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und der alte Bundesverband, jedoch unter Aufhebung der
Untertanenverhältnisse hergeflett. Auf dieser Grundlage
kam 7. Aug. 1815 eine neue Bundesurkunde zustande; sie
genügte jedoch nicht und seit 1830 wurden in vielen Kan—
onen Verfassungsänderungen im repräfentativ-demokrat
Sinne vorgenommen, wogegen die Urkantone mit einigen
iudern einen dath.- reaktlonren Sonderbund gründeken
Die Ausweisung der Jesniten 1847 veranlaßte den Son
derbundskrieg, den General Dufour rasch beendete. Hier—
auf kam 12. Sept. 1848 eine neue Verfaffung zustaͤnde
Ein mißglückter Versuch zur Herstelung der preuß Sou⸗
veränität in Neuenburg veranlaßte 1857 den Verzicht
Lreußens auf dasfelbe.Als im DeutscheFranz. Kriege die
Armee Bourbakis 1. Febr. 1871 guf Schweizergebiet ge—
drängt wurde, entwaffneten drei aufgebotene ————— die
übergetretenen Franzosen. Der von der Bundesversamm—
lung durchberatene, 14. Mai 1872 dem Volk zum Referen—
dum vorgelegte Entwurf der revidierten Bundesverfassung
wurde von 14 Kantonen verworfen, ein neuer Entwurf abe
19. April 1874 angenommen. Die Übergriffe der röm.
kath. Kirche führten 1873 zur Absetzung des Bischofs La⸗
hat in Solothurn und zur Ausweisung des Bischoft
Mermillod; der Bundesrat hob 12. Dez, die papstl. Run—
tiatur zu Luzern anuf, und die altkath. Kirche der S. er⸗
—
diözese den Abschluß ihrer Organisation. 1883 kehrte
Mermillod, vom Papst zuͤm Bischof von Lausanne ernanut,
in die S. zurück. 1887 wurde das Alkoholmonopol ein⸗
g 1886 89 das Militärwesen verbessert. 1895 wurde
durch die Annahme des franz. Handelsabkommens der Zoll
trieg mit Frankreich beendet.
Siteratur. Zur Geographie, Statistik zc.: „Schweiz
Statistit“ (1861 fg.), Egli (Taschenbuch“, 2. Auͤfl. 1878
und, „Neue Schweizerkunde“, 8. Anfi. 1880). die S.
im 19. ne (sg. von Seippel, 3 Bde., 1808.1900),
Heer (2. Aufl. 1868), Schinz und Keller (Flora der S.“,
2. Aufl. 1905), Knapp und Borel, Dietlionnaire göo.
graphique de la Snisse“ (franz. und deutsch, 1900 fg.),
„Polit. Jahrbuch der schweiz Eidgenossenschaft“ (1886 f9),
„Statist. Jahrbuch der S.“ (1801 fg.); von Salls
„Schweiz. Bundesrecht“, 2. Aufi, ß Bde. 190840), zur
Veschichte: Joh. von Muͤller (mit Fortsehzuͤng, 1800 33)
dändliker (3 Bde., 8. Aufl. 18821009) Dierauer (1881
-81), Oechsli (19. Jahrh., 1908).
Schweizer, Schweizertruppen, die von verschiedenen
Fürsten in Sold genommenen schweiz. Mietsoldaten, bef.
als Leibwachen verwendet, jetzt nur noch im päpstl. Dienst
seit 1830 wurden diese Militärkapitulativnen in den
meisten Kantonen, seit 1848 durch die Bundesverfassung
ꝛerboten. — S., äuch s. v. w. Türhüter, Pförtner; in der
Landwirtschaft s. Hollanderei.
Schweizer, Alex., reform. Theolog, geb. 14. Din
1808 zu Murkten, seit 1835 Prof. (184471 zugleich
Pfarrer am Großmunster) zu Zürich, gest. das. 3. Julf
1888. Hauptwerke: „Glaͤubenslehre der reform. Kirche“
2 Bde 1844 - 779, „Die prot. Zentraldogmen in
hrer Entwicklung innerhalb der reform Kirche“ (2 Bde
1834 -56), „Die christl. Glaubenslehre“ (2 Bde., 2. Aufl
1877). — Biogr. von P. Schweizer (1888).
Schweizerdegen, ein — ——— der zugleich Drucken
Schweizerei, s. Holländerei. s
Schweizerhaͤlle, Solbad im schweiz. Kanton Basel⸗
and, 6 kxm von Basel, am Apene mit Saline.
Schweizerische Pistole, s. v. w. Parabellumpistole
Sqchweizer Jura, Gebirge, s. Jura.
Schweizerklee, sJ. Esparsette.
Schweizerpillen, gaus Silge, Moschusgarbe, Aloe
Wermut, Bitterklee und Enzign bestehend, wirken abführend
Schweizersvild, prübistor. Riederlassung (Palaolith
Periode der Eiszeit) bei Schaffhausen; Ausgrabunger
1881- 08). - Bgl/ Kollmann 1800), Nesch (1803u
is97, 2. Aufl. 1000).
Schwelkohle, zür Gewinnung von Mineralsöl und
Paraffin geeignete Brauntohle.
Schwellkarper, kavernöse oder schwammförmige Kör
per, gefäßreiche Geiwebe, mit weitmaschigen Zellen, die
rasch eine große Menge Bluͤt aufnehmen und in sich zurück⸗
halten können, wodürch sie steif werden (sich erigieren,
daher erektile Gewebe), z. B. am mannlichen Glied.

5 lrusberg,
Schwelnt, Kreisstadt im preuß. Neg.⸗Bez. Arus
1900) (19068: 18 467) E., Amtsgericht, Real
rogymnasinm. rsut⸗
eteine, Tuffsteine, leichte, schlecht wan
vaufteine aub d.Teilen Trachytsand und 1
zelöschtem Kalk.
Schwendener, Simon, Botaniker, geb. 10. ——
83 zu Buchs SEankt Gallen), wurde 1867 Pref. in
1877 in Tuübingen, feit 1878 in Berlin; schrieb 44
nechan. Prinzip im anatom. Bau der Monoleen
1874), „Die Theorie der Blattstellungen“
„Uüber Bau und Mechauik der Senigenen 4881) —
Schweninger, Ernst, Rebiziner, geb. 15. Junig
u Freiftadt (Sbetpfalz), AÄrzt in München, 1884 Ponß
ind Direktor der Abteslung für Hautkrankheiten de
kharite in Berlin, 1885 Geh. Redizinaltat, 190 sre
zeiter des Teltower Kreiskrankenhauses in —æ
hei Berlin; bekannt durch feine erfolgreiche vehenrunß
eß Furften Bismarck, sahrieb: „Gesammelte AÄrbei
Vd. 1, 1880). Uder die von hin Angegebene Entfettung
ur (ESSrtel⸗Schweniugerkur) s. Fettsücht. F eb
Schwenkfeld, Kaspar von, religiöser Schwärmer, ser
490, schles. Edelmann, zur Zeit der Reformation bg
»es Herzogs von Liegniß, fuchte die reformatorischen 3
u mystisch-schwärmerischer Weise fortzubilden ——
ius und Rechenschaft von den Hauptpunkten des
hlaubens“ 1647), vielfach verfolgt, gest. 10 Dez.1
n Ulm. Seine Anhäuger (Schwenkfeldiauer) bilden *
etzt gefchlossene Gemeinden im Umerita. Val. Kade
861), F. Hoffmann (1807). hei
Schwenkung, Frontveraͤnderung einer Truppe, we 9
der eine Cinneren glügel den Drehpunkt (Pivot) bildet,
aim den der andere (außere) einen Kreis befchreibt. *
Schwenningen, Dorf im württemb. Schwarzwen
rem, an der Redarquelle, (19000) 10 106 (1805: 12987) 6.
Ahrenfabrikation (Fachschule). be
Schweppermann, Seyfried, Feldhauptmann, ge
um 1260, entschied 1313 den Sieg Ludwigs des Bahenn
»ei Gammelsdorf; er starb 1337; die Überlieferung —
einem Sieg, bei Muühldorf (1328) und dem sich dgran
nüpfenden Ausspruch des Kaisers bei der nur aus gin
estehenden Mahlzeit: „Jedem ein Ei, dem frommen S
zweil“ ist ——
Schweratmigkeit, s. Dyspnoe. *
Schwerbleierz, Platinerlt, ketragonales, eisenschwar—
ze8. stark glänzendes Mineral, Bleisüperoryd. z5
Schwerdgeburth, Olto, Maler geb 3. Mürz 1836
n Weimar; Hauptbilder: Abschied der Salzburger Pro⸗
estanten von der Heimat (1862, Bremen), Spaͤziergang
ins „Faust“ (1864, Köln).
Schwere, Schwertraft, im weitern Sinne s. v..
Bravitation (s. d), im elgern die Änziehung zwischen
der Erde und den darauf befindlichen Korpern“ Infolge
dieser Anziehung fällt ein Körper zur Erde (f. Fall) oder—
wenn er am Fallen durch einen fesistehenden Körper ge—
hindert wird, uͤht er einen Druck (Gewicht) aus. Je welter
in Gegenftand von der erdoberfläche entfernt ist, desto
zeringer ist die S.; ein Pendel schwingt daher auf großen
Zöhen langsamer als in der Ebene, ebenso (wegen der Ab⸗
slattung der Erde und der entgegenwirkenden Zentrifugal⸗
kraft) am Aquator langsamer 45 an den Polen.
Schwererde, s. v. w. Schwerspat (s. d.).
Schwerhörigkeit, Abschwächung der ——
dungen durch Störungen des schallzuleitenden Apparat
des D Berschließungen des ußern Gehörgangs durch
Fremdkörper und ee Entzündungen des Trom⸗
melfells und des Mittelohrs, Verstopfung der Obrtrom⸗
zete) oder des schallempfindenden (Krank-Jeiten
 des Gehörnerven, des Gehirns und
des Felsenbeins).
Schwerin. 1) Haupt- und Residenz- F
stadt des Großhzgt, Mecklenburg-S. Karte: —E—
Nordwestdeutschland JI,s, bei Hannover.,
am Schweriner See (64 4km, 22 xD Ilg.,
gm br), (I0do) 88872 — A1 669) 6. sq Min.
Varnison, Land⸗, Amtsgericht, got. Dom
— ——
dordwestdenshland't, sh), Hofthealer, Museum mit
hemaldegalerie, Regierungsbiblioshei, Gomnasium, Real⸗