Sel

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Selamlik, türk. Begrüßungs- oder Besuchszimmer,
auch Auffahrt des Sultans am Freitag zum Gebet.
Selangor, Malaienstaat, s. Salangor.
Zelanit, türk. Name für Saloniti . d.).
Selb, Stadt im bayr. Reg.-Bez. Oberfranken, im
aichtelgebirge, am Flusse S. (zur Egeth, (1905) 8433 E.,
Zelbende, s. v. w. Salband (f. d) [Amtsgericht.
Zelvbstansteckung, s. Autovinfektion.
velbstausleger, Apparat, welcher an Schnellpressen
Wedruckten Bogen selbsttätig auf den Auslegetisch der
Zelbstbeflecung, s. Oname. Maschine legt.
Zelbstentleerer, J.v. w. Kondensationswasserableiter
Selbstentzündung, die ohne Wärmezufuhr von außen
xfolgende Entzündung eines Koͤrpers; tritt bei Pyrophoren
. d in, sowie soldden leicht entzündlichen Stoffen, die
leicht Gase und Dämpfe absorbieren, wobei eine Steige—
rung der Temperatur bis zur Entzundungstemperatur statt—
finden kann. Bes. sind angehaufte groͤßere Mengen von
dohlen, Sägespänen, Getrede, Hen, Wolle u. a. der S
ausgesetzt. — Vgl. Medem (1885).
Selbstfahrer, s. Automobil nebst Tafeln Iu. II.
Zelbstgifte, Autotoxine, Gifte, die beim Stoffwechse)
tstehen ünd Autointozikation (s. d.) verursachen
Zelbstherrscher, Autokrat, s. Auͤtokratie.
Selbsthilfe, jedes Verfahren, wodurch sich jemand
eigenmächtig Genugtuung wegen einer (wirklichen oder
vermeintlichen) Rechtsverletzung oder den Genuß und die
Ausübung einer ihm bestrittenen Befuguis verschafft, ist
in jedem geordneten Staatswesen verboten, nur im Falle
der Notwehr, zur Fesshaltung von Verbrechern, bei Äus—
übung des Pfändungsrechts, zur Anfrechthaltuug des Be—
sitzstandes gestattet (Deutsches Bürgerl. Gesezb. Ig 220 u
280). Sein anderm Sinue, im Gegensatz zur Stagishilfe,
das Priuzip der wirtschaftlichen Genossenschaften (f. d.).
Selbstlader, Selostspauner, autoniatische Gewehre, be
denen der Rückstoß das Laden bewirkt, bisher bes. als Selbst
ladepistolen (Borchardt⸗, Browning-, Mauser-, Parabel-—

Selbstlauter, s. Votale.
Selbstreinigung der Flüsse, das enn sinhe Ab⸗
zehmen der Verunreinigungen, die ein Fluß z. B. in einer
Stadt erfährt, in seinem weitern Verlauf, beruht zum
großen Teile auf Absetzen der Schwebestoffe, ist aber auch
bedingt durch die Tätigkeit ron Mikroorganismen und
die Wirkung des Sounenlichts.
Selbstschuldner oder Selbstzahler, der Bürge, von
dem der Gläubiger ohne Vorausklage gegen den Hauptschuldner
 bei Verfall der Schuld sofort Zahlung fordern
darf GBürgerl. Gesetzb. F778).
Selbstspaunner, s. Selbstlader.
Selbstvergiftung, s. Autointoxikation.
Selbstverstümmelung, . Verstümmelung. Bei Tie—
ren ist S. (Autotomie) eine Schutzeinrichtung, bestehend
im scheinbar freiwilligen Abwerfen eines Körperteils zun
Zweck der Erhaltung des Lebens. So lassen Eidechsen und
Blindschleichen dem Angreifer das Ende des Schwanzet
in der Haud, wenn sie rauh augefaßt werden; auch be
Krebsen und Krabben, Spinnen, Ringelwürmeru, Stachel⸗
häutern, seltener bei Insekten, Weichtieren und Hohltierer
kommt S. vor.
Selbstverwaltung, Selbstgesetzgebung,s. Autonomie
Selbstzahler, s. Selbstschuldner.
Selbstzünder, s. v. w. Pyrophor (s. d.). Selbst
züudung, s. v. w. Selbsteutzündung (. d.). J.
Selby, Stadt in der engl. Grafsch. Hork (West Riding)
am Nördlichen oder Vorker Ouse, (1901) 7786 E., nor—
mann. Abteitirche. Fleischwaren
Selchwaren, in Süddeutschland s. v. w. geräucherte
Sel dor Efrz.), Goldsalz (s. Gold).
Seldschuren, türk., von Seldschut abstammendes Ge—
schlecht aus der Buchgrei, das im 11. und 12. Jahrh
mehrere Dynastien in Vorderafien ftiflete, unter denen die
pon Togrilæ Beg 1038 gegrundete iranische oder bagda⸗
dische zuů Bagdad, und Jspahan die mächtigfte war; fie
endete mit Togril-Schah 1194. Die kermanische, 1089
von Kawerd in der perf. Prov. Kerman gestiftet, bestand
bis 1081, die syr. 1075 bis ca. 1150 und die ikonische
Dynastie, 1075 von Suleiman-ben-⸗Kutulmifch zu Itvnium
gegründet, bis ca. 1300. — Val. Mirchond 18389

Zelekta (lat. „auserwählte“, nämlich Klasse), höchste
Anse an mancheü höhern Schulen; Selektäner, deren
Schuler. 5
Allrtion (lat.), Auswahl. Selektivustheorie, die
Darwinsche Theorie von der Zuchtwahl (s, d.)
Selen (chem. Zeichen, se), von Berzelius 1817 ent⸗
decktes chem. Element, findet sich in einigen Schwefel—
netallen, bes. in Schwefelkiesen, und daher auch im
Zchlamm der Bleikammern (in Schwefelsaurefabriken).
vird in mehrern Modifikationen erhalten: als rote anorphe
Masse und als bleigrauer, metailglänzender Körper,
dünnen Schichten rot durchscheinend. S. hat das spez. Ge⸗
vicht 4,8, das Atomgewicht 75,2, schmilzt bei 2177 siedet bei
000; das elektr. Leitungspermoögen des kristallinischen
3. wechselt mit der Belichtung, daher Verwendung zu
hotometern. Die Verbindungen des S. ühneln deueu des
ywefels; Selenwasserstoff ist ein sehr giftiges Gas.
Selenblei, Clausthalit, regnläres, bleigraues Mineral,
uus Selen und Blei bestehend; Harz.
Selene, auch Mene, Phoibe, lat. Luna, die gricch.
Mondgöttin, Tochter des Hyperivn und der Theig und
Schwester des Helios; sie spendet den Tau, ist Göttin
es Liebeszaubers und der Magie.
Selengaä(spr ße⸗), Fluß in Ostasien, entsteht in der
Mongolet, muͤudet in den Baikalfre, 1205 xmilg,., schiff⸗
revon der Mündung des Orchon.
Seleunit, blättriger Gips.
Selentten (grch), Mondbewohner.
Seleuka, Emil, Zoolog, geb. 27. Febr. 1842 in
zraunschweig, 1868 Prof. in Leiden, 1874 in Erlangeun,
306 in Munchen, gest. das, 20. Jau. 1902; schrieb;
„Zoolog. Studien“ (1878 —81), „Sonnige Welteu“
1896), „Studien über Eutwickluͤgsgeschichte der Tiere
4883 fg.; auf, Grund des Nachlasses fortgesetzt von
z»ubrecht, Strahl und Keibel). Mithen
Selenodönten (grch.), Säugetiere, deren Backzühne
nif, der Kaufläche eine halbmondförmige Figur zeigen, wie
B. die Wiederküner.
Selenographie (grch.), Mondbeschreibung.
Selenfilber, schwarzes, glänzendes Mineral in düunen
blatten, Selen und Silber, auch oft Blei enthaltend.
Selenus, Gustavus, Pfeudonym, s. August der Jün—
ere, Herzog von Braunschweig-Luͤneburg.
Seleo, Insel, s. Berlinhafen.
Seler, Eduard, Amerikanist, geb. 5. Dez. 1849 in
Trossen a. d. O. erforschte 188788, 1885/97 und 1802 die
Altertümer in Mexiko, 1882 Direktorialässistent am Mu—
eum für Völkerkunde in Berlin, 1899 Prof. au der Universi⸗
ät das., 1803 Leiter der amerik. Abteilung am Museum für
Bölkerkunde; schrieb über amerik. Sprachen und Altertümer.
Seleucia (Seleutkeia), mehrere von Seleukus J. Nila⸗
or gegründete Städte. — S. am Tigris in Babylonien,
daupthandelsplatz, zur Zeit seiner Bluͤte 600 000 E., 162
n. Chr. zerstört; Trümmer 45 Kmm südl. von Bagdad. F
3. Wiedlg in Syrien, Hafenstadt Autiochiens, nördl.
von der Mündung des Orontes; jetzt Sueidieh.
ZSeleukiden, die nach ihreni Ahnherrn Seleukus J.
J. d.) Nikator benannte Heirscherfamilie des Syrischen
Keichs, die 31264 v. Chr. regierte.
Seleukus (Seleukos), Name mehrerer Könige des
hellenistischen Syrischen Reichs. Der kinzige bedentende
ist der Gründer dieses Reichs, S. J. Nitätor („der Sieg⸗
eiche“), geb. 3688 v. Chr., Sohn des Antiochus, Feldherr
Alexguders d. Gr. und nach dessen Tode 823 Statthalter
»on Medien und, Babylonien; ward 316 von Antigonus
»ertrieben und flüchtete zu Ptolemäus von Ägypten, kehrte
Wer 312 zurück, nahm 307. den Königstitel an, besiegte
Antigonus bei Jpsus Gor scu 281 Lysimachus hbei Koru⸗
dedrou und kam so in Besitz * der ganzen Mouarchie
Alexanders; 280 durch Ptolemdus Keraunds ermordet.
Selfaktor (engl.), Mulespinnmaschiue, bei welcher alle
Bewegungen selbsttätig erfolgen.
Selfgovernuntent (eugl., spr. gowwern-), Selbst⸗
egierung, s. v. w. Autonomie (s. d.).
Solf-:maideo man sengl., spr. mehd männ), ein Mann,
er durch eigene Kraft von unten aufgestiegen ist.
Seligenstadt in Hessen, Stadt in der hess. Pror.
Ztarkenburg, am Main, (1905) 4600 E., Amisgericht,
stuinen einer Kaiserpfalz, ehemal. Bencdiklinerabtei.