Sei

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dann in ein glattes, ovales Gespiust (Kokon) ein, worin
sie sich verpuppen [bd. Puppe im geöffneten Kokon]. Der
den Kokon bildende Seidenfaden ist etwa 1000 m eIg.;
nach seiner Farbe unterscheidet man *Weupen in Gelvb—
spinner, Weißspin⸗
ner, Grünspinner.
Der Schmetterling
—c Männchen, ä
Weibchen] schlüpft
nach 223 Wochen
aus, das Mäunchen
stirbt bald nach der
Begattung, das
Weibchen, nachdem
es 200300 Eier
an die Stämme des
Maulbeerbaums ge⸗
legt hat. Seidenzucht (Seidenbau) wird in besondern
großen Zuchtanstalten oder als Nebenindustrie in Häusern
getrieben; die Raupen werden mit Laub des Maͤulbeer—
baums gefüttert. Zum Einspinuen und Aufhängen der Ko—
kous wird ein Spinnwald oder Spinnhütten gus Reisig rc
errichtet; die Puppen, deren Kokons Seide liefern souen
werden 19 Tage nach dem Einspiunen durch Hitze getötet
die schöusten aber zur Nachzucht benutzt. Zahlreiche Krantheiten
 der Raupen beeinträchtigen die Zucht, so: Gelb- oder
Fettsucht, Schlafsucht ꝛc., vor allem aber Muskardiue (s. d.
und Gattine (s. d.). — Andere S. sind der Jorce-S
(Bombyx religiõosae) in Assam, der nordamerik. Eichen⸗S
(Attacus Polypheémus), der japan. Eichen⸗S. (Altacus
Lamamaĩ oder Vama-mayu) und der RNilanthusspiuner
Saturnia Cynthia), auf Vious, Eiche, Ailanthus zc. le
— —
1886), Bolle (1803 u. 1898), Völschow (1002); Krautjeiten:
 Bolle (1474).
Seidenwollbaum, falscher, s. Cochlospermum.
Zeidenwurm, Seidenzucht, s. Seidenspinner.
Seiditen, s. Seid.
Seidl, Gabriel von, Baumeister, geb. 9. Dez. 1848
u München, 1900 geadelt; Hauptwerte: Rathäuser in
Jugolstadt und Worms, Bierpaläsie in München und
Berlin (Spatenbräu), das neue Bayrische Rational
museum (1899) und das Münchener Künstlechaus (1900)
Seidl, Joh, Gabriel, Dichter, geb. 21. Juni 1804 in
Wien, gest. das. 18. Juli 1875 als Regierungsrat; Ly—
iker, dichtete auch in niederösterr. Mundart, verfaßtr
Dramatisches („s letzte Feusterlu““, Lokalstück) un aa Ge
ammelte Schriften“ (1877 fg.). — Vgl. Fuchs (1964.
Zeidlitzpulver, s. Brausepulver.
Seidschütz (Saidfchitz)z, Dorf in Böhmen, Gemeind.
Hochpatsch, (1500) 122 E.; Bitterwasserqueile (s. Bitterfalz)
Seife, zum Waschen dieneudes chem.-techn Produkt, das
beim Versieden von Fetten mit Kali- oder Natronlauge,
sowie beim Neutralisieren von Fettsäuren mit Alkalien
oder kohlensauren Alkalien entsteht. Die dabei statt—
findende chem. Reaktion, Verseifung (Saponifikation) ge
nannt, besteht in der Spaltung der Fette in fettsaures
Alkali und Glyzerin. Beim Eindampfen der Lösung
entsteht eine klare, leimige Flüssiglkeit (Seifenleim), die bein
Erkalten fest wird, wenn Natronlauge, dagegen jchmierig
wenn Kalilauge verwendet wurde Gatron⸗S., Kali⸗S.).
Die so erhaltene S. heißt Leim-S. die mit Kalilauge
bereitete bes. Schmier⸗S. (grüne oder schwarze S.).
Scheidet man die S. aus dem Seifenleim nicht durch
Erkalten, sondern durch Zusaß von Kochsalz aus, fo wird
sie durch weiteres Sieden wasserarm und schaumfrei und
heißt dann Kern⸗Se Gute S. hat etwa 70 Proz. feltsanre
Alkalien und ift neutral und möglichst frei von fremden
Stoffen. Uber Medizinische Seife f. d.
Seifen, Seifenfeld, Seifentager, Seifengebirge, Sand⸗
oder Kiesablagerungen, die Metalle, Erz⸗ oder Edelstein⸗
törner enthalten (Gold-⸗, Zinn⸗, Evelstein⸗S. ec.). Das
Zeifenwert umfaßt die Einrichtungen zum Änsbenten der S.
Auswaschen). Setfenhalden (dinithaiden)d, ausgewaschene
Seifenbaum, s. Sapindaus. Mineralablagerungen.
Seifenkraut, s. Saponaria.
Seifenrinde, . quillaia.
Seifenspiritus, tlare, gelbe, beim Schütteln stark
schüumende Flüssigkeit, bereitet aus Olivenöl, Kalilauge,

Weingeist und Wasser; gelindes Reizmittel bei Rheuma—
rismus, Erfrierungen ꝛc.
Seifenstein, s. v. w. Saponit und Talk.
Seifenwerk, s. Seifen.
Seifenwurz, s. Saponaria und Gypsophila.
Zeifenzinn, s. Zinnerz, J
Seifhennersdorf, Landgemeinde in der sächs. Kreish.
Bautzen, an der böhm. Grenze, (1905) 8059 E., Webschule.
Seiger (aiger), im Bergbau, s. v. w. senkrecht.
Seiger, ursprünglich Stundenzeiger mit rinuendeni
and oder Waffer, dann auch auf Räderuhren übertragen.
Seigerdörner, s. Zinn.
Seigern, Abseigern, im Hüttenwesen das Aus⸗
ichmelzen einer leichtflüssigen Substanz aus einer schwer⸗
luͤffigen bei einer den Sqmelzpunkt der letztern nicht er⸗
ceichenden Temperatur. [Natrium (s. Weinsure).
Seignettefalz (spr. ßänjett-), werinsaures Kaliuni⸗
Zeigneur fre, sot sunohrd, gekürzt Sieur, in Frauk⸗
eich ehemals der Besitzer eines erblicheu Tirritoriums
Zeigneurie) oder wenigstens der Gerichtsbarkeit darüber;
zeigneuriage (spr. -ahsch'), der Inbegriff der daran haf⸗
enden Rechte. Jetzt ist' S. (abgetürzi Sire) Titel sou—
eräner Fürsten.
Seikhs, fälschlich für Sikh (s. d.).
Seiland, norweg. Insel, inn EWe von Hammerfest, in
Finnmarken, 593 4km, 306 E., stark vergletschert.
Seilbahnen, Bahnen, dei denen ein Seil zur Be—
oͤrderung der Fahrzenge dieut, so die Seilebene (s. d.)
ie Drahtseilbahn (s. 5.) und die Kabelbahn (. d.).
Seilbremse, s. Lemoinebremse [Abb. 1042)].
Seilebene, geneigte, schiefe Ebene, Vorrichtung zum
leschen Zwecke“ wie Schiffahrtsschleufen (f. Sceuse)
ei Steigungen über 10 m. Bei üältern, tleinen Anlageu
wurden die Schiffe trocken auf Wagen gesetzt, die au
Zchienen laufen; bei den neuern größern, Anlagen schwim⸗
men die Schiffe in einem Trog, der auf Schienen läuft.
— S. heißen auch steile Eisenbahnstrecken, die mittels
Zeilen betrieben werden, teils zweigleisig, wobei das Seil
eutweder mit dem aufsteigenden üund dem absteigenden
zug verbunden ist und erfterer von der Schwerkraft des
etztern uud der Zugkraft der diesem vorgespannten Loko⸗
noͤtive emporgezogen wird, oder als eudloͤses Seil von
iner feststehenden Dampfmaschine bewegt wird.
Seille (spr. ßäj). 1) R. Nebenfluß der Mosel, zum
Teil Grenzfluß zwischen Deutsch- und Franz.-Lofhringen,
mündet nach 180 km bei Metz. — 2) 8.
Zzufluß der Sadue, entspringt im franz.
dep. Jura, mündet nach 116 km.
Seilscheibe, ein am Umfang mit *
Rillen versehenes Rad [Abb. 17201 zur
gtiberttagung mittels des Seiltriebes ⸗
Seilschifahrt, Kettenschleppschiffahrt —
. d, wenn ein Drahtfeil an Stelle der 1720. Seil⸗
setle tritte scheibe.
Seiltrieb, Schnurtrieb, Triebwerk zur Kraftübertra⸗
zung (s. d.) mittels eines oder mehrerer über Seilscheiben
. ð. nebst Abb. 1720) geführter Seile (Hanf- Drahtseil,
Stahlschnur) ohne Eude. (S. Riementrieb.)
Seiltromimel, Trommel an Lasthebemaschinen zum
Aufwickeln des die Last tragenden Seiles (s. Haspel).
Seim, Fluß, richtiger Seim (. d.).
Seine (fpr. hähn, lat. Seduana), Strom im nördl.
Frankreich, entspriugt auf dem Plateauͤ von Langres, wird
hurch die Aufnahme der Anbe im Dep. Marne schiffbar,
mündet nach 705 xm zwischen Le Havre und Houfleur
u den Kanal sKarte: Frankreich J.4aV; perkehrreichstet
Ztrom Frankreichs (126 km schiffbar), Stromgebiet 77 800
Km; Nebenflüsse r. Ource, Aube, Marne, Oife, lJ. Yonne,
kure. — Das Dep. S. in der Isle-de-France, 480 4km,
1901) 3669 930 E.; Hauptstadt Paris.
Seine⸗et⸗Marne (spr. hähn e marn), franz. Departe⸗
nent in der Isle-de-France, aus Teilen der Brie und des
Gaͤtinais Français bestehend, 3031 qkmm, (1901) 358 326
E.; Hanptstadt Melun.
Seine⸗et⸗Oise (spr. ßähn e dahs'), franz. Departement
in der Isle-de-France, aus Hurepoix, Mantais, Parisis,
Bexin Français und Teilen der Brie bestehend, 5031 4k*m,
1901) 707325 E.; Hauptstadt Versailles.