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3404 m hoch; im NO. das Ebrobecken. Das Kastilische
Scheidegebirge (in der Sierra de Guadarrama 2405 n hoch)
treunt die Hochebene von Altkastilien (einschließlich Lebn;
382 m) von der von Neukasti⸗
lien uüd Estremadera (800 10)
die im S. durch das Andaluf
Shheidegehirge (Mariamsfchet
gnne begrenzt wird.
Zwischen iesem und dem Penibe⸗
ischengebiresytemsa
S. liegt das Baͤtische oder Anda⸗
lus. Tiefland Flusse im allgemei⸗
nen nur auf kurze Strecken schiff⸗
* Duero, Tajo, Guadicna,
Huadalquivir münden in den
Atlant. Ozean; Ebro, Segura,
Incar, Gugdalaviar in das Rit⸗
llünd. Meer Kanaͤle acisertanal (4. Ebro), 88 xmelg.,
dastilifcher Kanal, 210 xm Ig. Klima reich an Gegenfützen:
m NW. Seeklima, im Innern KontinentalitmeBernue
ung größtenteils Nachkommen der deltiber Ureinwohner,
rühzeltig hermischt mit phönig umd karthag., später mit röm.
zerman. Goten, Sueven, Vandalen) und arab. Elementen
unvermischte Volkerüberreste sind die Basken letwa 140000)
und die Morisken oder Mudejaren (60000; Nachkommen
der Mauren in den Alpujarras und um Valencia woͤhnend);
außerdem do ooo Zigeuner; Konfession fast ausschließlich
bm skath. 9 Erzbistumer, 46 Bistümer; Protestanten an—
Lehlich Gös) ee Seilege Europa VT: Groß—
tädte und Beilage: Auswanderung,J Landwirtschafe
Etwa die Hälfte des Landes Kulturland; 2613 Proz
Vetreide⸗ und, Gemüseland, 8,7 Proz. Weinland,? Proʒ
Oliwenhaine, 483 Proz. Wiesen und Weiden, Se Proß. Hoch
and Buschwald; Hauptprodulte Weizen, Mais, Roggen,
Sr Pfeffer, Ol Hanf, Espartogras, Krapp, Safran,
bst. Johanuishrot Orangen und Zuconen, sehr wichtig
der Weinbau S. auch Beilage: Getreide.J. Viehzuch
oͤedentend; die beste Rindviehzucht in den nördl. Provinzen;
die früher beruhme Schafzucht jetzt im Verfall; Sedenzuch
bes. bei Murcia und Orihuela; bedentend ist die Fischerei.
Bergbau sehr ergiebig, da S. das mineralreichste Land Eu—
copas ist emihen Zink. Kupfer, Eisen, Mangan, Blei,
Steinkohle ec. IF. auch Beilage: Bergbau)]). Industrie
neuerdings in Aufnahme; bes. Weberen Mehl- und Olbe⸗
reitung, Fisen⸗, Papier⸗ und Lederfabrikation, Baumwoll—
ndustrie, Leinen⸗ und Hanfverarbeituug, Rohscidenindustrie
sourh die Raupenkraukheit beeinträchtigt), Korkstöpfelfa⸗
brikation, Zündhölzchen⸗ und Chemikalienfabriken, Tabats—
fabriken. Handel, siher Welthandel, erst in neuerer Zeit
wieder gehoben I. Beilagen: Europa und Handerbund
dandelßmartue) ESchiffsverkehr (1804 im auswürtigen
Handel eingelaufen)' 15 316 Schiffe mit 15,24 Mill. Ke—
itttons. Zahlreiche Häfen, 66 an der atlaut, 20 an der
ittelmeerkuͤste; wichtig Saͤn Sebastian, Bilbao, San—
tander, Ferrol, La Coruña, Sevilla, Cädiz, Barcelona,
Tarragong, Alicante, Cartageua, Almeria, Malaga.
Lisenbahnen s. Beilage: Eisenbahnen; Telegraphenlinten
 Coos) 38132 n.
Verfafsung vom 80. Juni 1876; konstitutionelle Mon—
archie, erblich in der männlichen und weiblichen Linie des
daufes Bourbon-Anjou; der Senat besteht aus höchstens
180 lebenslänglichen und 180 gewählten Mitgliedern,
die Abgeordnetenkammer aus 432 auf 5 Jahre gewählten
Nitglie dern ¶ Abgeordneter guf 50000 E); neben dem
dönig der verantwortliche Ministerrat (s6' Minister);
Oberster Gerichtshof in Madrid, unter welchem 15 Appel⸗
ations Obergeriatshof⸗ stehen; seit 1880 Schwurgerichte.
Linteilung 8 1822) in 49 Provpinzen, welche 5 auf
die alten tor. Landschaften, die Königr. Alt- und Neu—
kastilsen, eon und Gaälicien, Aragonen mit Valencia
und Kalalonien, Estremadura und Andalusien, Naparra
ind die 8 bask. Provinzen verteilen, deren jede unter einem
Zivilgouverneur steht. Heerwesen. Loskauf für 1500 Pe⸗
etas und Stellverkretung unter Brüdern sind gestattet
Es besteht allgemeine Wehrpflicht vom 20. Jahre an 18
Jdahre, 8 Jahre bei der Fahne, 3 Jahre in der ersten, 6
dahre in der zweiten deseree Gs bestehen 7 Armeekotps
n je2 Infanteriedivisivnen: das 1. hat außerdem 1
avalleriedivision unde Jägerbrigade, das 2.3. und 4

1767. Spanien.

Spa

e J1. Jäger⸗ und Kavalleriebrigade, das 6. eine Kavalle—
iebrigade. Dazu kommen die Truppen auf den Balearen,
Kanar. Inseln, Ceuta und Melilla. Im ganzen sind vor—
handen: Infauͤterie: 67 Regimenter mit 48 Bataillonen
und 644 Kompanien, 18 Jůgerbataistone mit 72 Kompanien;
Fapallerie: 28 Regimenter mit 118 Eskadrons, ferner je ⸗
Eskadrons in Afrika, auf den Balearen und Kauar. Infeln;
13 Regimenter Felde, 1 Regiment Belagerungs⸗, 3 Re⸗
gimenter und 1 Abteilung Gebirgsartillerte mil 88 Balte
rien, ferner 8 Batterien in Afrika ꝛc. I1 Batailtone Fuß⸗
artillerie mit 60 Kompanien, Regimenter Genie mit
8 Bataillonen und 32 Kompanien, ferner 10 Kompanien
n Afrika ac. Die Friedensfiärke wird einschließl. Guardia
civil und Carabineros zu 11632 Offiziere und 116000
Mann, die Kriegsstürke an ausgebildeten Maunschaften
auf 410 000 Mann berechnet. Die Kriegsmarine zuͤhlt
19085) 1 Linienschiff, 2 Panzer⸗, 0 Geschützte Krenzer, 'eine
Anzahl veraltete Kanonenboote, 5 Torpedobootszerftörer,
Torpedoboote, ferner Schul- uud Spezialschiffe; Perfonal
01 Offiziere, 516 Beamte, 11000 Ranm Finanzen s.
Beilage; Finanzen. Unterrichtswesen noch sehr vernach⸗
ässigt; 1889 waren 681 Proz. Analphabeten; 10 Univerfi—
ten (Madrid, Barcelong, Salamanca, Granada, Santiago,
Saragossa, Sevilla, Valencia, Oviedo, Valladolid), außer⸗
»em 10 Kunstschulen, 8 Handelsschulen, Schiffahrtsschulen,
Baugewerk- und Feldmess erschulen, Zentrals und Laudwirt⸗
chaftsschule zu Aranjuez, Forstlehranstalt im Escorial,
b Industrieschulen, 20 Ackerbauschulen, Architekturschule,
Schule für Malerei und Bildhauerei, Konservatorium füt
Musik (Madrid), 5 Notariatsschulen, diplomat. Schule,
milittir. Fachschule; zahlreiche Aklademien 7 in Madrid),
Bibliotheken in Madrid und im Escorial, Archive in
Simancas, Barcelona und Sevilla. Orven?: s. Beilage:
Drden. Wappen zeigt Abb. 1767; Landesfarben Rot
und Gelb; Flagge zeigt Tafel: Flaggen; Hauptstadt
Madrid.
Kolonien hat S. (abgesehen von den zum Mutterlande
Jerechneten außereurop. Besitzungen [s. oben])) nur noch in
Westafrika, zusammen ca. 212700 qkm, ca, 290 900 E.;
Spanisch-Guinea und Jellagen: AfrikaundKolonien!
Geschichte. Die ältesten Bewohner S.s waren Iberer,
nit denen die eingewanderten Kelten zum Teil zu Kelt—
berern verschmolzen. Unter den Römern, die 206 v. Chr.
die Karthager, die seit 1100 v. Chr. Kolonien in S. an⸗
gelegt hatten, vertrieben und 198 v. CEhr. die Halbinsel
»öllig unterwarfen, war das Land eine blühende Pro—
»inz; es wurde in der Völkerwanderung von den Wesi-Joten
 erobert, denen es 711 die Araber entrissen; nur
in den Gebirgen Asturiens erhielten sich die Christen un⸗
abhängig. Das arab. Kalifat Cordoba zerfiel bald in
einzelne Reiche, die den fortgesetzten Augriffen der Christen
nach und nach unterlagen, so daß die Araber nach der Nieder⸗
lage bei Tolosa 1212 auf, Granada und Cördoba befchränkt
blieben. Es entstanden die christl. Reiche Leon, Navarra,
Aragonien (s. d.) und Kastilien; letzteres, von Ferdinand III.
1217 62). mit Leon vereinigt und durch glückliche Kriege
gegen die Araber bedeutend erweitert, verfiel nach dem
Tode Alfons X. (125284) durch Thronftreitigkeiten und
Bürgerkriege; die königl. Macht war' bei der Thron—
hesteigung Isabellas 4741504) ganz und gat ge—
chwächt. Durch ihre Vermählung mit Ferdinand V. dem
datholischen von Aragonien (1179 — 1516) wurden die
zeiden Reiche zum Königr. S, vereinigt; die Macht der
drone ward durch Organisierung der heil. Hermandad
s. d.), durch Einführung der Inquisition ec. gehoben; durch
croberung Neapels und Navarras sowie Granadas, des
jetzten mohamnied. Reichs in S., ferner durch die Ent—
)eckung Amerikas und die Gründung des großen span.
dolonialreichs das, ward der Grund zu künftiger Größe
gelegt. In Kastilien folgte 1504 Johanna, Gemahlin
Lhilipps . des Sohnes Kaiser Marimilians T., und “ls
diese in Wahnfinn verfiel, ihr Sohn Karl n. (der spätere
deutsche Kaiser Karl V.) unter Vormundfschaft seines Groß⸗
vaters Ferdinand, dem er 1516 auch in Aragonien folgte;
inter ihm erreichte die span. Macht ihren Gipfelpunkt.
Sein Sohn Philipp . (1686 08) eewoarb on Por⸗
ugal, konnte jedoch den Aufstand der Riederlnde nicht
zewältigen und verlor seine Flotte gegen die Engländer;
r hinterließ das Land erschoͤpft und' verfalle deuntt