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seinen Nachfolgern, Philipp II. (1508 -1621), Philipp Iv
(1621 -65) und Karl T. (1666-1700) ward der Zu
tand immer trauriger; durch Vergeudung der Staats
einkünfte und unglückliche Kriege (des. gegen Frankreich
stieg der Geldmangel aufs höchste, während Handel un
Industrie sanken und das Ansehen der Regierung schwand
Als mit Karl II. 1700 die Habsburger in S, aus
ttarben, gelangte infolge Testamentsbestimmung mit Phi—
lipp V. (1701-46) das Haus Bourbon auf den Thron
Philipp behauptete sich im Spanischen Erbfolgekriege (s. d.)
mußte aber 1713 die span. Nebenländer Neapel, Sardi—
nien, Mailand, die Niederlande und Sizilien abtreten
letzteres erhielt er 1735 als span. Sekundogenitur zurück
Unter seinen Nachfolgern, Ferdinand VI. (1746 -59) und
starl II. (175088), erholte sich S. im Innern; dock
war die Guͤnstlingsherrschaft (s. Godoy) unter Karl TV
(1788 1808) wieder hoͤchst nachteilig, und die Anlehnung
an die Politik Napoleons J. führte zum Kriege mit Eng—
land, in welchem die span. Seemacht 18085 bei Trafalga—
vernichtet wurde. Infolge der Insurrektion vom 18. Mär:
1808 dankte Karl IV. zugunsten seines Sohnes, Ferdi—
nand VII., ab; da sich darauf beide um Napoleons Unter⸗
stützung bewarben, zwang sie dieser zu Bayonne zum Ver—
ücht guf alle Rechte an S. und ernannte seinen Bruder
Joseph zum König von S. Der von den Engländern
unterstüßte Befreiungskrieg der Spanier führte 1814 zur
Bertreibung der Franzosen, worauf Ferdinand VII. die
alten absolutistischen Zustände wieder herstellte und nach
Unterwerfung der radikalen Parteien (die ihn 1820 zur Her⸗
stellung der Verfassung der Cortes von 1812 gezwungen)
durch die franz. Intervention von 1823 milt brutalem
Despotismus herrschte, Unter ihm gingen sämtliche span
Kolonien auf dem Vestlande Amerikas verloren. Durch
Wiederherstellung der altkastil. Thronfolgeordnung sucht
er die Nachfolge seiner Tochter Isabella zu sichern, die
auch nach Tode 1833 den Thron bestieg. Der
hierdurch ausgeschlossene Bruder des Königs, Don Carlot
(s. d.), erregte einen Bürgerkrieg, der erst durch den Ver
krag von Vergara 81. Aug, 18839 zugunsten Isabellas
entschieden wurde. Die Regierung Isabellas war ange—
füllt mit Intrigen der polit. Parteien, häufigem Wechse)
der Ministerien und Militäraufständen, bis der Aufständ
unter Prim, Serrano und Topete Sept. 1868 die Königin
zur Flucht nötigte. Serrano wurde 15. Juni 1869 von
den Cortes zum Regenten bis zur Wiederbesetzung det
Throns gewählt. Nach langen Verhandlungen fiel 16. Nov
1870 die Königswahl auf den Herzog Amadeus von Aosta,
der aber schon 11. Febr. 1873 abdankte, worauf die Re⸗
publik erklärt ward. Unterdessen war 1872 wieder ein
Karlistenaufstand ausgebrochen, den weder der Diktato—
Castelar noch nach dessen Sturz (2. Jan. 1874) der Mi—
nisterpräsident, später Regent Serrano völlig unterdrücker
konnte. General Martinez Campos proklamierte 29. Dez
1874 den Sohn JIsabellas, Alfons XII., zum König vor
S., der 14. Jan. 1875 in Madrid einzog und den kon—
serbativen Canovas an die Spitze der Regierung berief
Er beendete Febr. 1876 den Karlistenaufstand und gak
eine neue Verfassung, durch deren realtionäre Färbüng
die Konservativen und Klerikalen gewonnen werden sollten
Indessen besserte sich die polit. Lage zunächst nur wenig
zwei Attentate auf den König, 25. Okt. 1878 und 29. Dez
1879 zeigten die von der weit verbreiteten Internationalt
drohende Gefahr, die fortgesetzten Unruhen auf Kube
wurden 1879 nur durch große Zugeständnisse unterdrückt
1883 mußte ein Militärdufstand niedergeschlagen werden.
Canovas, der 1879 Martinez Campos weichen mußte
aber schon Ende 1878 wieder Ministerpräsident wurde,
bis er 1881 durch die Verbindung jeunes mit dem Führei
der sog. dynastischen Opposition, Sagasta, wieder gestuͤrz!
ward, kam 1884 abermals ans Ruder. Die Besißnahme
der Karolinen durch Deutschland 1885 erregte Unruhen
des span. Volks, die sich bis zur Befchimpfung des deut
schen Wappens in, Madrid 4, Sepl.) sieigerten; durch
die weise Zurückhaltung Deutschlands wurde ein schlim
merer Konflikt vermieden und die Differenz auf MAutrag
des deutschen Reichskanzlers der Entscheidung des Papfies
anheimgestellt. Noch bevor diese erfolgte, hHarb 28. Rov.
1885 der junge 3 seine Witwe, Maria Christina
(s. d.) übernahm die Regentschaft zunächft für ihre älteste

Tochter, dann für ihren (am 17. Mai 1886) nachgeborenen
Sohn Alfons XII., und berief ein liberales Mimisterium
imter Sagasia. 17. Dez. 1886 ward das Protokoll unter⸗
eichnet, wonach die span. Souveränität über die agp,
inen anerkannt, dagegen e ee Wege de
zandels, der ——— nd der Fifcherei auf diesen
nfeln, sowie dab Recht eingerüumt wurde, das. wr
chiffs? und Kohlenstation zu errichten. 1886
⸗Nein Gebiet von 19000 qkm an der Küste Westafrika
und 1887 einen weitern Teil, ebenso 1887 einen —
in der Ostkuͤste Afrikas bei Massaua. Bis 1890 inn
Zagasta mehrere Ministerien, Hm folgte Canovas de
Fastilo bis 1892, ihm bis 1895 wieder Sagasta, Un F
einem Nachfolger Canovas brach 1898 ein neuer userd
nuf Kuba aus, benfo anf den Philippinen. Nach Canova
Ermordung 1807 beruhigte Sagasta zwar die Philippinen,
der Auffiand in Kuba' sührte ndessen 1808 zum Kriege
mit den Ver. Staaten von Amerika, in dem Sz peui
hesiegt wurde (Bexnichtung der span. Flotten bei Manila
nd Sanniggo di Cuba) und im ariser Frieden (10. Dez.
1898) Kuba, Portoriko und die Philippinen abtreten
nußte, und infolgedessen anch die Marianen (außer Guam),
darolinen⸗ und Palauinseln an Deutschland, Guam an
die Ver. Staaten verkaufte. Die Erhöhung der Stenern
ührte 1899 und 1900 zu revolutionären Erhebungen un
zu Separationsbestrebungen Kataloniens, wozu ch noch
intiklerikale Unruhen gesellten. Nach mehrfachen inin
vechseln trat 1901 Sagasta an die Spitze des Labinent
dem seit Dez. 1902 wieder mehrere andere ünen w
17. Mai 1802 e Alfons XIII. selbst die Regierung
des Landes. Um Verücksichtigung seiner Interessen in
Marokko zu finden, schloß S. 6. Ott. 1904 einen Vertrag
nit Frankreich und erlängte dadurch 1906 auf der Marokko⸗
'onferenz in Algeciras einige Vorteile. del
Literatur. —2 Ludwig Salvator (1884), 2
Tastillo (span. 4 Bde. 1889 -52), Rein (1882 u. 800)
Willkomm (1806), Dapillier franz 1000), Routier (franz.
1902), Tenne und Calderon eod Zune (eugl, 1806):
ur ——
embke⸗Schafer (Bd. 17, 18311908), Baumgarten (pom
Nusbruch der Franz Revolntion, 3Bbe 868 —11)
dauser (vom Sturze Isabellas bis Alfonsos Thronbestei⸗
Jung, 2 Bde., — Burke lengl, 2 Bde. 1898), Diaz
Larmona (span., 2 Bde., 1896), — h Trevea (span.,
8d. Tu. I8bα.
Spanisdl (Espagnon), feiner, scharfer Schnupftabat,
irsprünglich aus roigefaärbten Habanablättern; auch die
Naupe des Frostschmetterlings (s. Spanner).
Spanislen, die Rachkommen der 1492 aus Spanien
etriebenen und der Balkanhalbinsel ausgewanderten
Zpanische Artischoce, s. Cynars, Iuden.
anische Juieg s. Blasentäfer [Abb. 218].
panische Kolonien, s. Spanien
2panische Kreide, s. Speckstein.
3panische Krefse, s. Tropagolum.
Ronische Kunidie sich auf der yrendischen Halb⸗
nsel, bef. in deren nördl. Halfte zunachst bis etwa 1000
a. Ehr. gleichzeitig mit den im aͤrab.⸗maur. Stil der
mohammed. Eroberer geschaffenen Kunstwerken [Tafel:
Arabische und Indische Kunst ,. 1-24], daun in
Unlehnung an die abendländ. Kultur entwickelnde Kunst.
) Baukunst. Den rom. Stil (Kathedrale von Santiago
Compofiela, 1078) erhieit die christl. Kunft Spanienb
benso von Frankreich her wie den hot. Stil; in letzterer
Hinsicht wurden die nordfranz. Kathedralen vorbildlich für
sie in der 1. Hälfte des 13. Jahrh. errichteten Kathedralen
on Burgos Tafel: Gotik T,. 8)], Toledo, Leon. Die dem
zilächenraum nach umfangreichste got. Kirche ist die zu
Sevilla (18. Jahrhd, noch inm 160 Jahrh. kam der got.
Stil zur Anwendung bei den Domen zu Salamanca uͤnd
Segovia. Im 185. . fand der ihal. Rengiffancestil
ingang, dessen Formen als prüchtiges Dekorationsmittel
uuf das Feinste ausgebildet wurden so bes. am Rathaus
u Sevilla, an der Universität und deun Palästen zu
zalamanca, am Markuskloster zu Leon sTafel: Re—
raissance J, 4.. Die hervorragendsten Werke des span.
zarock sind die e zu Saragossa, das Nathaus zu
Salamanca u. a.; seine Ausartung verschuldete der Bilde
jauer Churriguera (gest. 1725). Zu nennen sind noch der