Siebleinwand, s. v. w. Beuteltuch.
Siebmacherrahmen, s. Drahtgewebe.
Siebmuschel, s. Gießkanne.
Siebold, Karl Kaspar von, Chirurg, geb. 4. Nop. 1736
u Nideck, Prof. in Würzburg, gest.“z, April 1807. —
Sein Sohn Adam Elias von Sa geb. d. März 17785 in
Würzburg, 1799 Prof. der Medizin daf, 1816 in Berlin,
gest. das. 12. Juli 1828; gründete hier die Entbinduugs
änstalt; schrieb: „Handbuch der Frautenzimmerkrantheiten“
(2 Bde, 2. Aufl. 182125), „Lehrbuch der Geburtshilfe“
(6. Aufl. 1331). — Dessen Söhne: Eduard Kafpar Jalot
non S. geb. 19. März 1801 in Würzburg, 18209 Prof. der
Geburtshilfe in Marburg, 1833 in Göllingen, gesi. das
27. Olt. 1861; schrieb: ersug einer Geschichte der Geburts
hilfe (2 Bde. 183890 — 45; 2, Aufl., Bd. 1, 1801),, Lehrbud
der Geburtshilfe“ (1841), „Lehrbuch der gerichtlichen Medi—
zin“ (1846), und Karl Theodor Ernst von S., Physiolog
und Zoolog, geb. 16. Febr. 1804 in Würzburg, 1883 Prof
in Müncheu, gest. das. 7. April 18855 schrieb: „Ver⸗
gleichende Auatomie der wirbellosen Tiere“ (1818), über
Bande und Blasenwürmer“ (1854) u. a. — Deren Better
Philipp Franz von S., geb. 17. Febr. 1796 in Würz—
burg, ging 1822 als Arzt nach Java, 1828 nach Japan,
—
mals Japan, gest. 18. Olt. 18606 in München; schrieb
„Nippon, Archiv für Beschreibung Japans“ (183251
2. Aufl. 1897) u. a. — Vgl. A. von Siebold (1896 und 1903)
Siebröhren, langgestreckte, eiweißführende Zellen der
Gefüßbündel 8 Pflanzen, deren Querwände siebartig
zurchbrochen sind (Siebplatten).
Siebschnäbler, s. Entenvögel.
Siebtuch, s. Benteltuch.
Siebwespe, s. Grabwespen [Abb. 717)].
Siebzehner, s. Singzirpen.
ZSiedelungskunde, Zweig der Anthropogeographie, er—
orscht die Bedingtheit der Siedelungen durch die natürliche
aind polit. Lage c. — VBgl. Kohl (1841), Meitzen (3 Bde,
189596) und die Litetatur zu Anthropogeographie.
Sieden, Kochen, die bei einer bestimmten Temperatur,
dem Siedepunkte oder Kochpunkte, erfolgende Verwandlung
einer Flüssigkeit in Dampf. Der Siedepunlt ist für ver
chiedene Fluͤssigkeiten verschieden und auch vom Luftdruck
abhäungig, so daß er auf hohen Bergen tiefer liegt als in
der Ebene; hierauf beruht das Hypsothermometer (s. d.)
Siedeverzug, die Erscheinung, daß ruhiges, moͤglichst
uftfreies Wasser erst bei Phern als der gewöhnlichen
Siedetemperatur zu sieden beginnt, wobei eine plötzliche
—
kesseln möglichenfalls zür Erplosion führt.
Sltedlee, Gouvernement und Stadt, s. Siedlez.
Sieg, r. Nebenfluß des Rheins, entspringt auf dem
Ederkopf, müudet, 131 Kmulg. unterhalb Boun.
Siegburg, Kreisstadt im Siegkreis des preuß. Reg.—
Bez. Köln, r. an der Sieg, (1805) 16188 E., Amisgericht,
 Gymnasium, kath. Lehrerseminar, zwei Straf—
anstalten, königl. Geschoßfabrik und Feuerwerkslabordtorium.
 Dabei der Michaelisberg mit ehemal. Benedik—
tiuerabtei, jetzt Strafanstalt.
Siegel (aat, sigiilum), Abdruck eines Stempels in
rine weichere Masse, dient teils zum Verschluß von Brie—
sen, teils zur größern Bekräftigung von Urkuünden. Die
Aufbewahrung der Staats-S. war im frühern Deutschen
Reich dem Erzbischof von Mainz als Erzkauzler anver—
traut (s. Kanzler). Inhaber des großen Staats-—S., Groß
siegelbewahrer, ist in Frankreich Garde des seeaux) der
Justizminister, in England (Löord Keoper of the Great
Seah der Lordkanzler. — Siegelkunde oder Sphragistit, die
Henntnis der Siegel, bes. der Urkundensiegel. — Val
Grotefend (1875), Seyler (1884)
Siegel, Heinr., Jurist, geb. 13. April 18830 zu Laden—
burg in Baden, seit 1887 Prof. in Wien, gest. das
5. Juni 1899; sihrieb: „Geschichte des deutfchen Gerichts—
verfahrens“ (Bd. 1, 1887),, Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte“
 (3. Aufl. 1898) u. a Vgl. Schwind (1905)
Siegelbaum, s. Sigiliaria.
Siegelerde, s. Bolus.
Siegelgenoffen, s. Siegelmäßigkeit.
Siegellack, in Staugenform gegosseues Harzgemenge
———

Sie

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Terpentin, dem mineralische Farbstoffe (Zinnober, Mennige,
ienruß, Chromgelb ac.) beigenengt, werden, geringerer
aus Kolophönium und etwas Terpentin. egel
Siegelmäßigkeit, die Befugnis, ein eigenes Siege
uur Bekräftigung der Urkunden zu führen; im rechtsrhein.
Zayern noch biß 1861 Vorrecht des Adels, der höhern
Staatsbeamten und Offi— —
iere (Siegelgenossen).
Siegel Salomos, Or⸗
zen vom, abessin. Orden,
1874 von Kaiser Johannes
gestiftet.
Siegelzylinder, Sie⸗
win ————
die bei den alten Assyrern, F.
zabyloniern und Persern 1738. Siegellinder
Abb. 17881 ublichen kleinen Merius
teinzylinder mit eingravierten Inschriften oder Figuren,
euten zum Siegeln und als Amulette.
Siegen, Kreioestadt im preuß. Reg.-Bez. Arnsberg, sr
er Sitg C1d00) 22 108 οöα 26 80) G., Amtsgeright,
dandelskammer, Reichsbankstelle, Realgymnasium, Viescu⸗
au⸗, Bergschule. In der Unigegend (Siegerland) be
eutender Eisenerz⸗, Silber-, Bleis Kupferberghau; eier
Zauptstadt des Fürstent. S., das 1806 au Berg, 181
in Vreußen sameVal. Cuns (G872), Rostize(1894)
Siegesgöttin, s. Nite. J
Siegfried (nord. Sigurd), eine der bedeutendsten Ge⸗
stalten der deutschen Heldensage, erhalten in den Liedern
der ältern Edda; im Nibelungenlied (s. d.) verschmolz die
Siegfriedssage mit den Sagen vom burgund, Konig
Gunther, vom Hunnenkönig Attila und der Dietrichssagg
Siegfried, Karl, prot Theolog. geb. 22. Jan 488
in Magdeburg, 1868 Prof. in Schulpforta, 1875 in Jenq,
gest. daf. . Jau. 1003; schrieb: „Philo von Alexandrien
1875), „Lehrbuch der neuhebr. Sprache und Litezatun
mit Strack, 18849,, Hebr. Worterbuch zum A. T.“ (mi
Ztade, 18092 -93) u. a.
Ziegmarwurz, Pflanzenart, s. Malva.
e
ziegwurz, Pflanzengattg., s. GCladiolus.
Sieker, Bauerschaft im preuß. Req.-Bez. Minden,
065.6718 6. I
Siel (holländ. Zijl), Abzugsröhre, Schleuse, die durch
Zesche gelegt ist, zur Be- und Enlwässerung der dahinter
iegenden — (Sielacht); heißt, wenn den Deich
n Poller Höhe durchschneidend, Seichfchleuse, wenn zur
Offenhaltung des Außenwassers dienend, Spulschleuse.
zn manchen Gegeuden auch fur städtische Kanale gebraucht
Sielengeschirr, Brustblattgefschirr,
in Pferdegeschirr, bei dem doas Kunfs
dumtgeschirr) durch einen brei⸗
en Riemen, das Brustblatt.
im die Brust des Pferdes er⸗
etzt ist, der sich nach hinten ir
ie Zugstränge oder Zugriemer
ortsetzt und durch den Hals—
iemen und den Kammdeckel
ohener gae erhalten wird. 173v. Sielengeschirr.
Sielgeschworene, Sielrichter, die Beamten, welche
ne Siele zu begaufsichtigen und zu koutrollieren haben.
Siemens, Georg von, Politiker, geb. 21. Okt 1839
u Torgau, Huͤtbegründer und Direktor der Deutschen Bau
n Berlin, seit 1874 wiederholt Laudtags- und Reichs⸗
agsabgeordneter (freisinnig), 1899 geadelt, gest. 23. Olt.
1901 in Berlin.
Siemens, Werner von, Jugenieur und Industrieller,
geb. 18. Dez. 1816 zu Lenthe bei Hannover, seit 1838 Ar⸗
tillerieoffizier, legte 1348 mit Himsy die ersien elektr. See⸗
ninen an, baute als Kommandant von Friedrichsort die
Batterien des Eckernförder Hafens und legie die etste große
Telegraphenlinie auf dem Koutinent zwischen Berlin und
Frankfurt a. M.; er schied 1849 aus der Armee und trat in
die 1847 mit J. G. Halske (s. d.) gegründete Telegraphen⸗
bananstalt. Diese Firma Siemens &amp; Halske hat Zweig⸗
geschäfte in Petersburg (seit 18808, viele FJahre von Werners
Bruder Karl S. geleitet, geb. 4. März 1828, vom Zar 1886
n den erblichen Adelsstand erhoben, gest. 21. März 1006