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Slava (Stawa, slaw.), Ruhm, Ehre; bei den Tschechen
uch s. v w. Lebehoch! Vivati in
Slave Lakre, Slave River (spr. hlehw lehk, riww'r),
v. w. Sklavensee und Sklavenfluß (s. d.).
Slawa, s. Slava.
Slawaia, Wilh., Graf von Chlum und Koschum⸗
Lerg, böhm. Edelmänn, geb. 1. Dez. 1572, 1618 böhm.
Staͤlthalter, 28. Mon L6ls mit Martinih zum Fenster
hinausgestůtzt, 1620 wieder in seine Amter eingesetzt, 1621
Graf, 1628 VSoersthoftangler, gest. 18. Jan 160bs in
Wien; schrieb ein großes Geschichts- und Memoirenwerk.
Slawen (ssaw Slovene, Slavjane, deutsch in älterer
Zeit Wenden oder Winden genanuͤt), indogermau., dem
litauischen am naichften stehender Volksstamm Tafel:
Menshenrafsen, 838; Karte: Deutschtum IJ in Ostzuropa
 und Sibirien, bewohnte anfangs das Land zwi⸗
We den Nordkarpathen, dem Niemen, dem Rigaischen
Meerbufen und der Okamündung, verbreitete sich vom
.bis 7. Jahrh. auch auf die Balkaͤnhalbinsel, den größten
Teil des jetzigen Osterreich- Ungarn und bis zur Elbe und
Saale, verlor jedoch das Elbe- und Oderland, Ober—
österreich, den größten, Teil Kaärntens und Steiermarks
Mittelungarn und Siebenbürgen wieder. Die noch fortdauernde
 Ausbreitung nach N. und O, begann mit der
Gründung des Ruff. Reichs (864). Gegenwärtig gibt
e8 folgende slaw. Völker: Ruffen (Große, Kleinz und
Weißruͤfsen), Bulgaren (dazu die S. Mazedoniens),
Serbo⸗Kroalen, Slowenen, TAjfchechen e Mãhrẽr
und Slowaken), Wenden (Ober- und Riederlaufitzer),
Polen (dazu die Kassuben); ausgestorben sind die Polaben.
Die Gesamtzahl wird eee auf 183 Mill. davon gehöreu
zur griech. Kirche über 100 Mill. (fast alle Bulgaren, Russen
und Serben), zur röm. 28 Mill. (die Tschechen, Polen,
Slowenen, Kroaten), zur prot, 2 Mill. (der größte Teil
der Wenden, ein ktleinerer Teil der Tschechen und andern
S), zum Islam 900 000 (unter den Serben und Bulgaren).
Eine selbstuͤndige Entwicklung swer nur Rußland behalten,
wozu im 19. Jaͤhrh. Serbien, Montenegro und Bulgarien
gekommen sind. Vie übrigen S. bilden Befiandteile von
Osterreich Ungarn, (2b, Hin), dem Deutfchen Reiche
Ga Mill.), der Türtei, Rumamen, in geringer Zahl von
Italien; in Amerika zühlt man 2.6 Mill, Se danon L, Min
Polen). Vgl. Schafarik, „Slaw. Altertümer“ (deutsch,
2 Bde., 1842 44); von Hellwald, „Die Welt der S⸗
(1880), Leger (Lé mondo slave“, 1902); Niederle
„Slaw. Altertümer“ (tschech, 1802 fg.d: Tehner, .Die S
in Deutschland“ (1902).
Slawische Literatur. Die Literatur der slaw.
Völker desteht aus 1) der bulgar, Literakur, die sich keilt
in a. altbulgar., kirchenslaw. (s. Kirchenslawisch), b. neu⸗
dulgar. Literatur (s. Bulgarische Sprached, der Ser—
bischen Literatur (j. d.)8) der Kroatischen Literatur
(. dæ); N der flowen. Literatur (. Slowenen); 5) der
Nussischen Literatur (f. d.); 6) der Kleinruffifchen Litetatur
q. d.)57) der Tichechischen Literatur (11. d9nit einer
lowat. Abzweigung (s. Slowaken); 8) der Polnischen
Literatur (f. d); d) dem wend. (sorb. Schrifttum,s. Wenden).
— Bgl. Pypin und Spasowicz (deutsch, 2Tle. in 3 Bom,
1880 84). Gret (2. Aufl. 1887).
Slawifche Mythologie, der Inbegriff der religibsen
Vorstellungen und Gebräuche der Slawen, dürftiger
Nachrichten halber noch wenig aufgeklärt. Überliefert sind
fast nut Götlernamen, bei den Russen Perun (Donnerer),
Wolos, Dazbog, Stribog, der dügensche Soetorn (s.
Swantewit), der pommersche Triglaw; Svaroßit (dei
Russen und Polaben); niedere Gotter (noch heute be—
kannt) sind: Vilen, Samodiven, Russalken (Nymphen),
Rojenizen und Sojenigen (Geburts- und Schicksalsgeister),
Domowyj und Lieschu (Haus- und Waldgeist), Niren,
Vampyre c. Belbog und Czernobog (Licht und Finsternis)
cheineit schon auf christl. Einfluß zu beruhen.
Slawische Sprachen, die Sprachen der jlaw. Völker,
bilden eine Famuie des indogerman. Volksstammes, die
am nächsten verwandt mit der litauischen Sprachfainilie
ist. Hauptgruppen sind: 1) die bulgarische (s. Bulgarische
Sprache und Kirchenslawisch); 2) die serbokroatifch-flo
wenische, zerfallend in: s. Serbo⸗kroatisch (s. Serbische
Sprache, Kroatische Sprache), b. Slowenisch (s. Sls—
wenen); 3) die rutssische (fj, Rufssische Sprache)) 4) die

Slo

vestslawische, zerfallend in: a. Sschechisch (s. Tschechische
Sprache), p. Sorbisch oder Wendifch (f. Wenden) c. Pol—
nisch . Polnische Sprache) mit Kassubisch, d. vas aus—
estorbene Polabisch G. Polaben). Gruppe 13 nennt man
iuch die südöstl. Abteilung der S. Si unter füdsiaw—
Sprachen faßt man zusammen: Bulgarifch, SerboeKroae
isch, Slowenisch. Slaw. Philalogte neunt man den Iu—
egriff der Forschungen auf dem Gefamtgebiete der S. S.
rikeraturen, Altertumskunde u. a. — Val. Miklosich, „Ver⸗
leichende Grammatik der S. S.“ (4 Bde, 1852- 78, Bd. 1,
u 4.2. Aufl. 1876 88), ders. Efymolog. Worterbuch
er S. S.“ (1886); gu für slaw Philolvge 1876199.
3 Wohltätigkeitsgefellfchaft, s. Cla—
ophilen.
Slawisieren, slawisch machen; Sla—
vismus, Slawentum; Slawisten, die Philo—
ogen, die die slaw. Sprachen und Litera⸗
uren studieren.
Slawjansk, Stadt im russ. Goupv. —
harkow, am Torez (zum Donez), 13 644 E. —
Slawonien, Königreich, bildet mit
droatien das Königr. Kroatien und Sla— * —
ponien (s. d.) der Ssterr.s Ungar. Monarchie;
— zeigt IAbb. 1754J. — —
Slawophilen (,„Slawenfreunde“), 1724.
um 1835 in Moskau entstandene nationale Slawonien.
und sozialpolit. Partei, die eine Rückkehr
)es russ. Lebens zu seiner nationalen, angeblich von Peter
). Gr. verlassenen Grundlage erstrebt soͤwie zugleich ge⸗
amtslaw. Teudenzen verfolgt. Organisiert ist fie in der
ʒlaw. Wohltütigkeitsgesellschaft (seil 1888) in Petersburg.
hanptvertreter der S. waren die Brüder Kirjejewstij und
üksakow, ferner A. Chomjakow.
2. 1. 8. q. ⸗ Sino looo et anno (s. d.).
Sleaford, New S. (spr. njuh ßlihferd), Stadt in der
eugl. Grafsch. Lincoln, (1901) 3467 6.
Sleidanus, Joh. eigentlich Philippi. Geschichtschreiber,
geb. 1506 oder 1508 zu Schleiden bei Köln, gest. 35. Ott.
1556 als Prof. der Rechte zu Straßburg; Verfasser des
lassischen Werkes: „De statu religionis et reipublicae
Oarolo V. Caesare commentarii“ (1555; deuisch 1770
73). — Bal. Paur (1848), Baumgarten (1876 u. 1881).
Slibowitz, s. Sliwowitz.
Sligo (spr. ßleigo), Stadt in der irischen Prov. Con—
iaught, an der Mundung des Lough Gill in die Sligobai,
10862 E.; Irrenhaus, Abteiruinen.
Slingeland, Pieter van, niederländ. Genremaler, geb.
340 zu Leiden, gest. das. 1691, ad des G. Dou.
Slingeneyer, Ernest, belg. Geschichtsmaler, geb.
29. Maĩl 1828 in Loochristy bei Gent, gest. 28. April
894; Dersladign. Wandbilder aus der bela. Geschichte
m Akademiepalast zu Brüssel.
Sliven, Stadt in Ostrumelien, s. Slivno.
Slivnica (spr. tza), Ort in Bulgarien, 30 Km nordvestl.
 von Sofia; hier in den Kämpfen vom 17. bis
19. Nov. 1885 Niederlage der Serben durch die Bulgaren.
Slivno (bulgar. Sliven, türk. Islimie), Stadt im
zulgar.sxostrumel. Kr. Burgas, (1901) 24540 E.
Sliwowitz (vom serb. sliya, Pflaume), Branntwein,
zer in südslaw. Ländern aus Zwetschen bereitet wird.
Slobode (russ. sloboda, „Freiheit“), in Rußland
Flecken, Vorstädte, die sich durch freie Ausiedlung bildeten
ind mrist von den städtischen Abgaben befreit waren.
Slobodstöj (spr. ßlo), Kreisstadt im russ. Gouv.
Wijatka, an der Wiatka, 10052 E.
Sloe (spr. ssoh), Meexresarm zwischen den niederländ.
Inseln Walcheren und Zuidbeveland (Prov. Seeland),
on der Bahnlinie Breda-Vlissingen überschritten.
ZSlöjdschulen, s. Handarbeitsunterricht.
Sloman, Robert Miles, Reeder, geb. 23. Oklt. 1783
a Parmouth (England) siedelte 1793 nach Hamburg über,
röffnete 1886 die erste Paletfahrtverbindung mit Neuyork,
848 mit Neuorleans, perdient um die Hambuͤrger steeberei,
gest. 2. Jan. 1867. (S. Beilage: Dampfschiffahrt.j
— Srine g uß Gouv. Grodud, an der
Schaxa (zum Oginskischen Kanalsystem gehörig), 19895 E.
— stem gelörim-Slvugh
 (spr. ßlau), Stadt in der engl. Grafsch.
Buckingham, an der Themse, (1901) 11461E Ster warne