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Ssvatherium Falc., Schiwatier, fossiler, den Giraffen
am nächsten verwandter, aber kurzhalsiger Wiederktuer von
plumper Natur, mit einem kurzen Russel und zwei Paan
Hörnern; Reste im Tertiär Nordindiens.
Sivertsen, Curt, holländ. Seeheld, s. Adelaer.
Si vis pacem, para bellum (lati), wenn du Frie
den willst, rüste dich zum Krieg.
Siwa, andere Schreibart fuͤr Civa (s. d.).
Siwah, ägypt. Oase in der Libyschen Wüsie, im Alter⸗
um Ammonium (s. d.), zur unterägypt. Prov. Beheral
gehörig, 30 kmelg., 2 xmubr., 32 wu. d. M. 40 4kw
kulturfühiger Boden, (1897) 53200 meist berber, E.; Haupt
orte S. und Agermih (mit altäügypt. Ruinen).
Siwas, Haͤuptstadt des türk.kleinasiat. Wilajets S
162 100 qKm, 1057 500 E.), am Kisil-Irmak, 43 100 E
Siwäsch, Faule See, rufs. Gniloje more, westl. Seiten⸗
basin des Asowschen Meers, nur durch die Straße von
Genitschewsk mit ihm verbuͤnden, vom Schwarzen Meer
durch die Landenge von Perekop Det 2454 4kxm.
Sirpence (sprapenß), eugl. Silbermünze zu , Shilling
Sirthermometer, ein vom Engländer Sir 178—
»*rfundener Thermometrograph.
Sirtinische Kapelle, päpstl. Kapelle im Vatikan zu
Rom, im 15. Jahrh, unter Sixtus IV. gebaut, mit der
berühmten Fresken Michelangelos; auch der päpstl. Sänger—
chor, der hier à capella-Gesänge ausführt.
Sirtinische Madonna, ein nach dem heil. Sirtus
(II.) auf dem Bilde benanntes berühmtes Gemälde Raffaels,
seit ca. 1750 in der Dresdner Galerie.
Sirtus, fünf röm. Päpste ss. Beilage: Päpst e]. —
S. (Xystus) III.. 432-440, bekämpfte die Nestoriauer
und schickte den heil. Patrik als Glaubensboten nach Ir—
land. — S. IV., 1471-84, Franziskaner-General, führt⸗
in Spanien die Inquisition ein, verschönerte Rom, er—
baute die Sirtinische Kapelle (vgl. Frautz, 1880). — 6. V.
1685—-90, geb. 13. Dez. 1521 zu Grottaͤmmare (Ancona),
Franziskaner, 1060 Generalvikar des Ordens, 1570 Kardi⸗
nal, nannte sich seitdem Montalto, 1088 Papst, regierte kraft⸗
voll, errichtete prachtvolle Bauten, darunter die vatikanische
Bibliothet, schuf 1888 eine in 15 Kongregationen fungierende
Neuorganisation der Kirchenverwaltung; gest. 20. Aug
1590. — Bgl. Hübner (deutsch 1871).
Sizilianische Nüsse, eine Art der Pistazien (s. d.)
Sizilianische Vesper, der Volksaufstand der Paler—
mitaner 30. März 1282 um die Vesperstunde gegen die
Franzosen, gab das Signal zur Vertreibung des Haufes
Anjou aus ganz Sizilien.
Sizilken, größte Insel des Mittelländ. Meers, zum
Königr. Italien sKarten: Jtalien F 1,5,7; M gehörig,
von der Halbinsel Kalabrien durch die 4 xm breite Straße
von Messina getrennt, 25461, mit den Nebeninseln (Li⸗
—
3629 799 E, an der Nord- und Ostküste hafenreich, seht
zebirgig und pulkanisch, außer dem Ätna (f. d.), im NO,
die Monti Pelleritani (bis 1374), an die sich westl. die
Monti Nebrodi (Pico Autenna in der Gruppe Le Madoni
1875 m) anschließen, im SO. Monte Lauro (985 m)
bedeutendste Flüsse Alcantara, Simeto, Dittaino, Gorna—
lunga, Salso; größter See der Lago di Lentini im O.;
im S. große Schwefellager; zahlreiche Mineralquellen,
meist Schwefelthermen. Einteilung in sieben Provinzen
—E——
Siracusa, Trapani); oberster Gerichtshof in Palermo‘
Universitäten in Palermo, Messina und Catania.
Die ältesten Bewohner S.s waren Sikaner, die durd
die vom ital. Festlande eingewanderten Sikeler (s. Si—
kduler) nach dem Westen gedrängt wurden. Fruͤhzeitig
legten in S. die Phönizier, seit 738 bef. die Griechen
Kolonien an, unter denen Syrakus die mächtigste ward
seit 480 v. Ehr. Ausbreitung der Herrschaft der Karthagen
von W. her, bis 241 S. röm Provinz wurde. 403n. Chr
ward es von dem Ostgoten Theoderich, 63385 von der
Byzantinern, seit 827 von den Sargazenen, 1061 — 91
von den Normannen erobert und feit“ 1130 mit Neapel
zum Königreich beider S. (s. Sißzilien, Königreich beider)
vereinigt, kam 1282 an Aragonien und bildete 144286
und seit 1605 wieder einen Teil des Königreichs beider S,
bis es 1718 Getrennt als Königr. S. an Viktor Ama—
deus II. von Savoyen, 1720 an Ssterreich, 1735 an den

pan. Infanten Carlos gelangte und seitdem bis 1860,
dußer 1798 80 und 1808 18, wieder mit Neapel, gum
dönigreich beider S.vereinigt war. — Val. Löher (2 Bde.,
864 Fuͤcher (1876), Lafault (1879), Gregorovius (Bd.8:
Siciliana! 7. Aufft. 1806), Runipelt (2. Aufl. 1902)
ʒaas (1004), Schnecgans (2. Aufi 15o5), Wermert (1906),
Bita (ital.. 1906); Gefchichte, von Holm (Alkertum,
Bde., 1870 98), Pais (ital, Bd. 1, 1804) Freeman
engliA Bde., 1861 91, deutsch 1888— 1801); M. G.
Zimmermann („Kunststätte“, 190485).
Sizilien, Königreich beider, bis 1860 selb sündiger
Staot, umfeßte den sudl. Teit Jigliens und die Insel S.
14558 qkmn, (1861) 9983 686 E. Süditalien, seit dem
5. Jahrh! von den Griechen kolonifiert (Großgriechen⸗
land), wurde 272.v. Chr. von den Römern dem ital.
Bundesstaat, einverleiht, war nach, der Völkerwanderung
sange Kampfplatz der Byzantiner, Langobarden und Sa⸗
razenen, bis sich seit 1040 die Rormannen hier festsetzten.
Robert Guiscard e(s. d.), 1056-86, eroberke ganz Unter⸗
talien und, nannte sich Herzog von Apulien; sein Neffe,
soger U. (s. d.d vereits im Besig der Insei S., ward
1127 auch in ünteritalien als Herzog anerkaunt und
1150 zum König von Neapel und Sgetrönt. Nach dem
Aussterben des normann. Königsstammes 1189 erbten
das Land die Hohenfiaufen, denen es 1266 Karl von Anjzu
entriß Die Anfous derloten 1282 durch die Sizilianische
Besper die Insel S.an Aragonien, deffen König, Alfons V.,
1448 auch den festländischen Teil der Monarchie (GKönigr.
Neapel) eroberte und somit das alte Königreich beider S.
Deeeree Dasselbe ward 1458 abermäls geteilt:
Neapel erhielt sein natürlicher Sohn Ferdinand J., S.
uind Aragonien sein Bruder Johann I., bis es des
etztern Sohn, Ferdinand der Kaätholische, 1505 wieder
ereinigte. Seitdem wurde das Königreich durch span, Vize⸗
önige regiert. 1713 fiel Reapel an Hsterreich, S. gu
Bittor Amadeus IT. von Sapohen; erfteres erhielt 1720
ruch S indem es Sardimen dafür abtral, mußte aber
im Wiener Frieden 1788 das wiedervereinigte Koͤnigreich
beider S. als eine Sekundogenitur des span. Hauscs
Bourbon an den Infanten Don Carlos (Karl III.) über⸗
lassen. Deffen Sohn, Ferdinand T. (1769 1825), wurde
1798 09, uud nochmals 1806ih von den Franzosen
aus den festländischen Besitzungen vertrieben, die 1799
in die Parthenopüische Republit verwandelt, 1806 von
Napoleon J. an Joseph Bonaparte, 1808 an Murat als
dönigreich überlassen wurde. Die infolge der absolutisti⸗
chen Regierungsweise ausgebrochenen innern Unruhen,
suchte Ferdinands Sohn, Franz J. (1825 — 30), durch
eine beschränkte Amnestie zu beschwichtigen. Sie steigerten
fich aber unter deffen Sohn, Ferdinaud T. (188069),
zu blutigen Aufstanden, die bes. gefährlich 1848 —49 auf
der Insel S. wurden. Sein Sohn Franz II. wurde 1860
von Garibaldi vertrieben und mußte 13. Febr. 1861 in
Gaẽtta kapituliexen. Unterdessen hatte eine Volksabstim—
mung vom 21. Okt. 1860 die Einverleibung in das Königr.
Ftalien (s. d) verlangt, von dem S, seildem einen Be—
dandteil bildet. — Bgl. Giannone (ital., I Bde., 1824
d), Orloff (deutsch, d Bden 1821), Eolletta (ital.
2 Bde., 1835; deutsch 1850), Reuchlin (1862), di Sino
ital, 1863 sg), Schack (2 Bbe. 1890), de Cesare (1900).
Sizzo, Punz von Leutenberg, geb.8. Juni 1860, Sohn
des Fürsten Friedrich Günther von Schwarzhurg⸗Kudol⸗
tadt und seiner 2. Gemahlin, der Prinzessin Helene von An⸗
jalt, geborenen Gräfin Reina; 1896 vom Landtag als Thron⸗
olger anerkannt, erhielt er den Titel Prinz von Schwarz⸗
zurg; 1897 vermählt mit Prinzessin Alexandra von Anhalt.
S. J., Abkürzung für Societas Jesu (lat.), d. h. Ge⸗
llschaft Jesu, Jesuiten.
Själland, dän. Name der Insel Seeland (s. d.).
Sjas, Fluß im nördl. Rußland, mündet in den La—
dogasee, 2690 KmuIg., durch seinen 1. Nebenfl. Tichwinka
mit dem Tichwinschen Kanal verbunden.
Sjeèdlez, Gouvernement in Russ.⸗-Polen, 141835 4km,
772146 E. — Die Haunptstadt S., poln. Siedlce, am
riwez (zum Bug), 23714 E.
Sjenkow (Sentow), Kreisstadt im russ. Gouv. Pol⸗
awa, am Grunj (zum Psijol), 10452 E.
Sjérads (pr. ßie-⸗, poln, Sieradz), Kreisstadt ini
cuss.-poln. Gouv. Kalisch, an der Warta, 7019 E.