Sar

613

Sardon (spr. duh), Victorien, franz. Theaterdichter,
geb. 7. Sept. 1831 zu Paris, seit 1877 Mitglied det
Akademie; schrieb zahlreiche, auch in Deutschland'gespielte
Stücke, wie: „Nos bons villageois“ (1866), La fa.
mille Benoston“, „Séraphine“, Rabagas“, Ferréol“,
Dora“, „Divorgons“ („Cyprienne“ 9, héodora“,
Georgette“, „Thermidor“ (1801), „AMadame Sans
Gené“ (I894) u. a., auch Operettenterle, Vaudevilles uud
Romane („Phéodora“, 1902).
Sardschu, Nehenfluß des Ganges, s. v. w. Ghagra.
Zarefschan, Fluß, Seraffchan.
Sarepta, griech. für Zarpath, Küstenstadt im alten
Khönizien, bekannt durch des Propheten Elias Befuch bei
der Witwe von S. (1 Kön. 17, 5)
Sarepta, Flecken im russ. Goub. Saratow und Kolonie
er Herrnhuter Brüdergemeine, an der Sarpa, 8647 E.
Sargassofisch, s. Antennarius.
Sargafsomeer, Teil des Atlant. Ozeans zwischen
den Kanarischen und Westind. Inseln, auf dem schwim—
mender Seetang (Sargassum, s. d.)
jäufig vorkommt.
Sargassum Ag., Beerentang, Al—⸗
gengattg. der Phäophyzeen; reich ver—
zweigte beblätterte Meeresalgen. 8.
baocifẽrum Ag. (Sargassotang, Golf⸗
kraut), Hauptbestandteil des Sargasso⸗
meers (s. d.). Ihm sehr nahe, von
manchen für identisch mit ihm gehal—
ten, steht 8. vulgare Ag. [Abb. 1507).
Sargon, assyr. Schurrugina, Name
zffyr. uñd babylon. Könige. — S. J. soll 2000 v. Chr. ge—
lebt haben. — S. II. (7 ?72- 705 v. CEhr.) breitete feine
Herrschaft bis über Kleinasien aus; zahlreiche Bauten find
auf ihn zurückzuführen.
Saria, Soso, Provinz des Fulbereichs Sokoto; wich—
tigster Handelsplatz Keffi abd es-Senga.
Sart, eine der Normannischen Inseln, s. v. w. Sercq.
Sarkad (pr. schar), Großgemeinde inm ungar. Komitat
Bihar, an der Weißen Körös, (1900) 8760 E.
Sarkär (pers.-ind.), s. v. w. Regierung oder Gebiet.
Sarkaäsmus (grch.), schneidender, beißender Spott
arkastisch, höhnisch, beißend, bitter.
Sarköde, s. Protoplasma.
Sarködetierchen (Sarcodina), Klasse der Protozoen,
mit nacktem oder beschaltem oder mit, Kieselstelett ver⸗
ehenem Körper, ohne Wimpern und Geißeln, aber mit
Scheinfüßen (Pseudopodien); Fortpflanzung durch Teilung,
ohne Sporenbildung. Drei Oxdnungen; Strahlentierchen,
Sonnentierchen und Wurzelfüßer ( diese Artikel).
Sarkolemma (grch.), die bindegewebige Huͤlle der
Muskelfasern.
Sarkom (grch.), Fleischgeschwulst, bösartige, vom
Bindegewebe gusgehende fleischige Neuhildung, vermutlich
durch Sproßpilze hervorgerufen, besteht größtenteils aus
Zellen, nach deren Form man Rundzellen⸗ und Spindelzellen
S. unterscheidet. Melanotisches S., ein S. in dessen Zeller
Farbstoff abgelagert ist. — Vgl. Ackermann (1883), A
uind H. Nhaß Uranz., 1904).
Zarkophag (grch.), Steinsarg.
Sarkoptiden, die Krätzmilben (s. d.). J
Sarkofporidien, die Miescherschen Schläuche (s. d.)
Sarlat (pr. lä), Stadt im franz. Dep. Dordogue, ar
der Dordogne, (1901) 6535 E.
Sarmäten (Sauromaten), styth. Volksstamm, an der
Nordküste des Schwarzen Meers, östl. vom Don; in der
röm. Kaiserzeit fiunden sich die zu ihnen gehörigen Fazygen
an der Theiß und der mittlern Donan, die Roxolanen an der
untern Donan. Damals heißt Sarmatien gelegentlich auch
das ganze Gebiet von Germanien bis zur Wolga.
Sarmatische Stufe, s. Wiener Becken und Tafel
Beologische Formatibnen, 3. E.; Viehhandel
Sarne, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Pofen, (1905) 1464
Sarnen, Hauptort des schweiz. Kantons ünterwalden
vb dem Wald, am Sarner See, (1900) 83949 E.; dabei
der Landenberg (494 m), Versammlungsbrt der Landsge—
meinde von Obwalden IKarte: Schweiz 1, 1).
Sarnes, Hautkraukheit, s. Frambösie
Sarnfa, Stadt in der kanad. Prov. Ontario, am
Saint Clair, (1901) 8176

1594.

Sarno, Stadt in der ital. Prov. Salerno, am Flusse
3., (1801) 18 475 E.; Mineralquellen.
Sarntal, von den Sarntaler Alpen umschlossenes,
om Talferbach durchströmtes, 88 4xm lauges ochgebirg
al in Südtirol, mündet bei Bozen ius Etschtal. Haup
ort Sarnthein. (1900) 617 E.; Bergbau. At⸗
Saronischer Meerbusen, Meerbusen zwischen
ika und Argolis, jetzt Golf von Äging.
Saros, — bon, jeht Reros, nordöstlichste Einbuatunt
des Agunschen Meers wifchen der Halbinsel Gallipoli
uind dem Feftlande Thraͤziens sKarte: Europa 6bl.
Saͤros (spr. schahrosch, Komitat in Ungarn, 3822 —5
1900) 174 170 E. zahlreiche Heilquellen; Hauptort gpersen
Saͤrospatak (sprschahrosch), Großgemeinde im ungar.
domitat Zenplin, am Bodrog, (1900) 7911 E.
Sarosperiode, s. Periode. g
Sarotua mnus, Pflanzengattg. der Legnminosen. 4
vnlgaris WVimm. (Besenpfriemen, »ginster, e h⸗
Pfriemen), gelbblühender Strauch mit scharfkantigen, kahlen
Zweigen; an dürren, sonnigen Orten, auch —A —
Saͤrpedon, Sohn des Zeus und der Laodameia En
des Beuerophon, iwtischer Fürst und Vundesgenosse de—
Priamos, von Patroklos erschlagen. 4
Sarpi, Paolo, auch Fra Paolo, Paulus Venetus
Paulus Servita genannt, ital. Historiker, geb. 14. Aus
1552 zu Venedig, Generalprokurator der Serpiten
Rom, Konfsulent Venedigs im Streit mit Papst Paul J.
gest. 158. Jan. 1628 zu Venedig; Hauptwerk: AIpt,
— ——
). Biogt von Tampbell lital., I875), Pasco
ato (itali, 1893), Robertson (engl., 18940).
Sarpoborg, Stadt im noroeg. Amte Smälenene,
im Glommen, (1800) 6888 E., Wasfserfall des Glommen.
Sarra cenia L., Pflanzengattg. der
Sarrazeniazeen. 8. purpurse T. (Wasser⸗
rug, Damensattel, Jägermütze, Trompe—⸗
enblatt [Abb. 18987)), nordamerik.
Zumpfpflanze, deren Blattstiele
hlauchartig verwachsen und für In—
ktenfang eingerichtet sind (s. Insekten⸗
resud — — Klinge.
arraß, Säbel mit schwerer Wafssertrus ·
Zaeeniczeen, Phanzenfenntt sss. Waffertrus
ie der Zistifloren, amerik. Kräuter mit schlauchigen Blatt⸗
tielen; insektenfressende Pflanzen.
Sarre (pr. ßar), franz. Name der Saar (s. d.).
Sarreguemines (spr. ßarg'mihn), franz. Name von
aargemund (s. d.).
Sarre⸗jüslik (gelber Hunderter), türk. Goldmünze
m Joo Piaster — 18 460 Mcin Agypten — 20,181 ).
Sarria (Sarria), 1) Stadt in der span. Prov. Lugo,
am Flusse S. (1900) 118958 E. — 2) Borort von Barceloua
lin Katalonien), 6576 E.
Sarrien (spr. Aung), Jean Marie Ferdinand, franz.
Politier, geb. 15. Ou! 1040 in Bourbon-Lanch, 1880
88 nhate verschiedener Resforts 1806 Mintster des
Innern, 1898 Justizminister, 1006 Ministerpräsident.
Sars, Johan Ernst Welhaven, norweg. Gefchichtschreiber
—7— 11. Ott, 1885 in Kinn bei Bergen, 1872 Prof. in
ristiania; schrieb: „Norge under Foreningen med Dan—
nart⸗ (ö Bie 1658 65), udsigt oper den norste
distorie“ (4 Bde. 1873 -91), „Historist Indledning til
Hrundloven“ (3. Aufl. 1884) u. a.
Sarsaparille, Wurzel, s. Smilax; deutsche S.,s. Carex.
Sarsche, s. v. w. Sersche.
Sarsenett Garsonett, frz.), geköperte und gee
nasterte Baumwollzeuge, bes. als Futterkattun benußt.
Sarstedt, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Hildesheim, an
——
Sarten, tuͤrk. Bezeichnung der Tadschiks in Turkestan.
Sartene (spr. taͤhn, Stadi auf der Insel Korsika,
1901) 2088 8
Sarthe (spr. ßart), r. Nebenfluß der Loire, entspringt
m Dep. Orne, vereinigt fich nach 276 xm mit der Mayenn⸗
inweit Angers zur Maine und mündet nach 12 Km. Das
rangz Dep. S. in Niedermaine, 62180 4k, 6901)
122699 E.; Hauptstadt Le Mans.
Sarto, Andrea del, früher irrtümlich Vannucchi ge⸗
iannt, ital. Maler, geb. 1486 zu Florenz, gest. das.