Sovereign (spr. ßöwwerkn), engl. Goldmünze zu
Pfd. St. 20 öůα.
Sovrano (Sonveraim), lombard.»venet. Goldmünze
182437 zu 40 Lire austriache — 28, 6 .
Sowerby (fpr. auerbi), Stadt in der engl. Grafsch.
Vork (Wesi Riding), am Calder, (1901) 3658 E.; dabei
S. Bridge (spr. briöbsch) 114776.
Sowerbi (fpr. sauerbi), James, engl. Naturforscher
und Maler, geb. 21. März 1757 in London, gest. 26. Okt.
4822 in Lambeth; Hauptwerke: „Engush botany“ (86 Bde.,
I AIsia; Supplement, 4 Bde., 1831 -49 von seinem
Sohn James; neue Aufl. von Syme, 10 Bde. 1863.70)
olonred gures or Ruglist fungi“ (8 Bde., 1787
I800), „Britisn mineralogy“ (56 Bde., 1804 - 17),
Mineral soαοοαν ot reιÂ Brtαινν c Bde., 1815
—A letzte 2 Bde. don James Sy.
Sorhlet, Frauz, Agrüulturchemiker, geb. 18. Jan.
1848 in Bruͤnu, seit 1878 Prof. an der Technischen Hoch—
schule in Muͤngsen, bekanat durch seiae Rethobe der Be⸗
stimmung des Fettgehalts der Milch und der Süuglings—
ernührung mit sterilisterter Kuhmilch; schrieb Anter—
suchungen über den Stoffwechsel des Saugkalbes“(1878) u. a.
Sorhletfcher Milchkochapparat von Franz Sorhlet
Gd. angegebener AÄpparat, e welthem die für die Er⸗
nährüng von Stuglingen bestimmte Hilch in abgeteilten
Portionen, für jede Mahlzeit eine Flasche, zwanzig Minuten
gekocht und jchnell abgetuhlit wird.
—— e h. 126. Not
onyaur (fpr. ßöcjoh), Frida, Dichterin, geb. 16. Mai
1858 in e e des Dichters Julius (uli)
Schanz, seit 1884 mit dem Sqriftfleller Ludwig S. (gest.
Febr. 1008) vermaählt, veröffentliͤte Gedichte eptsca⸗
dichtungen u? a.
Soyaux (jfpr. ßödijoh), Hermann, Botaniker und Afrika—
reisender, geb. 4. Jan. 1852 zu Breslau, 187876 an
der Küste von Loango und in Angola, 1679 in Gabun,
eit 1888 in Brasilien; schrieb: „Aus Westafrika“ (1879)
Soziabel (Ial.), gesellig utngänglich veriräguüch
Soßial Clati), gesellschastlich. die bürgerliche Gesellchaft
 betreffend.
Sozialdemokratie, polit. Partei, die die Gesell⸗
chafts oͤrdnung nach den Prinzipien des Sozialismus (s. d.)
umgestalten will, steht hauptsüchlich unter dem Ehufluß
pon Karl Marr (s. d.). Die veuntsche S. wurde zuerß
1863 von Lasalle in dem „Allgemeinen deutschen Arbeiter—
perein“ organisiert. Daneben stand die Marristische Par⸗
tei, die 1804 die, Juternationale Arbeiterassogtation
gründete, aus der die deutsche Sozialdemortrat. Ar⸗
beiterpartet· unter Fuͤhrung von Vebel und Liebknecht
mit dem Eisenacher Prograͤmm von 1869 hervorging.
Durch das Gothaer Programm von 1875 vereinigten sich
die beiden Porteien nach auftüguiden Bekämpfung, wobei
die Marrisuschen Ideen die S erhand gewannen Seit⸗
dem hat die Partei außerordentlich an Ausbreitung ge—
wonnen. Das Sozialistengeset (vom 21. Ott. 1878,
bestand bis 1890), ein Ausnahmegesetz gegen die gemein—
gefährlichen Bestrebungen der S. vermochte sie nur vor—
übergehend zuruckzudrangen. Die Forderungen der S.
sind zuletzt im Erfurter Programm (1801) niedergelegt.
Die Zahl der Abgebroneten der S. im Deutschen Reichstag
hetrug 1871: 818813 18, 1803: 11 180ö —3
Sfterreich fängt die S. erst an, sich zu eutwickeln, doch
wurden 1897: 14, 1801: 10 Aoͤgeordnete gewählt. —
In Frankreich bestehen verschiedene Gruppen, die Arbeiter⸗
partei, das revolutionäre Zentralkomilee, die nationale
Verbindung der Arbeitersyndikate und die Possibilisten,
die sich 1880 in zwei Gruppen spalteten. Auch hier ge⸗
winnt der Marrismus an Umfang. — In England ist
der Charakter der Arbeiterbewegung nicht so revolutionär.
Die engl. Gewerkvereine y UDnions) erstreben eine
Besserung der Lage der Arbeiter vhne Ummälung der
Wurschastsform gn Belgien dam die Bewegung Mitte
der achtziger Jahre in Fluß. 1802 setzte die sehr gut
organisierte Partei 84 Abgeordnete für die Repräsen—
tantenkammer durch. Auch in den übrigen Ländern hat
die S. mehr oder minder große Erfolge erreicht. —
Vgl. Mehring (8. Aufl. 1878 u 1803) Adler Ass),
Schäffle, Quintessenz des Sozialismus“ T18. Nuftt 1001)
und Aussichtslostgkeit der Sc Aunn. Ta669. Faust

7129

Soz
ud Schoenlank, „Grundsätze und Forderungen der S.“
1892). Sombart, „Sozialismus und soziale —8 im
9. Jahrh.“ G. Aufl. 1905).
Zoziale Frage, Arbeiterfrage, s. Arbeiter.
Sozialismus (lat.), im modernen (Marristischen)
Zinne diejenige nationalokonomifche Richtung, welche das
Bemeineigentüum an den Produktionsmitteln und die
ollektivistische Produktionsweise an Stelle der individua⸗
istischen anstrebt; im weitern Sinne die Bestrebungen,
ie auf eine völlige Umänderung der wirtschaftlichen Rechts⸗
ordnung abzielen und namentlich gegen das Privateigen⸗
um und den freien Wettbewerb gerichtet find. Zu letzterm
ehören; a. der Kommunismus (s. d.); P. der Agrar⸗S.
Heury George in Progress and Povorty“, 18789, Alfred
Kussel, Wallace, Flürscheim), verlangt nur die Abschaffung
»es privaten Grundeigentums und des privaten Grund?
entenbezugs (s. Bodeureform); c. der Genossenschafts⸗S.
Louis Blanc, Lasalle), fordert die Bildung von Arbeiter—
„roduktivgenossenschaften mit Staatsunterstützung; a. der
Nutualismus (Proudhon), wünscht die Beseitigung von
Beld und Zins, sonst aber die Aufrechterhaltung der in
dividualistischen Produktionsweise. Uber den Staͤnts- nud
datheder⸗S., s. Kathedersozialisten. — Der S. in dem
veitern Sinne ist sehr alt. Zu seinen Vertretern gehören
Plato, im, Staat““, Thomas Morus („Utopia“, 1516), Rous⸗
ean, Saint-Simon (1819), Fourier (1808), Louis Blanc,
Robert Owen, Fichte, Wilhelm Weitling (1842), Karl
Kodbertus (s. d.). Alt sind auch die Bestrebungen, den
—. in die Wirklichkeit zu überführen. Dazu Vn die
Shakers (entstanden 1787 im Staate Nerhen die deut⸗
chen Rappisten oder Harmoniten (s. d.).“ Audere Ver—
uche, wie der von Hertzka Freiland) sind gescheitert. Das
am weitesten verbreitete System des S. von Karl Marx
zuerst 1848) beruht auf der materialistischen Auffaffung,
daß alle bisherige eschcue eine Geschichte von Klafsenämpfen
 gewesen sei. Für das Verstandnis der jetzigen
zeit glaubt Marx den Sglüssel in seiner Werttheorie
efunden zu haben, nach der der Arbeiter mehr Werte
chafft, als ihm bezahlt werden. Den Mehrwert entzieht der
dapitalist dem Arbeiter und benutzt ihn zur Bildung des
dapitals. — Vgl. „Geschichte des S. in Einzeldarstel⸗
ungen“ (1895), Stegmann und Hugo (1894) Ii
3. Aufl. 1879), Pöhlmann, „Geschichte des antiken Kom—
nunismus und S.“ (2 Bde., 18083 1801) Kathrein
6. Aufl. 1894), Laveleye (1895), Marr, „Das Kapital
1880; 1893; 1894); Georg Adler (Th. i, 18899); Jaurtes
franz., 4 Bde., 1808), Brunhuber (1906).
Der christliche S. bezeichnet die Richtung, die vom Stand⸗
hunkte des Christentums tiefgreifende sozialchristl. Re—
ormen zugunsten der Schwachen und Besißzlosen fordert,
zegründet durch Viktor Aimé Huber (s. d.) und J. H.
PVichern (s. d.), Weitere Ausbreitung erfuhr dieser durch
Fründung der Christlich-sozialen Partei (s. d.. veranlaßt
urch das Buch des Pfarrers Todt: „Der radikale deutsche
Z. und die christl. Gesellschaft“ (2. Aufl. 1878) und in den
zwangelischen Arbeitervereinen (s. d.).
,, Anhänger des Sozialismus (s. d.).
Sozialistengefetz, s. Sozialdemokratie.
Sozialökonomie, Soziallehre, die nicht von der in⸗
ividualistischen Wirtschaft, sondern von den Bedürfnissen
»er Gesamtheit ausgehende Gesellschaftswissenschaft (s. b.).
Sozialpolitik, die theoretische Entwicklung und praf—
ische Anwendung, der in dem Sozialismus 4 d.) be⸗
uhenden Grundfütze; Sozialpolitiker, wer sich mit der
Frage, wie die bürgerliche Gesellschaft zu reformieren und
vie insbes. die Verhältnisse der arbeitenden Klassen zu ge—
ialten seien (soziale Frage s. Arbeiter), beschäftigt. Wichtig
— ——
chaft vom 17, Nov, 1881. — Bgl. Stammhammer,
Bibliographie der S.“ (1887) Wasserrab (1889) Jentsch,
Weder, Kommunismus noqh Kapitalismus“( 1893),
Zirsch 333 van der Borght 8
Sozietät (lat.), Geseüschaft, Genossenschaft; bes.
dandelsgesellschaft; auch Gelehrtenverein; Sozielatsverrag,
 s. Gesellschaftsvertrag.
Sozietätsinseln, s. Gesellschaftsinseln.
Sozaͤnianer, die Anhänger der Lehren des Lälius
Zocinus (eigentlich Sozzini, geb. 15250 zu Siena, erfi
Jurist, dann Theolog, gest. 1562 zu Zürich) und fseineß