Escorial (s. d.) und der Königspalast in Madrid (Mitte
des 18. Jahrh.) — 3 Die Bildnerei folgte in ihren
Werken (Schmuck von Allüren sRetabloss und Portalen
ewie Grabdenkmäler) den Stilwandlungen der nördl
Lander ihre Hauptepohe deicht von 1150 bis 1030. Hauptchöpfungen
 der Gotik die Hochaltäre in Saragossa, Sevilla,
Tarragona, Toledo, Grabdenkmäler in der Kartause zu
Burgos; Meister der Renaissance sind Berruguete, Diego
de Silon, Hernandez un a. und eine Reihe aus Italien
stammender KünsilereDie Hochrenaiffance Montañes,
Cano u. a.) arbeltete viel in demalter Holzschnitzerei füi
Altarwůnde und Einzelfiguren; zur Zeit des Baroch
Garcillo u ad kamenrealistisch bemalte und umkleidete
religiöse Statuengruppen auf. Die neuzeitlichen Bildhauen
betaͤtigten sich in fentlichen Staluen und Grabdenkmäleru
T.) Walerei. Um die Mitte des 15. Jahrh. fand die
flandt. Olmalerei in Spanien Eingang,; die anfänglich
mehr in nationalem Geiste schaffenden Raler zeigten ini
16. —5— start ital. Einflüsse (Alktarflügel in der Kathedrale
zu Valencia von einem Schüler Leonardo da Vincis), in
der Poriratmalerei (Hior, Coello, de da Erug m a.) folgte
man dem niederländ. Geschmack. Im 17. Jahrh. hat die
Malerei ginzende Vertreter in Cano, Herrera, Ribera
Tafel: Mad onna, 6j, Roclas, Zurbaran auf ihren Höhe⸗
punkt brachten sie Velazquez sTafel Porträtmaleret1J, 6]
und Murillo Tafeln Christus, 1 Madonna, 2, und
ListorienmaͤlereiJ, 4 Im 18. Jahrh. malte der
Deutfche R. Pengs. der Italiener Tiepolo und der Franzose
Vanloo in den Lönigl. Palaften, nur Goya y Lucientes
war als einheimischer Maler von Bedeutung. venen Ende
des 18. Jahrh. gelangten einige Maler (Kradilla, Benlliur«
) Gil, Billegas) durch ihre großen, mit blendender Technil
ausgeführten Gemälde mit visionärem, geschichtlichem oder
polkstümnlichem Inhalt europ. Ruf; außer diesen sind von
Bedeutung: Jimenes y Aranda, Fortuny, Madrazo, Segui
[Tafel: iech J, 8], Sorolla y Bastida, Zulogga
u. a., die zumeist in Paris und Rom ausgebildet und dort
auch noch ttig sind. — Vgl. Monumentos arquãteotonicos
do Espads (1859 89); Junghändel‚ „Die Baukunfi
Spaniens“ (1889 93); Händcke, Studien zur Geschichte
der span. Plastik (1806). Literatur.
Zpanische Literatur, s. Spanische Sprache und
Spanische Mark, das Land zwischen Pyrenäen und
Ehro von Karl d. Gr. 778 erobert; bildete später die
Narkgraffch. Barcelona, die 1137 an
Arggonien fiel. —lnischer).
Spanischer Bock, s. Boͤck (pol⸗
Spanijfche Reiter, Friesische Kei⸗
ter, vierkantige, 2—5 mm lange Balken,
durch welche 2 mn lange Latten kreuz⸗
weise gesteckt sind; dienen zum Sperren
des Eingaungs in Feldwerke, Hoͤhlwege c. —VD 1768)].
Spanuischer Erbfolgekries 1701 13 114]. Als
mit Karl U. von Spanien 1. Nov. 1700 die Habsburger
in Spanien ausstarben, forderte Ludwig XIV. von Fraubk—
reich für seinen Enkel, Philippvon Anjou, die Thron—
folge, während Kaiser Leopold J. die span. Frblande für
seinen Sohn Karl verlangte. Fuͤr den Kaiser waren
England, die Niederlande und das Reich; für Frankreich
die Kurfürsten von Bahern und Köln. Nach den Rieder—
lagen der Franzosen durch Prinz Eugen, Marlborougl
und den Markgrafen von Baden bei Höchstädt, Turin,
Ramillies, Oudendarde und Malplaquet bat Ludwig XIV
um Frieden und war geneigt auf Spanien zu verzichten,
Plötzlich trat 1711 ein Umschwung in der engl. PHolitit
ein und nach der Thronbesteigung Karl VIJ. von ster⸗
reich zeigten sich die Verbündeken für Frankreich günstig
Eugland, Holland, Portugal, Preußen und Savoyer
schloͤssen 13April 1713 mil ihm den Frieden zu Utreht.
Osterreich, nunmehr zu schwach, schloß März 1714 der
Frieden zu Rastaft, das Reich 7. Sept. 1714 den zi
Baden (Schweigd; Philipp V. erhielt den span. Thron,
der Kaiser die span. Niederlande, Mailand, Reapel und
Sardinien. — Bgl. Roorden, „Europ. Geschichte, Th. 1.
Spanischer Gintee die Blätter des Esparto (s. d.).
1810), Parnell — 1888).
Spanischer Klee, s. Esparsette.
Spanischer Kragen, s. Paraphimose.
Spanischer Pfeffer, s. Capsicum sAbb. 316)].

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Spa

Spanischer Tritt, Passagieren, zur hohen Schule
zehörende Gangart des Pferdes, wobei die Vorderbeine
ins nach dem andern bis zur Schulterhöhe gehoben und
aorgestreckt werden.
Zpanische Seife, s. Venezianische Seife.
Spanisches Gras, s. Phalaris
Spanische Sprache und Literatur. Die span.
Sprache, wie die übrigen roman, Sprachen aus der lat.
Bolkssprache entstanden, ist der Mutlersprache am ähn—
ichsten geblieben, die Mischungen mit german und arab.
ẽlementen hetreffen fast nur den Vokabelschah. Der älteste
12. Jahrh.) Dialekt, der kastil. (asteliano), fiegte uͤber
ille andern; doch erhielten bes. das Leonesische, das
Salicische (mit dem Portugiesischen sich berührend) und
datalanische (s. Katalanische Sprache) als Träger einer
eichen Literatur. Grammatiken von Wiggers 2. Aufl.
884), Fesenmaier (3. Aufl. 1884), Schilling (14. Aufi.
804); Wörterbücher von Franceson (83. dust 1884),
Booch⸗Arkossy (7. Aufl. 1887), Tolhausen (4. Aufl. 1003)
tymolog. von Barcia (5 Bde, 1888) und Eguilaz (1880).
In der Zeit vor dem 12. Jahrh. wurden in Spanien
außer lat. Chronikenschreibung und Hymnendichtung nur
inmutige Tauzlieder und ähnliches gepflegt; im 12. Jahrh.
and eine Einwanderung franz. und normann. Elemente
tatt, wonach sich Galicien und Portugal der Lyrik der
Provenzalen, Kastilien mehr der erzählenden Poesie Nord—
rankreichs anschlossen. Altestes und hervorragendstes
„olkstümliches Epos ist das Poems dei Cid“, bedeu—
endster Vertreter der kirchlichen Dichtung jener Zeit (um
280) Gonzalo de Berceoz das Poëma de Forpap
ꝛonzalez“ verktirchlicht die Volkssage. Durch Alfons X.
am die gelehrt-didaktische Kunstpoesie zur Entwicklung,
ind durch die Aplasuns der Landesgesetze in span. Sprache,
ʒurch seiue Weltchronik ec. ward er der eigentliche Schöpfet
er span. Prosa, die noch längere Zeit bes. von Mit
liedern der Königsfamilie in Chroniten, Rahmenerzäh—
ungen ꝛc, gepflegt wurde; auch zahlreiche Ubertragungen,
es. aus dem Französischen, so die Abenteuerromane der
arls⸗ und Artussage, fallen in diese Zeit; dahin gehört
auch der berühmte Ritterroman „Amadis“. Ser bedeu—
endste Dichter des 14. Jahrh. war der volkstümliche Lyriker
Juan Ruiz.In der nächsten Periode (15. Jahrh.) trat
mit der kastilian. Sprache die höfische Kunstlyrik (der
provenzalischen ähnlich) in den Vordergrund, wie sie in
den Cancioneros (s. d.) zum Ausdruck kommt; ihre nam—
haftesten Vertreter waren Santillana und Mena, sowie
Gomez und Jorge Manrique, Nopellen und volkstüm—
liche Romanzen schrieb bes. R. del Padron; berühmte
Geschichtschreiber waren Guzman, A. de Luna, P. Niño
und del Pulgar; auch fallen die Anfänge des span. Dra—
mas in diese Periode. — Die dritte Periode, die Blütezeit
der span, Literatur, bis Mitte des 18. denwe charak⸗
erisiert sich durch Nachahmung altklassischer und italischer
Muster. Der italischen Schule (Boscan, Vega, Mendoja,
Argensola, Villegas u. a.) trat mit Castillejo eine an den
Nalionalformen haltende Partei entgegen; gaus der Ver—
chmelzung beider Jihnmes gingen die Poesien Herreras,
lojad, Ponce de Leons, Acuñas und Montemayors
jervor. Letzterer und Sa de Miranda führten den halb
in Versen, halb in Prosa abgefaßten Schäferroman ein,
den außerdem Gil Polo, Cervantes, Balbuenas, Mon—
talvan u. a. pflegten, den Schelmenroman bes. Mendoza,
Aleman, Quevedo, Espinel, burlesk-phautastische Erzüh—
ungen: Quevedo, Guevara, Saapedra, den histor. Rö—
nan: Perez de Hita, die Novelle in hervorragender Weise
Cervantes, der Schöpfer des „Don Quirxote“, einer ge—
rialen Parodie der Ritterromane. Unheilvoll wirkte Gon—
gora, der den Romanzenstil in die Kunstpoesie einbürgerte
ind einen sog. gebildeten Stil (Kultexanismus) ein—
ührte; in hervorragender Weise wandte sich das Juͤteresse
»en Volksromanzen (Romanoeros) zu. Die epische Poeste
zat neben Dichtungen Sotos, Lope de Vegas u., a. haupt—
sächlich die „Araucdans““ des Ercilla aufzuweifen.“ Zum
höchsten Glanz gedieh das span. Drama, dessen Haupterlreter
 Lope,de Vega und Calderon waren. Dem erstern
chlossen sich Guevara, Mescua, Mendoza, Montalvan,
Cueva, Virues, Cervantes, Castro, Tellez (Tirso de Mo—
üna), Alarcon, dem zweiten Rosas, Moreto, Fragoso,
Diamante, Hoz, Solis, Salazar au. Unter den Geschicht⸗