Sem

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Semirjetschensk („Siebenstromland“), Gebiet in
Russisch-Zentralasien, zum Generalgouv. Turkeftan ge—
jörig zwischen dem Thian-schan und dem Balchaschfee,
393 886 4xm, 987 863 E.; Hauptstadt Wiernyj.
Semissis, ursprünglich röm. Kupfermuͤnze, die Hälfte
s As, seit Konstantuͤr die Hälfte des Goldsolidus
Zemiten, s. Sem und Semitische Sprachen und Völker.
Zemitische Schrift, s. Schrift.
Semitische Sprachen und Völker, eine Reihe
on ursprüuglich vorderasiat. Sprachen und Volkern, die
ich auch über Afrika und Europa ausdehnten. Die semit
Sprachen uunterscheiden sich bes. durch die Dreilautigkeit
ihrer Wurzeln voin den indogerman. Sprachen, Sie Fer—
fallen in N) das Ostsemitische: das Assyrisch-Babylouische
in den Keilinschriften, 2) das Nordfemitische (Aramäische),
I) das Mittelsemitische oder Kanaangifsche (ebrüisch und
Phönizisch mit dem Punischen), das Sudfemitifche: das
Arxabische, das durch den Koran in allen moslem, Reichen
Eingaug fand, das Südarabische oder Himjarische und
das Geez oder Athiopische. — Vgl. Nöldeke (2. Aufl. 1809)
Brockelmann (1908).
Semitismus, Bezeichnung für das ausschließlich vom
thnolog. Standpunkt aus betrachtete Judentum. Semitist,
Sprachforscher auf dem Gebiet der semit. Sprachen.
Semivocales (Ilat.), Halbvokale (s. d.).
Semler, Heinrich, Reisender und landw. Schrift—
tteller, geb. 18. Mai 1841, in Grünberg (Kr. Gießen),
lange Zeit in Kalifornien ansässig, trat 1888 in die Diensie
der Deutsch-⸗Ostafrikanischen Geseilschaft, gest. 7. Juli 1888
in Sansibar; schrieb: „Die trop. Agrikultur“ (4 Bde., 1886
-92; 2. Aufl., Bd. 13, 1897 - 1808),, Trop. und nord⸗
amerik. Waldwirtschaft“ (1889).
Semtler, Joh. Salomo, prot. Theolog, geb. 18. Dez
1725 zu Saalfeld (Saale), 1752 Prof. zu Halle, gest. das.
14. März 1781, verdient als Begründer der histor. Kritit
und Auslegung der Bibel, sowie durch seine kirchengeschichtlichen
 Quellenforschungen. Hauptwerke: Abhandkung von
freyer Untersuchung des Kanons“ (4 Bde. 1771 75)
„Selecta capita historiae ecclesiasticae“ (8 Bde., 1761
-69). Selbstbiogr. (2 Bde., 1781-82). — Bgl. Hoffmanu
(1905), Karo (1905), Gastrow (1905).
Semlin, uͤngar. Zimony, Stadt in Kroatien-Sla—
wonien, Komitat Syrmien, an der Mündung der Save
in die Donau, (19900) 18079 E.; bedentender Handel.
Semljansk, Kreisstadt im russ. Gouv. Woronesh,
nder Sentjanka, 6126 E.
Semmelpilz, s. Polyporus und Tafel: Pilze, 283
Semmering, Gebirgssattel (980 m) an der österr.
steiermärk. Grenze, mit Kunststraße von Gloggnitz nach
Mürzzuschlag und der 1854 eröffneten Semmeringbahn
setwa 50 Kw) mit 15 Tunnels (Länge 4275 m) und 16
Viadukten, darunter der Große Semmeringtunuel (1424 m
g. 83 m unter der Paßhöhe.
Semnsnen, altgerman. Volk, das angesehenste unte—
den Sueven, zwischen mittlerer Oder und Elbe, verschwin⸗
det Ausgang des 2. Jahrh. n. Chr. aus der Geschichte
Semony spr. ßemöa), x. Nebenfluß der Maas, ent—
springt in der belg. Prov. Luxemburg, mündet nach 165 Km
oͤei Montherme.
Sempach, Stadt im schweiz. Kanton Luzern, am
Sempacher Sce (148 qkm), der durch die Suhr zur Aare
abfließt, (1800) 1028 E.5 hier 9. JSuli 1886 Sieg den
SZchweizer (Winkelried, s. d.) über Leopold von Osterreich.
Sempor (lat.), immer. 8. altquid haeret, etwas
hleibt immer hangen (von Verleumduügen). 8S. Augustus
. Augustus. 8. jdem, immer derselbe.
Semper, Gottfr., Architekt, geb. 29. Nov. 18083 in
Hamburg, 1834 Direktor der Bauschule in Dresden, flüch—
tete 1848 wegen Beteiligung am Dresdner Maiaufstaud
nach England, 1885 am Polytechnikum in Zürich, seit
1871 in Wien, gest. 158. Mai 1878 in Rom. Hauptbanwerke:
 das Hoͤftheater zu Dresden, nach dem Brand
von 1869 nach seinen Plänen unter Leitung seines ältesten
Sohnes Maufred S. (geb. 8. Mai 1887 zu Dresden;
— zu Wien,
Galerie zu Dresden, Polytechnikum zu Zürich ec schrieb
das epochemachende Werk: „Der Eul in deu technifchen
und tektonischen Künsten“ (2. Aufl. 1878 -79) u. a. —
Sein 2. Sohn Hans S., geb. 6. Dez. 1845 in Dresden,

Brof. der Kunstgeschichte in Innsbruck, schrieb eine Biogr.
eines VBaters 1880), „Bildhauer-Architekten der Re⸗
raiffance“ (1880), Donatello“ (1887), „Wanderungen
ind Kunststudien in Tirxol“ (1894).
Semper, Karl, Zoolog und Forschuugsreisender, Nefse
von Gottfried S., geb. 6. Juli 1832 in Altong, bereiste
1889 64 die Philippinen und benachbarten Inseln, seit
1868 Prof. in Wurzburg, bereiste 1877 Nordamerika,
scst. 30 Mai 1803 n Würzburg; schrieb: „Reisen im
Archipel der Philippinen? (1067 fg.), „Die Philippinen
iud hre Bewohner (asssd). Die Paläninseln“ ig8)
Die notutlichen Eristenzbebintungen der Tiere“ (2 Bde.,
880) u. a. — Bgl. Schuberg (1593 u. 1898). F
Semperfreie, Höchftfreic, eigentlich „sendbar Freie
n Mittelalter die zur Teilnehme am Send (. d.) herech⸗
igten Vollfreien; auͤch s. v. w. reichsunmittel⸗
Semperhöfe, s. Lecksucht. sbar.
bempervivum L., Pflanzengattg. der
krassulazeen, Kräuter oder Sträucher mit
leischigen Blattrosetten. 8. tectörum L
Hauswurz, ⸗»lauch, Donner⸗, Jupitersbart.
Sarba Jovis IAbb. 1722)), auf Felsen der
Alpen, auf Mauern und Dächern.
Sempione, ital. Namensform fün
mplon (s. d.j.
Zemntpronufius, röm. Geschlecht, aus dem
die Brüder Tiberius und Gajus S. Gracchus 1722. Haus⸗
(Gd.) am bekanntesten sind. wurz ·
Semskij Sobor (russ.), s. Sobor. .
Semfiwo (Zemstvo, rufft, „Landschaft“), russ. Sreis
und Gouvernementsvertretungen, ursprünglich besehan
aus gewählten Deputierten der Kreisgrundbesitzer, sadi,
und Dorfgemeinden, jetzt nur aus Deputierten des Ade
einerfeils und aller andern Wähler (außer den Bauern) an⸗
derseits gebildet (Semstwoordnung vom 12. Juni 1890).
Semurang, Stadt auf Java, s. Samarang.
sen., Abkürzung für Senior (lat.), der ültere,
Sen (Seng) japan. Geldgröße und (seit 1878) Bronze⸗
nünze S 1hog Hen S etwans Pf. Die frühern S. ent⸗
prachen den chiues. Käsch (s. d.)J.
Senanag, s. Zenana.
Zenar (lat.), Sechsfüßler, der iambische Trimeter.
Senaãr, pers. Kupsermünze — 10 Kraut(s. d.).
SErnat Genataen, der Gemeinderat im alteü Rom,
ursprünglich die Verfammlung der ,Alten“ (sepes), die
senatores (Senatoren) und' patrés (atrizier) hießen⸗
zuerst 100, später 300; die Neuaufgenommenen hießen
donscripti. Eeit 818 v. Ehr. wurden auch Plebejer in
den S. aufgenommen, seit Sulla alle gewesenen Quästoreu
Zulla brahte die Zahl der Senatoren auf 600, und diest
dahl blieb seit Augustus die normale. Die Tracht der
Senatoren zeichnete sich aus durch deun breiten Purpurttreifen
 vorn an der Tunika (latus élavus), rote, bis unter
das Knie geschnürte Schuhe (ealceus senatorius) und den
zoldenen Fingerring. Die Willenserklärung des S, hieß
uotoritas; trat keine Interzession ein, so erlangte sie die
Kraft eines Senatsbeschlusses (senatus onsuitam), der
iedoch, um Gesetzeskraft zu erlangen, erst dem Volke zur
Abstimmung vorgelegt werden mußte. Der S. hatte die
Berteilung der Geschufte, der Kriegeümter, der Propinzen
ind der Geldmittel zu besorgen. Bei dringender Gesatt
var er berechtigt, in die Leitung des Staates überhaup
inzugreifen und z. B. den Konsuln dittatorische Ge⸗
valt zu berleihen. — Seit dem Mittelalter hießen S. die
B————— großer Sltadle (noch jetzt der Hanse⸗
tädte) und andere obrigkeitliche und Justizkollegien Uni⸗
ersitts⸗ S. Gerichts⸗So); in mehrern konfitutionellen
Staaten (Fraukreich, Italien, Rordamerika) die Erste Kam⸗
mer; in Rußland eine überwachende Sicherheitsbehbrde.
Senator, Herm., Mediziner, geb, 6. Dez. 1834 in
Bnesen, seit 1875 Prof. in Berlin; schrieb: „Albuminurie
(2. Aufl. 1880), „Krankheiten des Vewehungbapparates
ind der Diabetos melutus“ (2. Aufl. 1879), „Erkrankun⸗
zen der Nieren“ (2. Aufl. 1902).
Sonatus oonsultum (lat.), s. Senat.
Sonatus Populusque Romanus, —V
der röm. Senat und das röm, Volk, d. h. der Staat Xom—-Senckenberg,
 Joh. Christian, Arzt, geb. 28. Febr.
1797 in Frantffuͤrt, dest. daf. I5. Nop. 1778, begründete