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Schleicher, Aug., Sprachforscher, geb. 19. Febr. 1821
zu Meiningen, gest. 6. Dez. 1868 als Prof. zu Jena;
Hauptwert: „Kompendium der vergleichenden Grammatit
der indogerman. Sprachen“ (4. Aufl. 1876); ferner „Hand⸗
buch der litauischen Sprache“ (2 Bde., 1886 679,.Die
deutsche Sprache““ (5. Aufl. 1888) u. a. — Biogr. von
Lefmann (1870).
Schleichhandel (Schmuggel), das verbotswidrige Ein—
bringen zollpflichtiger Waren mit Hinterziehung des Ein—
Jangszolls, hervorgerufen durch hohe Schutzzölle, wird mit
Gelostrafe gleich dem doppelten Wert und Konfiskation
der geschmuggelten Waren bedroht.
Schleichkatzen, Zibetkatzen (Vlverridae), Familie der
VFaubtiere, mit schmächtigem, gestrecktem Körper, kurzen
Beinen und b- oder 4zehigen Füßen. Zur Gattg. Zibet⸗
katze (yãverra), ausge
zeichnet durch ein Zibet
absonderndes, taschenför—
miges Organ zwischen
Afier und Genitalien, ge—
hören die afrik. Zibet⸗
katze (Civette, V. cĩvetta
ScAreb. [abb. 16421),
aschgrau, dunkel gefleckt,
Afrika; echte Zibetkatze (asiat. Zibetkatze, V. zibetha L.)
bräunlichgelb, rostrot gefleckt, Suͤdasien, China; Rasse (v
rasso Horsgf.), graugelb, Indien, China, Java ze.; Genette
Ginsterkatze, V. genetta L.), fahlgrau, Südfrankreich,
Spanien, Nordafrika, Pelz geschätzt. Außerdem gehören zu
den S.: Katzenfrett, Rollmarder, Manguste, Surlkate (I.
diese Artikel); auch die Fossa (CQryptoprocta ferox Ben
nett) von rötlichgelb, Idn hierher.
Schleiden, Kreisstadt im preuß. Reg.⸗Bez. Aachen, an
der Olef, (1905) 656 E., Schloß; Bleierz-, Eisensiein—
bergbau, Kalksteinbrüche.
Schleiden, Matthias Jakob, Naturforscher, geb. 5. April
i804 zu Hamburg, 1839 62 Prof. in Jena, 1863 64
in Dorpat; lebte dann in Dresden, Wiesbaden und Frank—⸗
furt a. M, gest das. 23. Juni 1881; veröffentlichte neben
philos. und belletristischen Schriften „Die Pflanze und ihr
Lehben“ (6. Aufl. 1864), „Das Meer“ (3. Aufi. 1887);
gab mit Nägeli die „Zeitschrift für wissenschaftliche Botanik“
heraus. — Vgl. Möbius (1904), Stahl (1804). — Sein
Vetter Rudols S., geb. 22. Juli 1815 auf Ascheberg (Hol⸗
stein), dän. Justizrat, 1848 Mitglied des deutschen Vor—
darlaͤments, nahm 1849 und 188506 teil an der Leitung der
Hzgt. eer enene lebte seit 1866 zu Freiburg
Vr., 186774 Mitglied des Reichstags (freikonservativ)
gest. 25. Febr. 1885; schrieb; „Jugenderinnerungen eines
Schleswig-⸗Holsteiners“ (4 Bde., 1886 90) n, a.
Schleie (Schleihe, Tinca), zur Familie der Karpfen ge—
hörige Fischgattg. Einzige Ark die gemeine S. (T. vul
guris Ouv. Aad. Fische J, 2)), oben braungrün, unten
gelblich, Körper glatt, schleimig, in schlammigem Gewässer,
Fleisch wohlschmeckend. Gold⸗S. heißt eine goldig gefärbte
chwarz gefleckte Spielart. — Üüber Schleienzucht vgl. Walte⸗
18904), Vogel (1905).
Schleier, in der Botanik, s. Farne.
Schleierdame, Pilz, s. Pilzblumen [Abb. 1890].
Schleiereule, Schleserkauz, s. ECulen [Abb. 531].
Schleierhühner, die Haubenhühner — d.).
Schleierlehn, s.v. w. Kunkellehn (s. Kunkel).
Schleiermacher, Friedr. Dan. Ernst, prot. Theolog
3 21. Nov. 1768 zu Breslau, 1796 Prediger an der
harite in Berlin, 1802 Hofprediger in Stolpe, 180⸗
Prof. zu Halle, 1809 Prediger an der Dreifaltigkeitskirche
und seit 1810 zugleich Prof. an der Universität Berlin,
—9 das. 12. Febr. 1834. Er erkannte den Urquell der Re⸗
igion im Gemüt und im Abhan gigteitegetue des Menschen
von Gott und die Bedeutung des histor. Christentums gegen⸗
üͤber der bloßen Vernunftrel gion, Mit Eifer wirkte S für
die 1817 in Preußen begründete Union der luth. und reform
Kirche. Hauptwerke: Reden uͤber die Religion“ (17893 kri⸗
—— Ausg. von Punjer, 1879, mit Einleitung von Schwarz
2. Aufl. 1880),,„Monologen“ (1801; neue Ausg. 1860)
„Grundlinien einer Kritik der bisherigen Sittenlehre (1808
3. Aufl. 1834), „Ubersetzung der Platonischen Dialoge“
Pe 1804 - 11; 2. Aufl., 6 Bde. 1817 — 28), „Der christl
laube“ (2 Bde. 1821 u. 6)., Suntliche Werke“ (33 Bde.

888 —65). — Vgl. „Aus S.s Leben in Briefen“ Bden
— von Saeutet ses) Dilthey Eso):
gender, Ses Theologie“ (2 Bde., 1876278).
Schleiermaki, s. Lemuren.
Schleierschwaͤnze, s. Goldfisch.
Zchleifenblume, s. Iberis. —
Schleifer, mufttal. Verzierung, bestehend in zwei e
mehr tlein ausgefchriebenen, gewoͤhnlich stufenweise von un
an A Inedpedaheaen Noten.
eihe, Fischgattg., s. eie.
Scleim sae be halbfluffige, klebrigezähe Pase:
man unterscheidet den tierischen S., das Prodult *
leimhante(. d.) in welchem Teine, dellen (Schtei *
drperchen Schleimrigelchen enthaiten sind, deren Haup
hestandieil ein eigentümlicher stickstoffhaltiger Ine
Schleimstoff, Muzin) ist, und den Pflauzen ⸗S. einen
Zellulose oder Pektinverbindungen abstammenden
der bes. an Samen, in den Blättern der Fettpflanzen,
in Zwiebeln, Orchisknollen ꝛc. sich findet.
Schleimaal, s. Inger s[Abb. 8858)].
Schleimbälge, s. Schleimhaut. nweiß⸗
Schleimbeuteli (Bursa muedsa), mit einer ane
irugen Flüfsigteit GSGynori) gaͤtüter Sack —83
Sehnen und Knochen oder Knochen und Haut, dient zur 9
un derung der RFeibung, bildet sich auch krankhaft bei Drud
Schleimdrüsen, s. Schleimhaut. chnunz
Zgleinseber Gehris uckea) rüher Bezennn
ür fieberhafte Krankhenten mit starter Schleimabsondern
oder für sog. Verschleimungen Sungentuberlulose 2c.).
Schleimsische (Blenniidae), Familie
)er Stachelflosser, mit gestrecktem, zylir
rischem, schleimigem Körper, 1583
angen Rückenflossen, langer Af—
erflosse. Hierher der gemeine S.
Blenptus pholis L), oliven-⸗
grün, unregelmäßig schwarz ge—
leckt, und der Seeschmetterling 1643 Seeschmetterliug.
B. ocellaris L. s[Abb. 1648)), acken⸗
mit schwarzem, weiß umrandetent Augenfleck auf der Rü en
ofse und dem dentakelartigen, gefranften Fortsatz über je *
Auge. Beide im Mittelmeer und an den westeurop⸗ Kuͤs
zuden S. gehöten auch Äalmutter (fj. d.) und Seew
.d.. — S, heißt auch der Schleimaal . Inger) u
Schleimgärung, Umwandlung von ——
n Mannit und Kohlensäure unter Bildung sadenziehender,
— — * st, s. Myrbd
eimgeschwulst, s. Myrödem. Hde⸗
Schleimgewebe, Gallertgewebe, tierisches Bur
jewebe aus spindel- oder sternförmigen Zellen in ga —*
artiger Grundsubstanz bestehend, im i des —5
des. aber beim Embtyo. Schleimgewebs- oder, an
jeschwüiste. krankhafte Änsammlung von S. (s. Myrom).
Schleimharze, s. Gummiharze. smi⸗
Schleimhaut (Nembräna mueodsa), weiche, lein
ibsondernde Haut, welche die innern Höhlen und Kona
des Körpers auskleidet, 3 aus einer obern Epitte
— aus der unter dieser liegenden aigentlihen
n der gahlreiche Schleimdrüfen und Schleimbalge (Folli *
eingebettet sind, und aus dem sog. submukoͤsen Sine
gewebe, das die S. an die unterliegenden Teile anhef 3
Durch die Rembran der S. treten die als Rahrung oder —
Lina imung ꝛc. in den Körper gelangten Stofte in das n
herx. Gewöhnlichste Krankheit der S. ist der Katarrh (G 4.
Schleimtorperchen, J. Schleim. Schleimnetz, *
zhisches, s. Malpighisches Schleimnetz. Schleimpapeln
Zchleimpilze, s. Ayxomycetes. Feigwarzen.
icrsaren, s. Polypen anehe ischeb
Schleimsca ber eeete edee Vialpighisch
hleimnetz. (S. auch Haut.) lei
Schleimünde, Jusel vor der Pindung der Schlei,
c Stadt Kappeln gehoörig; Lotfenstation, SGeebad.
Schleimzucker, s. v. w. Fruchtzucker. b
Schleinitz, Alex. Graf von, preuß. Staatsmann, ꝓ
29. Dez. 1807 zu Blankenburg, 1848 kurze Zeit, I
wieder 1849-250 und 183861 Minister des Auswartigen
eitdem Minister des königl. Hauses, 1879 in den Grafern
tand erhoben, gest. 19. Febr. 18865. rral
Schleinitz, Georg, Freiherr von, deutscher Vizegdnin
eb. 17. Jum 1834 0 Bromberg, irat 1810 in die vreuß