Rofs

558

Rosenkohl, Brüffeler oder Sprossenkohl, Kohlart
nit bohem Stamm, an dem sich in den Blattwinkeln
die kleinen rosenartigen Köpfchen bilden fAbß. 1539).
Rosenkönig, Durchwachsung einer
Rosenblume durch eine andere.
Rosenkönigin, s. Roseufest.
Rosenkranz (Rosarium), kath. Ge—
yetsweise, 15mal, je ein Vaterunser und
10mal Ape Maria wiederholend, fowie
die zur Zählung der Gebelie dienende
Schnur mit Kügelchen oder Perlen von
ere Große, größere für Vaterunser,
leinere für Ave Maria. Um 1208 vom
heil. Dominikus eingefuüͤhrt, geriet der N.
dann in Bergessenheit. Sputer haben
ihn die Jesuiten bes gepflegt. Gebetsschnüre kennt auch die
griech. Kirche; auch im Buddhismus und bei den Moham⸗
medanern (tesbib mit 90 Kugelchen) ist erx in Gebrauch.
— Die Rosenkranzbruderschaften, angeblich schon von Do—
niuikus gestiftet, dienen der Pflege der Rosenkrauzandacht.
Das Rosenkranzfest, 13573 von Gregor XIII. zum Gedächt⸗
nis des Sieges uͤber die Türken bei Tepanto (7. Okt. 1671)
ür den ersten Sonntag im Oktober gestiftet, wurde durck
Flemens XI. 1716 allgemeines Fest der kath. Kirche.
Rosenkranz, rhachitischer, s. Englische Krankheit.
Rosenkranz, Karl, Philosoph und Literarhistoriker,
eb. 23. April 1805 zu Magdeburg, seit 1833 Prof. zu
5 gest. das. 14. Juni 1878, Hauptvertreier des
Hegelschen Systems; schrieb: „Kritische Erläuterunger
des Hegelschen Systems“ (1840) „Psychologie“ (3. Aufl
8683), „Wissenschaft der logischen Idee“( Bde., 1858
59; dazu Epilegomena“, I862) u. a. — Vgl. Quäbicken
Rosenkranzmühle, s. Paterüosterwerk. [(001879)
Rosenkreuzer, die Mitglieder Pe Gesell
chaften des 17. und 18. Jahrh., angeblich Ende dee
14. Jahrh, von einem, gewissen Roseukreug gegründet
ursprünglich nur eine Fiknion Joh. Val. Andreus . d.)
veranlaßte dessen Darstelluug 1622 im Haag die Stiftuug
des sich auch in Deutschland bis Venedig verbreiteteß
uind bis Mitte des 18. Jahrh. bestehenden Ordens ves
goldenen Rosenkreuzes zum Zweck theosophischer und
naturwiss., bes. alchimistischer Kenntuisse und Fertigkeiten
Verschieden von ihm ist der Orden der deutfcheu Gold
und Rosenkreuzer, um 1760 in Süddeutschland endg
Ureimaurerisch und alchimistisch). — Bgl. Buhle (1803)
und den Roman von Max Niuq, „R. und Illumingten⸗
Bde., 1861).
Rosenkrieg, s. Rose (Krieg der weißen und der roten).
Rosenlaubkäfer, s. Juniküfer JAbb878).
Rosenlani, Gletscher in der Finsteraarhorngruppe
m schweiz. Kauton Bern, Amt Obechasli, 41, Xn lg.,
2 Em br.; dabei das Rosenlauibad, 13830 wü. d. 9
Rosenlorbeer, der Oleander (s. d. nebst Abb. 1285)
Rosenobel, Goldmünze, s. Nobel.
Rosenöl, Attar, ätherisches Ol der Krouenblätter einiger
Rosenarten, bes. der Damaszener Rose und der Zentifolie,
zdurch Destillation mit a gewonnen (3000 x8 Rosen⸗
lätter geben 1kg h). Fahrikation hauptsächlich am Suͤd—
ͤWhang des Balkans, in Persien und neuerdings auch in
Deutschland; wird häufig verfälscht. Benutzt in der Par—
fümerie und pharmäzeutisch zu Rofenwasser Durch Syn⸗
hese der Bestandteile des natürlichen Ols wird seit etwa
909. auch dem natürlichen sehr ähnliches künstliches R
Rosenpappel, s. Rbiscus. lhergestellt
Rosenplüt, Dichter, s. Rosenblut.
Rosenschwamm, .KRofe (botan.).
Rosensonntag, . Lätare.
Rosenstahl, Herdfrischstahl mit konzentrischen farbigen
ningen auf der Bruchfläche.
Rosenstein, Schlifform, s. Rosette.
Rosen stein⸗ koͤngl. Luftschloß dei Cannstatt.
Rosenftiehis Grün, Baryum.
Rosenstöde, zapfenfoͤrmige Verlängerungen der Stirn⸗
jeine bei Hirschen ac. worauf das Geweih sitzt.
Rosenthal, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Cassel, (1905)
197. E. Amisgericht.
Rofenthal, Dorf in Böhmen, an der Lausitzer Neisse
hesteht aus 2 Gemeinden, R. J und R. II, (1900) 2238
und 4673 E.; Spinuerei Tuͤchfabriken.

Rofenthal, Isidor, Physiolog, geb. 16. Juli 1886
zu Labischin, 1867 Prof. in Berlin, 1872 in ——
schrieb: „Elektrizitätslehre für Mediziuer““ (8. Aufl k
M. Bernhardt, 1883), „Allgemeine Physiologie der Mu —
keln und Nerven“ (5. Aufl. 13809), „Lehrbuch der ——
logie“ (1801); Herausgeber des Biologischen Kentral—
blattes“ (1881 j8.). su
Rosenthal, Moritz, Pianist, geb. 18. Dez. 1862 g
demherg. Echüler Frang Liszis meift auf Kongertreisen
in Amerika (i888 und 18062687) und ganz Europa
Rosenthal, Toby, amerik. Genremaler, geb. 46. Marz
1848 zu Rewhaven erenne lebt in Murten
Hauptbilder: Familie Bach bei der Morgenandacht e
eipzigh, Tanzstunde unferer Großmütter (1887), Geri
iber Konstanze de Beverley, Vater und Mutter zugleich.
Rosentuch, die roten Bezetten (s. d.)-Rofeéöl,
 s. v. w. türk. Geraniumöl. susene
Rosebla (lat.), Hautausschlag, bestehend aus linsen⸗
zroßen roten Flecken, die unter Fingerdrück ver hwinden—
utstehen durch örtliche Einwirkungen (starkes ——
Sonnenhitze, reizende Substanzen) oder im Verlauf e
after Kraukheiten, bef. beie Typhus und Shyphilis:
chwindet meist von selbst mit der Ursache. g
Roser, Wilh., Ehirurg, geb. 26. März iiet
Stuttgart, 1880 Prof. in Racho, gest. das, 16. 4
888; schrieb: „Handhuch der anatom. Ehirurgie“ (8.
888), Chirurg -anatom. Vademekum“? (0. Aufl. 1887)
Bgal. K. Roser (1892). F m
Rosesches Petall,- Legierung aus 1 Teil Zinn,
Blei und 2 Wismut, schwulzt schon bei 94“ 0. bes
Rofette (frz.), Ornament in Form einer Rose,
u der Plafonddekoration, ein Edelstein (osonnenn
Raute), bes. ein Diamant, der so gefcliffen ist, —
iber der glatten Grundfläche zwei“ Reihen triangulürer
Facetten erheben, von denen die sechs obersten 8
facetten) in eine Spitze zufammenlaufen fTafel: Ede
teine D, 14-16 uten] Gekrönte R. haben 6 Stern—
ind 18 Querfacetten. zoypt.
Rofette, arab. Raschid, Stadt in der —
Brov. Beherah, 15 xm oberhalb der Mundung des wes
dauptarms des Ril (uso αα , di⸗ —
n F R. 8 D seui wichtig für di
Entzifferung der Hieroglyphen (s. d.).
MRosßetti, Konstantin, rumän. Siaatsmann, geb. 1816
n Bukarest, langiähriges Haupt der nationalliberalen yr
ei, Rumäniens, mehrinals Minister, auch polit. Schrift⸗
teller, gest. 20. Aptil 1885 in Bukarest.
Rose von Jericho, s. Anastatica und ——
Rosheinmt, Stadt im Unterelfaß, (1805) 3161 E.
Imitsgericht, Basilika 7 Zuhrh.). ESi⸗
Rofheftwenfkij (irchenslaw. Roschdestweustii),
io wij Petrowitsch, russ. Vizeadmiral, führte 1904 55
uss. Ostseeflotte nach Oftahen, wurde in der Seeschlach
dei Tsushimia (27. und 28. Mai 19085) völlig geslagen
erwundet und gefangen, Rahm nach seiner Ruͤckkehr aus
er Gefangenschaft den Äbschiere (SogdrufstfchJapegischer
Rosieren Erz.), rosa färben. —5 —
Rosiersalz, in der Türkischrotfärberei das Zinuchlorid
Rofiflsren, Pflanzenordnung der Choripetalen, mit der
nzigen Familie der Rosazeen.
Rosinante, Rame von Don Quirotes Reitklepper:
anach, jedes schlechte Pferd. 8
Rosinduline, künsiliche rote Farbstoffe, entstehen gu
lzo derivaten des Benzols und Raphthalins beim
chmelzen mit Anilin und Naphihylanmin, kommen a
satriumsalze von Sulfosäuren in ven Handel.
Rosinen, an der Sonne oder im Ofen getrodnete
Weinbeeren wärmerer Gegenden; man e die
großen, läuglichen Zibeben (die span. Pickzibeben oder
bick-R. gelten als die besten), die dernlosen, hellgelben
Zultana⸗ oder Sultanin⸗N. und die kleinen R. 7
dorinthen (s. d.). Der Rofinenwein wird aus R. un
Bein durch Gürung bereitet.
Roskilde, dän Stadt, s. Roeskilde. 4
Rostkoff, Gustav, prot. Theolog, geb. 80. Aug. 181
u Preßburg, 183084 Prof. an der cvang, Fakuͤltät zu
Wien, gest. 20. Olt. 1889 in Aussee; Hauptwerle: Ge⸗
chichte des Teufels“ (2 Bde., 18609, Das Religions⸗
vesen der rohesten Naturpölket“ (18609