Sidra, Golf von, die große Syrte (s. Syrten).
Siebbein, s. Riechbein.
Siebeck, Hermann,Philosoph, geb. 28. Sept. 1842 seit
888 Vrof, in Gießen; schrieb: „Untersuchungen zur Philo—
ophie der Griecheu“ (2. Aufl. 1688), „Uber das Bewußtsein
is Ecrante der Naturerieuntiis⸗ (is0) „Beschichte der
binchologie Asoo fg.), „Lehrbuch der Religionsphilo—
ophien 888).Aristoteles“ 12. Aufl. 1908)“n a
Siebenbůrgen, lat Transiivams, ungar. Erdely, ein
um transleithaufchen Teil der Osterr.-Ungar. Monarchie ge—
hriges Land sKarle: sterreschisch-Uugarische Monar—
hie IV], seit 1867 vollständig „mit Ungarn verbunden,
——
Lichisch-uugarische Monarchte), rings von den
Siebenbürgischen Karbathen (s. Karpathen)
cin geschlossenes und durchsogenes Hochlaud,
Ms Inere ift diesiebenbůger Heide oder Me⸗
stg . d). Hanptfluͤffe: Aluta lzur Douau),
Nalos Szamos (zur Theiß), Bistritza, Bodza
Zum Sereth), Jiulu oder Schyl (zur Donau).
S ist sehr fruchthar, reich an Wold, vrodul
en und Mineralquellen. Von der Bevolke⸗
gun waren (1900) 56,4 Doe —A— 33
Magyaren, 94 Deutsche (meist sog. Sachsen, Sie⸗
148. ans den angesiedelt); ie
ach dem Betenntnis 80 Proz Griechsh
Drientalische (unter dem Metropoliten in Hermanustadt),
. Griechisch-ga holise Erdbihof in Vlasendorß18
Nonsch·Kothriisce Bischof in Karlsburg), 9 Evangelische
Augsburger en (Bischof uud Konsistorium in
dermannstadt), 15 Evaugelisch-Reformierte (Enperintendent
 in Klausenburg), 2,6 Unilarier, 22 Proz. Israeliten.
Haupterwerbbaneden sind Land- und Forstwirkschaft. Sehr
wichtig der Bergbau, bef. auf Gold und Silber (Minen
on Verespatat, Offenbänya), Blei, Kupfer, Eisen; Torf⸗-,
dohlenlager reiche Salzwerke. Universität in Klausenburg
seit 1879), mehrere theol. und juridisch-philos. Lehranstal⸗
en, landih. Lehranstalt, 29 Gymnasien, 6 Reglschulen.
Seit 1876 ist S. eingeteilt in 15 Komitate (s. Ungarn):
Haupistadi Hermannstadt. Wappen: der mit dem Groß—
ürstenhut bedeckte, durch roien Enerbalken geteilte Schild
zeigt oben in Blau wachsenden schwarzen Adler mit gol⸗
uem Schnabel und roker Zunge, begleitet von goldener
Sonue uuͤd filbernem Halbmond, unten in Gold sieben
ote Türnie [Abb. 1737]. Landesfarben: Blau-Rot-Gold.
„Geschichte, S. früher ein Teil Daziens, hrat duter
Ladislaus . (1077- 95) in enge Verbindung mit Ungarn und
oll seinen Namen von der durch eingewanderte Deutsche im
2. Jahrh. angelegten Sibinburg, dem spätern Hermaun-—
tadt, erhalten haben. Seit 1526 war es souperüncs Fürfleu—
um unter Zaholya; seit 1571 folgten mehrere Fürsten
uus dem Hause Bathory; die Fürsten Bethlen Gabor und
Natochh waren gefährliche Feinde Österreichs, bis das
Laud Lsso die Schutzhoheit Osterreichs anerkennen mußte
und 1697 mit Ungaru vereint wurde. S, erhielt 1765
deu Titel Großfürstentum, war seit 18489 selbftändiges
öͤsterr. Kronland, wurde 1860 in seiner frühern Verfassung
wiederhergestellt, gher 1807 gang in Ungern dinrerleibt
ind seitden energisch magyarisiert. — Vgl. Boner (1868)
Neissenberger (1881), Bergner (1884), von Hauer und
Stache, Geologie Sis (10805);, Geschichte von Groͤhard
1805), Leutsch Bde., . Aufl. 1800)
Siebenbürgisches Erzgebirge, Leil der Sieben—
uͤrg. Karpathen (s. Karpathen).
Sieben Freuden Biaria, sJ. Mariä sieben Freuden.
Siebengebirge, Teil des Westerwaldes auf dm
Nheinufer im preuß. Reg.-Bez. Köln, benannt nach fieben
Basalt⸗ und — (Großer Olberg 464 m, Löwen⸗
urg 459 mm, Petersberg 884 da, Drachenfels 3826 ). val.
on Loasaulr (1884), Schmut 1000), Laspeyres (1004).
Sieben gegen Theben, vach der griech. Sage die
ieben Helden Adrastos, Polyneikes, Tydeüs, Amphiaraos,
dapancus, Hippomedon, Parthenopaios, die gegen Theben
zogen, uin Didipus Sohn, Polyneikes die hm von sei—
en Zwillingsbruder Eteokles vorenhaltene Herischaft
iber Theben zu verschaffen. (S. Epigoneu.)
—A—
Siebengefurn, Plejaden, die Sterngruppe am Rücken
es Stiers Tasfel Astronomit J, 11, mit 6 durch das

01

Sie
loße Auge unterscheidbaren Sternen; der hellste heiß
* auch Plejaden.) hellse deist
iebenhonnschaften, Bauerschaft im preuß. Reg.—
Bez., Düsseldorf, Landkr. Essen, eh an g —
Siebenjähriger Krieg (—Dritter Schlesischer Krieg),
»on Friedrich 11. von Preußen, unterstützt von Eugland
Hannover), 1756-63 gegen Osterreich, Rußland, Frank—
eich, Sachsen Polen) Schweden nuddie Reichsarmee
eführt, Um den ihm bekannt gewordenen Angriffsplänen
einer Gegner zuvorzudvmmen, besehte Friedrich 11. 1756
Sachsen, rückte nach Böhmen vor und schlug die Sster—
eicher unter Browne 1. Okt. bei Lobositz; um eine Ver—
inigung der überlegenen Feinde zu verhindern, draug er
1757 wieder in Boͤhmen ein, siegte 6. Mai bei Prag
ward aher 18. Juni bei Kolin geschlagen und zog sich i
die Lausitz zurück. Unterdessen war das hannop Hilfs⸗
heer unter dem Herzog von Cumberland' 26. Julf bon
den Franzosen beĩ Hastenbeck geschlagen und zur Kapitu—
lation von Kloster⸗Seven gezwuügen worden; Friedrich
eilte nach Thüringen und schlug die verbündeten Fran—
zosen und Reichstruppen 5. Nov. bei Roßbach, befreite
dann Schlesien vou den Österreichern durch die Schlacht
hei Leuthen (6. Dez.), schlug 256. Ang. 1738 die Russen
dei Zorndorf, ward 14. Okt. bei Hochlirch von Daun uüͤber
allen und geschlagen; griff 12. Äug. 1759 die Russen bei
duuersdorf an, erlitt aber durch Laudon eine Niederlage,
vorauf fast gauz Sachsen und Schlesien für ihn verloren
ingen. Seine Siege bei Liegnitz (18. Aug. 1760) uüͤber
audon, und bei Torgau, (8. Rov.) üͤber Daun fetzlien ihn
vieder in den Besitz dieser Länder. 1761 geriet Friedrich
urch die Vereinigung der Russen und Fiedn in
einem Lager bei Bunzelwitz in die äußerste Not; er ver⸗
or Schweidnitz uund Kolberg. Da rettete ihu der Tod
einer Feindin, Elisabeth von Rußland (5. Jan. 1762);
hr Nachfolger, Peter IL. trat auf seine Seite. Friedrichs
Sieg über Dann bei Reichenbach (16. Ang.), der des
herzogs von Braunschweig in Westfalen, der des Prinzeu
Zeinrich (29. Okt.) bei Freiberg über die Reichsirnppen
ind Osterreicher führten 24. Nov. zum Waffenstillstand
ind 15. Febr. 1763 zum Frieden zu Hubertusburg.
39l. Friedrich d. Gr. (in den „GQuvres“, Bd. 4 u. 8,
847), Archenholz (18. Aufl. 1882), Schäfer (3 Bde., 1867
74), Ranke (1874), Lehmann (1884).
Siebenlehn, Sladt in der sächs, Kreish. Dresden,
der Freiberger Mulde, (1905) 2119 E.
Sieben mafter (Siebeumastschiffe), die größten nenern
Zegelschiffe; das erste 18902 in Massachusetts (Nordmcrika)
 vom Stapel gelaufen.
Siebenpunkt, s. Marienläfer [Abb. 1189)].
Siebenschläfer, nach der Legende sieben christl. Jüng—
juge, die sich bei der Christenverfolgung 251 in eiuer
zöhle bei Ephesus verbargen und einschliefen und erst
46 unter Theodosius 11. wieder aufwachten. Als Hei—
ige verehrt. Gedächtnistag 27. Juni (als Lostag bekannt);
n der griech, Kirche 4. Aug. — Vgl. Koch (1888).
Siebenschläfer, Nagetier, s. Bilche; Pflauzenart, s.
enothera [Abb. 12809). [Schmerzen.
Zieben Schmerzen Mariä, s. Maͤrid sieben
Siebental, s. Simme.
Sieben Weise, bei den alten Griechen sieben durch
debensklugheit wie durch staatsmännische Leistungen aus—
gezeichnete Männer des 7. und 6. Jahrh. v. Chr. auf die
naͤn verschiedene Kernsprüche zurückführte. Die Auswahl
chwankt, gewöhnlich rechnen dazu Solon, Thales, Pitta—
os, Bias, Chilon, Kleobulus und Periander.
Sieben weise Meister, eine in einen epischen Rah—
nen gefaßte Novellensammlung des Mittelalters orient.
Irsprüngs, kam im 12. Jahrh. ins Abendland, in den
erschiedensten Sprachen vielfach bearbeitet.
Sieben Wunder der Welt, im Altertum sieben
urch Größe und Pracht ausgezeichnete Baus und Kunst⸗
verke: die ägypt. Pyramiden, die häugenden Garten der
zemiramis zu Babylon, der Artemistempel zu Ephesus,
ie Bildsäule des Olympischen Zeus von Phidias, das
Nausoleum in Halikarnassus, der Koloß zu Rhodus und
er Leuchtturm auf Pharus.
Siebenzeit, Pflanzenart, s. Melilotus.
Siebleben, Dorf im Hzgt. S.«Gotha, bei Gotha,
900) 2839 E., Jagdschloß, Grab Gustab Freytags.