Rur
Ruremonde (spr. rürmöngd), franz. Name von Roer
nond (s. d.).
Rurik (xuss. Rjurit), Gründer des Russ. Reichs. Nach
der Nestorschen Chronik riefen 862 die Slawen von Now—
gorod mit ihren Nachbarn die Waräger (s. Normannen)
herbei, und R. nahm mit, seinen Brüdern Sineus und
Truwor Besitz von diesen Gegenden, regierte darauf nach
dem Tode der letztern beiden allein in Nowgorod und
tarb 879. Sein Geschlecht erlosch auf dem russ. Thronc
1398; doch führen woghett russ. Fürstenfamilien (Ruriker,
sturikowitschen) ihre Abstammung auf R. zurück,
Ruruki, l. Nebenfluß des Koñgo, s. v. w. Ruki (s. d.).
Rurutu, eine der Tubugiinseln, 50 qkm, 750 E.
Rusalken (Russalken), slaw. Wassers und Feldnymphen
nit grünen Haaren. Das Fest der Rusalien (lat. rosalta),
auch in Nordungarn, Rumänien und Griechenland ge⸗
eiert, findet in der Woche vor Pfingsten statt.
Rusbroek, Mystiker, s. Ruysbroek.
Ruschdije, in der Türkei eine Art höherer Realschulen
Rüsche (frz. ruche), in aufrecht stehende Falten ge—
egte Besätze aus Tüll, Spitzen ꝛc. für Damenkleider.
Ruschtschuk (Ruskdut), bulgar.
Stadt, s. Rustschuk.
KRuscus, — der
diliazeen, immergrüue Sträucher am
Mittelmeer, mit eeiee Zwei⸗
gen, auf denen die kleinen Blüten
tzen. R. aculeatus T. (Mäusedorn,
Stachelmyrte), Südeuropa, mit
stechenden Blattzweigen, und R. hy⸗
poglossum L. (Zungenkraut [Abb
1656)), Gartenzierpflauzen.
isen i De Gipfel des
ödi iun den Glarner Alpen, 3623 m.
Rusfellä, eine der alten etrurischen 1sbs. Zungenkraut.
Zwölfftädte, Ruinen bei den Schwefelquellen von Bagni
di Roselle in der Nähe der Stadt Grosseto.
Rushden (jspr. röschd'n), Stadt in der engl. Grafsch
Noxthampton, (1901) 12 4606 E.
Ruskin (spr. röß-), John, engl. Kunstkritiker und
Sozialreformer, geb. 8. Febr. 1819 zu London, 1870 -84
Prof. der schönen Künste zu Orford, seit 1887 geisteskrank,
gest. 20. Jan. 1900; schrieb: „Modern painters“ (5 Bde.,
i848 60), Stones ot Venios“ (8 Bde., 188163),
Wege zur Kunst“ (deutsch, 4æ Bde., 1898 - 10902), auch
Schriften über nativnalökonömische Gegenstände, „Timie anä
tids“ (1867) „Fors olavigera“ (8 Bde., 1871), „Poems“
(Sammlung 1891), die Selbstbiogr. „Praeterita“ (8 Bde.,
1885—19006; deutsch 1903). — Vgl. Collingwood (2 Bde.
1893), Mather (5. Aufl. 1887), Spielmann (1900), M
»on Bunsen (1903), Broicher (1908).
Rusma (Rhusma), vrient. Euthaarungsmittel aus
dalk und Schwefelarsen (s. Auripigment). J
Rufotto, Ort in Deutsch-Ostafrika, s. Wilhelnistal,
Ruspöli, Engenio, Prinz, ital. Afrikareisender, geb
3. Jan. 1866, bereiste 188153 die Somal- und Galla—
änder, erreichte Dez. 1883 den Omo, gest. 4. Dez. 1893
Ruß, aus dem Rauch unvollkommien verbrennender
organischer Stoffe abgeschiedener, fein verteilter Kohlen—
stoff, legt sich in den Rauchfängen der Hausfeuerungen
am untern Teile als feste glänzende Masse (Glauz-R.),
in den vom Feuer entfernten Teilen als lockerer Flatter—
R. ab. Kien⸗R. oder Flammen-R. wird durd Ver⸗
brenuen kohlenstoffreicher Körper —— Fette, Asphalt,
sKampfer ec.) gewonnen und durch Glühen in geschlossenen
eisernen Zylindern gereinigt. Lampen⸗R. (Lampeuschwarz),
durch unvollkommene Verbrennung flüssiger, dohlenstoff⸗
—3 Substanzen (Teeröle, Terpentinöl, Petroleum,
Zenzin) in besondern Lampen hergestellt; auch Azetyleu
liefert R.; sehr feines, leichtes, tiefschwarzes Pulver, wegen
seiner Unveränderlichkeit wichtige Deckfarbe, ferner zu Drucker⸗
schwärze, Firnissen, Glauzleder, Wachstuch, Wichse verwen⸗
det und häufig dürch die bei der Verkohlung von Hefe,
Trebern, Kork- und Knochenabfällen hinterbleibende Schwärze
ersetzt. — Vgl. Köhler (1889).
Ruß, Krankheit der Ferkel, s. Pechräude.
Ruß, Flecken im preuß. Reg.-Bez. Gumbinnen, am R.,
dem noördl. Mündungsarm der Memel, (1905) 1i948 E.,
Amtsgericht; Vorbaken für Memel und Tilsit.

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Muß, Karl, Volksschriftsteller, geb. 14. Jan. 1833 in
galdeuburg (Westpreußen), gest. 80 Sept. 1809 in er
erdient um die Zucht aublaͤndischer Stubenvögel; schrg
Handbuch für Vogelliebhaber“ (4. Aufl. 1901 -)
— (0. Auft. 1001) 2c., und gab „Die ge—
ederte Welt“ (seit 1872) heraus. 1847
Ruß, Kobert, Landschaftsmaler, geb. T. Juni
Wien; Werke: Hof der Furstenburg in Burgeis —3 —
Russalken, s. Rusalken. ach in Riva (1886).
Rußbrand, s. Brand (des Getreides).
Rufse, Insekt, s. Schaben. Ge⸗
Rüssel, das röhrenförmige Organ an der vordern de
ichtsfläche mancher Wirbeltiere, eine Verlüngerung
PVase, bei niedern Tieren Verlängerungen des
orpets uͤber die Mundöffnung hinaus, dder ausstülp g
dildungen der Rundorgane bel Echnecken, Würmerxn). ——
Insekten unterscheidet man nach Funktion und Sau,
R.Stech⸗R. (Wanzen, Stechmuͤckenece), Schröpf-R. (Stu en
liege) und Roll⸗R. (Schmetterlinge).
Rüsselbär, s. Coati [Abb. 363)].
Rüsselegel, s. Blutegel.
Rüßseler, s. Rüsseltiere. hr
Rufseltäfer (Carculiontdae, Rhynchophöra) e n
große (über 10000 Arten) Familie der vierzehigen —
nit kleinem, vorn zu einem oft fadenförmigen Russel —
gezogenem Kopf, Mundteile an der Spitze des Rüssels; me
leine, oft flügellose Käfer, leben von Pflanzenteilen,
durch häufig sehr schädlich. giecher Blattroller, Spitma
hen, Hohlrußler, der Reschlechthin (f. Nylopius nebst Abb.
339), Nußbohrer, Kornwurm ꝛc. R
Ruffeil (pr. rosse alte engl. Familie. — John
anter Heinrich VIII. Großadmiral, Baron und ehn
jegelbewahrer, 1500 Graf von Bedford, gest. 14. Min
1355. —William R., Sohn des fünften Grafen vej
Bedford, geb. 29. Sept. 1638, bekämpfte unter Karl
as —S ——— und die papistischen Zendene
des Herzogs von Hork, 21. Juli 1688 wegen Teilnahnit
im Komplott des Herzogs von Monmouth dingerichtet. —
Fohn Graf R., brit. Staatsmann, geb. 18. Aug. 17 5
ritter Sohn des sechsten Herzogs von Bedford, seit 48
Unterhausmitglied, setzte 1831 als Mitglied des Wog
nainifteriums T1860534) die Reformbill durch, en
Staatssekretär des Innern, 1839 —41 der Kolonien, 18
-652 Premierminister; 13853 55 Mitglied des Koalition
ninisteriums, 1889 Minister des Auswärtigen, 1861
ind Graf, 1865—66 Premierminister; gest 28. Mai 18 b
zuf Pembroke Lodge; schrieb: „Recollsections and d
zestions 181813 (1878; i n — Byg
on Althaus im Heuen Plutarch“ (GBd. 6, 1879). Wa
ole (1891), Williamson (1894).
Ruͤssell (spr. rösse), Sir William Howard, engl. dou
alist geh. 28. Watg 1821 bei Vublin, Berichterstatt,
er „Times“ in der Krim 1854-656, Indien 181530
stordamerika 1861 -62, 1866 im Hauptquartier Benedetn
370 571 in dem ves preuß. Kronpringzen; schrieb
istory, of the Crimea war“ (1835- 36 deutsch⸗
Rüsselmaus, s. Spigmduse. sB3. Ausg. 1874) 1. c.
Rüßsselpapagei, s. Kaladus.
Rüßelrobbe, s. Seehunde. ehr
Ruͤffeltiere, Ruͤsseler (Eroboscidéa), Ordnung —
zroßer, plumper Tiere, mit lang ausgezogener, rusel⸗
örmiger, zugleich als Greiforgan dienender Nase, großge
u Stoßzuͤhnen verlängerten Schneidezähnen, ohne E
ähne, mit großen, aus queren Platten zusenimengesetten
zackzähnen, mit brustständigem Zitzenpaar und mitemande
erwachsenen, mit platten Nägeln ausgestatteten Zehen
zu ihnen gehören als lebende Vertreter die Elefanten, a
usgestorbene Mammut, Mastodon und Pinotnorium·,
Russen, slaw. Volisstamm sTafel: Menschengan
en, 38), der den größten Teil des Europ. und Asiat. wug
ands inne hat, zerfällt in die Großrussen (schlechtwegn
enannt), die Kleinrussen (s. d.; auf österr.-ungar. Gebiel
Ruthenen genannt) und die Weißrussen (s. d.) Kouch
Deutfhtum u. IctJ Zahl der Riin Kußland 1885
38,0 Mill., davon im Europ. Rußland: Groß-R. 8
ditin R. o Weiß R. o sm Afat Kußlande Rühe
aupt 8,8 Mill. Dazu in Osterreich-Ungarn (1900) 38050 13
sushenen, alfo die Gesammzahl der Rrund 87, Mill. Bo—
er Gesamitbevölteruüng Kutl«cuds tmnmen quf die R. 66,3