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„Süd- und Mittelamerika“, 1908), „Australien und Poly—
nesien? (1803; 2. Aufl., mit Kükenthal u. d. T.,Austraͤ—
lien, Ozeauien und Polarländer“ 1902) u. a.
Sievershausen, Dorf im preuß. Reg.Bez. Lüne⸗
durg, Kr. Burgdorf, (1800) 116 E.; hier“s. Juli 1559
Sieg des Kurfuͤrsten Moritz von Sachfen (der fiel) uͤber
den Markgrafen Albrecht Älcibiades von Brandenburg
sdulmbach; Denkmal (1858).
Sieverskanal, Nowgorodscher Kanal, im russ. Gouv.
Nowgrrod, verbindet den Wolchow mit der Mfia, 10 xm Ig.
Slienyes (spr. ßiejähs oder ßiühs), Emanuel Fost, Graß
rauz. Publizist und Staatsmann, geb. 8. Mai 1748 zu
Frtjzus, Geueralvikar des Bischofs“ von Chartres, Ver—
iasser des Pamphlets Qu'estlce que Ie“ Gers-tate
„Was ist der dritte Stand?“, 1780) Mitglied der Na⸗
tionalversammlung und des Konvents, bereilete die Er—
lärung der Menschenrechte vor, später Mitglied des Rats
der Fünfhundert, 1799 des Direktoriums, unterstühte der
Staatsstreich des 18. Brumaire, unter Bonaparte Se—
nator und Graf, lebte, nach der zweiten Restauration ver—
haunt, bis 1836 in Brüssel, gest. 20. Juni 1836 zu Paris
Bgal. Miguet (1836), Beauverger (1851).
Sif, noxd. Erdgoͤttin mit goldenem Haar, Gattin Thors
Sifanto, Insel, s. Siphnos.
ꝛ2i fecisti nega (at.), hast du's getan, so leugne es
Sigambern, s. Sugambrer.
Sigeion, Vorgebirge, s. Sigeum.
Sigel (Siglen, lat.), Abkürzungszeichen für Silben
oer gauze Wörter, bes in der Stenographie.
Sigel, Franz, amerik. General, geb. 18. Nov. 1824
Sinsheim Gaden), flüchtete als Teilnehmer am bad.
Aufstand (1848 und 1849) vach Amerika, focht im amerik.
Bürgerkriege 1861—64 ruhmövoll in der nordstaatlichen
Armee, gest, 21. Aug. 1002 als Beamter in Reiwork.
Sigenvot, mittelhochdentsches Gedicht des 18. Jahrh.
ig. von Zupitza (1870).
Sigeth, s. Maͤrmarossziget.
Sigeum (grch. Sigeion), Vorgebirge und Stadt in
der Troas, am südl. Eingang des Heuesponts, wo die
Brabhügel des Achillens und Patrotlos gegeigk werdem
Sig iliaria Brogn. Siegelbaum, ausgestorbene Pflanzen⸗
attg., zu den Gefüäßkryptogamen gehörig, baumhoch, mit
Siegelabdrücken ähnlichen Blattnarben uüd an den Spitzen
ꝛer Äüste stehenden Blaättbüscheln; sehr verbreitet in der
Steinkohlenzeit. Versteinerungen ihrer Wurzelstöcke werden
als Stigmaria Broqn. beschrieben.
Sis iaum (lat.), Siegel; 8. contessidnis, Beichtsiegel.
Sigismund, deutscher Kaifer (1411 37), 6eb,
15. Febr. 1361, Sohn Kaiser Karls 19, 1378 Markarai
von Brandenburg, gelangte durch Heirat 1887 in den Be—
sitz von Ungarn; 7410 zum Kaiser erwählt (1411 ge—⸗
tröut), machte er dem Schisma der Kirche (1878 1417)
durch das Konzil zu Konstanz ein Ende, veranlaßte abes
durch seine Eiuwilligung zur Verbrennung des Hus den
Aushruch der Hussilenktiege (f. Hufsiten), übergab die
Mark Brandenburg an Burggraf Friedrich von Ruͤrnberg,
holte sig 1431 die ital. Fönigskrone, 1438 die röm
Kaiserkroue, gest. . Dez. 1437 zu Eger'als letzter Sprof
des Hauses Luremburg. — Vgl. Aschbach (4 Bde., 18860
—45), Braudenburg (1891), „Urkunden“ (1886 fg.).
Sigismund (Zygmunt), Könige von Polen. —
S. J. 1606— 48), geb. 1. Jan. 1467, jüngster Sohn Kasi⸗
mirs IV. 1506 Nachfolger seines Bruders Alerander, kümpfte
mit den Russen und Tataren, verlieh seinem Schwesterfohn,
dem Hochmeister Albrecht, das Hzgt. Preußen als erb
liches Lehen, gest. 1. April 134872 Sein Sohn S. n.
Angust (1848.72), geb. 1. Aug. 1520, vereinigte 1860
Litauen völlig mit Polen, ebenfso Westpreußen, Wolhynien
und die Ukraͤne, gewährte 1572 allgemeine Religions
freiheit. gest. 7. Jult15732 als lehter Fagel pne. S. ni.,
geb, 20. Juni 1066, Sohn Johauns 111. von Schweden,
Neffe S. TT. Augnst, kath. erzogen, 1587 König von Polen,
1692 mach seines Vaters Tode auch von Schweden, wo
er 1694 durch seinen Oheim, Karl IX., verdrängt ward,
tuterstützte den Pseudo Demelrius gegen Ruͤßland besiegte
1621 die Türken bei Chotin, gest. 80. April 1682.
Siglen, s. Sigel.
Sigmaringen, Hauptstadt des preuß. Reg.Bez. S
. Hohenzollern), fruͤher Haupte und Residenzstadt des

rFürstent. S., jetzt Residenz des Fürsten von Hohenzollern,
Nan der Sppack (1o08) 4620 E. Amtsgericht, Residenz⸗
vᷣloß, Gymnafium (im ehemal. Kloster Hedingen), Ixene
Sigmund, s. Sigismund. lhaus.
Sian, Markiflecken in Dalmatien, s. Sinj. set
Zien., auf Rezepien Abkuͤrzung von dignetur (la .
werde bezeichnet. xz
——— Kreisstadt im russ.-kaukas. Gonv. Tiflis,
310 m hoch in einem Bergkessel, 8998 E. immtes
Signal (lat.), ein verabredetes oder fest e
zeichen zur Mitkeilung einer Nachricht oder eines Besche
iuf eine fuͤr die menschliche Stimme nicht erreichbare aee
ernung; es gibt hörbare Hahue und fichtbare (optisch
vie Heliograph, s. d., Heliotrop, f. d.; vgl. auch ——
kelegraphen) S. Die militär. S. werden mit Zepnnn e
dhorn, Trommiel, Pfeife gegeben und bezwecken die q
ünzung der Kommandostimme. Die S. der Marine 9—
dei Tage Flaggen- oder Fern⸗S. (Tag⸗S.), nachts en
3.) S. durch Lichtblicke oder farbige Laternen, bei Tae
Pebelsignale. Die einzelnen Signalflaggen, Körper, Bli
oder Thne stellen allein oder in der' Zusammensteuung
Buchstaben oder Zahlen dar, das S. selbst eine Buch⸗
tabengruppe, deren Bedeutung im Sigualbuch zusammen
jestell? in. — über die S, im Eisenbahndienst s. Eisen—
zahnsignale und Beilage: Eisenbahnen. des
Signalement (frze spr. mäng), Beschreibung
Anern einer Person (in Pässen, Steckbriefen ꝛc.). S
ch s. v. w. Nationale.
Signalflaggen, s. Signal.
Signalhorn, s. Buglehorn. ch
Signalisieren (lat) durch Signale bezeichnen, dur
Stgnale benachrichtigen. Signalisten, die das S. —
Mannschaften, Signaltrompeter, der die Signale blasende
Trompeter.
Signalstationen, günstig gelegene Punkte, von deuen
aus weithin erkennbare Zeichen (optischer Telegraph) 9
zehen werden können; an zählreichen Küstenpunkten, of
uuf Leuchttürmen, als sog. Semaphorstationuen Semabhor⸗
Irch., „Zeichenträger“) errichtet mit telegraphischer Verbin⸗
zung nach dem Binnenlande, um vorbeifahrenden Schiffen
iach dem internationalen Signalbuch Zeichen und Sturm—
varnuugssiguale zu geben. (S. auch Eisenbahnsignale.)
Signatär (frz.), ünterzeichner eines Vertrags; Signa⸗
ärmächte, die Staatsregierungen, welche einen Staats⸗
nertrag unterzeichnen und damt die Garantie für dessen
Ausführung uͤbernehmen.
Signatur (lat.), Bezeichuung, ein das Wesen von
twas bezeichnendes Merkmal (z. B. der Zeit, signatũüra
emporis); Aufschrift bet Kaufmannsgütern, Unterzeich⸗
nung einer öffentlichen Urkunde, bes. die mit einem bloßen
Pameuszug; im Buchdruck die Bezifferung der Bogen am
Fuße der ersten Seite derselben; in topogr. und kartogr.
Arbeiten alle zur Kennzeichnung bestimmter Gegenstäude,
Bodenbedeckungen 2c. ein für allemal festgesetten Zeichen
—0——
Musik s. Bezifferung.
Signeét (lat.), s. Druckerzeichen. Notariatssignete,
Handzeichen der Notare in Notariatsurkunden.
Signieren (lat.), bezeichnen; unterzeichnen.
Signifizieren (lat.), anzeigen, andeuten, zu erkennen
jeben; signisikant, bezeichnend, bedeutungsvoll; Signifi—
ation, Bedeutung, Kennzeichen, Anzeige.
Signore (ital. spr. ßinjöre, Mehrheit Signori), Herr,
Bebieder; Signora (Mehrheit Signore), Frau, Gebieterin
gewöhnliche Anrede); Signoringa, Fräulein.
Signorelli (spr. ßinjo), Luca, ital. Maler, geb. um
441 in Cortona, gest. daf. 1523; religiöse Bilder und
Pandgemälde. — Vgl. Rob. Vischer (1479).
Signoria (ital., Ipr. ßinjo), Hertschaft, Herrlichkeit
als Aurede); Obrigkeit, Rathaus.
Signumi Cat.), Zeichen, Felde, Handzeichen, Siegel.
Signum laudis (lat., „Zeichen des Lobes“), militär.
ẽhreuzeichen in Osterreich an Stelle der fruͤhern schrift⸗
ichen „Allerhöchsten Beloͤbung“.
Sigrist, s. v. w. Sakristan (s. d.).
Sigurd, s. Siegfried.
Sigwart, Christoph, Philosoph, geb. 28. März 18830
u Tübingen, seit 1866 Prof. das, gest. A ARug. 1904;
Zauptwerk: „Logik“ (2. Aufl, 1888—93).