—
Sch
Schildkiemer, s. Vorderkiemer.
Schildklee, s. Esparsette.
Schildknappe, s. Knappe.
Schildtnorpel, s. Kehltkopf.
Schildkrebse, die zehufüßigen, mit einem Kopfrücken⸗
child versehenen Krebse.
Schildkrot, Schildpatt, die Hornschilder der Rücken—
chale mehrerer Schildtuüßten (das echte S. von der Ka—
cettschildkrite) in der Kälte spröde, in der Wärme bieg⸗
am, durchsichtig, tiefgelb mit oraunen dder schwärzlichen
Zeichnungen, wie Horn verarbeitet; das beste kommt aus
Ostindien. Das S wird durch Horn vder delluloid nach⸗
geghmt, auch wird weniger schön gezeichnetes S. durch Beizer
mit alkalischen Bleilbsungen schönerm ähnlich gemacht
Schildkröten (OQuolomia), Otdnung der Reptihten, mi
hreitem, in eine aus Ruͤcken⸗ und Bauchschild gebildete
mochenharte Panzerkapsel eingefchlosscnent Körper, vien
Beinen/ zahnlosen Kiefern mit une— Die in Erdlöchen
derscharrken Eier werden durch die Sonnemvürme ausge;
hrütet. Die S. leben von Pflanzen und kleinern Tieren
Die äußerlich über den Knochenpanzer hinziehende Körper⸗
haut verhornt meist, bildet m Insm und Zahl wechselnde
Platten, die das Schildkrot (f. d.) liefern. Fleisch und Eier
dieler Arten werden gegessen. Drei Familien: Lande unt
Zumpf⸗S⸗ Lippen⸗S. und See⸗S. (. diese Artikel). — Vgl.
Strauch (1862), Sowerby und Lear (engl, 1872).
Schildrkröteninseln, s. Galapagobinfeln.
Schildläuse (Coceidao), Famlie der Pflanzenläuse;
Weibchen flügellos, halbkugelig oder schildförmig, oft mit
weißen Flocken besetzt, saugen“ sich mil dem Sanabel an
den Pflanzen fest. Hierher das
Johannisblut (polnische, deutsche
Cochenille, Porphyrophöra Ppoloniea
 L.), scharlachrot, an Selexanhus,
 Lieracium zc., früher zum
Scharlachfürben benutzt; echte Coche
nille Kaktus⸗S., Cochenillelaus, 1630. Echte Cochenille
Nopal · S., Cocous cacti T. IAbb.
1630: 2 Männchen, b Weibchen)), blutrot, einer Beerxenfruch
urprünglitin Meriko auf der Nopalpflanze (s. Opuntia)
 lebend, liefert Karmin und fast alle Scharlach? und Pur—
purfarben, gezüchtet in Meriko, Zentralamerika, Algerien
Bummii(lach⸗S. (O. Iacea Kerr), in Ostindien auf Feigen⸗
baumarten, veranlaßt durch ihre Stiche das Ausfließen des
Schellacks (s. d.); Manna⸗S. (0. manniparus Elrbgq.), an
Sinai auf Tawarix lebend und deren honigähnlichen Saf!
Manna) zum Ausfließen bringend; Kermes?S. (Lecantum
illeis L.), Weibchen kugelrund, auf der Kermebeiche in Sud
europa, getrocknet als Kermes (Alkermes, Kermeskörner
Scharlachtürner ec.) Handelsware, früher zur Karminrotfürberei
 pepre San⸗Joseẽ-⸗S. (Aspidiötris pernicioösus
Comstocs), in Californien eingeschleppt, die Obstpflanzungen
chädigend; Rosen⸗S. (Arosae Bouche) deren weiße Schild⸗
hen die Zweige von Zentifolien ofl ganz bedecken. —
Bgl. Frank und Krüger (1000).
Schildpatt, s. Shildkrot.
Schildwache, ursprünglich die Wache bei den Schil⸗
—V——
bosten aufgestellte Soldaͤt; auf feinem
Posten unverletzlich.
Schildwanzen (Pentatomtdao),
zrtenreiche Familie der Wanzen, in den
n mi spesen ——
Formen. Zwischen den Vorderflügeln d
chiebt sich dreieckiges, horniges Schildwanze.
e ein (Abb. 1681. Hierher z. B. die Baumwanze
hildwurf, s. Gürtelmans sAbb. 738). I[I(. d.ys.
Schildzapfen, s. Geschut.
Schitt, daͤheiinige, in Gewässern und an nassen Stelen
 wachsende Monokotylen, be Arunao, Phragrutos
ind Typha (s. diese Artikel).
Zchilfbretter, s. v. w. Gipsdielen (s. d.).
— v. w. Psoriasis (s. d); bei Tieren
v. w. Kleiengrind (f. d.).
Schilfglaserʒ, Freieslebenit, monoklines, stahlgrauek
MNinexal aus Blei Silber, Anlimon und Schwefel be⸗
Schilfhähnchen, Rohrkafer. ssiehend
ZSchilfmeer, biblischer Rame für das Rote Meer . d.)
Schilfmeise, die Barimeife . Meisen).

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Schilfrohr, s. Phragmites.
Schilffandftein, an Pflanzen- und Tierresten reicher
audstein des mittlern Keupers in Süddeutschland.
Zchilfsänger, s. Rohrsänger.
Schilffperling, Schilfvogel, s. Ammer. VJ
Schilta, Duelenfiuß des Amut (f. dd, im rußesibir
dediel Trausdaitalien, eatsteht durch den Zusammenfluß der
Iugoda und des Onon, 480 Rmu lg., schiffbar.
—8 aeiß . Bacsch.
Schill, Ferd. von, kuͤhner Parteigänger, geb. 6. Jan.
76 zu Wilmsdorf (Sachsen), preuß. Offizier, uunter⸗
tüttte mit einem kleinen Freikorps 1807 wesentlich die
Gerteidigung Kolbergs, 1808 Kommandeur des 2. Vrandenb
duserentegiunents beschloß durch einen Einbruch in das
onigt., Wefifalen den Anstoß zur allgemeinen Erhebung
Deutschlands zu geben, rückte mit seinem Regiment
8. April 1800 dus Berlin, nahm Halle, zog sich Xor, den
äberlegenen Streitkräften der Franzosen n Mecklen burg
urück⸗ fiel bei heldenmütiger Verteidigun Stralsunds
1. Mai 1808 in Straßenkampf. — Bgl. —* —
uaic (2. Aufl. 100 H, Binder von Krieglstein (1802).
Zchillebolde, Infekten, s. v. w. Wasserjungfern.
ZSchiller oder Schieler, Rame der hellroten Weine.
Schiller, Hermann, Historiker und Zidagede —
. Nov. 1889 zu Wertheim, 1876 —09 Gymnasialdire tor
n Gießen und Prof. der Pädagogik, dann Dozent an der
lIniversität in Leipzig, gest. das. in der Nacht zum 11. Juni
g02; schrieb: „Die röm Staats- und Kriegsaltertümet
2. Aufl1808), dehrbuch der Geschichte der Pudagogik
4. Aufl, 1904),, Weltgeschichte“ (1800) u. a.
Zwlüler, Koh. Cyristoph driedeih bon, Dichter, geb
O. Nov. 1759 zu Marbach, Sohn des Militärchirurgen,
pätern Garteninspektors Johann Kaspar S. (geb. 27. Olt.
I7es gest. 7. Sepl. i700) nd der Eltfabecha Vorothes 8.
geb. Fodweiß (1731 1801), studierte 17173 80 auf der
darlsschule Jurisprudenz, dann Medizin und wurde 1780
Regimentsmedikus. Schon 1777 begann er sein erstes Drama
„Die Räuber“ (erschlenen 17880 zuerst aufgeführt in
jsannheim 13. Jan. 1782), dem 1782giesch“ folgte.
Anzufrieden mit seiner Lage, verließ er Sept. 1782 Stutt⸗
Jart — lebte 1788 zu Bauerbach bei Meiningen auf
em Gute der Frau von Wolzogen und dichtete hier sein
rittes Drama Kabale und —5 mit dem die 1. Pe⸗
iode seines Dichterlebens, die Zeit der machtig, aber
regellos aufstrebenden Kraft, schließt. Darauf ging r
us Theaterdichter nach Mannheim, 1785 nach adig 9
»em nahen Gohlis entstand das „Lied an die Freu )
don da zu seinem Freunde Körner in Dresden, auf dessen
Besitzung zu oscoin der Don Carlos⸗ vollendet wurde,
uind 1787 nach Weimar (Vtai bis Ror. 1788 Aufenthalt
in Volkstedt). 1789 ward er zum Prof. der Geschichte
n Jena ernannt; 1790 Vermählung mit Charlotte von
angeeid Get. ornog. eh o. du eee
nefährliche Erkrankung, Aug. 1783 dis Mai 1704 Aufentalt
 in Heilbronn, Ludwigsburg und Siuttgari. Während
ich S. in dieser 2. Perxiode sast nur histör. und philos.
Studien widmete Ddeiareen wende Gedichte: „Die
Gotter Griechenlands . „Die Künstler“ 2c), aus denen
die „Geschichte des Abfalls der Riederlande“ (1788
die eee des Inehiehue Krieges⸗ (1791 -05) und
mehrere philos. xasthetische A (UÜber Anmut
und Würde“, „über naibe und sentimentale Dichtung“ ec
jervorgingen, wandte er sich seit 1795, angeregt durch
den innigen Verkehr mit Goͤethe, wieder der Poesie zu.
Es begann nun die 3., klassische Periode; ihr gehören
eine ee Gedichte: „Die Glocke“, die Balladen,
owie seine Meisterdramen: „Wallenstein“ (1799), „Maria
Stuart (I800),, Jungfrau bon Orltanb“ 18019, Braut
on Messina“ (1808),., Wilhelm Tell“ (1804) au 1709
jedelte S. nach Weimar über, 1802 geadelt; nach einer
Reise nach ‚Beilin (18004) wärd feine nie ganz wieder
ʒergestellte Gesundheit immer hinfälliger, er starb 8. Mai
805, 1827 wurden seine Gebeine in der Fuͤrsten gruft
heigesetzt. Kinder: 1) Karl von S. (geb. 14. Sept. 1783
u Ludwigsburg, gest. 21. Jum 1857 als wauͤrttemb.
Oberförster a. B. zu Stuttgart) dessen Sohn, Friedrich
endw. Ernst von S. (geb. 28. Dez. 1826), sterr. Major
. D., 8. Mai 1877 als letzter männlicher Rachkomme
AVV——