Rok

548

anatom.s ürztlichen Schule in seinem „Handbuch der
pathol. Anatomie“ (3 Bde., 3. Aufl. 1888561).
Rokitnosümpfe, gewöhnlich s. v. w. Poljessje (j. d.)
igentlich nur der Teil des lehtern, der zwischen den
Flüssen Goryn und Ubort liegt.
Rokitzan, Stadt in Böhmen, am Schwarzbach, (1900)
3501 E. Jin der Umgebung Eisen- und Kohlenbergwerke.
Rokolo (vom franz. roo, rocaillo, Fels, Grotten⸗
vert), der in Frankreich entstandene, im 18. Jahrh. aus
dem Barock sich entwickelnde Kunststik, gekennzeichnet durch
ceichliche, verschnörkelte Formen und überwuchernde Ver—
zierungen, bes. in der Bauornamentik, bei Möbeln und in
der Kleinkunst. In bezug auf das Kostüm entspricht das R
dem der Zopfzeit. ITafeln: Barock und Rokoko Lu. II.]
Roland, der gefeiertste Held der Karolingischen Sage,
soll einer der Paladine Kaͤrls d. Gr. gewesen und in
Spanien gegen die UÜbermacht des Mohrenkönigs Marsilia
hei Roncksvalles gefallen sein; von den vielen volks—
mäßigen Liedern der Franzosen über seine Abenteuer am
berühmtesten die „Ohanson de R.“, Volksepos aus dem
11. Jahrh. (hg. von Th. Müller, 2. Aufl. 1878; Cledat,
2. Aufl. 1887; Stengel, Bd. 1, 1800; deutsch von Hertz,
1861, und Schmilinsty, 1896), nach ihm bearbeitet daß
Rolaudslied“, verfaßt vom Pfaffen Konrad im 12. Jahrh
— von Bartsch, 1874). Der „Orlando furioso
es Ariosto weicht ganz ab.
Roland de la Platiere (spr. rolaͤng de la plattähr),
Fean Marie, franz. Staatsmann, geb. 18. Febr. 1734
u Thizy, 1789 Generalinspektor der Manufakturen in
yon, 1781, Mitglied der Konstituierenden Versammlung,
1792 Minister des Innern, Anhäuger der Gironde,
tötete sich bei deren Sturz 10. Nov. 17983. — Seine Gattin
Manon Jeanne R. de la P. geb. 17. Müärz 1754, nahm
eifrigen Anteil an der Revolulion, 8. Nov. 1798 hinge—
rcichtet. „Mémoires“ (2 Bde., neue Ausg. 1864); „Lett
ees“, von Dauban Bde., 1867) und Perroud (Bd. 1
1901). — VBgl. Dauban (1864), Blind (1886).
Rolandsbresche, Pyrenäenpaß, s. Breche de Roland
Rolandseck, Weiler im preuß. Reg.-Bez. Koblenz,
ßem. Oberwinter, J. am Rhein, (1900) 127 E., Wasser.
eilanstalt; Burgruine.
Rolanudslied, s. Roland.
Rolandspforte, Pyrenäenpaß, s.
Koncesvalles.
Rolandssäulen, kolossale, aus Holz
»der Stein geformte Bildsäulen eines ge—
sad Mer NMa mit Schwert und Wap⸗
benschild, auf den Markt- oder Hauptolätzen
 vieler Ortschaften Norddeutschlands,
es. Niedersachsens Abb. 1535] und der
Mark Brandeuburg; wohl Zeichen der Ge⸗—
cichtsstätte, oft auch Symbole städtischer
Freiheit und Selbstäudigkeit. — Vgl. Zöpfl *
1881), Bexinguier (1800). Wbh Meivder
Rolf, Herzog der Normandie, s. Rollo. oa
Roll, Alfred, frauz. Maler, geb.10. Mürz
1847 in Paris; malt derb naturalistische Bilder, so: Streik
er Kohlenarbeiter (1880), Schlachtfeldszene (1887, im
duxembourg), Szene auf einer Farm (ebd.), ein figureneiches
 Gemülde zum Jubiläum der Revolution (1893)
Rollaffe, s. Rollschwanzaffe.
Rollbewegungen, s. Zwangsbewegungen
Rollbrücken, Schiebebrücken, bewegliche Brücken, bei
»enen die Fahrbahn auf Rollen, Kugeln oder Rädern
aurückgeschoben werden kann.
Rolle, eine um ihre Achse zwischen einer Gabel
Kloben) sich drehende Scheibe, um deren Peripherie ein
Seil oder eine Kette geschlungen ist, dient teils zur
Hebung von Lasten, is ziur — der Richtung
iner Kraft (LeitR., Richt⸗R.). Dreht sich die R. lediglich
im jhre Achse, so ist sie eine feste st. bewegt sich abei
die Achse wuͤhrend der Umdrehung in auf⸗ oder abfleigender
 Linie, so heißt sie eine bewegliche oder lose R. —
n. zum Glätten, J. Mange.
Rolle (spr. voil), Stiadt im 8 Kanton Waadt,
am Genfer See, (1900) 20285 E., altes Schloß.
Rollen, vom Sa s. Schlingern.
Rollenhagen, Georg, didaktischer Dichter, geb. 22
April 1542 zu Bernau. 1575 Rektor der Domschule

u Magdeburg, gest. 20. Mai 1608; Hauptwerk; —
Froschmeuseler“ (zuerst 1695;3; neu hg. von So
1876). Sein Sohn Gabriel R., geb. 22. März
gest. um 1619, gleichfalls Schriftsteller, dichtete u. a. i
d —A— — (1609) u. i
oslenlager, s. Lager.
Roenzug, s. v. wFlaschenzug (s. d. [Abb. z
Roners Kanarienvogel, auchfew. Rollmarder G. —.
Rolleti, Herm., deutsch-osterr. Dichter und Kune
hriftsteller, geb. 20. Aug. 1819 zu Baden bei Wien et
af. 30. Man 1904, schrieb: „Fruͤhlingsboten aus 3 —
eich“ (1845) 2c., auch Bramen („Die Ralunken“, ——
Nunzer Flauungo⸗), die Erzühlung ,Jucunde“ (1853)
erner Goͤeihe ⸗Bildnisfe Issi 839, Begegnungen
1903) u. a. — Bgl. Katscher (1894).
Rollgelenk, s. Gelenk. Vor⸗
Rolljügel (TOChanter major und minor), zwei
prunge am vbern Teil des Oberschenkelknochens, mit Ansa
»er Muskeln, die den Oberschenkel drehen. eb
Rollinat (spr. nah), Maurice, franz. Dichter 6eh
1808 in Chateaunenß, deröffentlichte die Gedictfammlun
Jen „Le Néproses“ (1883), ᷑αν (1882
dature“ (1802), Paysages et Paysans“ (18098), un
tomponierte auch felbst eigene und fremde Dichtungen.
3 s.v. w Mange
RNollmarder(Paradoxurus),
Battg. der Schleichkatzen, mit
ehr Pug meist einrollbarem
Schwanz und an allen Füßen fünf
zehen mit halb einziehbaren schar—⸗ cckte
en Hrallen. Südasien bewohnende, nächtliche Tiere, geschid
dletterer. Hierher der Palmenmarder (Palmenroller,
nermaphroditus Graꝶ Abb. 1536)), gelblichschwarz, m
drei Längsreihen schwarzer Flecke jederseits. tel
Rollmuskeln, Rotatoren, s. Muskeln; Rollmus
ierven, das vierte Paar der Hirnnerven, gehen zu der
chiefen obern Augenmuskeln. r⸗
Rollo (Rolf, irz. Raonh, der erste Herzog der Ir
mandie, erlangte, aus seiner norweg. Heimat vertrierg
von Karl dem Einfältigen von Frankreich 911 die Pe
hretung eines Landstrichs in der wesil. Notmandie, nah
als — den Namen Robert an, gest. 931.
Rollschlaugen, s. Wickelschlangeu.
Rollschuhe, s. Skating-Rink [Abb. 1750). hei
Rollschußz, Rollwurf Geulschuß, flacher Schuß,
dem das Geschoß erst nach mehrern Aufschlägen sein 30
rreicht; bei gezogenen Geschüen wegen' der länaliche—
Geschosse nicht anwendbar. der
Rolischwanzaffe, Rollaffe (Oebus), Gattg.
Breitnasen, mit auch an der Spitze ringsum behaarten
Greifschwanz (Wickelschwanz, Rollschwanz), großem, mundem
kurzschnauzigem, nach hinten verlängertem Kopf, ditn
kurzem Pelz, sanfter, weinerlicher Stimme (Winfelase
ehr gelehrig, leicht zihmbar. Kapuzineraffe (Cay, Sai
o epunus Geoe“ fTafel; Amerikanische Tier—
welt 205, dunkelbraun, Gesicht nackt, faltig, Guayand—
Benezuela, Peru; Faunaffe (Miko, O. fatuelius —
zraun bis schwarz, Haare über den Ohren büschelförmig
Bart lang, Paraguay bis Guayana; Moͤnchsaffe (0. mon
robus Quꝑp.), schmutziggelb, mit langem Greifschwanzgt,
Rongeit, Fortdtat ulgoheit der Fütse und Dagse
Rom, ital. Roma, von den alten Römern „die Statt
Urbs) genannt, einst Sitz der weltlichen, dann der, geit
Weltherrschaft und Hauptstadt des Kirchenstaates, seit 18
des Königr. Italien, am Tiber, auf 12 Hügeln, von denen
i, des iber Guirinat, Viünmal, Chhuin, Capiton
halatin, Aventin und Culius) schon die eigenlliche Stü
»es alten R. (Siebenhügelstadt) bildeten, der Janiculu
und Vaticanus in der Kaiserzeit hinzukamen. bei
Das anutike R, [starte: Die Alte Welt II, 8,
Altertum] ward der Sage nach am 21. April 753 v.
»on Romulus auf dem Palatin gegründet;, hier liegt
ilteste Kern der Stadt (Romin quaata), In der Weiter
entwicklung scheidet man das Septimontium, die Big
zegionenstadt, endlich die sog. servianische Stadt. *
Zoo) hEge ward Re durch die Gatster erstort und gast
lanlos wieder aufgebaut. Die Stadt sich dnn
Ichr in eht ur icta ctc e Ve