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Ristorno (ital.), Zurückschreiben, in der Buchhaltung
Ab- und Zuschreiben eines Postens, namientlich eines
irrig eingetragenen, durch einen Gegenposten von den—
selben Betrag auszugleichenden (ristornieren, stornieren);
Rücknahme einer Versicherung, wofür bei der Seever—
sicherung der Versicherer eine Vergütung (Ristornogebühr)
beanspruchen kaun (Deutsches Handelsgesetb. g 894 u. 806).
Ristretto (ital.), kurzer Auszug.
Sitardando sital. Mus.), abgekürzt rit., zögernd
in Geschwindigkeit nachlassend.
Ritchie (spr. rittfhhh Anna Isabella, engl. Schriftstellerin,
 geb 1837 in London, älteste Tochter Thackerays,
seit 1877 vermählt mit Nichmond R., lebt in —
chrieb Novellen (The sStory of Elirabeth“rc.); ferner, Ma
lame de Se vigné“ (1881), „A hoox of sibyls“ (1883) u. a
Ritchie (syr. rittsch)y, Charles Thomfon, brit. Staatsmann,
 geb. 19. Nov. 1838 in Dundee, 1874 konservatives
Unterhausmitglied, 1888 Sekretar der Admiralität, 1886
—92 Prusident des Lokalverwaltungsamtes, 1898 des Han⸗
delsamtes, 1900 Minister des Innern, 18023 Finanz⸗
ninister, gest. d. Fan. 1006 in Biarritz.
Rite c förmlich, in herkömmlicher Weise.
Ritenũto (ital., Mus.), abagekürzt piten. vder rit.
urückhaltend.
Ritgen, Hugo von, Architekt, geb. 8. März 1811 in
Stadtberge (Westfalen), seit 1874 Prof. der Kunst⸗
wissenschaft in Darmstadt, gest. 31. Juli 1889 in Gießen:
bes. bekannt durch Wiederherstellung der Wartburg.
Nitornéll (ital. ritorneilo „Wiederholungssatz,
Refrain“), Vor⸗, Zwischen⸗ und Nachspiel des Orchesters
hei Gesangskompoßtionen, bes. Arien; kleine dreizeilige
1. und 8 gereimt) ital. Volkslieder.
Ritratte (ital.), Rückwechsel (s. Wechsel).
Ritschenhausen, Dorf im Hzgh S.Meiningen, Bahn⸗
notenpunkt, (1900) 456 E.
Ritschenwalde, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Posen
in der Flinta, (1808) 1128 6.
Mitschl, Albrecht, prot. Theolog, geb. 265. März 1822
zu Berlin, 1882 Krof. in Bonn! 1864 in Göttingen
gest. das. 20. März 18893 Begründer der sog. Ritschu
schen Schule, die unter Ausscheidung der Metaphysik und
Philosophie aus dem Bereich der Theologie die reforma⸗
torischen religiös-sittlichen Grundgedanken Luthers aus⸗
zubilden und für das praktische, ethische Christentum
ruchtbar zu machen bestredt ist. Hauptschriften: „Ent⸗
stehung der altkath. Kirche“ (18805 2 Aufl., mit der
ich Rvon der Tubinger Schule ss. d.] lossagte, 1867),
„Die christl. Lehre von der Rechtfertigung und Versöhnung“
z Bde. 4. Aufl. 1895),, Geschichte des Pletismus (8 Bde.,
188036). - BVal. Thitbiter (E. Äufl. 1887) Frant
3. Aufl. 1891), Pfleiderer (1891), Ecke (1387). — Sein
Sohn Otto R prot. Theolog, geb. 26. Juni 1860 zu
Bonn, seit 1804 Prof. das. schrieb eine Biogr. seines
Baters (2 Bde. 1802.96) u. a.
Ritschl, Friedr. Wilh. Philolog, geb. 6. April 1806
zu Großvargula in Thüringen, 1832 Prof. in Breslau,
18839 in Bonn, seit 1865 in Leipzig, gest. das. 9. Nov.
1876; Hauptwerk die (unvollendete) kritische Bearbeitung
des Plautus (18418 71). &amp;Kleine Schriften“ (6 Bde
8779). — Biogr. von Ribbeck ( Bde., 1879-81)
Ritteburg, Dorf im preuß. Re .⸗Bez. Merseburg,
In der Mündung der Helme 'in die esger (1800 370 E
P. ‚wird als das Riave angesehen, wo König Heinrich]
33 die Ungarn besiegte. (S. auch Keuschberg.)
Ritten, Gemeinde in Südtirol, auf dem Plateau N.
1800), 3384 E. Hauptort Klobenftein (472 E.).
Ritter, Reiter, Krieger zu Pferde; im alten Rom,
Eques; im Mitielalter“ die Freien, welche das Waffen⸗
jandwerk zu Pferde berufsmäßig übten, sonderten sich
allmählich als Genossenschaft ab, ee die Ritterwürdi
an, waffenfähige Jünglinge nur nach überftandener Probe—
xit unter feierlichen Formen Ritterfchlag) verlieh. Seinen
Gipfelpunkt erreichte das durch die Kreuzzüge noch bes.
ausgebildete Ritterwesen bei den german. und roman,
Völkern im höfischen Leben des 12. und 18. Jahrh. mit
einer besondern Auffassung der Liebe und Ehre, —
Frauendienst und einer eigentümlichen Literakur (Ritter
poesie). (S. auch Ritterorden) Während das eigentliche
Ritterwesen im 14. und 15. Fabrhe zum Raͤut 3

ntartete, bildete sich aus den ritterlichen Geschlechtern,
zuch nachdem das Waffenhandwerk nicht mehr ehensneru
olieb in besonderer adliger Ritterstaude(s. Ritterschaf
ind Adelh. — Bgl. Büsching (2 Bde., 1828), Roth von
Schreckenstein (1888), Henne am Rhyn (1888).
Ritter, gch sSwlng S
Ritter, Anng Dichterin, geb. 28. Febr. 1865 in
Loburg, lebte als Witwe eines Regierungsrats in Franken⸗
ausen, seit 1001 in Berlin⸗-Wilmersdorf; veröffentlichte:
Gediqhte“ (1898),, Befreiung. Reue Gedichte (1060).
Ritter, Heint. Philosoph, geb. 21. Nov. 1701 zu
zerbst, seit 18837 Prof. zu Göttingen, gest. das. 3. geht.
869; Hauptwerl: „Geschichte der Vhilosophie““ (12 Bde.,
820ä3; 2 Aufl. i3,
Ritter, Henry, Genremaler, geb. 260 Mai 1816
Nontreal in Kanada, gefi. 21. Dez. 18583 zu Düssel⸗
dorf; Stoffe aus dem Seemanns- und Fischerleben.
Ritter, Hermann, Violinisi, geb, 16. Scpt. 1849
in Wismar, seit 1875 Lehrer an der königl. Mufikschule
zu Würzburg, bekannt durch sein Werk „Die Viola a
der Alkgeige“ (83. Aufl. 1985), schrieb auch eine „Astheti
der Tonkunst“ I—
Nitter, Karl, Geograph, geb. 7. Aug. 1779 zu Quedlin⸗
Aurg. 1820 Prof. an der Universität und Kriegsschule und
Studiendirelktor der Kadettenschule zu Berlin, gest. das—
28. Sept. 1859; neben Humboldt der Schöpfer der allge⸗
neinen vergleichenden Erdkunde. Hauptwert Die Erd⸗
unde im Verhältnis zur Natur und Gefchichte des Menschen
2 Bde. 181718; 2. funvollfi.) Auft, Bo. 116, 1822
0); Ichrieb ferner: „Europa⸗(2 Bde. 1804 7) „Die
Ztupas· (1888), „Einleitung zur augemeinen verglei hHenden
seographie“ (A862); Borlesungen us dem Rochlaß hg
on Daniel: „Geschichte der Erdtunde“ (2. Aufl. 1880),
Allgemeine Erdkuude“ (1882),Europa“ (1868). Karl
ditterstiftung in Berlin (1866) und Leipzig (1861). zur
Förderung der Erdkunde. — Bgl. von Kuumer 78 Bbe.,
. Aufl. 1875), Marthe (1880)
Ritter, Lorenz, Architektutmaler und Radierer, geb.
7. Nop. I832 zu Nürnberg; bef. Architektuten aus seiner
Laterstadt. — Sein Bruder Vant Ro geb. 4. Märʒ
828 zu Nürnberg, taubstumm, feit 18088 Hrof., lieferte
benfalls schöne Ärchitekturbilder, so Innerce der St.
Lorenzkirche, Einbringung der Reichskleinodien in Nürn—
erg (1883) u. a.
Ritter, Moritz, Historiker, geb. 16. Jan. 1840 zu
Bonn, seit 1878 Prof. dose ieb. eschichte der
deutschen Union“ (2 Bde., 186773), „Briefe und Alkten
ur Geschichte des Dreißigsähr. Krieges“ (GBo. 18,
8707 7),„Deutsche Gefchichte im Zaͤtalter der Gegen⸗
eformation“ (Bd. 1-8, 1887- 08 —
Ritterakademie, Srzichungsanstalt für junge Adlige,
m 17. und 18. Jahrh. von den ree aus adligen
dörperschaften gegrüͤndet; jetzt meist Gymnasien oder
Realgymnasien mut Alumnat), z. B. in Bedburg, Bran⸗
denburg, Liegniß, das Theresianum in Wien.
Ritterbank, s. v. w Herrenbank (s. d.).
Ritter der Arbeit, Knights ve Labor.
Rittergüter, fruͤher Guͤter deren Besitzer Ritter⸗
ienste zu keisten haklen und dafür von den ordentlichen
randessleuern befreit waren; an Stelle jener Dienste traten
däter Geldleistungen Ritterpferdgelder 2c.). Die den
N. zustehenden Vorrechte (Laudstandschaft, Patrimonial⸗
erichtsbarkeit, Patronate, Jagdrecht ucd nd in neuerer
zeit meist abgeschafft.
Ritter —* Furcht und Tadel, s. Bayard.
Ritterorden, zur Zet der Kreuzzüge entstandene
eistl. und weltliche Verbindungen ritterlicher Munner zum
Schutz der Pilger und heiligen Orte und zur Pflege der
dranken und Verwundeilen. Wichtigste R.: der Johan—
niterorden (s. d.), die Deutschen Rittet (s. d.), die Tempel⸗
erren (s. d.). Aus den R.eutwickelten sich die modernen
Irden (. d für militär. oder bürgerliche Verdienste. —
al. Biedenfeld (2 Bde. 1841).
Fitterprobe, s. Ahnen.
Ritterschaft, der begüterte Adel eines Landes. Im
rühern Deutschen Reich zerfiel die Reichs-R. in die reichs⸗
inmittelbare (s. Reichsadel) und in die mittelbare oder
andsässige. Die R. hat zum, Teil noch gewifse Rechte
Ritterrechte) und eigene Versammlungen Riteertage)