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RNudra, Name eines altind. Gottes, Vater der Ma—
rut, Herr der Tiere, gedacht als schrecklicher Gott, zugleich
aber als bester der Ärzte.
Rueda, Lope de, span. Dramatiker aus Sevilla, gest.
vor 4567 zu Cordoba, förderte durch seine Komsödien und
Zwischenspiele das alte span. Nativitaldrama. Werke hyg.
von Ochoa in Tesoro dei teatro espatol (Bd. 1, 1838)
zum Teil deutsch von Rapp („Span. Theater“, Bd. 1
868). (Oife, (180) 11013 ẽ.
Rueil (spr. rüej), Stadt im franz. Dep. Seine- et⸗
Kueæliia L, Pflanzengattg. der Akanthazeen, Kräutern
oder Sträucher, meist im trop. Amerika.
Rufach, Stadt im Oberelsaß, an der Lauch, 05)
2916 E., Amtsgericht, Basilika, Landwirtschaftsschule.
Rüfe, in der Schweiz Rame der Murbrüche (s. Muren)
Rufene, s. v. w. Bergsturz.
Ruffinyihöhle, die Sobschauer Eishöhle (s. Dobschau)
ach ihrem ersten Erforscher ECugen Ruffinyi.
Ruffo, Fabrizio, Kardinal, geb. 16. Dez. 1744 in Sta.
Zucida (Kalabrien), seit 1794 Kardinal, Urheber des Auf⸗
tandes in Kalabrien 1799, der die KVarthenopeische Re—
yublik stürzte, gest. als Staatsrat 13. Dez. 1827 zu Neapel.
Ruffyy, Engen, schweiz. Staatsmann, geb. 2. de 18654
in Lutry, 1889 Präsident des Nationalrats, 1893 Bundes
cat, 1898 Bundespräsident, seit 1900 Vorsitzender des
Weltpostvereins.
Rüfi, in der Schweiz s. v. w. Bergsturz.
Rufidji (Rufidschi), Fluß in Deutsch⸗Ostafrika, s. Rufiji.
Rufigallussäure, Rufigallol. Hexabryanthrachinon,
ünstlicher Farbstoff, aus Gallussuͤure durch konzentrierte
Schwefelsäure gewonnen, fürbt chromgebeizte Wolle braun—
Rufiji (Rufidschi, Lufiji), größier Fluß in Deutsch⸗
Ostafrika, entsteht aus dem Ruhudje (Ulanga) und dem
duwegu (Luwego) in Mahenge, duͤrchoͤricht die Tundusiberge
Wanganischnellen), mündet in einem etwa 70 km langen
ind 35 Kxm breiten Delta in den Ind. Ozean, etwa 270 Rn
chiffbar; Hauptnebenfluß (von links) Ruaha. Nach ihm
enaunt das Bez.⸗Amt di.; Hauptort Mohorro.
Rufinus, aus Elusain Aquitanien, Feldherr und
Staatsmann unter Theodosius d. Gr., unter Arcadins der
cigentliche Regent des Oström. Reichs, 385 durch den
Voten Gainas ermordet.
Rusisque (spr. rüfisk), Tangetet, Hafenplatz in Franz.
Seuegambien, (1904) 12 440 E.
Rufu (Ruvu), Flüsse, s. Kingani und Pangani.
—8 Curtius, röm. Geschichtschreiber, s. Curtius
Rufus.
Rufus Festus, Sertus, röm. Geschichtschreiber im
. Jahrh. n. Ehr., verfaßte einen Abriß („Breviarium“)
ner röni. Geschichte (hg. von Wagener, 1886).
Rug, eine der Karolinen, s. v. w. Truk.
Rugard, Berg auf Rügen (s. Bergen).
Rugby (spr. röggbt), Stadt in der engl. Grafsch
Warwick, am Upper do (1901) 16 830 E., Sternwarte.
herühnite lat. Schule (1567 gegruͤndet).
Ruge, Arnold, philos. und polit. Schriftsteller, geb.
13. Sept. 1803 zu Bergen auf Rügen, mit iteweper
Begründer der ———— (seit 1840 „Deutschen“) Jahr—
hücher“ (1838 42), beteiligte ig an der Bewegung von
1848 und 1849 in demokrat. Sinne, lebte seit 1880
zu Brighton, gest. das. 31. Dez. 1880; schrieb: „Poet
Bilder“ (1847 u. 18418). Polit Bilder“ (1847 u. 1848)
Aus früherer Zeit“ (Meinviren, 4 Bde. 186267) n. a.
Ruge, Sophus, Geograph, geb. 26. März 1831 zu
Dorum, bei Bremerhaven, seit 1874 Prof. am Polytechn
lum in Dresden, gest. 28. Dez. 1908 in Klohsche bei Dresden
zab die 2. Aufl von Peschels der Erdkunde
878) heraus, schrieb; „Geschichte des Zeitalters der Ent⸗
xcckungen“ (16883), Abhandlungen und Vorträge zur Ge⸗
chichte der Erdkunde (1888), Kolumbus⸗ (2. Aufl. 1902)
Norwegen“ (2. Auft. 19065. Dresden und die Sächs
Schweiz“ (1803), Geograͤphie für Handelsfchulen⸗
14. Aufl. I004) Hleine Geographie“ dN7. Aufl. 1009)
Rüge, im Mitielalter die pflichtmüßige Anzeige be⸗
Jngener Verbrechen durch Zeugen (Ruͤgezeugen) oder
Schoͤffen und Bauernmeister dann die angezeigten Ver⸗
brechen selbst, sowie auch geringere Vergehen deren Ab
irteilung in Rügegerichten erfolgte. Jehlt heißen Rüge
sachen meist nur Injurienprozefse“ nuch Forstfrebelen

Rugen, german. Stamm, s. Rugier.
Rügen, 564 deutsche Insel, in der Ostsee Zewen
Ostpreußen zc. J u. J. 8), durch den Rügener Xseden
ind Strelasund vom Festlande getrennt, bildet mit *
»orliegenden Eilanden einen Kreis (568 qkm, 19 *
7 027 E.) des preuß. Reg.⸗Bez. Stralsund; von prrisch
Bestalt, viele Binnenwasser (Wieke vder Bodden) durch ue
ief eingedrungene Meer gebildet; vier große Halbinsen
Wittow (mit Arkona), Jasmund, Moͤnchgut und Zu
m W. eben, im Junern bergig (bedeutendste Höhe
Augard bei Bergen Is. d.M, hochste Fehebung auf Jasmum
m NO. in der Stubbenkammer (s. d.); mehrere Srrn
aruuter der Herthasee; sehr fruchtbar, schöne Eichen—
Zuchenwaldungen; Hauptstadt Bergen; besuchte Frrbene
Saßnitz, Crampas, Binz, Lohme, Göhren, Sellin). 3
ursprünglich von Germanen (s. Rugier), dann von imd
hewohnt, war ein selbständiges Fürstentum, seit .
anter dän. Oberhoheit, 1325 mit Pommern vereint, .
chwedisch, 18165 preußisch. — Vgl. Fabricius, urtunde
on R. (4 Bde. 1841169); Fock, Geschichle (6 Bde.,
— ——— Na⸗
Rugendas, Georg Phil. Schlachtenmaler und
ierer, geb. 27. Nop. 1666 zu Augsburg, gest. das. 10. n
742 als Direltor der Zeichenakademie. — Sein —
Joh. Lorenz R., geb. 1778, geft. 18. Dez. 1826, ebenfa b
Schlachtenmaler. Dessen Sohn Joh. Moritz R., RAen
und Genremaler, geb. 29. März 1802 in Augsburg,
reiste 182188 und 1881 As Südenmerita aeft. ↄ8. Ma
8858 in Weilheim. zslin
Rügenwalde, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Cöslin,
in der Wipper (1005) 8870 E., Amtsgericht Schloß, Irren
instalt; Handel mit geräucherten Gäusebrüsten uůgen
walder Spickgänse). 2 kmmentfernt der Hafen Rügen
vnldermünde, mit Seebad. tt.
Rüger, Wilhelm, faͤchs. Staatsmann, geb. 26. 2lt.
837 in Dresden, 1880 64 vSürgermeister daf.,, 1896—
01, Generalstaatsanwalt, 1001 Justige 1002. Finanz⸗
Rügezeugen, s. Rüge. lministen
Rugier (Rugen), ofigerman. Volk, auf Rügen und ꝛ
en Odermündungen, zu Attilas Zeiten an der mittlern
Donau und im heůtigen Dsterreich, vvn Odvaker vertrieben,
erloren sich unter Skiren, Herulern, Langobarden.
Ruhanda, afrik. Landschaft, s. Ruanda. en
Ruhestörung, ungebührliche Störung der ofentate
Nuhe und, Ordnung, dom Deutschen Relchostrafgesetbnn
8360) mit Geldstrafe bis zu 160⸗ oder Haft d
Ruhhla, Stadt im Thüringer Wald, durch den Ba
Erbstrom in eine weimarische (1900: 3081 E.) und ehe
Jothaische Stadt (3517 E.), zusammen (1905) 6621 6.
Jeschieden; Fabrikation von Pfeifenköpfen und Figarren⸗
pitzen; Bad (Eisenquellen); bekannt durch die Sañe van—
Schmied von R.“
RNuhland, Stadt im preuß. ,“ Liegnitz, an
er Faero Elster, (1905) 2476 E., Amtsgericht.
Rüthle von Lilienstern, Joh. Jat. Bitn Jus.—
„reuß. General und Militärschriftfteller, geb. 16. Apri
780 zu Berlin, 1813 Generalkommissar der deutschen Be⸗
vaffnung unter Stein, 1844 Generaliuspektor des Militär⸗
rziehundswesens, geft. 1. Juli 1847 u Salzburg; be⸗
ründete mit Decker das „Militär. Wohenblatt“ s16)
chrieb: „Reise eines Malers mit der Armee 1809 (ano⸗
iym, 8 Bde. 1810 — 11), „Vom Kriege“ (1814) u. q.
Rühnmkorff, Heinr. Daniel, Mechaniker, geb. 15. Jan—
803 in Hannover, seit 1825 in Paris, gesi. — 19. Dez.
877, Erfinder thermoelektr. Apparate und (1851) des nach
hm benaunten Funkeninduktors. (S. Induktionsmaschi—
nen). — Bgl. Kosack (1803). 5
Ruhnken, David, Philolog, geb. 2. Jan. 1728 bei
Stolp( Hinterpommern).gest. Ia. Mai 1798 als Prof,
u Leiden, schrieb Opuscuie bretorit te““ ν—182
4. a. — Bgl. Wyttenbach (neueste Aufl. 1846).
Ruhr, Dysenterie epidemisch (am hänfigften zu An⸗
ang des Herbstes) auftretende diphtherifche Entzůndung
er Dickdarmschleinchaut, die in schweren Fällen baaudig
ugrunde geht und abgestoßen wird; gibt sich durch Leib—
chmerz, quälenden Stuͤhldrang und Durchfall kund, wobei
mier nur geringe Mengen Darminhalt, meist ein grauer
welße R.) bder blutiger Schleim (role R., auch Blut⸗
wang genannty. felbs reines Blut e— wird. Sie