiß, Südeuropa I.
iefert die kostbarsten Federn; Seiden⸗R. (kleiner 8R8
oder M garzetta Boie), rein weiß, Suͤbosteuropal(
jarn) ꝛc.; die langen Ruͤckenfedern dienen als —
Reiherbüsche); Schopf⸗R. (A. ralloĩdes, Buphus ont
dalle), rostgelblich, Südosteuropa; Nacht⸗gi. —V —
,Jocke, Nyoticorax griseus Scrieckl), Kopf und Rü
chwarz, Hals und Unterseite weiß, Flügel aschgrau, 77
uropa, schreit des Nachts rabenariig. Zur Familic der
ehören außerdem noch Kahnschunbel, Schuhschnabel un
ohrdommel (s. diese Artikel).
Reiherbeize, s. Reiher.
Reiherente, s. Tauchenten.
Keihergras, f. Stipe. oꝛz
Keiherschnabel, Pfianzengattg., s. Erodium JA p
Reikiavik, Hauptstadt auf —82 — j. v. w. Reykjav
Reil, Joh. Chriftjan, Miediziner, geb. 28. Febr. 176
a Rhaude, (Ostftiesland), 1787 Prof in Halle, 1810 in
zZerlin, gest. 22. Nov. 1813 zu Halle, verdlent bes durch
rine Fiederlehre, gründete 17960 das“, Archiv für Physio⸗
Reiling, s. Reling. slogien.
Reim, Ler Gieichttang des Auslautes mehrerer Worte,
es. am Ende von hee Beim stumpfen oder mänu⸗
ichen R. ruht der Glachtlang nur auf der lehten Silbe
eim klingenden oder weiblichen auf den wei, beim glei
enden auf den drei lezten Silben. Der R., als Bindemittel
 der Verse den Riten unbetanmt, sudet sich zuerst
n der christl.zlIat. Poesie, und faud von dort in die —
and german. Sprachen (erftes deutsches Reimgedicht Ot⸗
rieds, Evangelienbuch“) Eingang. Reimterikaͤ, d. h, Zu⸗
ammenstelluugen der in einem Sprachschat cuthalt ene
Reimendungen, kommen seit dem 17. Jahrh. auf eutsche
»von Peregrinus Syntar, 2 Bde, 1826, und von Steputa
in Reclams „Universalbibliothet“). — Vagl. Wilh. Grimm
1852), Masing (1866).
Reimann, Therese, s. Dessoir. geberf
Reimar, Freimund, Pseudonym für Friedr. Rückert
Reimarus, Herm. Sam., philos. Schriftsteller, geh-2.
 Dez. 1694 zu Hamburg, gest. als Gymnasialprof. das.
März 1768, Verfasser der von Lesfing hg. „Wolfen⸗
itteler Fragmiente⸗ Val. Strauß . Aufi. 18377)
Reimchroniken „histor. Gedichte des Huitlelalters,
ie Geschichte in poet. Form erzählen.
Reimer, Georg, Buchhändler, geb. 27. Aug. 1776 in
reifswald, übernahm 1801 die Kealfchulhuchhandlung in
gerlin, kaufte die Weidmanusche Buchhandlung in Leipzig,
est. 26. April 1842. Von seinen Söhnen übernahm Georg
rnst R. (180485) das Berliner Geschäft, das an dessen
Sohn Ernst R. (1833 — 07) sowie 1897 n Walter de