Kyron u. a.), die Balladen „Djudmila“ (Nachahmuug von
Buͤrgers Lebnore solan Das Marienwäldchen“
Novelle) „Der Säuger im Lager der russ. Krieger“ u. a. —
Bal. von Seidlig (1872), Wesseiowfti (ruff. 18004)
„*· h. v. — sub hac voee (lat.), unter diesem Wort
bei Verweisungen auf ein Woͤrterbuch).
Shylock fprescheic) Charatter aus Shakespeares, Kauf⸗
nann von Venedig“, rachsüchtiger jüd. Wucherer.
Su chem. Zeichen für Silizium is. d).
—AAn—
Siam, Sayam, Micang. Thar (d. i. Staat der Freien),
önigteich in Hinterindien sKarten: Asien 1u. J, 91,
am Meerbusen von S. (Teil des Südchines. Meers),
38 ooo qkm, 6 Vull. E. im Nge⸗—
urgig Gis 2400 m), vom Me⸗-nam,
Re⸗long und Nam-mun bewäössert;
uchtbar, Produtte: Reis, Pfeffer,
Sesam, Hanf, Tabat, Zuckerrohr Obst,
wertvoile Hölzer. Die Bevoölkerung be⸗
steht aus mongol. Siamesen sTafel:
Menfchenraffen, 231] Chinesen, Lao,
Malalen u. a. Herrschende Religion
Dnddhismus. Handel s. Beilage:
Asien, Eisenbahnen (1904) 557 kͤm
ss. auch Beilage: Eisenbahnen)]; Telegrapheulinien
5280 Rm. Verfassung durch Beschluß des Königs vom
3. Mai 1874 beschrantt; dem Komg sieht ein Staͤatsrat,
ein Ministerium und ein Gesetzgebender Rat zur Seite.
Einteilung iun 41 Provinzen; Hauptstadt Bangkok. Ein—
nahmen (19045) 47 1 Mill. Zitel (Bat — Tue M), Srie⸗
densstarke des Heers 3600, Kriegsstärke 10 000 Mann;
Flotte: A Kreuzet und, Kononenboote, Woppen; ein in
drei Felder zerlegter Schild, oben drei weiße Elcfautenköpfe,
r. unten ein silberner Elefaut, J. ein geflämmter Dolch und
cine Fackel JAbb. 1734); Flagge auf Tafel: Flaggen;
Landesfarben: WeißRet; Orden f. Beilage: Orden.
S.8 ete 1300 n. Chr. ziemlich sagen⸗
haft. Die Siamesen drangen um 200-300 n. Chr. aus
Zün- nau in Hinterindien ein, erreichten um 1800 das
Meer. Seit 1515 bestehen Beziehungen zu Europa. Die
etzige Dynastie stammt von Chattkri, der sich 1782 zum
oͤnig machte. Somdet-Phra-Paramendr-Maha-Thongkut
I85168) eröffnete dure Handelsverträge das Land' der
urop. Kultur. Ihm folgte sein Sohn Tschao⸗Fa⸗Tschulg⸗
Longkorn (Chulalongkorn), der fortwährend bemüht ist,
der europ. Kultur weitern Eingang zu verschaffen. 1893
mußte S. das gesamte Gebiet auf dem linken Me—kong—
Ufer an Frankreich abtreten. — Vgl. Pallegoix (franz.
2Bde. 1854), Grehan (franz., 1868), Moung (engl.
888), Hesse-Wartegg (1889), MacCarthy (eugh, 1900)
Siamang, s. Goͤbon. sCampbeill lengl., 1902)
Siamesen, Bewohner von Siame(s. dy).
Siamesische Sprache (Phata⸗Than), eine indochines.,
nonosyllabische Sprache, mit einer einent vorderind. Al⸗
habetẽ nachgebildeten Schrift geschrieben; Grammatiken
»on Pallegoix (1880), Ewäld (1881); Lerikon von Palle—
Joir (1854; neu hg! von Vey, 1896).
Siamesische Zwillinge, durchh einen armstarken
Bindegeweborang oberhalb des Nabels miteinander ver—
wvachseue Zwillingsbrüder, geb. 1811 in Siam, gest. 17. Jan.
1824 in Nordkarolina. (7000 E
Siatista, Stadt im türk.-mazedon. Wilajet Monastr,
Sibaweihi, der Vater der arab. Grammatik, geb
im 750, gest. um 790 in seiner pers. Heimat; sein Hauͤpt⸗
verk: Al-Kitab“ (d. i. das Buch), hg. von Derenbourg
188189), deutsch von Gust. Jahn (2 Bde 188041900)
Siberii, s. v. w. Rubellit (Turmalin).
Sibilanten (lat.), Zischlaute (s, en ?c).
Sibillini, Monti S. Berggruppe im suͤdl. Röm. Apen—
din, mit dem Monte Rotondo (2103 m) und Monte
bittore (2078 m).
„Sibirten, däs ganze zu Rußland gehörige Nordasien
Harten; Affen Tu!tt) vom ürgt bis zum Sullen Ozean,
2518488 qum, zerfällt in die Gonv. Tobolst und Tomsi
West-S.), Fenisseist und Irkutsk (das ursprüngliche Ost⸗
S. später ausgedehnt auf das ganze östl. rust. Asien),
die Gebiete Trausbaitalien, Jakutel, Amur, Kuͤstengebiet
und die Infel Sachalin (vom 50. Breitegrad nördlich).
Manche rehhnen u uh noch die Gebeete Atmolinsf

um.

399

Sic

J. dMaund Semipalatiusk (. d.). Der Westen ist eben,
er Osten hüglig und bergig; im Süden ziehen sich der
Iltai, das Sasanische, das Jablonoje und Stauowoj—⸗
ebirge hin; im Norden Tundren und das Nördl. Eismeer.
Zauptströme: Ob wmit Irtysch, Jenissei, Lena, Amur.
Srößter See: der Baikal. Das Klima ist rauh, konti—
zental (Kültepol der Erde bei Werchojansk, s. v.), nur
m Süden gemäßigter. Wertvolle Pelzlkiere: Eichhörnchen,
dermelin, Zobel; großer Reichtum au Mineralicn. Die
Bevölkerung, (1897) 5758822 E. (O s auf 1 Okm), besteht
nus Russen (4,006 Mill.), Burjaten 288600 Ugrisch⸗
innische Stämme 61800, Turko-Tataren 476200, Hyper⸗
borüer 115 200; der Religion nach meist Russisch-Orthodore,
doch auch Buddhisten, Mohammedaner, Heiden. Axerbau
bes. im Südwesten; anderwärts Waldgewerbe, Jagd,
Fischerei. In der Industrie ist am bedeutendsten die Gold⸗
wäscherei und der Bergbau, ferner Brauntweinbrennerei,
Müͤhlen, Gerberei. Für den Verkehr wichtig die Sibirische
SFisenbahn (s. d.). Universität und Technisches JInstitut in
Tomsk, Orient. Institut in Wladiwostok. 820 Gymnasien,
22 Progymnasien (davon 10 und 20 für Mädchen), 7 Real—
schulen, 6 Geistliche Semingrien. — Den Grund zur Er—
»berung S.s legte der Kosak Jermak (s. d.) Timofejew,
der 1581 die Stadt Isker oder Sibir am Irtysch einnahm.
Bis zu Ende des 16. und Mitte des 17. Jahrh. war ganz
S. bis zum Stillen Ozean im Besitz der Russen. 1858
am dazu das Amurland, 1875 Sachalin, von dem aber
m Frieden von Portsmouth 1905 der südl. Teil an
japan abgetreten wurde. — Vgl. Jadrinzew (deutsch 1886),
drahmer (2. Aufl. 1900), Semenow (xuss., 1901), Zabeil
1902); Geschichte von Slowzow (1886), Wirth (1899).
Sibirtenne Erz. sibérienne), Gewebe, s. Duͤffel.
Sibirische Eisenbahn, schließt sich bei Tscheljabinsk
in das europ. Eisenbahnnetz an uͤnd besteht aus: 1) West⸗
ibir. Bahn (Tscheljabinsk-Obfluß), 1382 Werst, eröffuet
896; 2) Mittelsibir. Bahn (Ob-Irkutsk), 1716 Werst,
899; 3) Transbaikalischer Bahn (Irkutsk-Strietensk, ein⸗
chließl. der Baikalringhahu, 286 Werst, 1904), 1838 Werst,
8013 4) Ussuribahn (Chabarowst-⸗Wladiwostok), 721 Werst,
897; zusammen 5107 Werst. Die Fahrt dauert bis
Strjetenst 8, von da nach Chabarowsk auf dem Amur
O Tage, auf der Ussuribahn 1 Tag, zusammen bis Wladi—
vostot 19 Tage. Die Amürbahn (Strjetensk-Chabarowsk,
000 Werst) wurde zunächst nicht gebaut, weil die Mau—
schurische Eisenbahn (s. d.) den Weg nach Wladiwostok um
do Werst abkürzte. Zweigbahnen bei Abteilung 2: Tajga—
omste(89 Wersti) bei 833 Karymfkaja- Mandschutsa
352 Werst); bei 4: Ketrizewo-Pogranitschnajg (110 Werst);
ettere beiden zur Verbindung mit der Mandschurischen
——
0600 Rubel gid Wern — Bgl. Krahmer (2. Aufl.
200), Zabel (2. Aufl. 1904). .
Sibirische Pest, s. v. w. e (. d.).
Zibirische Tataren, s. Irtyschtataren.
Sibirit, s. v. w. Rubellit (s. Turmalin).
Sibirjaksw, Alex. Michajlowitsch, sibir Industrieller,
eh. 1849 in Irkutsk, foͤrderte die Vegafahrt Nordenstiölds,
uchte selbst durchs Karische Meer an die Jenisseimündung
n gelangen u. a. Nach ihm benaunt die Sibirjakowiusei
in 'der Jenisseibucht. Sein Bruder Junokentij Michajopwitsch
 S. (geb. 1860, gest. 22. Nov. 1901 als Mönch
ruf dem Berge Athos) spendete große Summen zur
Förderung sibir. und anderer Unternehmungen.
Sbkapaß, . Sqhptapaß.
Sibyllen, im Altertum weissagende Frauen. Die
eruͤhmteste war die Cumische S., der die Sibyllinischen
Zucher zugeschrieben wurden, eine Sammlung von Weis—
agungen, welche die Römer in Zeiten der Not zu Rate
ogen; sie sind verloren gegangen (ogl. Schulteß 1895).
Die noch existierenden „Sibyllinischen Sprüche“ lin griech.
Zersen) gehören dem 2. und 3. Jahrh. u. Chr. an (Ausg.
‚on Friedlieb, mit übersetzung, 18625 Rzach, 18000).
Sibyllenort, Dorf im preuß. Reg.-Bez Breslau,
tr. Hls, (1900) 368 E. Schloß der Königin Carola von
Zachsen, früher Besitz des Herzogs von Braunschweig.
Sibyllinische Bücher, s. Sibylle.
Sio (lat.), so.
Siecard, von Siccardsburg, Aug. von, österr.
Urchitekt, geb. 6. Dez. 1813 zu Wien, Prof! an der Kuünst—