Rum

1877 eine Konvention; seit 18. Aug. nahmen die rumän.
Truppen am Kriege (bes. vor Plevna) teil. Der Berliner
ongreß vom 18. Juli 1878 erkannte die schon 22. Ma—
1877 proklamierte Souveränität R.s an und vereinigte die
Dobrudscha mit R., wogegen es Bessarabien an Ruͤßland
abtreten mußte. 26. März 1881 erklärten die Kammern
R. für ein, Königreich. Seit dem Rücktritt Bratianus
sss) wechselten die Ministerien häufig. Die Thronfolge
wurde da der König kinderlos ist,“ durch Ernennung
seines Neffen Ferdinand von Hohenzollern zum Kronprinzen
geregelt; dessen Sohn, Prinz Karl, geb. 15. Okt. 1803,
vurde griechisch-katholisch getkauft. Seit Jan. 1905 steht
Fantacuzene au der Spitze des Ministeriums 1906 kam es
zu einem Konflikt mit Griechenlaund, und 14. Juni zum
Abbruch der diplomat. Beziehungen beider Lünder. — Vgl.
Heule (1877), Bergner (1887), Kraus (1806), „R. n
Bild und Wort“ (1896 fg.), de Gubernatis (franz., 1888)
Banger (1900), de Martonie (franz, 1900 u. 1902), Ge⸗—
chichte von Dameẽ (franz., 1900), Jorga (æ Bde. 1908)
Rumänifsch⸗Csiklova, s. Cfiklova
Rumänische Sprache und Literatur. Das
Rumänische ist eine rgman. Sprache mit manchen Aller—
tümlichkeiten, aber stark mit fremden, bes. ssaw. Elementen
oersetzt; es zerfällt in vier Dialekte (s. Rumänen); Schriftiprache
 der dakorumtnische. In neuerer Zeit sind viele
jeue Worte romau. Ursprungs aufgenommen; die reine
Volkssprache findet sich nur in den Volksliedern und in
den ältern cyrillischen Terten. Grammatiken von Teutsch
und Popea (1897), Tiktin (rumän. 2 Bde. 1892), Miklosich,
„Zur Lautlehre der rumän. Dialckte“ (5 Tle., 1881 83)
Wörterbücher von Hasdeu (1886 fg.), Cihac (1870 -78),
Saineanu (188780; für praktische Iwecke), Dame (ruman.⸗
franz. 1894 -96), Tiktin (rumän-deutsch, 1808 s9)9.
Bis Mitte des 17. Jahrh. herrschte das Altflawische im
Gottesdienst. Die darauf beginnende nativnale Literatur
Chroniken von Ureki, Miron Kostin) ward durch die Herr⸗
schaft der Fanarioten (1711 -1822) unterbrochen. Erst im
18. Jahrh. erwachte von Siebenbürgen und der Bukowind
aus der nationale Geist. Schriftsteller: Lazar, Negruzzi,
Balcescu, Heliade-Radulescu, Bolintineanu, Cogalniceanu
Alecsandri, Eminescu u. a. Die Emanzipierung vom Fran
zösischen wurde durch Majorescus „Critice““ (1874) an—
zebahnt. — Vgl, Gherea, „Studii critico“ (1890 fg.)
Rudow, „Geschichte des rumun. Schrifttums“ (1892; Nach
trag 1894), Gaster (in Gröbers „Grundriß“, Bd. ); Volks.
iedersammluugen von Teodorestu (1885), Bibicescu (1893)
Rumaänisch⸗Orawitza, s. Deutsch-Orawitza.
Rümann, Wilh. von, Bildhauer, geb. 11. Nov. 1850 in
õgunover, Prof. an der Akademie zu Muͤnchen, 1891 geadelt,
sest. 6. Febr. 1906 in Ajaccio; bes. Porträtstatuen Kaifei
Wilhelm J., Prinz-Regent Luitpold u, a.) und Büsten.
Rumäather, j Amieisenüther. [I(1904) 6499 E
Rumbeke, Stadt in der veg Prov. Westflandern
Rumburg, Bezirksstadt in Böhmen, an der sächf
Breuze, (1900) 10388 E.
Rumelien, türk. Rumili („Land der Griechen“),
rüher die europ. Hälfte des Türk. Reichs; dann ehemal
türk. Statthalterschaft, umfaßte Thrazien und Teile von
Mazedonien; 1878 durch den Berliner Vertrag als Ost—
umelien teilweise wieder erneuert.
Rümelin, Gustav, Schriftsteller, geb. 26. März 1815
u Ravensburg, 1886—61 Bepartementschef des württemb.
kirchen⸗ und Schulwesens, seit 1867 Dozent
der Statistik und J und (seit 1870)
anzler der Universität Tuͤbingen, gest. das,
28. Okt. 1889; schrieb: ————
2. Aufl. 1870),,Reden und Auffuͤhe (1876,
881 u. 18949, „Aus der Paulskirche“ (hg.
von Schäfer, 1862) u. a. —
KRumeæ ., Ampfer (Ampher), Pflanzengattg.
 der Polygonazeen, Krüutet, selten Straͤu⸗
cher, bes. in der nördl. gemäßigten Zone. R.
acotõsa L. (Sauerampfer), häufig auf Wiesen,
wegen der säuerlichen Blätter auch als Ge⸗ 553. Feld
müsepflauze franz. Spinat) kultiviert; ebenso, ampfer.
bes. in England, R. patientia T. (Gemuses,
Geduld⸗, Gartenampfer, engl. oder ewiger Spinat). Die
Wurzeln von R. alpinus (Alpenampfer) liefern den
Mönchsrhabarber, die von R.obtünitgunet, die Grind

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der Mergelwurz; R. aoetosells (tleiner Sauerampfer—
e Ith 1363: 3 Teil eines weiblichen Blüten⸗
tandes, d männliche Blüte)) ist ein gutes etane
Rumford (spr. roͤmmfrd), Bens. Thompson, p
on, Phyfiker und Philanthrop, geb. 26. März 1768 u
Woburn (Massachusetis), lebte 178.099 zu ——
durch seine gemeinnutzigen Einrichtungen, insbes. 3.71
Erfindung der Rumfordschen Suppe (aus Kuochen,
ind andern nahrhaften billigen Stoffen) bekannt ward,
est. 22. Aug. 1814 zu Auteuil bei Paris.
Rumili, s. Rumelien. maizu, dub
Ruminantia (lat.), die Wiederkäuer; Ruminatidn
Wiederkäuen; auch reifliches Durchdenken; ruminieren,
vdehnne neerre
umizin, s. v. w. Chrysophansäure. Hirst.
Rumijanzew, Aler. Swanowitsch, geb. 1680 3
ing Peters d. Gr. 173840 Gouverneur von Siepnn
and, schloß 1748 den Frieden von Abo, 1744 F 7
Brafenstand erhoben, geft. 1760. — Sein Sohn geg
beter Alexandrowitsch R., genannt Sadunaiskij “e
überschreiter der Donau), russ. Feldmarschall,
76974 Oberbesehlshaber gegen die Türken, gest. 40. w
796. — Dessen Sohn Graf Rikolaj Petrowiisch R. g3
7B54, 1802 -7 Handelsminister, 1807-12 Rinister
lußern und Reichskanzler, gest. 15. Jan. 1826. Ir
Sammlungen hilden den Gruͤndstock des Rumignzewi—
Museums in Moskau. tum
Rummel, im Unterlauf Wad el-Kebir, im Alter
Ampsaga, Fluß im alger. Dep. Constantine, mündet i
vestl. von den Sieben Kaps (Seba Rus) ins Mitre iuen
Rummelsburg. 1) R. in Pommern, Kreisstad
reuß. Reg.⸗Bez. Cöslin, an der Stiednitz, (1905)
Amtsgericht. —2) R. bei Berlin, s. Borhagen⸗ Rummels
Rumohr, Karl Friedr. von, Schriftsteller, geb. 6. 5
786 zu Reinhardsgrimma bei Bresden, gest. 25, Julin *
u Dresden, bedeutend als Kunsthistoriker („Ital. dacn
en“, 1827 81, u. a.), fhrieb serner Geift der Kochkun
bei Reclam) u. a. — Vol. 6. W. Schulz (1844).
Rumonfch, s. Rhätoromanisch. n
Rumpelmaier, Johannes, Schriftsteller, s. Nordmann.
Rumpelmettent, sv. w. Finstermetten E. dy).
Rumpenheim, Dorf in der hess. Prov. Siartenburg
im Main, (1900) 1107 E., Schloß der Landarafen v
dessen⸗R. zer⸗
Rumpfparlament, Spottname des engl. Un
auses, als 1648 durch Cromwell alle nicht sepubitanischen
Nitglieder aus ihm vertrieben waren; danach auch
Nest der Deutschen Nationalverfammlung, der 6. bis 18. Ju
1849 in Stuttgart tagte, R. genannt. itten
Rumpfteat (engl spr. roͤmmpftehl), Fleischschni
»om Rippenstück des Ochsen, gebraten oder gedampft. ge
Rum (engl., spr. rönit, „Lauf“), der panikartige
turm des beteiligten Publikums Auf eine Bant⸗ derc
eredit erschüttert ist. lihr Quellfluß —
Runa, Fluß im Quellgebiet der Wolga, faͤlschlich 9
Runcorn (spr. rönn.), Stadt in der engl. 3
Chester, am Mersey und 800
Ruuindbogen, . Bogen Abb 23 31. i34016
Rundvbogenfries, in im roman Stil üblicher qu
iner Reihe kleiner runder Bögen gebildeter Bogenfrie
. d. nebst Abb. 285).
Rundbogenstil, s. v. w. Romanischer Stil. ten
Rundbrasfen, die an einer Schiffs feite angebraß F
Rahen mit den Vrassen (s. d.) nach der andern Sei
Runde, s. Ronde! Therumbolen.
Rundel, s. v. w. Rondel (s. d.).
Rundfeile, s. Feile [Abb. 5628)].
Rundgemälde, s. v w. gemaltes Panorama.
Rundherumsystem, s. dampfbodenkultur. der
Rundieren, runden; vollenden, ausarbeiten; in
Edelsteinschleiferei das Formgeben mit freier Hand. die
Rundiste, Rand, Einfassung, bei Edelsteinen n
jorizontale Kante, in welcher die Facetten von Pavi
und Külasse sich schneiden [Taͤfel: Edelsteine I, Tau. 81
Rundköpfe, s. Round Heads. mWiakeits⸗
Rundlet (fyr. rönndleth, Runtet, engl. Flüssiakei
taß zu 18 Gallons — 81,181J. ische
Rundmänler (Oyclostomata), Unterklasse der gische,
nit aalartigem Koͤrper, knorpligem Skelett. kreisförmigem.