Sch

647

russ. Chronisten Nestor (1302 9) u. a.; als polit. Schrift⸗
steller wirkte er bes. durch seinen „Briefwechsel“ (1 768 —
82). — Biogr. von Zermelo (1875). — Sein Enkel Kurd
von S., geb. 5. Jan. 1822 zu Lübeck, 1871 deutscher Ge—
sandter in Washington, 1882 92 preuß. Gefandter beim
Vatikan, gest. 183. Mai 1894 in Berlin; schrieb: „Geschicht:
der deutschen Ostseeländer“ (1880 —83),Friedtich d. Gr
und Katharina II.“ (1859) u. a.
Schlözer, Karl Friedr. Eberh. von, deutscher Diplo—
mat, geb. 22. April 1854 in Stettin, 1888 80 dentscher
Geschaͤftsträger in Brasilien, später in Belgrad, Athen
Bukarest, im Haag, Paris, seit 1908 im Haag; schrieb
„Aus Dur und Moll“ (2—. Aufl. 1893).
Schlüůchtern, Kreisktadt im preuß. Reg.-Bez. Cassel,
an der Kinzig, (1805) 2998 E., Amtsgericht, Progymnasium.
Lehrerseminar.
Schlucken (Schlucksen, Schluckser, Singultus), un—
willlürliches krampfhaftes Einatmen, durch stoßweise er—
folgende Zusammenziehungen des Zwerchfells hervorge—
bracht, nach Uberladung oder Erkältung des Magens und
bei Reizung der Zwerchfellsnerven; in schweren Fällen durch
—— Senfteige auf die Magengegend zc. zu beseitigen
Schluckenau, Bezirksstadt in Böhmen, (1900) 3218 E.,
Scloß mit Herrschaft (1057 ha); Syenitbrüche.
Schluckpneumonie, s. v. w. Alpirationspneumonie
sj. Aspiration und Lungenentzündung).
Schluderbach, Sommerfrische in Tirol, im Ampezzo—
tal, Ausgangspunkt für den Besuch der Südtiroler Doͤlb⸗
miten (Monke Cristallo ꝛc.).
Schlund (Pharynx), der trichterförmige Übergang des
Nachens in die Speiseröhre.
Schlundblasenfische, s. Edelfische.
Schluandkatarrh, . v. w. Rachenkatarrh (s. Racheu)
Schlundkiefer, s. Pharyngognathen.
Schlundstößer, s. vw. Detrusotium.
Schlüpfer, Zauuschlüpfer (Troglodytidae), Familie
der Sperlingsvögel, kleine Vögel mit schlankem, pfriemen—
förmigem, etwas gebogenem Schnabel und kutzen, abge—
rundeten Flügeln, hauptsächlich in Amerika. In Deutschland
nur der Zauutönig (Proglodytes parvuilus Xoch sTafel:
Singvögel, 16)), rostbraun, mit dunklern Querstreifen
baut ein kunstvolles, eiförmiges Nest.
Schlupfwespen, Schmarotzerwespen (Entomophàga),
Bruppe der Lege-Immen, Hautflügler mit stachelartigemn
Legebohrer, miltels dessen die Weibchen ihre Eier in die
Larven oder Eier anderer Insekten ab—
legen. Ihre fuß- und afterlosen Larven
leben parasitisch von den Süften des Wirts,
der nach Ausbildung der Larve zur Puppt
ugrunde geht; deshalb durch Vertilgung
— Insekten nützlich. Hierher die
Familien der eigentlichen (cchten) S. ond wonl
Uchneumonidae), schlanke Wespen mit pe.
deutlich geaderten Flügeln, gelblich, bräunlich bis schwarz,
z. B. IChneumon pisorius Wesin. [Abb. 1650), Larve
hauptsächlich in Raupen des Fichtenschwärmers; ferner die
Hungerwespen, Weichwespen, Zwergwespen, Zehrwespen
und Gallwespen (s. diese Artikel).
Schlußz, in der VLogik Ableitung eines Urteils aus
einem (einfacher S., Folgerung) oder aus mehrern an—
dern (zusammengesetzter S., Syllogismus). Der abgekürzte
S. heißt Enthymem; durch Zusammensetzung entstehen die
Schlußgewebe (Epichereme) und die Schluͤßreihen oder
Schlußketten (s. Sorites). — S. oder Kabenz, eine zum
Abschluß eines Tonstücks geeignete Verbindung zweier oͤder
mehrerer Akkorde; im letztern Falle jpricht man auch vor
Schlußbrief, s. Eugaͤgement. [Schlußformeln.
Schluͤfsel, J. Schloß, in der Rotenschrift das zu Anfang
des Liniensystems gestellte Zeichen, das die Tonhöhe der
Noten bestimmt(s. F-Schlüssel und G-Schlüssel).
Schlüsselbein (Ols viedla), lünglicher, Fach Sförmig
ee Knochen am untern Teile des —2 zwischen
rusthein und Schulterblait Vo Skelett L I), ver—
mittelt die Verbindung des Armes und Rumpfes.
Schlüsselblume, . Primel.
Schlusselpurg Grühet Nöteburg), Kreisstadt im russ.
GBouv. Petersburg, am Ausfluß der Newa aus dem La—
dogasee und an der Mündung des Ladogakanald, 888 E.,
früher Festung Getzt Gefängnis); Schifahrt.

Schlũsseldame, Hofwürde für Edeldamen, der Kam⸗
chetrenwürde entsprechend. 005) 6.
Zwlüßfelfeld, Stadt im bayr. Neg.-Bez. Oberfrau m
Zaluseißewalt, Sun der Schrsset, im, kirchlichen
Sprachgebrauch nach Matth. 16, 18 und 18, 18 die Magtbefug
ůs der irche, Sunden zu vergeben (Eöseschlüfel) und zu *
alten GBindeschlüssel); nach kath. Lehre dem Papst,
Nachfolger Petri, zukommend und von diesem durch g
macht auf die Bischöfe und Priester übertrageun, apene
inetseits in der Absolution (s. d.), andererseits iu der Er⸗
ommunikation (f, Firchenbann). — Rechtlich ist S. s. v. w.
Schlüsselrecht (, d.). Ate die
Echluͤfsfelrecht, Befugnis der Ehefrau, Geschäfte.
em hanslichen Wirkungstreise angehören, ohnedie sonst
erforderliche Genehmigung des Ehemanns mit ———
teit Ieau diesen vorzunehmen und zwar ohne Nucctey
ie Art des ehelichen Guterstandes (Buͤrgerl. Gesetzb. 8135 J
Schlusseiro mane, solche Romane, in denen wirti
hersonen und ihr Schicksal deutlich erkennbar behandelt sind.
ZSchlußforinel, s. Schluß (musikal.). —
ẽMiußettel Schluf note, Schlußschein, die pom
Makler ausgestellte, zuweilen auch von den ——
interschreibende und diesen sofort einzuhändigende
heinsgung über in von ihm vermitteltes Handelsgeschäf
Deutsches Handelsgesetzb. 894. h
Schlůter, Andt., Bildhauer und Baumeister, geb.
20. Mai 1664 zu Hamburg, 1694 Hofbildhauer in Beriin
699 Schloßbaudirektor, feit 1713 in Petersburg, ges
daf. 1714. Hauptwerke: Reiterstandbild des Großen un
nrften in Balin (17 o8 sTafel: Statue T, 8), Seughau
Ruhmeshalle) mit deu Masken sterbender Kritger, mehrere
sortale Im konigl. Schloß Bibhr. don Rbier (1862)
hurtut (1801).
Schlutow, Albert, deutscher Industrieller, geb. 16. Jan.
888 in Stettin, 1878 84 im Reichstage atienalbt
h Prafident des Aufsichtsrates des Bultan, 1887 Mit⸗
died des Herrenhauses.
Schlutte, Pflanzenart, s. Ppysalis [Abb. 13881.
Schmachtersee, s. Binz. t⸗
Schmack (Smach, plattboͤdiges Küstenfahrzeug, nament⸗
ch an der hannov. Küste, meist mit zwei set deren
wnterer auf dem Heck steht.
Schmackieren,- s. v. w. Gallieren (s. d.).
Schmaͤhschrift, s. Pasquill.
Zchmalen, Schrecken, das plärrende Lautgeben von
ichrecktem weiblichen Edel-, Dam- und Rehwild.
Schmaljungfer, Schneider Galoptsryxß, Gattg. der
dibellen, mit breiten, dicht nerontig gradecken Flügelu,
chmalem Hinterleib; Beine lang. Bctaunteste Art die Sre⸗
ungfer (dalopteryx vargo L), Flugel beim Mäunchen
azurblau; beim Weibchen oͤraun mit weißem Fleck [0. Far-Rondas
 auf Tafel: Eutwicklungsgeschichte ——
Schmaltaiden, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Cassel,
im Thuͤringer Waide, (10080) 8015 6. Amtsericht Schioß—
got. Rathaus, Realprogymunasium, Solbad; Kisen⸗, Stahl⸗
varenfabrikation (Schmalkaldener Artikel).
SEchmalkaldener Mohrenkopf, Schmalkaldener
berucke, s. Mähnentaube.
Schmalkaldische Artikel, luth. Glaubensbekennt⸗
nis, Ende 1636 von Luther verfaßl, erst feit 1646 zu
kirchlicher Geltung gekommen. Das Fäksimile des Manntribts
 duthers (in der Heidelberger Unirerfitätsbibliothek)
jab Zangemeister (1883) heraus. a
Echmalkaldischer Bund, der Bund der prot. Für—
ten zur Verteidigung ihres Gigubens gegen Kaiser Karl V.
Ddez. 1631 zu Schmalkalden auf 6Jahre abgefchlossen—
24. 1685 auf 10 Jahre erneuert. Bundehanptleute
waren Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen und Zoudgra
Philipp von Hessen, Der 1546 eene Schmaltaldische
srieg verlief durch die Uneinigkeit der Bundeshaäuptleute un⸗
Jünstig für den Bund; Kaifer Karl y., von Moriß von Sachsen
anterstützt, besiegte bei Mühlherg 24. April 1647 den Kur⸗
ürsten Johann Friedrich, nahm ihn gefangen und zwang
hn zum Verzicht auf die Kurwurde, Auch Laͤndgraf Philipr
eriet 18. Juni in Haft, worauf sich die norddeutschen
Zundesverwandten (außer Magdeburg und Bremen) dem
Schmalleder, s. Oberleder. Kaiser unterwarfen.
Schmallenberg, Stadt im preuß. Reg.Bez. Arns—
erg, an der Lenne, (1905) 1720 E.