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Schleswig. Wappen; in dreifach geteiltem Schilde rotes
Feld, mit silber- und rotgeteiltem Schildlein, silbernem
Nesselblatt und 8 silbernen Nägeln, goldenes Feld mit2
übereinander gehenden blauen Löwen, rotes Feld mit silber⸗
nem Pferdekopf und schwarzsilbergestuͤckter Einfassung [Abb
1647]. Farben: Blau⸗Weiß-Rot.
Geschichte. Die Rendsburger Linie des Schauenburgischen
Hauses hatte 1386 das Hzot. Schleswig is. d) und den
größten Teil von Holstein (. d.) unter ihrer Herrschaft ver⸗
cinigt. Nachdem diese 1459 aubgestorben war, wählten die
Stände 1460 Christian J. von Daänemark zum Herzog
der versprechen miußte, „daß die Lande ewig zusamnsen
hleiben sollten ungeteilt“ Trotzdem war das Land feit
41481 unter seinen Söhnen, dem dän. König Hans (Sege—
berger anne und dem Herzog Friedrich J. (Gottorpischer
Anteil) geteilt, bis es legterer(zugleich dün König) 1628
wieder vereinigte. Eine abermalige Teilung erfolgte 1544
unter dessen Söhnen Christian Uh, der die königl, (Sege—
berger, später Glückstadter) Linie, Johann der Altere, der
die Haderslebener Linie (1580 erloschen), und Adolf, der
die Linie Holstein-Gottorp begründete, während der zweite
Sohn Christians III., Johanu der Juͤngere, 1864 Stifter
der spüter vielfach geteilten apanagierten Sonderburgischen
Linie wurde. Auf Adolf folgten die Herzöge Friedrich TI
I586 87), Philipp (bis 1690), Joh. Adolf TWis 1616)
Friedrich I. (bis 1s0) Ehristiak Albrecht lbis 1009, Friet
rich IV. (bis 1702), Karl Friedrich (bis 1739), Karl Peter
Ulrich, als Peter AI. russ. Kaiser (bis 1762), und Groß⸗
fürst Paul (als Zar Paul 1.). Letzterer trat 1773 seinen
Anteil an Christian VII. (1766—1808) von Dänemark
ab, woxauf S., nun wieder vereinigt, als dän. Pro—
vinz behandelt wurde. Friedrich VI. (1808-39) mußte
für Holstein 1815 dem Deutschen Bunde beitreten. Unter
Thristian VII. (1839—48) trat die national-dän. Partei
dem Deutschtum in S. rücksichtsloser entgegen; der
Offene Brief, vom 8. Juli 1846 erklärte das dän. Erb—
jolgegesetz auch für Schleswig, Lauenburg und einige Teile
Holsteins für gültig uünd rief eine Opposition hervor, der,
als Friedrich VII. (1848-63) 28. Jan. 1848 die völlige
Bereinigung Schleswigs mit Dänemark proklamierte, der
bewaffnete Widerstand S.s folgte. Anfangs wurde es
zom Deutschen Bunde unterstuͤtzt (s. Deutsch-Dänischer
Krieg von 184860), dann aber, als dieser infolge Ruß—
lands Dn n 2. Juli 1850 Frieden schloß, aufge—
geben, mußte sich unterwerfen und wurde seitdem von den
Dänen willkürlich beherrscht und danisiert. Der dun.
Reichsrat nahm 1868 eine Verfassung an, die —
pollständig Düͤnemark einverleibte; voiß bestätigte der durd
das Londoner Protokoll vom 18. Mai 1852 zum Nach⸗
folger Friedrichs VII. bestimmte Prinz Christian von Glücks⸗
hurg. Als sich darauf Prinz Friedrich von Augustenburg
als Friedrich VIII. zum Herzog von S. erklürte, be—
schloß der Fepte Bund bis zur Entscheidung der Suk—
gessionsfrage die Besetzung von Holstein, die im Dezemben
pollendet wurde. Osterreich und Preußen verlaugten die Auf⸗
hebung der Verfassung von 1863; auf die Weigerung
Dänemarks rückten ihre Truppen in Schleswig ein (s.
Deutsch⸗Dänischer Krieg von 1864) und nötigten Dänemark
 im Wiener Frieden 80. Okt. 1864 zum Zernch
auf, S. UÜber die Verwaltung der Herzogtümer kam
es bald zwischen Osterreich und Preußen zu Zwistigkeiten,
RNe Veranlassung zum Deutschen Kriege von 1866 gaben.
Im Frieden von Prag 28. Aug. 1866 trat —— seine
Kechte auf S. an Preußen ab. Am 24. Jan. 1867 wurde
S. in Preußen aufgenommen. — Vgl. Sach, „Geographie“
1887); Geschichte von Waitz (1881 —64), Handelmann
1874). Möller I888), Frölich (1897).
Schlettau im Erzgebirge, Stadt in der sächs. Kreish
Themnitz, an der Zschopau, 9 8487 E.
Schlettstadt, Kreisstadt im ünterelsaß, an der Ill,
4905) 8700 E., Amtsgericht, Gymnasium, Lehrerinnen⸗
eminar; 24. Oktt. 1870 UÜbergabe der Festung an die Deut⸗
schen, seitdem die Festungswerke Acet
Schleuder, Wurfwasse des Altertums und Mittelalters,
 mit der Kiefel oder Bleikugeln geschleudert wurden;
sie bestand aus einem rundlichen Lederstück für das Geschoß,
daran zwei Riemen, von denen einer beim Fortschleudern
osgelassen wurde.
Schlenderfsisch, s. Schuppenflosser sAbb. 1673).

Zchleuderhonig, . Honig
Schlenderkrankheit, s. Biesfliegen.
lendermaschine, s v. w. Zentrifuge (s. de) vs
chleuder muͤhle, vw. Desintegrator (s. d. I
Zchleuderschwanz, s. Agamen. [Abb. 409).
Zchleuderzellen, Moose. der
Schleufe, Bauwerke zur zeitweiligen Trenmng b
Zerbindung von Gewässern verschiedener Spiege höng
Ztau ⸗S., Flut-⸗S. (s. Freiarche), wenn der Anfsend
eitweilige Äuslaß des Wassers Hauptzweck, bei F
ungsent wässerung Deich S. (f. Siel), Zur Herstelung
iner S reeden gwischen Gewässern ee
dener Spiegelhöhe dienen Schiffs⸗S. die für größern F
lehr meist als Kammer⸗S. gusgeführt sind, Liegen r
5. unmittelbar inesinmoe so entsteht eine Kuppen
5., bei groͤßerer Anzahl eine Schleusentreppe. Die gen
mer⸗S. bestehen aus dem massiven Ober— und Un —
jaupt mit den Toren und der Kammer, die, nicht wiyer
affiv ausgeführt, mindesteus ein größtes Schiff der *
treffenden Wasserstraße aufnehmen muß. Wenn niehr ab
orhanden ist VDoppel. und Kesset⸗S. Die Shleusen—
lore sind aus Hotz oder isen, mitunter als Klapptong
meist als Slemmtore ausgebildet, d. h. zweiflügelig, s
mit der Schlagsäule zusammen und gegen den —
Schlagschwelle) stemmend uud in der Wendenische drehen!
die Fuͤllung der S. geschieht durch Schützen (. Mu
den Toren oder durch Kanuͤle (Umläufe), die abwechse
mit Ober⸗ oder ünterwaffer in Verbindung zu setzen sind.
die Spiegeldifferenz bei Kammer⸗S. beträgt meist 2510 2
bei größern Höhen Schacht⸗S.). Bei Hoͤhen uͤber ß
meist Erfatz durch schiefe Ebenen (s. Seilebene) und Saih
hebewerke (s. d.) Zum Abschluß von Seehafenbecken MDod
dienen puuft nur einhäuptige S. (Dock⸗S.), die dann au
)ei Spiegelgleiche (Flut) zu oͤffnen sind. — Vgl. Brenneg
4Aufl. 1804). sberg, (1806) 6654
Schleusenau, Gemeinde im preuß. Reg.-Bez. uy
ZSchleusingen, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Ersumt—
der Schleufe (zur Werra), (1908) 4511 E., Anmtsgericht,
hloß, Gymnassum, Provinzialtaubstummenanstalt.
Schley, Ostseebucht, s. Schlei.
Schlich, s. p. w. Schlamm; s. auch Erz.
Schlichte, klehrige Flüssigkeit, mit welcher die Letten⸗
aden vor dem Weben getränkt werden, um sie glatt un
teif zu machen.
Schlichterwald, Gebirge, s. v. w. Schurwald (.2).
Sschlich ingsheim, Stadt im preuß. dieg⸗Bez Po⸗
en, 4 Rm von der Oder, (1905) 748 E.
Schlichtinaschine, vrefsingmaschine, in der Webere
Maschine, die das Schlichten und zugleich das Aufbäumen
er Kette besorgt.
SchlieCenst, Otto, Maschinenbauingenieur geh
16. Juni 1840 in Grimma, 1878 Leiter der ————
n Kiel, 188298 der Zentralstelle des Bureau Veritas
n Hamburg, seitdem des Germanischen Lloyd; wchandelne
nerst die Vibrationen der Dampfer theoretisch, fand Mitte
u ihrer Abhilfe (s. Massengusgleich) und konstruierte einen
— Gallograph, s. 8 dafür; 0 erfand et den
0 reisel (s. dyg schrieb: Handbuch sür den Eisen⸗
clickdeich, Grodendeich. sschfoau⸗ (1800).
ẽchlicker, in der Metallurgie s. v. w. Sghlacke Is. d.)
Schlieben, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Merseburg,
.2905) 1560 E., Amtsgericht.
Schliefer, s. v. w. Klippschliefer (s. d.).
Schlieffen, Alfred, Graf von, preuß. General, geb.
28. Sebr. 1888 in Berlin, 1884 Abteilungschef im Großen
Seneralstab, 1886 Generalmajor, 1888 Reueralleutnant,
889 Oberquartiermeister, i801.1806 Chef des General⸗
tabs der Armee, 1882 Generaladjutant des Kaisers, 1898
veneral der Kavallerie, 1903 Generaloberst
Schlieg, Schlich, s. v. w. Schlamm.
Schliemann, Heinr., Altertumsforscher, geb. 6. Jan,
822 zu Neubuckow (Mecklenburg Schwerin), bis 1868
daufmann in Petersburg, unternahm 1870 —82 mit großem
Erfolg Ausgrabungen in Troja, 1876 in Mykenä, 1878 auf
Ithaka, 188182 in Orchomenos, 1884 886 in Tiryns,
est. 26. Dez. 1880 in Neapel; schtieb: „Ithaka“ (18609)
Trojanische Altertümer“ (1874), Hiytena“ (1878),
Jlios (1881), Orchomenos (1681), Troja“ (1884),
Tiryns“ (1885), „Selbstbiographie“ (1891) u. a.