Rie

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Riemen, langer, schmaler Lederstreifen; die beim Rie—
mentrieb (s. d.) verwendeten Treib⸗R. werden meist aus
Rindsleder, dann auch aus Balata oder aus gewebtern
Gurten hergestellt. — Im Seewesen ist R. (Reem, unsee—
mãnnisch Ruder) eine eschene Stange mit Handgriff und
breitem Blatt, die, in Booten in drehbare Ruder- oder Riem—
gabeln (Dollen) oder Ausschnitte der Bordwand (Runzeln)
gelegt, mit den Händen durch das Wasser mit dem Blati
gezogen, das Bodt voxrwärts bewegt.
Riemenblume, s. Loranthus [Abb. 1074).
Riemenfische, s. Bandfische IAbb. 188).
Riemenfußß, ein Flächenmaß von J Fuß Länge und
Zoll Breite. IG. d.).
Riemengang, s.v. w. Klöppelmaschine
Riemenscheibe (Riemscheibe), ein
nuf dem Umfang zylindrisch vder schwach
ewölbt abgedrehtes Rad aus Eisen oder
Holz zur Übertragung der Drehbewegung
deint Riementrieb(s. d.). Zum Auflegen
des Riemens auf die laufende R. dient
der Riemenaufleger Abb. 1511; s Riemen—
cheibe, r Riemen, a Riemenaufleger].
Riemenschneider. Tilman oder Vill, 11Niemengisd
 hauer, gebe um 1460 zu Ssteroͤde bei scheibe.
Stadtilm (Thüringen), seit 1483 in Würzburg, 1320 —24
Bürgermeister das. gest. 1331; Hauptwerke: ricee des
durfürsten von Mainz (im Som das.), das Epitaphium
Zaiser Heinrichs II. und seiner Gemahlin (im Dom zu
Bamberq); auch vorzügliche Holzskulptuten. — Biogr. vor
I. Weber (2. Aufl. 1888), Tönnies (1800).
Riementang, Algengattg., s. LAmimäria.
Riementrieb, Triebwerk zur Kraftübertragung mittelt
ines über Riemenscheiben (s. d.) geführten Riemens (s. d.).
Sollen die beiden Wellen in gtgegengesetten Drehrichtung
umlaufen, so läßt man die auf und ab laufenden Riemen—
stücke sich zwischen den Scheiben überkreuzen (gekreuzter
Riemen). Zuweilen bringt man zwifchen den beiden Riemen⸗
scheiben noch eine Spannrolle an, die gegen den Riemen
gepreßt wird. Bei beliebig verschränkt legenden Wellen
derhindert man das Abfallen der Riemen duürch Leitrollen
Um die getriebene Weile zeitweilig stillsetzen zu können,
macht man die Riemenscheibe auf der treibenden Well⸗
dyppelt so breit und ordnet auf der getriebenen neben der
aufgekeilten Festscheibe eine sich lose auf der Welle drehend⸗
Losscheibe an, auf die der Rieinen dann durch den Riemen
ührer (Riemenausrücker, Gabel) herübergeschoben wird.
MRiemer, Friedr. Wilh., Philolog, geb. 18. April 1774
zu Glatz, Lehrer W. von Humboldts und von Goetheé
Sohn, seit 1812 Bibliothekar in Weimar, gest. 19. Dez
1845; veröffentlichte: „Mitteilungen über Goethe“ (1841)
Riemke, Dorf im preuß. Reg.-Bez. Arnsberg, (1900
1408 E.; Steinkohlenbergban.
Nieneck (Rineck), Stadt im bayr. Reg.⸗-Bez. Unter—
ranken, an der Sinn, (1905) 1386 E., Schloß.
Rienz, Fluß in Südtirol, entspringt au der Creppa—
ossa, muͤndet nach 95 Km bei Briren in die Eisack,
Rienzi (Rienzo). Cola di (d. h. Nicolas, des Lau⸗
renzio Sohn), röm. Volkstribun, geb. 1318 zu Rom, von
riederer Herkunft, 1348 Abgesandter der Zünfte bei Cle—
nens VI. zu Avignon, von diesem zum Notar der apostolischen
danmer ernannt, trat 1347 infolge einer gegen die Ba—
cone gerichteten Revolution an die Spitze der röm. Ver—
waltung, die er republikanisch einrichtete, mußte 1348 fliehen
. Aug. 18354 durch Innozenz VI. wieder in Rom und
Senator, fiel 8. Okt. 1354 bei einem Volksaufstand. Vor
Bulwer als Roman, von Mosen als Tragödie, von R
Wagner als Oper behandelt. — Vgl. Papencordt (1841)
vabrielli lital. 18009
Riepenhausen, Ernst Ludw., Universitätskupfersteche,
u Göttingen, geb. 1765, gest. 28. Jan. 1840. — Seine
Söhne Franz (geb. 1786, gest. 1831 in NRom) und Jo
hannes (geb. 17889, gest. 1860 in Rom) schufen gemeinsan
Olbilder in ee Manier und gaben heraus „Ge—
nälde des Polygnotos, in der Lesche zu Delphi“ (1805)
Ries, Papiermaß, s. Ballen.
Ries, fruchthare Ebene zwischen Fränk. und Schwäb,
Jura, um Nördlingen und Öttingen, mit zahlreichen Dör—
fern, von der Wörnitz durchflossen. — Vgl. Monninge'
1893), Gruber (1899), Branco und Fraas (1901).

Ries oder Riese, Adam, —— 1492 zu —
jest. 830. März 1559 als Bergbeamter und Vechenmeiste.
u Annaberg; verfaßte die ersten methodischen Anweisunge.
‚ur praktischen Rechenkunst in Deutschland. ⸗0
Ries, Jerd. Klaviervirtuos und Komponist, geb. 29
Nov. 1784 zu Bonn, Schüler Beethovens, gest. 14. 7
1838 als Musikdirekttor in Frankfurt a. M. — ne
Bruder Hubert R., geb. 1. April 1802 zu Boun, Vig r
dirtuos uͤnd Komponist, 1836 72 Konzertmeister in
lin, gest. das. 14. Sept, 1886. — Dessen Sohn Frauz 9
Jeb. 7. April 1846 zu Berlin, Violinist und Fompom
usitalieahundier in Berlin hat sich durch Suiten fü
Bioline und Lieder bekannt gemacht. n
Riesa, Sladt in der sähs. Kreish. Dresden, J. —
der Elbe, (1900) 13477 (1805: 140655) E., Garnisen,
Amtegericht Tequitum, Schiffer- und —— Hafen.
Riese, f. Riesen; in der got, Architektur der pyra—
nidenförmige Aufsatz der Fiale (s. d.). y)
Riese, Gemeinde in der ital. Pröv. Treviso,
Riese, Adam, s. Ries, Adam. Asb⸗
Riefeifeider, bes. eingerichtete Lündereien, die dub
dienen, die bei der Schwemmkangalisation (s. Falialisatien
ntstehenden städtischen Abwässer vor ihrem Abfluß in d
iatürlichen Wasserlüufe zu reinigen und gleichzeitig
n ihnen enthaltenen Düngstoffe fuͤr die vandwitcast
»erwerten; ihre Anlage und Unterhaltung ist kostspie
hr Nutzen vom een Standpuntt aus aber bedeutend.
.Vgl. Hagen, „Die Berliner R.“ (1903).
Rieselung, s. Bewässerung. n
Riefen, in den Mythen aller Völker gewaltige cm
zie den Kampf selbst mit den Göttern wagen Enati en
ditanen, Giganten, Kyklopen, Jöten und Tursen, Hünen *J
Riesen, Rutschen, Gieitbahnen, Laaße, an ——
igelegte Rinnen, in denen das gefällte Holz herabgleite
iefenalt, er Balenalt (s lten vebst Abb. 81).
Riesenameise, s. Ameisen [Abb. 62 bI.
Riesenbarbe, s. Seebarbe.
Riesenbofist, Pilz, s. Bycoperdon. ien⸗
Riesenburg, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Mari
verder, an der viebe, (1008) 4829 E. Garnison, Am
ericht, Realprogymnassum; fruͤher Sitz der Bischöfe wo
omesanien. — Geschichte von Schwalm (1896).
Riesendamm, s. Giant's Causeway. s:
Fiefeneisvogel, RiesenfischerEiapögel und Tafcl:
Lustralische Tierwelt, 9. der
NRiesengebirge, höchster Teil der Sudeten, au
otieenß Grenze, von den Quellen des Zackens
u denen des Bobers südöstl. gerichtet, z7 km19.22*
E br., 1119 quan, noch, S. allmählich, nach W u
1000 m abfallend, in einen höhern preuß. und einen niezn⸗
gern böhm. Kamm zerteilt; letzterer wird durch die
in einen westl. Teil (Kesselkoppe 1484 m0) und einen
—A D
damm liegen der Reifträger (A862 w), das Hohe Ver
1809 m), Große Sturmhaͤube (1424 26), Kleine Stuxm
aude, Ciad i und Sghuectoppe (606 . höchster. Sue
Mitteldeutschlands); zahlreiche Schluchten, Große und ——
Schneegrube / Großer und Kleiner Teich. Hauptbestand e
Branit mit malerischen Felsbildungen (Teufelsstein, Mi
agstein, Mädeiftein); daneben Bafalt und Kohlenfotma
ihn; Bergbaufrüher bedeutend. Laubwald bis soo r
is 1200 ĩ Nadelhölzer, dann Krumm- und —
run meist deutsch; für Aufnahme der Frem *
ahlreiche Bauden (Wiesenbaude, 1400 n, die Nine
SZchneegrubenbaude, 1490 m, und Pinz⸗ Henrichs Baune
1410 m, beide neu errichtet); zahlreiche Bäder und zui
urorte: Goͤrbersdorf, Hain, Johannisbad, Krummhübel
Zchreiberhau, Warmhrunn,. sKarte Brondenburg?.
»nd Tafel II, 4
diesenghan t, s. v. w. Pegmatit (s. Granit).
Riesenhüälse, Pflanzengattg., s. Entada.
Riesenkäfer, s. Nashornkäfer.
Riesenkaktus, s. Cereus [Abb. 332)]. a⸗
Riesenkänguruh, s. Känguruhs und Tafel: Austr
ische Tierwelt, 183. iß⸗
Riesenkaninchen, frz. Lapins, größte Rasse des Har -—
aninchens. Durchfchnittsgewicht 6 Kg. Grau bis In,
elb, Bauch heller dis weih ünterfchicden werden belai
flandrische)) Rouen⸗ und ital. R.