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der Geologe Torell, der Astronom Gylden, als Polar—
forscher von Nordenskiöld. Literaturgeschichten von
Wieselgren (1846 — 49), von Ljuuggren (18738 96)
Windel⸗ Horn (1880), Schweitzer (8 Bde. 1886 —809),
Warburg(4. Aufl. 1806), Schick (Ed. 1, 1890), Schüch
und Warburg (1886697.
Schwedische Wage, s. Besemer.
Schwedisch⸗ Pommern, fuav. w. Vorpommern, das
3481818 schwedisch war.
Schwedisch⸗Vorland, s. König-Karl-Land.
Schwedt, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Potsdam, an
der Oder, 805) 9581 E. Garnison, Amtsgericht, Gym—
nasium, königl. Schloß. Die Herrschaft S. war 1689 —
1788 Sitz der Markgrafen von Brandenburg⸗S. — VBgl
Thomä (Geschichte, 1873).
Schwefel (at, Sultur, chem. Zeichen 8), nichtmetal⸗
iisches Element, findet sich frei in der Nähe von Vul—
lauen, bes. auf Sizilien, in vielen Mineralien (Kiesen
Blanzen, Blenden) in schwefelsauren Salzen, im Tier⸗
und Pflanzenreich in den Albuminstoffen, leimgebenden
Geweben :c., im Seuf, Zwiebel, Meerrettich; in Schwefel⸗
gzuellen als Schwefelwasserstoff. S. wird auf Sizilien
durch Ausschmelzen von erdigen Bestandteilen befreit
Brockenförmiger Roh⸗S.). Ver Roh-S. wird durch
Destillation aus eisernen Kesseln — und in ge⸗
maunerten Kammern verdichtet; bei angsamer Destillation
scheidet er sich als feines kristallinisches Pulver ab (Schwefel
blumen, Schwefelblüte), hei rascher Destillation erhitzen sich
die Kammern so, daß der S schmilzt und in hölzerne
Formen abgelassen wird (Stangen⸗8.); der Destillations⸗
rückstand bildet den in der Tiecheiltunrde benutzten grauen
S. Roß S.). Gewöhulicher Sist gelb, spröde, kristal⸗
linisch, Nichtleiter fuür Elektrizität, wird durch Reiben
elektrisch, ist geruch⸗ und geschmacklos, in Wasser uͤnlöslich,
etwas loͤslich in Weingeist und Ather, ziemlich leicht in
etten und ätherischen Slen, leicht löslich in Benzol und
Schwefelkohlenstoff; Atomgewicht 32,0, spez. Gewicht 05
chmilzt bei 1140, wird bei 160 zähe und dunkelbraun, über
280 wieder flüfssig, siedet bei 1418. Bei langsamem Abkühler
aus geschmolzenem Zustand erstarrt der S. in langen,
etwas hiegsamen, bernsteiugelben Prismen (prismatifche
3.); über 280 erhitzter S., in kalies Wasser gegossen
zibt eine amorphe, plastifche, dunkelbraunc Raft (pla⸗
stischer oder elastischer S.), die fich nur zum Teil
in Schwefelkohlenstoff löft; es hinterbleibt unlöslicher
amorpher S. Aus Polysulfiden durch Säuren abge⸗
schieden, bildet der S. ein Mid schmutzigweißes amorphes
Pulver (Schwefelmilch). Bei längern Stehen gehen
alle Modifikationen in ewöhnlichen S. über; an der
duft erhitzt, verbrennen se bei 2607 mit blauer Flamm⸗
zu dem siechend kiechenden Schwefligsäureanhydrid. S
dient zur Herstellung von gewöhnlichem Schießpulver
Streichhölzern, Abgüssen, zum Vulkanifieren von Kautschuk
zu Kitten (mit Steinzeugpulver: Zeiodelit, mit Eifen—
eilspünen, Salmiak und Wasser: Eifenkitt), ferner zur
Darstellung der Fprep une zum Schwefeln
. d.) ꝛc., medizinisch als schweißtreibendes und die Datm—
entleerung beschleunigendes Mittel, äußerlich zu Salben und
Räucherungen. — Ehemisch verhalt sich der S. dem Sauerstof
ähnlich, verbindet sich mil Wasserstoff, Phosphor und dei
Metallen zu oxydartigen Verbindungen, den Sutfiden (Sul⸗
fureten) und Sulfüren, die teils basisch sind (Sulfo⸗ oder
Thiobasen), teils säureartig (Sulfo⸗ oder Thiofäuren), und
die sich miteinander zu schwefelhaltigen Salzen (Sulfo⸗ oder
Thiosalzen) vereinigen koͤnnen,; die Suifide der NMealimetau.
oerbinden sich mit Schwefelwafferstoff zu Sulfhydraten
Sydrosulfiben, ähnlich den Hydroxyden), nehmen bein
Kochen doder Schmelzen S. auf und bilden dann Di- Tri—
Tetra· und Pentafuffide (Polyfulfide, ähnlich den Super⸗
oryden). Mit Halogenen und Sauerstoff verbindet sich
der S. in —S Verhältnissen. Schwefelwasserstoff
Wasserstoffsulfis inn Hydrothionsäure) findet sick
in Vulkangasen und ineralquellen (Schwefelwässern),
entsteht beim Faulen schwefelhaltiger organischer Körper
Whet sein Vorkommen in den Darin- und Klogkengasen),
wir bereitet aus Schwefelmetallen (Eisenfulfür)“ dur«
Ubergießen mit verdünnten Säuren; farbloses, giftiges
unangenehm nach faulen Eiern riechen des Gas, verbreunt
an der Luft zu schwefliger Süure und Wasser, ptedien

mit Luft oder Sauerstoff gemischt beim Entzünden hestig
löst sich in Wasser zu Schwefelwasserstoffwasser un
wirkt stark reduzierend, scheidet die meisten Metalle q
Schwefelmetalle aus ihren Loöͤsungen ab, schwärzt durch
zung von Sulfiden Silber, Kupfer, Bleiweißꝛc, Spweser
nloride: Einach Chror· S. Sah wefelniouo cht orid, Schwefeh
hlorür, früher Halb⸗Chlor⸗S.), e
riechende, an der Luft rauchende Flüssigkeit, löst 70 Proz. 3
hieut zum Vulkanisieren von Kautschut, geht beim —8
von Chlor in Zweifach-Chlor⸗S. (Schwefeldichlorid)
hei sehr niederer Temperatur in Vierfach Chlor⸗S. Sque
etrachlorid) über. Schwefeliodür (Jod⸗S.) dient zu Sal p
zegen Hautkrankheiten. Von Oxyoen des S sind wich
vchwefeldioxyd uͤnd Schwefelirioxyd, letzteres das Auhw⸗
drid der Schwefelsäure (s. dey. érfteres das Schweflig
äureanhydrid, wird hergestellt durch Verbrennen von
nud Rösten von Sulfiden, stechend riechendes, —
virkendes, giftiges, farbloses Gas, verbindet sich mit Wasser
u schwefliger Säure, die sich leicht zu Schwefelsdure
diert und daher stark reduzierend und bleichend 5
Sie dommt verflüssigt in den Handel und wird iecuts
ielfach verwendet (zum Bleichen, Konservieren,
ufizieren, als Feuerloͤschmittel ꝛc.). Sie liefert neunn
und saure Salze (Sulfite und Bisulfite); ——
entrales schweftigsaures Natrium), farblose Krista
vird in der Photographie verwendet; Ratriumbituh
saures schwefligsaures Ratrium), im Handel als krista
inisches Salz oder konzentrierte Lösung GBijnlfitlauge)
)ient in der Papierfabrikation zum Entfernen des ußen
hüssigen Chlors (Antichtor, Leukogẽn), zum Bleichen une
Desinsizieren; Kalziumbisulsit (saures schwefligfaures Ka
iun) wird in Loͤsung als Sulfitlauge zur Herstellung vog
zellulose und als Desinfektionsmittel beuutzt. Thioschwefe
äure (früher unterschweflige Säure), nur in ihren Satzen
Thiosulfate, Hyposulfite) dekannt, gerfͤllt, durch stärkere
Zauren in Freiheit gesebt, in fchwefli ge Suure, S. und Wasser
sNatriumthiosulfat (unterschwefligfaures Natrium), große,
eicht in Wasser lösliche Prismen, löst Silberverbindungen—
ient in der Photographie zum Firieren der Bilder Girler
iatron), als Antichlor und in der chem. Analyse. Eben⸗
alls nur in Salzen und in wässeriger Lösung helaunt.
ind die Polythignsäuren (Di- Trie, Tetra⸗ und Pen
athionsäure). überschwefelsüure enisteht in wäserie
Lösung durch Elektrolyse von verdünnte— Schwefelsaun
hei oej ihre Salze (Berfulfate), des. das Kaliumpersuln
uind Amnmitsniumperfulfat, dienen in der Technik a
räftige Oxydationsmittel und zum Bleichen.
Schwefelalkohol, s. Merkaptan. Schwefelanmmmonium
. Ammonlum. Schwefelantimon, s. Antimon. Schwefel⸗
ursen, s. Arsen. Schwefelätheer, s. ÄAther. Schwefeläther⸗
veingeist, Hoffmanns Tropfen (sJ. Ather).
Schwefelbäder, Bäder in Schwefelquellen gegen ver⸗
ltete Hautausschläge, rheumatische, gichtische Affektiouen
dnochenkrankheiten, auch Hümorrhoiden; künstliche S., her⸗
gstelit durch gZusatz von 60 —150 6 Schwefelleber (s. d.) zumt
Vollbad, sind in Holzwanne zu nehmen, gegen Medallvergif⸗
ung. — S. heißen auch Gasbäder in Schwefelwasserstoffgas.
Schwefelbalsant, geschwefeltes Leinol, durch Aufloͤsen
»on Schwefel in Leindl bereitetes rotbraunes, zähflüssiges,
viderlich riechendes Ol, in Terpentinsl löslich (Haar⸗
emer Balsam, s. d.), früher als Universalheilmittel 9—
räuchlich, jetzt zuweilen noch gegen Trommel sucht de
Findviehs, zu verteilenden Einreibungen ze., kechnisch zur
Blanzvergoldung dienend.
Schwefelberg, Bad im schweiz. Kanton Bern, Bez
Schwarzenburg, zur Gem. —3 — gehörig, an der Steg
ornkette, 1884 n ü. d. M.; kalte dipshaltige Schwefel⸗
luelle (gegen Hals- und Darmleiden) J
Fpmeelni, s. Blei. Schwefelblumen, Schwefelblüte,
Schtwefel. Schwefeleyan, s Rhodan. Schwefeldiorxyd,
Schwefel. Schwefeleisen, s. Eifen. Schwefeltzölzchen⸗ .
Zündhölzchen. Schwefelkaltum, s. Kalium. Schwefeltaiziunt,
. Kalzium. Schwefelkies, s. Eisenties [Abb. 491].
— TJͤWA2 — an Schwefelties reiche Braunkohle,
üngemittel.
Schwefelkohlenstoff, Kohlendifulfid, Kohlensulsid,
uch Schwefelaltohol, farblose, stark lichtbrechende, sehr
ewegliche Flüssigkeit vom spez Gewicht Ieere, in Wasser
'aum, in Alkohol, Ather und Slen leicht löslich, löst Schwe⸗