Schweißblasschen, Schweißfriesel, Hantausschlag in
sestait von hirsekorngroßen durchscheinenden Bluschen,
nfolge starken Schwitzens.
Schweiftdruͤsen, s. Haut und Schweiß.
Schweißen, s. Schmieden.
Zchweißnfeber, s. Englischer Schweiß.
Schweißfriefel, s. Shweißbläschen.
Schweißhund, Bliuthund, ein Hund, der die Fährte an—⸗
ieschweißten (blutenden) Hoch⸗ und Schwarzwildes verfolqt.
Schweißstahl, s. Esen.
Schweißlreibende Mittel, s. Schweiß.
Schweißluch, bei Juden das Tuch. in das der Kopf
ines Leichnams auch dieser selbst) gehüllt wurde. In der
'ath. Kirche bef. derühmt das S. der heil. Veronika (s. d.).
Schweitzer, Jeau Baptista von, sozialdem. Agitator,
nuch Luftfpieldihter, geb. 12. Juli 1834 zu Frankfurt a. M.,
Rechtsanwalt das. 1864 —71 Präsident des Allgemeinen
deutschen Arbeiterbereins, gest. 28. Juli 1875 in Gießbach
zm Brienzer See; Lustspiele: „Die Darwinianer“, „Epi—⸗
hemisch⸗ Großsiädtisch
Schweiz (Saweiz. Eidgenossenschaft), republikanischer
Bundebstact in Viitteleuropa sKarten: Schweiz Lu. Iil,
mit den Seen) 41324 qkm; im S., SO. und O. zu etwa
wei Drittel der Oberfluüche von den Alpen (Gipfelhöhe im
Zoralpenland 1200 28506m, in den Hochalpen über 4600 m
dpeegrenge durchschnittlich 2700 m) bededt, mit über 600
Hletschern, im W RW. und N. vom
dJura (700 - 1500 m) eingenommen,
wischen den Alpen und dem Jura
docebene (440 10); wichtige Flüsse:
Rhein Reuß, Rhoͤne uͤnd Tessin;
ghlreiche Seen (Genfer, Boden-,
Neuenburger, Vierwaldsälter, Brien⸗PTn
ger und Thuner See, Zuricher, Zuger, 9 —
alen- und Luganer See, Lago DLB-Maggiore
 u. ah“ mit 1848 qkm
läse Vevditerung (1800) 8815448 1686. Schweiz.
* s. Beilage], gemischt; die Deut— 5
chen (meift dlamaenn., Abstammung) bewohnen die Mitte,
den Norden und Osten, die Franzosen den Westen, die Ita—
iener das Tefsin und das Pogebiet, die Romanen Grau—
bünden Berleilung der Bevoͤlkerung sehr ungleich, am
lärksten in der Hochebene, am schwächsten in den Hochalpen,
durchschnittlich z0 E. auf 14km. Auswanderung 1903
5817, 1801: 41818 Personen, davon 4319 nach Nord- und
376 nach Südamerika. Landwirtschaft (21 2891 4x*m Acker-,
Garten?, Wiefen⸗und Weideland, 8064 9km Wald, 829 4km
Reblaud), ertragreich, aber den Bedarf übersteigend nur in
den Kanlonen Shaffhausen, Solothurn und Luzern; Wein—
dau bes. in Wallis, Waadt, Nenenburg, Schaffhausen, Thur—
Jau, Zürich; in der Bergregion Vorwiegen der Viehzucht;
pichtige Milch⸗ und Kuseproduktion. Gesamtertrag der Fox⸗
den 40 Mill, Frs. jährlich; Bexgbau wenig im Betrieb;
Nineralqueuen zahlreich, — in Leuk, Schwefelberg, Yver⸗
ou, Baden, Taͤrasp, St. Moritz, Pfüfers. Induitrie alt
und bedentend, bes. in Baumwolle, Seide, Maschinen, Bijou⸗
erie und Uhrmacherei, Lebens und Genußmittel, Lederver⸗
arbeitung 2c. Handei ebenfalls wichtig Is. Beilage]; wich—
igste Haudelsplätze Basel, Genf und Sankt Gallen. Eisen⸗
bahnen 19043 44160 xB Is. Beilage: Eisenbahnenl,
1627 Posibureaus und 2024 Postablagen; Telegraphenlinien
3170 Km mit 22571 KRmn Seitungen, 826569 Fernsprechstellen,
16791 xmit 242128 xm Leitungen. Bedeutender
Fremdenverkehr.
Verfassung. Die im Wiener Kongreß 1815 als neutral
erklärte Föderatip-Republik S. (Eidgenossenschaft) besteht
aus 22 Kantonen, von denen 3 in Halbkantone geteilt
ind: Zürich, Bern, Luzern, Uri, Sawyz, Unterwalden
dem Wald, Untetwalden nid dem Wald, Glarus, Ing,
Freiburg, Solothurn, Basel-Stadt, Basel-Landschaft,
Schaffhausen, Appenzell-AußersRhoden, Appenzell⸗Inner—
hoden, Sankt-⸗Gallen, Granbünden, Aargau, Thurgau,
Tessin, Waadt, Wallis, Neuen burg Genf. Bundeshaupt⸗
tadt Bern. Grundgesetz die Bundesverfassung vom
12. Sept 1848, revidiert am 29. Mai 1874. Die Bundesetsammlung
 bestehend aus dem Nationalrat (auf je
20000 E. Mitglied; 19006: 167 direkt gewählte Mit—
glieder) und dem Standerat (44 Mitglieder), ist die gesetz⸗—
gebende, der Bundesrat, aus 7 von der Buͤndesversämm—

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Sch
ung auf 3 Jahre ernaunten Mitgliedern bestehend, die
vollziehende Behörde. Die Verfassungen der einzelnen
dautone sind demokratisch. Obersies Bundesgericht (14
Mitglieder) in Lausanne. Finanzen. Münzfuß seit 1860
ranzösisch, Maß- und Gewichtssystem metrisch. Einnahmen
iud Ausgaben 1904; 115 364 000 Frs. (gSölle 33850 624,
Zosten 42454164, Telegraphen und Telephone 10022 390;
Zauwesen 10553200, Militär 29142586, Posten und
isenbaͤhnen 560 226764 Frs.), Aktiva 263 144 290, An⸗
eihen 54248 000 Irs. Wappen: schwebendes silbernes
rcnz im roten Felde [Abb. 1686]; Slagge auf Tafel:
xlaggen; Landesfarben: Weiß und Rot. Kirchenwesen.
rönmn'kath. Bischoͤse von Sion, Lausaune und Genuf
Residenz Freiburg) Basel und Lugano (Residenz Solo—
hurn), Inn und Sankt Gallen; ein alt- oder christl.skath.
atidnalbischof in Bern. Schulwesen in den einzelnen
dantonen miht gleichmäßig, aber neuerdings im allgemeinen
nt; 37 Lehrerbildungsanstalten, 175 gewerbliche, 9 Han⸗
zelsschulen, 4 landwirtschaftliche, 8 Weinbau⸗, 1 Garten⸗
auschule, 4A Molkereischulen, 6 Universitäten (Basel,
gern, Genf, Lausanne, Zürich, Freiburg), Akademie zu
eneuͤburg, Polytechnische Schuͤle zu Zürich, 4 Priester⸗
cminarien/ 2 Tierarzueischulen ꝛc. Heerwesen s. Beilage.
Gefchichte. Die ersten histor. Bewohner der S. waren
die Helbetier (s. d.). Helvetien, seit 834 dem Fränk. Reich
nhemgefallen, teilte unter Karls d. Gr. Nachfolgern das
Schicksal des 8 Reichs, von dem es einen Teil
dildete. Es wurde durch Reichsvögte verwaltet; die be—
dentendsten die Zähringer, nach deren Aussterben 1218
unter den vielen Herren die Grafen von Saboyen im S.
ind die von Habsburg im N. am mächtigsten wurden,
dehtere, denen der Aargau gehörte, übten im Namen des
Relchs die Schirmvogtei über die Urkantone Schwyz, Uri
und Unterwalden. Als die Habsburger auf den Kaiser—
ihron gelangten, suchten sie die Waldstätte unter Oster—
ichs Landeshoheit zu bringen. Diese schlossen aber nach
dem Tode Rudolfs“ von Habsburg einen Ewigen Bund
ur Behauptung ijhrer durch einen Freiheitsbrief Friedrichs II.
cwahrleisteten Recste und Freiheiten, die ihnen von Kaiser
3 VIt. und Ludwig dem Bayern bestätigt wurden.
ach ihrem Siege üͤber Hsterreich bei Morgarten 1315
mneuerlen die Waldsiätte Schwyz, Uri und Unterwalden
u Brunnen den Twigen Buͤnd, dem bis 1853 Luzern,
zürich, Glarus, Zug und Bern hbeitraten (Bund der acht
ten Orte oder Junge Eidgenossenschaft). In den Schlach⸗
en von Sempach nae und Näafels (1888) errangen sie
e Unabhünggkeit von Hsterreich; Karl den Kühnen von
hurgund, der sie bedrohte, schlugen sie bei Granson und
Nurten (1476) und Nancy (14739. 1181 wurden Freiburg
ind Solothurn, 1501 Basel und Schaffhausen, 1513 Appen—
eil in den Bund aufgenommen (18 Orte bis 1798). Nach
inem Kampfe mit dem Deutschen Reiche unter Marimilian J.
vurden die Eidgenossen (allgemein Schwyzer nach dem
amals hervorragendsten Orte) durch den Baseler Frieden
22. Sept. 1499) von der Teilnahme am Kammergericht,
püter von der RKeichsmatrikel entbunden; von dieser Zeit
atiert die Unabhängigkeit der S—
Infolge der Reformation (s. Reformierte Kirche) lam
s Puten den Eidgenoffen mehrmals zum Kampf; die dath.
dantone fiegten über die reform. 1631 bei Kappel, 1656
ei Vilmergen, wurden aber 1712 wieder bei Bilmergen
jeschlagen. Der Hader erlosch erst seit der Mitte des
is. Jahrh. Das seit 1640 aufgestellte Neutralitütssystem
idere fortan die Grundiage der schweiz, Politik, während
ie im Innern herrschende Demokratie in eine drückende
Zligarchie ausartete. Rach Ausbruch der ersten Franz.
merdlution fuchten die ftanz. Machthaber die S. zu
ner vͤhangigen Ragharrepublik zu machen; das Waadt⸗
and ward 1788 besetzt und nach Uberwältigung Berns
ʒelvetien in 18 gleich große Kantone geteilt, zu denen
709 Graubünden kant. 1802 wurde die helvet. Zentral⸗
egiernng gestürzt, die Herstellung einer neuen Ordnung
uderte“ aber Bonapartes Einmischung. Durch dessen
Hitediationsakte wurden 1803 den 13 alten Kantonen
neue hinzugefügt; Wallis wurde eine eigene Republik,
ber 1810 mit dem franz. Reiche verbunden; Neuenburg,
eit 1797 unter preuß. Hoheit, erhielt (1807) Fürst Bex—
hier als Lehn. Nach dem Einrücken der Alliterten in
Je S. 1813 ward die Mediationsverfassung abgeschafft