Sat
Satti, s. Sati.
nn in der Chemie, s. Neutralisation; bei Lö—
ungen der Zustand, in dem sie nicht mehr von einem fester
dörper oder Gas aufzunehmen vermögen. IG. d.).
Zättigungskapazität, die Bafizität einer Säure
Sattler, Karl, Politiker, geb. 20. Jan. 1850 in Varrel
Hannover), 1888—96 Geh Staatsatchivar in Berlin,
884 88 und seit 1808 Mitglied des Reichstags, seit
1885 Landtagsabgeordneter (natlonalliberal), gest. 13. Juli
1906 in Berlin; schrieb: Das Schuldenwefen des Preußi⸗
schen Staates und des Deutschen Reichs“ (1893) u. a.
Saturation (lat.), Satligung (f. d.); pPharmazeutisch
mit isennre gesättigte Salzlöfungen, die durch Zusat
von Alkalikarbongten zu Säurelösungen hergestellt werden.
Belannteste S. der Riverfche Trank
Satursjs L., Pflanzengattg. der Lippenblütler, medi⸗
terrane Kräuter oder Halbfträucher. 8. Rortensis .
ESaturei, Bohnen⸗ oder Pfefferkraut), bei uns K üchengewürz.
Saturieren (lat.) tugu neutralifieren; ves. in
der Zuckerfabrikation (f. Zucker) das Behandeln der mit
Halkversetzten Süfte mit Kohlensäure und s chwefliger Säure
Saturn, der zweitgroͤßte Planet unsers Sonnen
systems; Aquatordurchmesser 118000 xw, miltlere Ent—
fernung von der Sonne 1426 Mill. xm, Umlaufszeit 20 Jahre
167 Tage, Rotationsdauer 108 142* 248, Dichte nur Gas
der Erddichte. Der S. ist durch ein ihn umschließendes
System von Ringen vor allen andern Planeten ausge—
zeichnet und wird von 10 Monden begleitet. Seine Ober—
flüche zeigt im Fernrohr weiße Flecken [Tafel: Astro—
nomie IN, 81. — (S. auch Saturnus.)
Saturmnalien, altital. Fest, zu Ehren des Saturnus
in Rom am 17. Dez., seit Augustus drei Tage, feit Cali—
zula fünf Tage lang gefeiert. In den Festbräuͤchen (Aufhebung
 der Standesunterschiede, gegenseitiges Beschenken,
Spiele und Lustbarkeiten) sah man spüter eine Erinnerung
an den glücklichen Vatuürzustand der Menschen zur Zeis
der Regierung des Saturuͤus.
Saturnischer Vers, das nationale Versssmaß der
Römer vor Nachahmung der griech. Metra; das sehr frei ge—
jzaudhabte Schema ist —
Zaͤturnismus, s. Bleivergiftung.
Saturnus, altital. Gott der Saaten und der Fruchtdarkeit,
 früh mit griech. Beiwerk ausgeschmückt und späler
mit Kronos (s. d.) gleichgesetzt. Von diesem übertrug
man auch auf ihn die Sage von dem goldenen Zeitalter
unter seiner Regierung in Latium (s. Saturnalien).
Zatyr, s. Satyrn.
Satyrdrama-s. Satyrspiel. llwelt, 15
Satyrhuhn, f. Hühner und Tafel: Asiatische Tier—
Satyriasis (grch.), krankhafte Steigerung des Ge—
chlechtstriebes beĩ Maͤnnern.
Saͤtyrn, die gewöhnlich im Gefolge des Dionysos auf⸗
retenden Feld- üund Walddämonen, mit Bocksohren und
ꝛinem Schwänzchen, von derbsinnlichem Charakter und bef
als Nymphenrauber dargestellt. (S. auch Faunus und Silene.)
Satyrspiel, Satyrorama, Nachspiel (mit Satyrchören)
der altgriech. Tragödie, durch Pratinas ausgebildet, mil
dem ausgelassenen Tanze Sikinnis; nur der „Kyklops“
des Euripides erhalten. — Bgl. Wieseler (1847).
Sau, in der Metallurgie, s. Eisenfau.
Zau, Fluß, s. Save.
Zauaki, — — Stadt, s. Sohagg.
Zaugkin, Stadt in Nubien, s. Suakin.
Zaubohne, s. Bohne.
Zaubrot, Pflanzenart, s. Cyclamen.
Zauce, Indianerkolonie, s. Abipon,
Saucischen (frz gauoisse, spr. hoßiß), halbgeräucherte
Wirstchen, die vor dem Genuß in siedendein Wasser auf—
zebrüht werden GBrühwürstchen).
Sandistel, nonchus.
Zauer, s. v. w. Molkensauer ( . d.).
Sauer (frz. Surc)h, . Rebenfluß der Mosel in Luxem⸗
bͤurg, eutspringt auf den Ardennen, münder bei Wasser⸗
dillig, 80 xwn schiffbar.
Sauer, August, Germanist, geb. 1835 in Wiener-⸗Neu—⸗
stadt, 1818 Prof., seit 1886 in Prag, bes. Grillparzer
sorscher, schrieb: „Frauenbilder aus“ der Bhutezeit de
deutschen Litergtur“ (1888), „Die deutfchen Suͤlmardich
tungen an der Wende des 18. und 19. Jahrh.“ (1801) u. a.

Sauer, Emil, Pianist, geb, 8. Okt. 1862 gu Ham⸗
irg, seit 1901, Lehrer am Konservatorium in Wien. mm
Zauer, Wilhe Orgelbauer, geb. 28. März 1881 ¶
dland GMeckleuburgh, feit 1837 in Frankfurt a.
Sauerampfer, Pfanzenart, Kumen.lctabliert.
Zauerbrunnen, s. Mineralwässer. )
auerdorn, Pflanzengattg., s. Berberis [Abb.
anerfutter, die dunch Eitsüuern (f. d.) und Enfilag
) behandelten Futtermittel.
zauerhonig, s. Orymel.
Zauerkirschbaum, s. dirsge
Zauerklee, Pflanzengattg., s. Oxalis [Abb. 13051.
nauerkleesaiz, Sauerkleesãure, s. Oralsaue
Pepereraun — A roh hene und da
urch in saure Gürung gebrachter Weißkohl.
Sauerland (eigenklich Suüderland), Landschaft in West⸗
alen, zwischen Sieg und Ruhr, vom Sauerlandischen
Bebirge erfuͤllt, welches in dab ee da
Plateau von Winterberg (im Kahlen Astenberg 777
hoch), das Lennegebirge, das Ebbegebirge und den nde
herger Wald zersällt —— Gumme(2. Aufl. 1886).
Säuerlinge, s. Mineralwässer.
Sauerstoff (neulat. Oxygentum, chem. Zeichen 3
das verbreiteiste chem. Element, von Scheele 1773 un
anabhängig von ihm von Prieftley 1771 entdeckt, finde—
ich gemischt mit Stickstoff in der gtmosphärischen Luft, an
erbunden mit ee als Wasser (s. d.), mit an
klementen in Alkalien, Erden, Oryden, Säuren und
Salzen, wird von den Pflanzen ausgeatmei. S. wird dat—
gestellt aus angesäuertem Wasser duͤrch Elektrolyse, durn
Zlühen von Oryden edler Metalle (Silberoxyd, Que
ilberoryd), von Superoxyden (Bleis Varyum fuperoryd)⸗
urch Erhitzen von Kaliumchlorat für sich, sowie von Brauun⸗
tein oder Kaliumchromat mit Schwefelsäure, technisch
ndem ein Gemenge von Mangansuperoxyd und Natrium⸗
ydroryd erst an der Luft, dann im Wasserdampfstrom
erhitzt wird, oder indem man Luft im Lindeschen Ab⸗
oarat verflüssigt und den leichter siedenden Stickstoff u
erst entweichen läßt ꝛc. S. ist ein farb-, geruch— ——
geschmackloses Gas, etwa, ein Zehntel schwerer
ee Luft; in Wasser wenig loslich aber leichter
als Stickstoff); er lüßt sich bei — 180 und 50 Atmosphären
Druck zu einer schwach bläulichen Flüssigkeit verdichten,
die unter gewöhnlichem Druck beĩ — 1840 siedet, sm
Vakuum bei, —2285. In reinem S. verlaufen alle Ver⸗
prennungen besonders lebhaft; ein glimmender Span ent⸗
ündet sich, glühender Stahl verbrenut mit Funkensprühen,
zrennender Schwefel mit intensiv blauem, Phosphor mit
olendend weißem Licht (daher von Schecle Feruerluft ge⸗
iannt). Bei gewöhnlicher Temperatur ist S. ziemlich in⸗
different, verbindet sich aber bei höherer mit fast allen Ele—
menten zu Oryden, meist unter starker Wärmeentwicklung.
Uüber die Bedeutung des Se für das Atmen der Pflanzen
ind Tiere s. Atmung. Die technifche Berwendung des S.
st wegen des hohen Preises beschränkt. Attiver S. ist Ozon
d. Bal Philipps (187, Pictet (franz 1878), Ingler
380), Linde (Gewinnung aus flüssiger Luft, 1802).
Zauerstoffäther, leichter, s. v. w. Aldehyd.
Sauerstoffsalze, s. Salze.
Zauerftofffäuren, s. Süuren.
Sauerteig, der Teil des in Garung befindlichen Brot⸗
eigs, der bis zum nächsten Backen aufgehoben wird, um
Dem frischen Teig sogleich die Gaͤrung einzuleiten.
Sauertropfen, weiße, s.v. w. Hallershhes Sauer (s. d.)
Sauerwurin, s. Wickler.
Sauf.oonduit urz. spr. hof kongdüth), sicheres Geleit
Saufeder, Schweinsfeder, Fangeisen, lanzenförmige
Waffe mit scharfgeschliffener eiserner Spitze (Feder) zum
Saus und Bärenfang.
Saufenchel, Pflanzenart, s. Peucedanum.
Zäuferkraukheit, s. Alkoholismus.
Zäuferwahnsfinn, s. Delitium.
Zaugadern, s. v w. Lymphgefüße (s. Lymphatischets
Saugdrains, s. Drainicrung System)
Säugetiere (Mammalia), Klasse der Wirbeltiere,
varmhluͤtige, stets durch Lungen atmende Tiere, die leben⸗
ige Zugge ebären und diese säugen; meist init Hagren
Wolle, —28 Stacheln), auch Schuppen (Schuppentier)
der Platten (Gürteltier) bedeckt. In den Kinnladen sind